Infoveranstaltung in Bad sSooden Allendorf mit Najeha

(von Najeha)
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Seit fast drei Jahren biete ich jetzt schon solche Infoveranstaltung für Flüchtlinge an und in Bad Sooden-Allendorf erlebte ich zum ersten Mal sehr zufriedene und glückliche Menschen.

Sie lobten ihre Betreuer und die Natur und vor allem die Ruhe. Es kann sein, dass sie einfach nur viel Glück mit ihren deutschen Bezugspersonen und dem gesellschaftlichen Umfeld hatten, in dem sie hier gelandet sind. Ich vermute jedoch, dass es sicherlich auch mit dem Umstand zusammenhängt, dass es sich bei Bad Sooden-Allendorf nicht nur um eine Stadt in Hessen handelt, sondern vor allem um einen Kurort, der auf die heilenden Kräfte der Natur setzt.

Ich war sehr überrascht darüber, dass es sich im Raum um ein reines Flüchtlings- Publikum handelte. Nadja Hilmes war die einzige Deutsche als ehrenamtliche Teilnehmerin.

Das bereitete mir Sorgen, sodass ich Nadja darauf ansprach und sie fragte, ob der Garten nur für Flüchtlinge angedacht ist und dass es so keine Integration stattfinden kann.

Nadja antwortete: „Es werden auch deutsche Familien am Garten teilnehmen. Wir wollten erstmal schauen, wie viele Flüchtlinge Interesse haben. Die Gartenvergabe an sie hat sozusagen Priorität gehabt. Die restlichen freien Gartenplätze gehen an deutsche Familien und auch Studenten (bei uns studieren sehr viele Chinesen)“

Die Interessenten bestehen aus Familien mit Kindern, alleinstehende Frauen und insgesamt aus Jung und Alt.

Nach dem Vortrag wollte Nadja ein paar wichtige Dinge mit den Anwesen besprechen. Darunter viel Sinnvolles, das mich begeistert hat und das ich als sehr wichtig erachte:

All Teilnehmer sind im Garten versichert.

Symbolisch sollen die Teilnehmer einen monatlichen Beitrag von 50 Cent zahlen (= 6 Euro im Jahr).

Sie hat für jede Familie einen Umschlag mit einem Heft von Dreschflegel mitgebracht, in dem sich ein Gutschein für Saatgut befand.

20 Euro Gutschein für eine Familie, 10 Euro Gutschein für ein Pärchen.

Nadja wird mit den Betroffenen die Bestellungsformulare ausfüllen und zusammen verschicken.

Alle haben sich sehr darüber gefreut. Ich habe ihnen empfohlen, dass sie sich in größeren Gruppen zusammentun sollen, wenn sie die Bestellung aufgeben und sich danach das Saatgut teilen. So kommt es für jede einzelne Familie zu mehr Vielfalt im Saatgut.

Wir haben danach zusammen das Grundstück besichtigt. Es liegt in der Stadtmitte in Allendorf, nur 5 Minuten zu Fuß von den Räumlichkeiten entfernt.

Das Grundstück ist ein Steigungsstück mit mehreren Bäumen und Brombeersträuchern und einem alten Schuppen.

Es lag viel abgedecktes Holz herum. Sie möchten zusammen einen Sitztraum für sich daraus bauen.

Sie haben dafür bereits Gelder beantragt und warten auf die Bewilligung. Das Grundstück soll dann einmal maschinell bearbeitet werden, damit im Frühjahr mit der Gartenarbeit begonnen werden kann. […]

Im Garten gibt es kein Wasser, ich empfahl ihnen mit Regenrinnen am Aufenthaltsraum und am Schuppen zu arbeiten und das Wasser dann in Tonnen zu sammeln wie wir es bei uns in Göttingen machen.

Ganz hinten am Garten fließt ein Bach entlang. Ich gab Nadja den Tipp einen Zaun zu setzen, weil viele Kinder dabei sind und das dann sehr gefährlich werden kann, wenn die Eltern bei der Gartenarbeit einmal nicht ganz so achtsam sind.

Im Gesamten kamen ähnliche Fragen wie bei gleichen Veranstaltungen an anderen Orten auf. Die Interessenten fragten danach was in Deutschland wächst und wann man säht.