IG Dübener Heide sucht MItgärtner*innen

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Gemeinsam gärtnern, essen, reden ist jeden Mittwoch im Bad Dübener Gemeinschaftsgarten angesagt. Die Gruppe sucht neue Mitglieder für das Projekt und ärgert sich über wiederholte Einbrüche.

Torsten Reinsch trifft sich jeden Mittwochnachmittag im Bad Dübener Gemeinschaftsgarten am Bahnhof mit Gleichgesinnten und pflegt die Anlage. Am Abend wird dann gemeinsam gegessen.

Torsten Reinsch trifft sich jeden Mittwochnachmittag im Bad Dübener Gemeinschaftsgarten am Bahnhof mit Gleichgesinnten und pflegt die Anlage. Am Abend wird dann gemeinsam gegessen. Quelle: Steffen Brost

Bad Düben Immer mittwochs öffnen sich um 15 Uhr die Tore am Bad Dübener Gemeinschaftsgarten „Am Wasserturm“ hinterm Bahnhof. Bis 19 Uhr wird dann gemeinsam gegärtnert, sich ausgetauscht und später miteinander gegessen. „Wir sind mittlerweile ein kleiner fester Stamm der sich jede Woche hier trifft. Unsere Saison geht vom Frühjahr bis zum Herbst. Aber auch im Winter sind wir immer wieder vor Ort und organisieren kleine Veranstaltungen in unserem zum Gartenhaus umfunktionierten Gewächshaus“, erzählt Torsten Reinsch vom Vorstand.

Steffi Schenk (links) und Sabine Schulze ernten die ersten Zucchinis im Bad Dübener Gemeinschaftsgarten.

Steffi Schenk (links) und Sabine Schulze ernten die ersten Zucchinis im Bad Dübener Gemeinschaftsgarten. Quelle: Steffen Brost

Mittlerweile sind die Hobbygärtner auch dabei, ihre Ernte einzufahren. Zucchini, Tomaten, Gurken, Erbsen und Kürbisse sind bald reif. „Es wird alles aus dem Garten verwendet. Jeder kann sich seinen Anteil von seinem Beet mit nach Hause nehmen. Das andere verwenden wir bei gemeinsamen Kochabenden oder geben es zur Tafel“, so Reinsch weiter. Mittlerweile hat sich das Areal zu einem Kleinod entwickelt. Ein besonderes Wahrzeichen des Gartens ist nicht nur der Wasserturm, sondern auch das Gewächshaus, das die Projektgruppe aus einer verfallenen DDR-Gewächshausanlage bei Laußig aufgebaut hat.

Gartenfreundin Gisela bereitet die Sense für die Gartenarbeit vor.

Gartenfreundin Gisela bereitet die Sense für die Gartenarbeit vor. Quelle: Steffen Brost

Im März 2017 begann das Projekt „Urban Gardening geht auf’s Land“ auf dem Gelände des Bad Dübener Bahnhofs. Auf der 5000 Quadratmeter großen Gesamtfläche wurde ein etwa 1000 Quadratmeter großer Gemeinschaftsgarten angelegt, wo jeder der will sich kleine Beete für den Eigenverbrauch anlegen kann, sie pflegt und später auch erntet. Zudem gibt es gemeinsame Nachmittage, thematische Veranstaltungen, Vorträge zum Thema „Du und Dein Garten“.

Internationale Gemeinschaft

Von Anfang an war die Gartengruppe international. „Wir waren und sind eine echt Multikulti-Truppe. Menschen aus dem Ort oder der Umgebung, Syrier, Sudanesen, Afghanen und Leute aus den ehemaligen Sowjetrepubliken“, so Reinsch weiter. Mittlerweile ist das Projekt von 2017 beendet. Trotzdem wollten die Hobbygärtner weitermachen. „Nach einigen Gesprächen und Orientierungen wurde Ende 2018 die Ortsgruppe „Gemeinschaftsgarten am Wasserturm – Bad Düben“ unter dem Dach des Vereins Dübener Heide gegründet.

Weitere Mitglieder sind willkommen

Die Ortsgruppe besteht derzeit aus sieben ordentlichen Mitgliedern und etwa ebenso vielen gelegentlichen Teilnehmern“, erzählt Reinsch. Für die Zukunft hat die Gruppe viele Pläne. Am wichtigsten ist, neue Mitglieder für das Projekt zu gewinnen. Dafür organisieren sie auch in diesem Jahr wieder in großes Gartenfest am 31. August von 16 bis 21 Uhr. Neben einem Gartenrundgang und einer Führung zur Bestandsaufnahme essbarer Wildpflanzen, wird gemeinsam eine Gemüsesuppe mit Zutaten aus dem Gemeinschaftsgarten gekocht. Es gibt Stockbrot am Feuer, einen Basteltisch für Kinder und Musik.

Viele weitere Ideen

„Darüber hinaus wollen wir auch weiter am Ball bleiben. Kunst und Kultur werden in Zukunft eine Rolle spielen. Wir wollen dabei auch mit Michael Kühn von der Bahnhofsgenossenschaft Dübener Heide zusammenarbeiten“, kündigt Reinsch an. Auch mit bestimmten Schwerpunkten wollen sich die Mitglieder beschäftigen, so werde beispielsweise das Thema Wasser eine Rolle spielen. „Alles in allem ist unser großer Garten nur Mittel zum Zweck, Menschen zusammenzubringen und gemeinsam an einem schönen Projekt zu arbeiten“, blickt er positiv in die Zukunft.

Ärger über Einbrüche

Und dabei wollen sie sich auch nicht von kleinen Rückschlägen behindern lassen. Denn immer wieder wird auf dem Gelände eingebrochen. Der Zaun wurde bereits öfter zertreten und ins Gewächshaus eingestiegen. Dort wurden ein Radio, Spaten, die Regentonne und eine leere Gasflasche geklaut. „Das muss nicht sein. Man sollte unsere Arbeit schätzen. Für die Zukunft planen wir verschiedene Maßnahmen, um es etwas sicherer zu machen“, erklärt Torsten Reinsch.