Habeck besucht Frankfurter Garten, ehemalige Gründerin jetzt GF der Grünen Ffm

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Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, ist derzeit auf Deutschlandtour. Am Montag machte er Halt in Frankfurt und besichtigte unter anderem das Urban Gardening Projekt am Danziger Platz. […]

Im Neuen Frankfurter Garten stellte die Geschäftsführerin der Frankfurter Grünen Daniela Cappelluti erstmal das Konzept des Urban Gardening Projektes vor, welches sie selbst 2011 ins Leben gerufen hatte. Cappelluti sei damals in einer Werbeagentur tätig gewesen. Als die Stadt sich als Green City bewarb, habe sie gedacht, wieso fahre man denn „raus ins Grüne“ anstatt das Grüne in die Stadt zu holen.“ Das Grüne muss nah und greifbar sein“. Und so fand sich Danziger Platz am Ostbahnhof als Interimsfläche für ein Urban Gardening Projekt. Die Bahn will eine nordmainische S-Bahnstrecke bauen, der Termin verschiebt sich aber immer nach hinten. Bis dahin darf es dort mit Bürgerbeteiligung grünen und blühen. „Wir haben Bäume vom Asphalt befreit, Wasserleitungen gelegt und recyceltes Material hergebracht. Die Nachbarn brachten ihre Ideen ein“, erinnert sich Cappelluti, die sich aus dem Projekt rauszog und nun ein Ehrenmitglied wird. Der Stadtgarten florierte, es wurden Geburtstage und Flohmärkte veranstaltet und ein gastronomisches Angebot entwickelt. Im April 2017 musste der zwischenzeitlich optisch wenig ansprechende Frankfurter Garten Insolvenz anmelden. Er wird nun von Cher und Corina Havrová und dem Verein Bienen-Baum-Gut betrieben und sieht derzeit aufgeräumter und einladender aus denn je.

Bei einem Rundgang wurde Robert Habeck mit dem urban Gardening Projekt vertraut gemacht. Bekam erklärt, warum man Basilikum im Hochbeet mit den Tomaten zusammenpflanzt: Das hält Ungeziefer fern. Es gibt Kräuter, Blumen, Brombeeren und einen kleinen Teich. Angetan war Habeck von dem Bienenbaum Wipfelpfad. Sieben Bienenvölker gibt es am neuen Frankfurter Garten. Sie scheinen sich in den ihnen angebotenen Klotzbeuten, ausgehöhlten Baumstämmen also, richtig wohlzufühlen, weil sie ihre Waben bauen können, wie es ihnen beliebt und nicht nur wie sonst im Bienenstock in eine Richtung.

In einem Podiumsgespräch, dem rund einhundert Zuhörer im Garten beiwohnten, sprachen Habeck neben Umweltdezernentin Rosemarie Heilig, Martina Feldmayer, der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen-Fraktion im Hessischen Landtag und dem Bienenkenner Florian Schwinn über den sinnvollen Einsatz von naturbelassenen Grünstreifen und bepflanzten Flächen, damit sich Insekten und vor allem Bienen auch in der Stadt tummeln können und die Biodiversität erhalten bleibt. Habeck setzte sich dabei auch für eine umweltschonende Landwirtschaft ein. Landwirte stünden unter einem ökonomischen und auch einem öffentlichen Druck und unterlägen bei den Ernteerträgen den klimatischen Schwankungen. „Ein Umdenken aber hat auch bei ihnen längst begonnen.“ Jeder Bürger könne aber als Konsument auch selbst seinen Beitrag leisten.

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