(Gu, Mail)
Es ist unendlich traurig, dass wir das Gelände räumen müssen, zumal mit unserem Garten eine ganz alte Obstbaumplantage verloren geht.
Dass die Fläche der Neuen Erde in dem neuen Gewerbegebiet liegen wird, ist uns aber schon quasi von Beginn der Arbeit an, seit 2004 bekannt. Damals war der Plan, dass in ca. 5 – 10 Jahren die Bebauung passieren sollte. Bisher haben sich die Bauarbeiten zu unserem Glück immer weiter verzögert, aber nun ist definitiv der Zeitpunkt, an dem die Bebauung beginnt.
Der jetzige Standort wäre so oder so nicht mehr geeignet, da zum Gewerbegebiet auch eine Ortsumgehung gehört, die seit vorletztem Jahr im Bau ist. Diese Straße, die mit voraussichtlich 7.000 Fahrzeugen (mindestens die Hälfte Schwerlastverkehr) befahren werden wird, liegt kaum 50 m von der Neuen Erde entfernt. Gärtnern sollte man da nicht.
Der Vertrag, den wir hatten, ist lange ausgelaufen, verlängerte sich aber dadurch, dass wir immer die Pacht bezahlt haben. Wir können gegebenenfalls noch etwas Zeit schinden, aber ansonsten ist der ursprüngliche Vertrag schon auf den künftigen Bau zugeschnitten.
Das Procedere in den letzten Wochen war sehr schwierig, denn wir haben eher durch Zufall erfahren, dass ein Teil unseres Geländes verkauft ist und wir nun unsere letzte Saison auf dem Gelände haben werden und eventuell nicht mehr die Ernte abwarten können.
Seit mehreren Jahren laufen Gespräche mit der Stadt, die Verpächterin ist, wegen eines Ausgleichsgrundstückes. Bisher hat die Stadt das immer wieder verschleppt, aber da nun akuter Handlungsbedarf ist, wird jetzt mit Hochdruck nach einer neuen Fläche gesucht.
Es ist sehr schön, dass Sie uns Unterstützung anbieten, aber der Zug ist lange abgefahren. Wir haben zwar in der akuten Planungsphase des Gewerbegebietes vor einigen Jahren noch eine Eingabe gemacht und auch über die Politik versucht, unser Grundstück zu retten, aber da es quasi das „Sahnestück“ in dem Bereich ist, war das nicht durchzusetzen. Und nun wird die Straße eben auch sehr nahe rücken, so dass das Gärtnern dort ohnehin nicht gut wäre.
Der aktuelle Stand ist so, dass wir fest davon ausgehen, dass wir im nächsten Jahr an einem anderen Standort weitermachen. Die Stadt ist jetzt sehr unter Druck, nicht zuletzt, weil wir öffentlich zu unserem Abschiedsfest einladen, das eigentlich ein Sommerfest hätte werden sollen. Das Fest ist seit dem Frühjahr in Planung und der Bürgermeister hatte schon lange für ein Grußwort zugesagt