neues Projekt im IG Coswig: Trockenkünstler

(Gu aus Antrag/Mails)

Trockenkünstler“ im Interkulturellen Garten – Gemeinsames anlegen, gestalten und pflegen von Nutzpflanzen mit hoher Trockenheitstoleranz

(Aufgrund der ständigen Erfahrungen mit dem Klimawandel und den nötigen Schutzmaßnahmen für die Pflanzen möchten wir gern ein Stück unseres noch nicht kultivierten Gartenlandes nutzen, um Rahmenbedingungen zu schaffen auch Pflanzensorten an extremen Standorten (Sandboden, Trockenheit, kein Schatten) anzubauen. Dies ist eine Idee von Teilnehmern aus Pakistan und Indien, welche in ihren Herkunftsländern fast ausschließlich unter solchen Bedingungen ihre Flächen bewirtschaften mußten.  Wir möchten dazu auch die vorhandenen Steine mit verwenden und aus diesen Naturmaterialien die Pflanzen schützen und entsprechende Refugien für sie entstehen lassen.)

1.       Ausgangssituation

Unser Verein lebt von einer lebendigen Projektarbeit beim gemeinsamen Gärtnern der Nationen. Während der Treffen und beim Arbeiten sind regelmäßig Austausche da. Die Zugewanderten berichten von Anbaubedingungen ihrer Herkunftsländer, berichten über Pflanzen, welche auch bei uns heimisch sind aber hier keinen direkten Verarbeitungswert haben und zum Unkraut deklariert werden, in ihren Ländern hingegen werden diese als Nutzpflanzen auf großen Feldern angebaut z.B. Grüner und Roter Fuchsschwanz. Sie enthalten viele Mineralien wie Eisen und Magnesium und ganz viel Vitamin C. Es gibt dazu noch andere Beispiele. Ebenso gibt es bei uns eine Palette mit trockenresistenten Pflanzen, welche eine gemeinsame Ernte und Verarbeitung zulassen. Im zurückliegenden Sommer wurden die Teilnehmer mit der extremen Witterung konfrontiert. Wir hatten viele Schäden und Verluste an den angebauten Kulturen. Diesem wollen wir teilweise entgegenwirken und Kulturen auch für solche Bedingungen anbauen. Es sollen Beerensträucher wie Holunder, Sanddorn, Schlehe und Hasel gepflanzt werden. Natürlich sollen nur gebietseigene Pflanzen verwendet werden.

Was ist geplant?

Der Standort des Trockengartens wurde vollsonnig gewählt. Das A und O der Bodenvorbereitung besteht durch das Abmagern der vorhandenen Fläche. Dies geschieht durch Sand und feinen Kies (z.B. Splitt). Dieser wird eingefräst und je nach vorhandenem Sandanteil im Boden eingebracht. Der teilweise vorhandene lehmige Boden wird mit zusätzlichem Kies (Wand kies / Roh kies) verbessert. Wir wollen Elemente gestalten in Verbindung mit Steinen, Wurzeln, Holz und die entsprechenden Pflanzen.

Es sollen folgende Kräuter und Gräser für die Fläche verwendet werden: Flausch-Federgras, Blaues Schillergras, Seggen, Schwingel, Thymian, Lavendel, Katzenminze, Blauraute, Mädchenhaar-gras und Färberkamille. Diese Kräuter und Gräser sollen nach dem Verblühen geerntet und ge-trocknet werden und teilweise für Tees verwendet werden oder für die Herbst- und Winter-dekoration im Rahmen von Begegnungstagen für alle Interessierten.

Gleichzeitig möchten wir den Teilnehmern eine Exkursion in den Findlingspark Nochten ermöglichen. Hier sollen sie Kenntnisse und Informationen sammeln zur Rekultivierung von Naturlandschaften. Hier werden Vorträge (auch mehrsprachig) zu aktuellen Themen (z.B. Geologie, Rekultivierung von Brachen und ehemaligen Bergbaugebieten, Teichbau, Landschaftsgestaltung für Pflanzen an extremen Standorten usw.) angeboten. Ebenso gibt es eine „hauseigene“ Gärtnerei, wo entsprechende Pflanzen zu erwerben sind.

Wir möchten mit einer Führung den Park mit seinen Besonderheiten und seiner Einzigartigkeit besichtigen. Auch soll diese Exkursion das Wissen der Teilnehmer erweitern, auch mal über die täglichen Arbeitsprozesse hinausschauen, die Horizonte erweitern und so zu einer gelingenden Integration beitragen. Das Erfahrene und Gesehene soll dann gemeinsam im Interkulturellen Garten umgesetzt werden.