tolle Workshopreihe für Gemeinschaftsgärten in Erfurt startet

(Gu, aus Antrag und Antworte)

Mit dem „Freien Garten am Herrenberg“ auf dem Gelände des Stadtteilzentrum am Herrenberg im
Südosten Erfurts konnte ein wichtiger Ort der Begegnung und für die  Beteiligung und Gestaltung am
eigenen Stadtteil geschaffen werden. Seit dem bildete sich eine kleine interkulturelle Gemeinschaft
welche den Garten inmitten des Hochhausquartiers auf vielfältige Art und Weise nutzt. Durch eine
erste Reihe von qualifizierenden Workshops konnte im Jahr 2017 ein wichtiger Schritt zur Eigenstän-
digkeit dieses sozialen Gartenprojekts unternommen werden. Um auf den Erfolgen des letzten Jahres
aufzubauen, möchten wir auch 2018 wieder eine Workshopreihe anbieten, welche diesmal aber auch
andere Gartenprojekte in Erfurt mit einbezieht um ein nachhaltiges Informationsnetzwerk im Bereich
sozialer Gartenbauprojekte zu erschaffen.   
 
 
Ziele/Zielgruppen
 
Um den Aufbau eines Netzwerks in die Wege zu leiten und Akteure verschiedener Gartenprojekte
zusammen zu bringen ist eine Workshopreihe geplant. Diese Thementage sollen zum einen der Wei-
terbildung dienen und zum anderen Anlass sein sich gegenseitig kennen zu lernen, auszutauschen
und weitere Bildungsbedarfe zu ermitteln. Um die Zielgruppe aus ehrenamtlichen Gartennutzern und
Gartenorganisatoren gleichermaßen anzusprechen, wird bereits die Organisation, sowie die Wahl der
entsprechenden Experten zur Ausrichtung der Workshops, verschiedene Erfurter Gartenbauakteure
einbinden. In zwei Abschlussveranstaltungen, von denen jeweils eine im Norden und eine im Südos-
ten Erfurts stattfinden wird, soll sich zum Ende des Jahres getroffen werden um zu ermitteln, welche
Veränderungen diese Thementage mit sich gebracht haben, ob ein entsprechender Austausch statt-
fand und möglicherweise, weitergehende Kooperationen denkbar sind.  
 
 
Umsetzung
 
Das Projekt wird von April bis Dezember durchgeführt. Bereits im März wurde unter den Nutzern und
ehrenamtlichen des freien Garten am Herrenberg und zwei weiterer Gartenprojekte in Erfurt, ermit-
telt in welchen Bereichen Qualifizierungen als erforderlich betrachtet werden und welche Bildungs-
themen auch für die örtliche Anwohnerschaft besonders interessant scheinen. Bis Mitte April sollen
weiter Kooperationspartner und entsprechende Referenten ausfindig gemacht werden. Vier der ins-
gesamt sechs Workshops werden auf dem Gelände des freien Garten am Herrenberg stattfinden und
zwei bei Kooperationspartnern. Die Workshops werden ein bis zweimal im Monat und von Mai bis
November  stattfinden.  Sie  sollen  niedrigschwellig,  mehrsprachig  sowie  leicht  zugänglich  sein  und
ebenso beworben werden. Die Bewerbung wird dabei über die bestehenden Kanäle des freien Gar-
ten am Herrenberg durch Newsletter, soziale Netzwerke, sowie direkt in anderen Gemeinschaftsgär-
ten und ähnlich gearteten Projekten zum Beispiel zu Nachhaltigkeitsthemen, geschehen.

Bisher haben wir eine bestätigte Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Wiesenhügel e.V. welche den „Interkulturellen Bürgergarten“ an einer Flüchtlingsunterkunft im Färberwaidweg betreiben ( Ortsteilbürgermeister Matthias Plhak ist der Ansprechpartner) sowie der „Lagune“ in Erfurt (Frank Mittelstädt als Ansprechpartner / http://www.lagune-erfurt.de/) in welchen wir auch bereits Workshops planen und die ebenfalls an den bei uns stattfindenden WS Interesse geäußert haben. Auf Grund terminlicher Präferenzen der anderen Gärten und unserer eigen Ehrenamtlichen planen wir bereits im Mai einen Workshop im Freien Garten am Herrenberg und im interkulturellen Garten am Färberwaidweg. Außerdem suchen wir den Kontakt mit einem Gartenprojekt am Drosselberg (Verein zur Förderung der ökologischen Bildung e.V.), sowie dem Interkulturellen Garten Erfurt, (Metallstraße 9, Ansprechpartnerin Karin Kowoll). Gerne gebe ich ihnen auch bei Bedarf die Kontakte unserer Kooperationspartner.

