Praxisworkshops als Netzwerkkitt in Erfurt

(aus Sachbericht)

Kurzbeschreibung
Für die Stärkung und Weiterentwicklung von sozialen, urbanen Gartenbauprojekten in Erfurt und zur
Etablierung eines Wissensnetzwerks unter den Akteuren und Betreibern dieser Gärten, wurde eine
Workshopreihe mit Gartenbauthemen an verschiedenen Orten in Erfurt angeboten.
 
Umsetzung
Umgesetzt  wurden  sechs  Workshops,  welche  über  das  Jahr  verteilt,  an  drei  verschiedenen  Orten
stattfanden. So wurden nicht nur Termine und Orte unter den verschiedenen Akteuren im Vorhinein
koordiniert, sondern auch die Wahl der Themen miteinander abgesprochen, um so den Möglichkeiten
und Interessen der Gartenbauakteure gerecht zu werden.
[…] Ebenfalls im Mai wurde auf dem Gelände Bürgergartens am Wiesenhügel ein Workshop zum Bau eines
sogenannten Zome organisiert. Dies ist eine Zwiebelförmige Leichtbaukonstruktion welche nur ausBambusrohren  und  mit  Hilfe  von  Kokosfaserseilen  gebaut  wurde.  Die  Gruppe  der  Teilnehmenden setzte  sich  aus  Gartenbauakteuren  anderer  Gärten,  drei  Jugendlichen  Besuchern  des  anliegenden
Jugendclubs, sowie drei irakisch- und syrischstämmigen Anwohnern der Flüchtlingsunterkunft vor Ort,
zusammen.  Sehr  interessant  war  an  diesem  Workshop,  dass  vor  allem  zwei  teilnehmende  Iraker
schnell anleitende Rollen übernahmen, da sie sich mit dem Bambusmaterial und den Bindetechniken
der  Fasern  bestens  auskannten,  was  zu  einer  eigenen  Gruppendynamik  und  regem
Informationsaustausch führte.
[…]

Die,  durch  die  Organisation  dieser  Workshopreihe,  verstärkte  Kommunikation  und  daraus
resultierende erste Netzwerktätigkeiten zwischen den verschiedenen urbanen Gartenbauprojekten,
wurden  positiv  aufgenommen.  Mit  Unterstützung  von  Studenten  der  Fachrichtung  Stadt  und
Raumplanung der FH Erfurt, konnte zudem ein Netzwerktreffen von urbanen Gartenbau-Akteuren zum
Tag  der  Nachhaltigkeit  in  Erfurt  organisiert  werden.  Es  stellte  sich  heraus,  dass  der  Aufbau  eines
Netzwerks  zum  Wissenstransfer  vor  allem  an  die  begrenzten  zeitlichen  Möglichkeiten  der
Gartenbauakteure gekoppelt ist. Ein langsames natürliches Wachstum solch eines Netzwerks kann also
vor  allem  über  gemeinsame  Projektarbeit  entstehen.  Wie  zum  Beispiel  durch  das  Ausrichten  von
gemeinsam organisierten Gartenbauprojekten und darauf zielende Weiterbildungsworkshops. (Wie in
diesem Projekt gezeigt)  Eine weitere Möglichkeit wäre die Unterstützung von Externen, wie Studenten
der Hochschulen oder sich nur darauf konzentrierende Vereine und Stiftungen die Wissensplattformen
und  Ratgeber  entwickeln,  bzw.  die  aufwendigen  Koordinierungsarbeiten  zwischen  den  Vereinen
übernehmen könnten.