Stadtgarten H17 hat wieder tolle Vorhaben in 2020

(Antrag, ANtworten)

Wie viele Leute sind im Garten (normalerweise) aktiv?
Neben den Vereinsmitgliedern sind auch deren PartnerInnen, Familienangehörige und Kinder aber auch WG- oder Haus-MitbewohnerInnen im Garten aktiv, die Zahl schwankt und ist von den konkreten Aktionen (Bau, Fest, Café etc.) abhängig. Auch einzelne Fördermitglieder (über die vergangen Jahre kontinuierlich: 2) unterstützen uns durch ihre Mitarbeit, z.B. in der VeKü (Vereins-Küche). Zu den offenen Familientreffs, die normalerweise wöchentlich stattfinden, kommen weitere Kinder in den Garten, um gemeinsam unter Anleitung ein Kinderbeet zu begärtnern. Die ebenfalls wöchentlich stattfindende Ausgabe von Gemüse der SolaWi VeGu zieht weitere Leute in den Garten, die den Raum in ihrem Sinne für die Zeit der Ausgabe gestalten. Für das Sonntagscafé werden manchmal auch Stammgäste aktiv und backen Kuchen etc. Vorträge und Workshops sollten dieses Jahr auch durch Mitglieder der NFJ Leipzig geplant und durchgeführt werden. Insgesamt sind es aber vor allem die verbindlich beigetretenen, die Veranstaltungen planen und umsetzen, die gärtnerische Infrastruktur erhalten und für den Eigenbedarf oder die VeKü gärtnern. Sobald es die Corona-Einschränkungen zulassen, möchte sich außerdem das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen zu einem monatlichen „Stammtisch“ mit rund 15 Teilnehmerinnen im Garten treffen und inhaltlichen Input zu entsprechenden Themen liefern.
Einnahmenquellen
Wir finanzieren die hohen Mietkosten für die private Fläche grundsätzlich zur Hälfte über Mitgliedsbeiträge und Pachtgebühren für private Beetflächen, sowie über Beiträge von Fördermitgliedern. Seit Sommer 2017 läuft zudem unsere Kampagne für „Quadratmeter-Pat*innen“, die für monatlich 4 Euro je 12 Qm Gemeinschaftsgarten symbolisch bepaten, uns also als DauerspenderInnen unterstützen. Einige PatInnnen haben gleich mehrere Qm-Pakete, einige sind uns persönlich bekannt und regelmäßige Besucherinnen, andere kennen wir gar nicht, freuen uns aber sehr über die Unterstützung. Seit Kampagnen-Start wurden rund ¾ aller symbolisch vorhandenen Qm verteilt.
Für die Jahren 2019 und 2020 konnten wir außerdem auf einen städtischen Fördertopf für Gemeinschaftsgärten zugreifen, der einen Großteil unserer Fixkosten (Miete, Wasser, Versicherung) deckt. Für einzelne Projekte wie z.B. die Kooperation und Workshop-/Vortragsreihe mit der NJF Leipzig (Natur-Freunde-Jugend) konnten wir Projektförderung der Postcodelotterie erhalten, wovon z.B. das Lastenrad gekauft wurde.
„Ausstellungsbeete“ Bei der Ausstellung handelt es sich um die gepflanzte Ausstellung „fruchtbare Erde?!“ nach dem Konzept der Gartenwerkstadt Marburg.
Die Kosten für die Lizenz, sowie für einen Teil des Beschilderungs- und Informationsmaterials, und die Aufwandsentschädigung für die umsetzende Person, sind durch Fördermittel der Stadt Leipzig gedeckt. Die Ausstellung wird von Franziska Frentzel geplant, umgesetzt und betreut und derzeit so aufgebaut, dass sie nächstes Jahr einfach wiederholt werden kann. Denn leider ist für dieses Jahr nicht abschätzbar, wie viele Leute sie tatsächlich besuchen und ob Workshops stattfinden können, die auf sie Bezug nehmen sollten. Außerdem wurden die Kosten für die Workshops (ebenso wie für Saatgut/Jungpflanzen) aus dem Förderantrag bei der Stadt Leipzig gekürzt, weil sich
(erfreulicherweise) sehr viele Gartenprojekte auf die dieses Jahr auslaufenden städtischen Mittel beworben haben.
Die Ausstellungsbeete werden Gemeinschaftsbeete sein, die vom Gießdienst mit gegossen und von allen Vereinsmitgliedern, vorrangig den KöchInnen der VereinsKüche für eine entsprechende Verwendung, beerntet werden können.
Die Workshops waren im Bereich Globales Lernen/Bildung für nachhaltige Entwicklung zu den Themen globale Landnutzung und Eigentumsverhältnisse (z.B. Stichwort Landgrabbing), zu Ernährungssouveränität und Lebensmittelverschwendung, sowie zu Klimawandel und industrieller Landnutzung, Insektenvielfalt etc. geplant und sollten sich an Jugendliche und Erwachsene richten. Die Teilnahme sollte kostenlos sein, ggf. mit einer Bitte um Spenden. Für die Verpflegung vor Ort (in unserer Außenküche) waren entsprechende Mittel beantragt, um ein in finanzieller Hinsicht barrierearmes Angebot machen zu können.
Moorbeet
Den Wasserverbrauch nicht unnötig zu steigern, etwa durch bewässerunsintensive Pflanzen, ist sinnvoll und wird in der Planung berücksichtigt. Die bereits vorhandenen Heidelbeerpflanzen haben im letzten Jahr trotz eher wenigem gießen (dadurch, dass sie an einem für den Schlauch unerreichbaren Ort standen wurden sie meistens vergessen zu gießen) wunderbar getragen. Dies lag wahrscheinlich an dem recht schattigen Standort und der konsequenten Mulchdecke aus Rindenmulch. Das Beet in dem das Moorbeet angelegt werden soll, liegt auch bis auf eine kleine Ecke im Halbschatten (wenn der Kirschbaum demnächst noch mehr Blätter hat, sogar ziemlich im Schatten). Die Verwendung von Platanenlaub ist hierbei ideal zum Mulchen, da es sauer verrottet. Die riesige Platane auf unserem Gartengelände hat nun eine Aufgabe bzw. wir eine super Möglichkeit deren Laub im Garten zu verwenden. Auch Rindenmulch könnte dafür ergänzend wieder in den Einsatz kommen. Alles in allem muss das Beet nach unserer Einschätzung nicht permanent feucht gehalten werden im Sinne von gießen, sondern lediglich ab und an gegossen (nicht mehr als andere mittelstark wasserbedürftige Pflanzen) und konsequent gemulcht werden um die Verdunstung zu verhindern. Insofern kann man es schon als selbstregulativ betrachten. Wenn der Ertrag oder die Pflanzengesundheit auf Grund von Trockenheit leiden sollte, würden wir auch eher andere Möglichkeiten versuchen (beispielsweise das Versickern nach unten versuchen zu verhindern, durch das Pflanzen in große nach unten weitgehend geschlossene Töpfe oder das Verlegen von Teichfolie (was eh manchmal empfohlen wird). Aktuell schätzen wir dies jedoch nicht als notwendig ein. Der Wasserverbrauch ist trotz des trockenen Sommers im letzten Jahr durch die Beschattung der Bäume und das Mulchen nicht angestiegen.