Der erste im Mai geplante Workshop mit dem Thema „Boden“ wird noch im Freien Garten am Herrenberg stattfinden, dabei erhoffen wir uns auch Unterstützung von der Fachhochschule zu bekommen. Der nächste folgt direkt darauf am Wiesenhügel bei welchem ein sogenannter Zome aus reinen Naturmaterialien gebaut werden soll und diese sehr preiswerte, optisch ansprechend aber auch sehr stabile Konstruktionsmethode vorgestellt wird.

Im April haben wir nur Planungsarbeiten vorgenommen und die Kontakte aufgebaut beziehungsweise Termine mit den Kooperationspartnern ausgemacht und die Workshopthemen besprochen. Die Flyer für Mai schicke ich ihnen anbei.

Einen Häcksler benötigen wir das ganze Jahr über immer wieder. Zum einen haben wir immer wieder viel Schnittgut über das zu grob für die Kompostierung ist, zum anderen benötigen wir auch steht’s Mulchmasse die wir aus den groben Ästen gewinnen und/ oder Holzspäne für die Pilzzucht . Bisher haben wir ein bis zweimal im Jahr einen Häcksler ausborgen können (was unsere Bedürfnisse jedoch bei weitem nicht deckt) doch war dies immer mit erhöhtem Aufwand verbunden. Die Stadtwerke konnten uns bisher zudem nicht weiterhelfen. Da die meisten Gartenprojekte in Erfurt vor ähnlichen Problemen stehen, was den Bedarf an speziellen Maschinen angeht und Leihgebühren in den meisten Fällen nicht im Verhältnis zum Nutzen (oder Anschaffungspreis) der Maschinen stehen, ist uns die Idee gekommen eine Art Bibliothek für solche Geräte aufzubauen um die Nutzung auch anderen Gärten zu ermöglichen. Dies wird bereits in anderen Projekten zum Beispiel mit Soundanlagen, Lichtmaschinen oder Plattenspielern umgesetzt und gut genutzt.

Die Gärten in denen die Workshops stattfinden verfügen alle über Stromanschlüsse, benötigte Werkzeuge und Geräte werden von uns organisiert (eben auch durch Kooperation mit den anderen Gärten). Im Antrag sind eben die Werkzeuge oder Maschinen beschrieben welche uns bisher immer wieder vor organisatorische Probleme stellten, wie beispielsweise ein Häcksler.

Im Imkerworkshop soll vor allem aufgezeigt werden welche vielfältigen Möglichkeiten es gibt in Gemeinschaftsgärten Bienen zu halten und verschiedene Systeme vorstellen. Ganz praktisch soll ein sogenannter Loghive (von Zeidlern-Waldimkern genutzt) gebaut werden. Dies ist ein ausgehöhlter Baumstamm der zu einer sehr naturnahen und stressarmen Haltung der Bienen dient. Im vergangenen Jahr haben wir bereits in einem Workshop eine moderne Bienenbeute gebaut und sie in einem naheliegenden Garten, mit einem Volk besiedelt. So können wir in diesem Workshop den richtigen Umgang mit diesen Tieren ebenfalls ganz praktisch vorführen und den Aufbau eines Volkes direkt aufzeigen. Spannend fanden bisher alle Akteure anderer Gärten das Thema, doch schrecken viele noch vor dem nicht bekannten Aufwand oder aus fehlendem Wissen um das Thema zurück. 

Der Freie Garten am Herrenberg ist direkt an das Stadteilzentrum am Herrenberg angeschlossen und hat somit Zugang zu einer Küche. Bereits im Jahr 2016 konnten dort zwei praktische Workshops zu diesem Thema abgehalten werden, welche sehr gut besucht waren. Aus diesen Erfahrungen heraus und aus dem Bedarf an bestimmten Einweckgläsern, welche den Anforderungen an einen Fermentationsprozess standhalten (Druck, Wiederverschließbarkeit, usw.) halten wir den vorherigen Kauf solcher Gläser für sehr wichtig. Die Werkzeuge, wie beispielsweise Bretter, Schäler, Messer etc. für bis zu zwanzig Teilnehmer haben wir. Der Dampfgarer ist ein ständig benötigtes Gerät, wir brauchen ihn zum Desinfizieren von Gläsern für Fermentationsprozesse wie die Sauerkrautherstellung oder Weinherstellung,  ebenso ist er unabdingbar für die Pilzzucht zur Desinfektion der Brutgläser und der Anzuchtmasse (Holzspäne, Stroh,Kaffe) usw. außerdem dient er zum Einwecken von Obst oder Gemüse und wird benötigt den selbstgepressten Fruchtsaft haltbar zu machen. Es würde sich also um eines der meistgenutzten Geräte in unserem Gartenprojekt handeln und viel Aufwand sparen.