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Eine Win-Win-Situation ist immer etwas Schönes. Und so freuten sich die Mitglieder des Vereins für Gartenbau und Landespflege Stadt Neumarkt und auch der Landkreis, am Montag zur Schlüsselübergabe für 100 Quadratmeter Garten mitten in der Stadt schreiten zu können.
Das Sonderpädagogische Förderzentrum zieht in neue Räume und so ist im Hof zwischen Schule und Finanzamt der schmucke kleine ehemalige Schulgarten freigeworden, um den sich künftig einige Familien des Gartenvereins kümmern werden. „Urban Gardening“ nennt sich das Ganze neudeutsch – und immerhin ist es das erste Projekt dieser Art in der Innenstadt.
„Urban Gardening wollte unser Verein seit zwei Jahren auf einem Grundstück mit der Stadt umsetzen“, sagte Vereinsvorsitzende Luisita Lang. „Dies ist bis heute, für uns unverständlich, nicht gelungen.“ Umso größer war die Freude, dass nun Landrat Willibald Gailler symbolisch Rechen und Grabegabel für diese mindestens 100 Quadratmeter an die Gartler übergeben konnte. „Das passt für uns“, sagte Lang – nach dem Umzug der Schule hätte sich ja eigentlich der Landkreis als Träger um den ehemaligen Schulgarten kümmern müssen.
Ein wenig spekulieren die Gartler noch auf mehr Quadratmeter, denn auf dem angrenzenden Schulhof hatte Kreisfachberaterin Susanne Flach-Wittmann schon früher Quitte, Zwetschge, Apfel und andere Flora anpflanzen lassen – das würde gut dazu passen und dieses Ansinnen wurde von Landrat Gailler nicht unbedingt abschlägig beschieden. „Der vorhandene Garten hat eine Bodenqualität, die man so schnell nicht herkriegt“, freute sich die Kreisfachberaterin. „Die Schule hat gemulcht, organisch gedüngt, geerntet und verarbeitet.“
Schon haben sich vier Familien gemeldet, die sich um den Garten kümmern – und auch einen Projektleiter gibt es bereits: Stefan Großhauser: „Wir haben sogar einen Wasseranschluss“, freut er sich. Das Ziel sei, auch Gemüse anzubauen und zusätzlich zu den vorhandenen sieben bis acht Beeten noch Hochbeete anzuschaffen. „Unsere Idee ist“, sagt Großhauser, „weitere Grundstücke in der Stadt für Urban Gardening nutzen zu dürfen. Leute, die solche Grundstücke haben, sollen sich bitte gerne bei uns melden! Es können auch kleinere Parzellen sein.“
Im etwas renovierungsbedürftigen Gartenhäuschen sind bereits einige Gartengeräte vorhanden, für weitere könnte der Verein sorgen. „Eine Starthilfe ist auf jeden Fall da“, sagt Luisita Lang. „Wir sind happy.“ Kreisfachberaterin Susanne Flach-Wittmann sagte: „Es ist der einzige Schulgarten, der super funktioniert hat, es wäre schade um ihn gewesen – das ist eine glückliche Fügung. Jeder hat einen Nutzen davon. Es ist toll, dass der Gartenbauverein das weiterführt.“
Das Sonderpädagogische Förderzentrum muss künftig nicht auf einen Schulgarten verzichten. „Am Neubau ist schon ein Platz für einen neuen Garten vorgesehen“, sagte Studienrätin Isabella Spohn. „Dieses Projekt kommt an unserer Schule gut an. Die Kinder sehen, was sie geschaffen haben.“