(alters)
Annaberg-Buchholz. Dieser Winter, der keiner ist, hat auch seine Vorteile. Für Stefan Bolanz und seine Mitstreiter vom Gemeinschaftsgarten „Bunte Beete“ zum Beispiel. Die Witterung schafft die Gelegenheit, zügig an einem Herzensprojekt weiterzuarbeiten, der neuen Laube. „Am letzten schönen Wochenende im Herbst hatten wir alle Kräfte mobilisiert und sie praktisch an einem Wochenende unter fachkundiger Anleitung hochgezogen“, erinnert sich der 41-Jährige an den Einsatz mit rund 20 Leuten. Und wie es sich für einen alternativen Garten gehört, lief das Gesamtvorhaben nicht ganz klassisch ab. Die Laube, das ist ein selbst entworfenes und gezeichnetes Baukastenhaus, die notwendige Statikberechnung spendierte der Annaberger Ingenieur Marcus Scheller. „Wir haben das einfach aus unserer Laienperspektive heraus geplant“, sagt Stefan Bolanz. Der Bauantrag sei ein ganz schöner Kraftakt gewesen, so der 41-Jährige, jedoch sei man vom Amt gut unterstützt worden.
Und das Verfahren brachte eine Überraschung mit sich, eine positive wohlgemerkt. Den Beteiligten erschien es merkwürdig, dass das Gartengrundstück L-förmig war. Und so kam heraus, dass eigentlich noch ein ganzes Stück Land zum Gemeinschaftsgarten dazu gehört. So wuchs die Fläche um rund ein Drittel auf 2000 Quadratmeter. Bis dato habe die Königswalder Agrargenossenschaft dieses mit bewirtschaftet, man habe sich problemlos verständigt, sagt Bolanz. Doch was fangen die Gemeinschaftsgärtner mit dem extra Land an? Eine artenreiche Magerwiese oder ein nachhaltiger Dreizonengarten könnten sie sich vorstellen, doch noch ist nichts in Stein gemeißelt.
Zunächst steht aber das Fertigstellen der Laube im Fokus. Für allerlei Seminare, Referate, Workshops, aber auch Kinderabenteuertage mit Lagerfeuer und Übernachtung soll der Garten dann genutzt werden, auch öffentliche Gartenfeste sind wieder geplant. „Wir wollen natürlich auch unserem Bildungsauftrag nachkommen“, sagt Stefan Bolanz. Die Kooperation mit weiteren Schulen und Kindertagesstätten werde angestrebt. Die rund 40 Quadratmeter große Laube, Materialkosten 8000 Euro, konnte aufgrund eines erfolgreichen Förderantrags finanziert werden. Perspektivisch planen die Gärtner noch eine Solaranlage. Akut ist dagegen das Thema Dach, welches gedeckt werden muss. „Da suchen wir derzeit händeringend nach Unterstützung.“
Wie schnell die Leute von „Bunte Beete“ ihre Vorhaben umsetzen können, hängt in erster Linie von der „Manpower“ ab, wie es Stefan Bolanz nennt. Im vergangenen Jahr seien zwei, drei sehr aktive Mitglieder abgesprungen. „Wir würden uns sehr freuen, wenn ein paar Leute dazukommen“, so der Annaberg-Buchholzer. „Gerne auch welche, die Spaß daran haben, Verantwortung zu übernehmen.“