Tolle interkulturelle Arbeit im Garten der Hoffnung in Otterndorf

(Bericht)
Obwohl drei Flüchtlingsfamilien, die zu unserem engeren Gartenkreis gehörten, aus beruf-
lichen Gründen weggezogen sind und zwei weitere Familien in Ertstantragsländer abgescho-
ben wurden, hat sich eine Kerngruppe von Aktven weiter gehalten, z.Zt. mit 3 Flücht-
lingsfamilien   (Iran,  Afghanistan,  Syrien)  und   einem  weiteren  Mann   aus  Syrien   sowie  7
Menschen deutscher Herkunf. Von Mai bis Oktober wöchentlich samstags um 11 Uhr war
und ist unser festes Trefen, wir arbeiten zusammen und nutzen die Pausen für einen
Austausch   in   deutscher   Sprache   und   Bearbeitung   kleinerer   Probleme   mit   Rechnungen,
Anträgen usw.
Unseren  Gemüse-   uur   Obstaubau  haben   wir  weiterentwickelt,   indem   wir   z.B.   eine
Einweisung in den Obstbaumschnit vor Ort organisieren konnten. Eine extrem reichhaltge
Apfelernte war die Folge. Zudem haben wir einen Schutz für Tomaten- und Paprikapfanzen
errichtet und ein besonderes Beet für Kräuter angelegt, die wir als Spende des hiesigen
Landfrauenverbandes   bekommen   haben.   Wir   haben   verschiedene   Kartofelsorten
ausprobiert und erfolgreich eine Fruchtolge von Kohlrabi (im Sommer geerntet) bis zu
Feldsalat im Winter durchgeführt. Behälter zur Lagerung und Umsetzung des Kompostes
wurden angelegt, so dass wir in diesem Jahr von guter Komposterde profteren können. Zur
Bewässerung haben wir einen alten Brunnen wieder in Gang gesetzt, allerdings hat das
Wasser im trockenen Sommer nicht gereicht, so dass wir fast täglich abwechselnd zum
Gießen kommen mussten, was nicht so ein Problem war, da wir dies auf alle Beteiligten
verteilen konnten.
Die   männlichen   Gefüchteten   konnten   wir   besonders   durch   unsere  Bauprojekte
einbeziehen:   wir   haben   ein   Toiletenhaus   gebaut   (Torfoilete),   das   Gemeinschafshaus
befestgt und einen größeren Schuppen (3×3 m) errichtet. Das Holz hierfür haben wir von
einem hiesigen Holzhändler relatv günstg bekommen, mussten es aber selber anfahren und
in einer Gemeinschafsakton ein paar hundert Meter bis in den Garten schleppen.
Befördert durch die Anschafung eines Trampolius uur (Saur-)spielzeun sind einige Frauen
mit ihren Kindern auch mal außerhalb der verabredeten Trefen zwischendurch im Garten
vorbeigekommen. (Unsere Sandkiste ist allerdings den Ameisen zum Opfer gefallen und
wurde seither gemieden.)
Ein wichtges Standbein war auch das Deutsch-Uuterstützuuns-Aunebot, sich auch montags
(in den Sommerferien sogar zweimal pro Woche) im Garten zu trefen, um gezielt für die
jeweiligen Prüfungen in A2, B1 oder B2 zu üben.
Wie im letzten Jahr gab es mehrere iuteruatouale Feste mit Kafee und Kuchen oder auch
Gegrilltem und internatonalen Spezialitäten. Beim  Zuckerrest  waren wir zunächst leicht
überfordert, weil es unerwartet gleich zu Beginn zu regnen begann und ca. 40 Menschen,
bepackt mit kulinarischen Köstlichkeiten, fast gleichzeitg in unseren Garten strömten. Dies
war dann jedoch eine besonders gute Erfahrung, da alle sofort mit anpackten: Planenwurden aufgehängt, Stühle abgewischt, das Haus umgeräumt, der Grill angefeuert, das Holz
fürs Lagerfeuer ins Trockene gebracht …
Ein besonderes Highlight war – wie bereits 2017 – unser Eruterest – nur für diejenigen, die
auch   mal   mit   angepackt   haten.   Es   gab   köstliche   Gemüsepfannen,   ausschließlich   mit
Produkten aus unserem Garten; das Gemüse wurde gemeinsam vor Ort geschnippelt, was
auch viele Kinder gerne mitgemacht haben.
Ein trauriger Anlass war das Abschiersrest rür Rabea Carrero, die Flüchtlingsbeaufragte, die
uns die ganze Zeit über engagiert und herzlich unterstützt hate.
Da wir das Land von der Kirche gepachtet haben und diese uns auch unterstützt, gab es auch
eine Einladung an die Mitglieder des Kirchenvorstandes, die sehr beeindruckt von unserem
Garten waren und von den Geschichten, die die Gefüchteten bei Kafee und Kuchen über
ihre Flucht und ihre Heimat zu erzählen haten.
Was als Aktvität neu hinzugekommen ist, sind zwei Ausfüne, die wir gemeinsam gemacht
haben: einmal nach Hamburg-Altona zu einem internatonalen Fest auf dem Kemal-Altun-
Platz und einmal nach Cuxhaven zu der Neueröfnung eines Ladens der Flüchtlingsinitatve
„Ofenes Herz Altenwalde.. Insbesondere der Ausfug nach Hamburg mit der  regionalen
„Metronom“-Bahn,   an   dem   20   Personen   teilgenommen   haben,   hat   viel   Begeisterung
hervorgerufen und die Gruppe zusammengeschweißt.
Last but not least sei eine kleine Gruppe von Deutschen zu benennen, die aus dem Kontakt
mit Flüchtlingen und deren Erzählungen einen Bezug zu dem demokratschen Projekt im
Norden von Syrien (Rojava) entwickelten,  wo im Schaten des Krieges seit 2012 von der
Bevölkerung eine kommunale Selbstverwaltung mit paritätscher Besetzung durch beide
Geschlechter und verschiedene Ethnien aufgebaut worden ist, die wir sehr beeindruckend
fnden. Durch das große Engagement, insbesondere der Frauen, ist zudem eine Vielzahl von
medizinischen   Statonen,   Frauenhäusern,   Krankenhäusern,   Kindergärten   und   Schulen
entstanden.  Ein  Iurormatousstaur  –  „Friereu rür Syrieu. –   im Dezember 2018 auf dem
Wochenmarkt   in   Oterndorf   war   ein   Beitrag,   diese   in   der   Presse   wenig   beachteten
Aktvitäten in die ffentlichkeit zu bringen.