Offenburg: vielfältige Unterstützung für urban gardening

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OFFENBURG. Ein grünes Band soll Offenburg durchziehen: Die Stadt will die gärtnerische Nutzung städtischer Grünflächen fördern und Material für Angebote wie Naschgärten und Urban Gardening zur Verfügung stellen. Sogenannte Naschbäume wurden bereits im Frühjahr in der Waldbachsenke gepflanzt, in ein paar Jahren sollen Vorbeikommende sich an den Früchten bedienen können. Ein zweites Projekt, eine Gartenanlage mit sechs Hochbeeten, ist bei der Minigolfanlage im Bürgerpark zusammen mit einer Bürgerinitiative entstanden.

Es wächst, blüht und gedeiht in den sechs aus altem Palettenholz selbst gefertigten Hochbeeten und der übrigen Gartenanlage. Kürbisse, Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Gurken, Karotten und vieles mehr können inzwischen geerntet werden, 30 verschiedene Kräuter und insektenfreundliche Zierpflanzen ergänzen die grüne Pracht. Hinter dem Urban Gardening steckt die Idee, versiegelte urbane Flächen nutzbar zu machen und ein Bewusstsein für den saisonalen und ökologischen Anbau von Lebensmitteln zu wecken, wie Günter Schulz, der als ehrenamtlicher Mitarbeiter beim BUND seine Erfahrungen ins Projekt einbringt, erklärte.

Die Initiative für das Offenburger Gartenbauprojekt stammt von Aline Goetz und Anika Brändlin. „Ursprünglich war der Gedanke: Schade, dass viele, die in der Stadt wohnen, nicht gärtnern können“, so die Initiatorinnen.

Inzwischen hat sich eine generationenübergreifende Gruppe von 15 Personen gefunden, die das Projekt unterhalten und gemeinsam planen, hacken, pflanzen, jäten – und jetzt die Ernte einbringen können. In der Gemeinschaft mache es Spaß, man könne auch von den Erfahrungen der anderen lernen, erklärte Goetz.

Der Platz bei der Minigolfanlage war schnell gefunden, von der Stadt gab es grünes Licht. „Das ist ein Superprojekt. Gut gelegen“, lobte Philip Denkinger, Abteilungsleiter Grünflächen und Umweltschutz bei der Stadt. „Wir haben den Platz zur Verfügung gestellt, logistische Hilfe angeboten und über die Technischen Betriebe Erde kommen lassen. Außerdem sei eine Werkzeugkiste bereit gestellt worden. Das Gießwasser war zunächst ein Problem, weil man keine Auffangbehälter hatte. Also wurden Regentonnen aufgestellt, die das Wasser von den Dachflächen der Minigolfanlage auffangen, für trockene Zeiten stellt die Stadt den Wasseranschluss der Anlage zur Verfügung. „Beim ersten Treffen hat jeder etwas Geld gespendet“, so Goetz, Unterstützung gab es vom BUND-Umweltzentrum, Sachspenden von Privatpersonen. Dann konnte das Projekt am 19. Mai mit 140 Euro an den Start gehen. Material wurde gesammelt, die Hochbeete gebaut, „Setzlinge hatten viele schon zuhause“, erinnern sich die Initiatorinnen an die Anfänge. Stolz präsentierten die Freizeitgärtner beim Pressetermin ihr grünes Paradies und den Lohn ihrer Mühen: leckere reife Früchte, gelbe Melonenstücke und selbstgebackenes Brot mit Kräuterbutter.

Auch die Kinder Tim und Ronja hatten eifrig mitgeholfen, zwei eigene Kinderbeete wurden ebenfalls angelegt. Im idyllischen Garten summen die Bienen, Schmetterlinge sind unterwegs, Vögel zwitschern in den nahen Bäumen. Alles wird rein biologisch angebaut, ohne Pestizide und Kunstdünger. „Gegen Blattläuse spritzen wir nur mit Brennnesseljauche“, sagt Anika Brändlin, andere Schädlinge würden von Hand abgesammelt. Jeder könne sich hier einbringen, wie er wolle, in den Gießkalender trage man sich regelmäßig ein, die wöchentlichen Termine habe man auf Dienstagabend und Samstagnachmittag gelegt. Einmal im Monat finde ein Gruppentreffen statt. Geplant seien eine Kräuterspirale, Beerenobst, ein Naschbeet mit verschiedenen Erdbeersorten und eine Blumenwiese mit heimischen Arten.
„Wir werden neue Interessengruppen auf jeden Fall unterstützen“, stellte Philip Denkinger in Aussicht. Es sei jedoch wichtig, dass die Initiative von den Bürgern komme und auch nachhaltig weiterentwickelt werde. Durch diese Arbeit entwickle man auch eine gewisse Identität zum Garten und zur Stadt.