(Antrag/Antworten)
In dieser Gartensaison wurden durch die engagierten Gärtner*innen mehrere Bauprojekte in Angriff genommen. Die Projekte befinden sich zum Teil bereits in der Bauphase, für andere Projekte werden aktuell die Weichen für eine erfolgreiche Umsetzung geschaffen (siehe Tabelle 1).
Unser Garten ist im Kiez vielfältig vernetzt und interagiert mit Projekten (wie AUCH und Süß & Salzig), Schulen und anderen Treffpunkten (Lobe-Haus), weiteren Akteuren im Bildungssektor (Mädchenprojekt Mädea) und den Lernwerkstätten der Lichtburgstiftung. Wir haben uns dem Nachbarschaftsverein Soldiner Kiez e. V. als Projekt angeschlossen, über den wir den jährlichen Nutzungsvertrag mit dem Bezirk abschließen.
Ziel des hier vorgestellten Bauprojekts ist die Erschaffung einer mobilen Küche für die Wilde 17. Im Rahmen dieses Bauprojekts sollen gebrauchte Module einer ehemaligen Gastroküche mit Hilfe diverser Baumaterialien und dem handwerklichen Engagement der Wilden 17 Gärtner*innen zu einer mobilen Küche aufgebaut werden. Mobil bedeutet in diesem Zusammenhang, dass alle Teile der Küche transportabel sind, so dass sie sowohl, je nach Bedarf im Garten selbst verschoben werden können, als auch, dass Sie bei Notwendigkeit eines potentiellen Umzugs der Wilden 17 auf ein anderes Grundstück, weiter zum Einsatz kommen kann. Zusätzlich sollen alle Module so aufgebaut sein, dass Sie platzsparend verstaut werden können und die Größe der Küchenelemente im Einsatz, dem jeweils aktuellen Einsatzzweck angepasst werden können. Alle Bautätigkeiten werden durch die Gärtner*innen der Wilden 17 umgesetzt.
2.2 Nutzung der mobilen Küche
Naturgemäß sind die Themen Garten, Ernte, Ernährung und damit auch die Verarbeitung von Lebensmitteln eng miteinander verknüpft. Kaum ein Lebensraum verbindet die Elemente Gemeinschaft, Natur und Umwelt, nachhaltige Lebensweise, so effektiv miteinander wie ein Gemeinschaftsgarten. Schon heute wird mit viel Herzblut und Improvisationsgeist in der Wilden 17 gemeinsam geerntetes Gemüse zubereitet und gegessen. Die Gruppengrößen variieren hier von spontaner kleiner Abendrunde zu dritt bis zu gut besuchten, öffentlichen Veranstaltungen.
Im Rahmen dieser Aktionen entstanden einige weitere Ideen, wie das gemeinsame Konservieren geernteter Früchte und öffentliche Workshops zu den Themen Lebensmittel konservieren, Herstellung von Sirup, Kochen mit frischer Ernte, Fermentieren.
Insbesondere alle Initiativen, wie öffentlicher Brunch, kulinarische Versorgung anderer öffentlicher Veranstaltungen im Garten und die Durchführung von „Mitmach-Worshops“ für die Nachbarschaft übersteigen die
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aktuelle Ausstattung des Gartens mit Küchenmobiliar und Ausrüstung. Sowohl die bereits stattfinden Events als auch die hochmotivierten Pläne der Gärtner*innen und die erwähnten Grenzen durch die vorhandene Ausrüstung führten zu der Idee einer mobilen Küche.
In Kombination mit dem bereits geförderten Lehmofen ermöglicht uns die mobile Küche die Umsetzung diverser kreativer Ideen zur Begleitung von Veranstaltungen z.B. auf unserer neuen Bühne, Workshops, Gartenfeste und andere Nachbarschaftsinitiativen.
2.3 Bauplan und Planungsteam
Für die Umsetzung der Idee wurde ein konstruktives und – wie in der Wilden 17 üblich – von Diskussionskultur und lösungsorientierter Vision inspiriertes Planungs-Team gegründet.
In diesem Team wurde ein Bauplan entwickelt, welcher die Verwendung gebrauchter Module von Gastroküchen beinhaltet. Es handelt sich hierbei um 2 Edelstahl Arbeitsflächen mit Tischbeinen und einem Tresen-Modul, welches eine Spüle enthält und einen sicheren Wasseranschluss ermöglicht. Diese Teile sollen als fertige Teile in das Gesamtkonzept integriert werden, um die notwendigen Voraussetzungen bezüglich Hygiene in der Lebensmittelverarbeitung zu gewährleisten. Eine rudimentäre Grundausstattung ist bereits vorhanden und wird als Eigenanteil, in das Küchen-Konzept einbezogen. Auch diverse Baumaterialien im Wert von voraussichtlich ca. 600 Euro werden als Eigenanteil aus Spendengeldern finanziert.
Aktuell sind in der Küchenbau-Gruppe 11 Gärtner*innen angemeldet, erfahrungsgemäß werden nicht alle wirklich mitbauen, Aber mit 6-9 Mitbauenenden in Aktion rechnen wir auf jeden Fall.
– sind da Nachbar*innen eingeladen/ladet ihr Nachbar*innen dazu ein?
· Ja, immer. Bevor es aktiv losgeht wird die Aktion über nebenan.de, und Mailverteiler angekündigt. Wer Lust hat mitzumachen ist immer herzlich eingeladen.
– baut ihr auf eurer Fläche?
· Ja, wir bauen auf unserer Fläche. Das Ergebnis soll aber auf jedenfall transportabel sein, damit wir im Fall der Fälle, dass wir irgendwann den Standort wechseln müssen, die Küche mitnehmen können. „Mobil“ ist auch eine Auflage des Bezirks, für alles was wir auf dem Grundstück bauen.
– wo bekommt ihr das Werkzeug her oder habt ihr alles, was ihr braucht?
· Einen Teil Werkzeug haben wir inzwischen fest da. Anderes Werkzeug wird privat mitgebracht. Es wurde gerade ein anderes Bauprojekt fertiggestellt – eine kleine Bühne, die wir in Zusammenarbeit mit einem Theaterprojet aus dem Kiez gebaut haben – und ein anderes Projekt ist fast fertig – unser Lehmofen – durch diese Projekte sind wir mit Werkzeug und tatkräftigen Leuten gerade erfreulich gut aufgestellt.