(Gu aus Antrag und Antworten)
Am Integrationszentrum „First Steps“ in Nürnberg wollen Haupt- und Ehrenamtlicher der Johanniter-Unfall-Hilfe, die im Bereich der Flüchtlingshilfe aktiv sind, zusammen mit Geflüchteten im Hof des Zentrums einen Interkulturellen Garten aufbauen. Das Zentrum liegt gut eingebunden in einer belebten Gegend unweit vom Bahnhof. Die Ernte soll gemeinsam verarbeitet und verkocht werden. Dafür kann die große Küche im Zentrum genutzt werden. Die direkten Nachbarn, die Sparda-Bank sind begeistert und wollen wohl auch mitgärtnern.
– Wie groß ist das Gelände und wie viel Quadratmeter davon sollen für das Gartenprojekt genutzt werden?
A: Die Gesamtfläche des Innenhofes beträgt ca. 255qm. Die genutzte Fläche beschränkt sich aber jedoch auf ca. 10-15 Hochbeete und die verschiedenen kleineren Anbauflächen durch Palettenpflanzer und andere Möglichkeiten (Säcke, Blumentöpfe…)
– Wie groß ist die Gruppe, die gärtnern möchte, jetzt schon?
A: Eine vorläufige gemischte Gruppe von 6 Personen hat sich zusammen gefunden um mit dem Projekt zu starten. Darunter befindet sich auch ein Landschaftsgärtner, der mit professionellem Rat zu Seite steht. Der Aufnahme neuer „Gärtner und Gärtnerinnen“ steht jedoch nichts im Wege. Jedoch muss geschaut werden, dass die Gruppe nicht zu groß wird.
– Wie werden die Geflüchteten mit in die Planung einbezogen und welche Erfahrungen haben Sie damit?
A: Die Geflüchteten werden von Beginn an in den Bau, die Auswahl des Saatgutes und in die Erarbeitung eines Bewirtschaftungsplans einbezogen. Es soll von Anfang an eine gemeinschaftliche Aktion entstehen.
– Wird der Garten stets offen sein oder gibt es einen Zaun, ein Tor o.ä.?
A: Der Innenhof ist über die 24 Stunden besetzte Pforte zugänglich. Dadurch ist das Gelände einerseits vor Außeneinwirkung, wie z.B. Pflanzenklau oder Beschädigung geschützt, auf der anderen Seite kann aber jeder auf das Gelände, der dort wirklich gärtnern möchte. Außerdem wird der Garten durch verschiedene Veranstaltungen (geplant sind Open-Air-Kino-Abende „Kino im Garten“, Sommerfest, evtl. kleine Pflanzentauschbörsen oder auch mal ein Vortrag zur Stadtökologie o.ä.) auch immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Dadurch wird er immer wieder auch neuen Personengruppen „vorgestellt“.
– Wo werden die Gartengeräte untergebracht und wie werden diese zugänglich für die GärtnerInnen sein?
A: Wir haben die Möglichkeit große Gerätschaften vor Regen geschützt im Keller unter zu stellen. Hier ist der Zugang mit einem Haupt- oder Ehrenamtlichen des Integrationszentrums First Steps möglich. Die meisten kleinen Geräte, wie Harken, Handschaufeln und ähnliches können zentral bei der Pforte untergebracht werden und stehen unmittelbar zur Verfügung.
– Soll es 15 Hochbeete geben?
A: Da der Hof durchgehend gepflastert ist, müssen wir Raum für Anpflanzungen schaffen. Ob der Platz jedoch ausreicht um genau 15 Beete aufzustellen ist auch noch davon abhängig, wie breit die Fluchtwege gehalten werden müssen. Deshalb haben wir erst einmal mit einem Wert von 15 Hochbeeten gerechnet.
– Wer wird die Hochbeete bauen?
A: Die Beete werden von Geflüchteten und Ehren- und Hauptamtlichen gemeinschaftlich gebaut.
– Wozu werden Rollensätze gebraucht und wozu Flechtzaunbeschlag?
A: Der Plan war, die Beete mobil zu bauen, damit man im Sommer den Innenhof auch für einmalige Aktionen, wie ein Sommerfest etc. nutzen kann. Zudem muss der Innenhof in alle Richtungen für mögliche Arbeiten an Fassade o.ä. zugänglich sein. Hierfür werden die Rollensätze benötigt. Da der Bodenbelag teilweise recht uneben ist und alles möglichst lange halten soll, wurden große Rollen eingeplant.
Der Flechtzaunbeschlag ist ein einfacher Verbindungswinkel für Holzteile. Um den Unterbau mit dem Aufsatz verbinden zu können, benötigt man rechteckige Winkel.
– Was ist mit Palettenpflanzer gemeint?
A: Die Paletten werden auf die lange Seite aufgestellt. In den Zwischenraum von Fläche und Füßen lassen sich metallene Pflanzgefäße einsetzen die für Kräuter oder andere kleinere Anpflanzungen verwendet werden können. Dies spart Platz da in die Höhe gepflanzt werden kann.
– Für wie viele Personen sind die Gartengeräte geplant, könnten Sie hier die eingeplanten 500 Euro bitte noch ausführen?
A: Es ist eine Grundausstattung für 6 Personen eingeplant. Die Kosten sind detailliert nun aufgeführt und belaufen sich auf 232,75€ – hier wurden nun auch Preise von gebrauchten Geräte mit einbezogen. Die 500 € sind somit nicht mehr aktuell.
– Was von den im Finanzplan aufgeführten Materialien könnten Sie gebraucht bekommen?
Die Kosten von Erde und Hackschnitzel, bezogen vom Kompostwerk Nürnberg belaufen sich auf ca. 9 € für die Erde und 29€ für die Hackschnitzel. Für gebrauchte Gerätschaften belaufen sich die errechneten Kosten auf 232,75 €.Für Baumaterial kann man eventuell Absprachen mit Baumärkten treffen. Bei Obi erhalten wir als Johanniter-Unfall-Hilfe 10% Rabatt auf Materialien, wie z.B. Holz.
– Wie ist die „Wasserlage“ vor Ort, woher wird das Wasser zum Gießen kommen?
A: Ein Brunnen oder ähnliches steht leider nicht zur Verfügung. Das Wasser muss aus der Küche des Integrationszentrums bezogen werden. Zudem ist ein Bewässerungssystem (Regentonnen, Wasserpumpen) bereits geplant – die Kosten werden wahrscheinlich von anderer Stelle übernommen und sind deshalb nicht im Kostenplan enthalten.
– Haben Sie bei der Stadt Nürnberg nach Unterstützung gefragt für z.B. Erde o.ä.?
A: Bisher nicht. Jedoch haben wir den Tipp bekommen Materialien über das Kompostwerk Nürnberg zu beziehen.
– Haben Sie beim Stadtgarten Nürnberg z.B. nach guten und günstigen Bezugsquellen von Paletten u.ä. gefragt?
A: Direkt beim Stadtgarten haben wir nicht nachgefragt. Wir haben jedoch Preise verglichen und mehrere Anbieter angerufen und nachgefragt. Für hochdruckimprägnierte Europaletten, die somit witterungsbeständig sind, sind 10 € pro Stück ein fairer Preis.