(Gu aus Antrag und Antworten)
Mit unserem aktuellen, zweijährig angelegten Projekt Integrationsgärten – Baustein einer
nachhaltigen Entwicklung im Quartier, an dessen Ende die Gründung von drei Interkulturellen
Gemeinschaftsgärten in der unmittelbaren Nähe von Bremer Flüchtlingsunterkünften steht,
verknüpft wir Umweltbelange und integrationspolitische Fragestellungen. Das Ziel ist es den
Geflüchteten und der Nachbarschaft im Quartier einen gemeinsamen Ort der Begegnung und der
Freizeitgestaltung zu bieten.
Im April 2017 hat ÖkoStadt mit dem Aufbau des dritten und somit letzten Integrationsgartens in der
von der Inneren Mission Bremen betrieben Flüchtlingseinrichtung in der Neuwieder Straße
begonnen. In den nächsten sechs Monaten wird eine professionelle Gärtnerin zusammen mit den
BewohnerInnen und Freiwilligen aus der umliegenden Nachbarschaft die ca.250m² große Fläche
bespielen. Der Garten ist von der Straße, an dem das Flüchtlingsheim gelegen ist, direkt einsehbar.
Zudem liegt das Heim zur Straße hin und ist nicht abgeriegelt. Es ist jederzeit zugänglich und hat
einen sehr offenen sowie transparenten Charakter. Zudem befindet sich das ÜWH inmitten einer
Hochhaussiedlung in der auf einem relativ kleinen Raum sehr viele Menschen leben, die z.B. beim
Gang zur Straßenbahnhaltestelle automatisch Notiz (ob gewollt oder nicht) von unserem
Gartenprojekt nehmen. Auf der Fläche sollen in den nächsten sechs Monaten 1 zwei große
Gemüsebeete für die Zucht von Kartoffeln und Zwiebeln, 10-12 Hochbeete für den Anbau von
Kräutern und Gemüse sowie selbstgebaute Sitzmöglichkeiten entstehen.
Seit Anfang April arbeiten nun fünf BewohnnerInnen und zwei Freiwillige aus der Nachbarschaft
daran die Planungen gemeinsam umzusetzen. Der Garten wird von unserer gärtnerischen
Angestellten und einer Praktikantin unseres Vereins an drei Tagen in der Woche für jeweils fünf
Stunden pro Tag betreut.
Vor Ort haben übrigens bereits erste Kooperationsgespräche mit dem Verein TNU (Treffpunkt
Natur&Umwelt) stattgefunden, der in der Nähe das Gartenprojekt „QuerBeet“ betreibt. Geplant sind
wechselseitige Besuche während denen die jeweiligen Gartengruppen gemeinsam gärtnern und in
Kontakt kommen können. Darüber hinaus sollen gemeinsame Erntefeste stattfinden, bei denen wir
eine nahegelegene Kirchengemeinde miteinbeziehen wollen.
Das Projekt Integrationsgärten endet offiziell Ende 2017, die beiden Teilprojekte in Osterholz jeweils im September insoweit sie von bezahlten Arbeitskräften und Praktikanten von ÖkoStadt Bremen betrieben werden. Danach sollen sie von den Trägern vor Ort und Ehrenamtlern weitergeführt werden. Das Ziel von ÖkoStadt ist es, solche Projekte zu gründen, aufzubauen und dann entsprechend in die Hände von bürgerschaftlichem Engagement oder freien Trägern zu legen.
2. Übergabe von Projekten
An die Innere Mission(IM) haben wir bislang noch kein Projekt übergeben. Wir haben im Spätsommer damit begonnen und setzen das jetzt Anfang Mai fort. Das zweite Projekt mit der IM, für das wir Ihre Unterstützung erbeten haben, hat Ende März begonnen .
Das AWO-Projekt am Niedersachsendamm wurde hinsichtlich der Öffentlichkeitarbeit gemeinsam betrieben, solange ÖkoStadt mit bezahlten Kräften vor Ort war. Infos dazu finden Sie auf unserer Website. Danach liegt die Verantwortlichkeit für alles- auch PR- bei der AWO. Wir wurden damals um vorzeitige Übergabe gebeten, weil es unter den Flüchtlingen einen in Gartenbau erfahrenen Mann gab, der im Rahmen der 1 Eurojob-Initiative der Bundesregierung die Arbeit unserer Koordinatorin fortsetzen sollte.
3.Weiterführung der Arbeit
Im übrigen ist es bei Flüchtlingsgärten so, dass die aus den Finanzzuweisungen bezahlten Projektkoordinatoren der Wohlfahrtsverbände entsprechend Zeitkontingente zur Verfügung gestellt bekommen. Bei dem früheren AWO-Projekt in Arbergen konnte die Koordinatorin, die beim Aufbau des Gartens für ÖkoSTadt gearbeitet hatte, dann als Angestellte der AWO vor Ort einen Teil ihrer Arbeitszeit für das Gartenprojekt einsetzen.
Dem bürgerschaftlichen Engagement soll in Osterholz besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dort haben wir nicht nur weniger Widerstand aus der Nachbarschaft gegen die ÜWH`s- anders als in Arbergen- sondern auch mit dem TNU-Projekt erste Ansätze von Beteiligung an Gartenprojekten mit Nachbarn. Das wollen wir uns auch zu Nutze machen. Wir haben jetzt einen Mitarbeiter gewonnen, der halbtags an einem Projekt für bürgerschaftliches Engagement der Uni-Essen von Bremen aus arbeitet und den anderen Teil für uns arbeiten wird. Er hat Erfahrungen in Kinderprojekten mit UNICEF und kommt im Übrigen vom Land, kennt also den Gartenbau aus seinem familiären Hintergrund.
4. ÖkoStadtarbeit nach Übergabe
Nach Übergabe sind in diesem Fall die Träger und deren Koordinatoren verantwortlich; diese stimmen sich auch mit den Ehrenamtlichen ab, für die, ehe sie vor Ort tätig werden dürfen, jeweils ein polizeiliches Führungszeugnis einzureichen ist