(ANtrag, ANtworten)
In Mainhard (bei Eschwege) in Hessen plant die Naturfreundegruppe einen permakulturellen Gemeinschaftsgarten. Das Grundstück grenzt genau an die Fläche des Naturfreundehauses.
Aufbau des Gartens und der Gruppe soll mit Permakulturworkshops begleitet werden.
Wie bekannt ist die Idee, einen Gemeinschaftsgarten aufzubauen, im Dorf und der Umgebung schon? Mit wem habt ihr gesprochen, welche Kooperationen sind schon angebahnt und wie haben die Dorfbewohner*innen reagiert?
Wir sind, gemeinsam mit der Permakultur-Designerin und gelernten Gemüsegärtnerin Nesrin Caglak noch in der Planungsphase. Einbezogen sind bisher der aktive Kern der Naturfreunde Ortsgruppe Eschwege e.V., deren Angehörige, sowie die nächste Anliegerin im Gelände, Angela Wagner, die das Projekt unterstützt. Der hier aktive Teil des Vereins setzt sich zu einem guten Teil auch aus Dorfbewohnern Neuerodes, sowie aus den Nachbardörfern Hitzelrode, Grebendorf und Jestädt zusammen. Wir haben unser Projekt auch den älteren und nicht mehr aktiven Vereinsmitgliedern vorgestellt, die unsere Idee unterstützen und bereit wären einige alte Gartengeräte beizusteuern. Während eines Termins mit dem Ortsbürgermeister haben wir das Projekt ebenfalls vorgestellt, dieser würde eine solche Entwicklung im Bereich der vorgesehenen Projektfläche sehr begrüßte. Die im Antrag genannten, geplanten Kooperationen sind zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht angebahnt. Eine irgendwie geartete Reaktion anderer Dorfbewohner*innen hat es noch nicht gegeben.
Mit wie viel Interesse am mitgärtnern rechnet ihr, wie wollt ihr das Vorhaben (weiter) bekannt machen?
Sobald alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, wäre es aus unserer Sicht eine gute Idee die lokale Presse auf das Projekt aufmerksam zu machen. Ein Aufhänger für einen eventuellen Artikel zum Thema, könnte eine noch anzuberaumende Info-Veranstaltung am oder im Naturfreundehaus sein, zu dem alle Interessierte eingeladen wären. Auf eine solche Veranstaltung könnte auch über Mund zu Mund Propaganda und Wurfzettel, sowie über den Newsletter des Eschwege Instituts aufmerksam gemacht werden.
Werden die Orgagruppen-Leute mitgärtnern oder wie werden sie im Projekt dann dabei sein?
Ja, fast alle Mitglieder der Orgagruppe freuen sich auf das gemeinsame Gärtnern.
Der Teil für den Gemüsegarten sieht recht klein auf der Skizze aus, wie groß soll dieser werden und warum nur so klein (im Vergleich zur Gesamtfläche)? Und wieso soll dieser Teil umzäunt sein?
Der Plan ist nur eine erste Skizze; in der Tat ist die Größe der Beetfläche zu klein geraten. Angedacht ist eine viel größere Fläche für Gemüseanbau als auf der Skizze gezeigt. Geplant sind insgesamt etwa 800-1000m2 Beetfläche. Die Umzäunung ist notwendig weil die Fläche an einen Wald angrenzt und die Gefahr von Wildverbiss, durch Rehe und Wildschweine, sehr hoch ist.
Wie viele Beete soll es da geben, was sind dazu eure ersten Vorstellungen?
Bisher sind die Beete noch nicht konkret geplant. Angedacht ist, dass die Teilnehmenden der Workshop Reihe das selber entwickeln auf Grundlage der Begebenheiten (Bodenbeschaffenheit, Lichteinfall, Wasserverfügbarkeit, etc). Die Planung und das Anlegen der Beete ist Inhalt des ersten Moduls (wir haben die ausführliche Workshop Beschreibung angehängt).
Ihr plant schon Geld für Saatgut und Pflanzen ein: hat das die Orgagruppe schon vorgeplant (also auch was angebaut werden soll?)
Wir haben noch nicht vorgeplant, was angebaut werden soll. In den nächsten Monaten soll sich eine Interessierten Gruppe bilden (siehe 2. Frage), die das in die Hand nimmt. Womöglich werden wir schon einige Samen bestellen, die zum ersten Modul bereits gepflanzt werden können (z.B. Kürbis). Weitere Pflanzplanungen ergeben sich dann aus dem ersten Modul und werden in der Gartengruppe entschieden – also auch welche Samen noch bestellt werden sollen. Eine Vorzucht findet dieses Jahr noch nicht statt.
Wollt ihr gemeinschaftlich gärtnern oder wer wird sich um den Gemüsegarten kümmern und wer um die Obstbäume?
Gemeinsam gegärtnert wird an regelmäßigen Gartentagen, deren Frequenz noch festzulegen ist und an denen auch der Gemüsegarten gepflegt wird. Die Obstbäume brauchen ja vorerst noch nicht so viel Pflege; höchstens einen Schnitt im Herbst; im nächsten Jahr kann dann hoffentlich schon eine erste kleine Ernte eingefahren werden. Der Plan ist grundsätzlich, gemeinschaftlich zu gärtnern. Wie sich die Idee eines Allmende Gartens genau umsetzen lässt, ist für uns auch noch eine Forschungsreise, bei der wir für verschiedene Lösungsmöglichkeiten offen sein wollen. Wir vertrauen darauf, das diesbezüglich Wege beim Gehen entstehen werden.
Wer wird wann mit wem die Bauvorhaben umsetzen? Ruft ihr zum Mitbauen auf?
Einiges könnte im Rahmen der fünf geplanten Workshops mit Nesrin Caglak bereits umgesetzt werden. Ansonsten gilt, dass so wie z.Zt. jeder/jede, der/die eine gute Idee hat, innerhalb unserer Gruppe von Aktiven Vereinsmitgliedern zu entsprechend konkreten Aktionen aufrufen kann, es zukünftig auch mit Hilfe eines Verteilers aller interessierten Mitgärtner*innen sein könnte.
Wo ist der Rastplatz, der dann mit Tor mit dem Gartenprojekt verbunden werden soll? Wie ist das derzeit? Gibt es einen Zaun? Wie ist der Zugang derzeit möglich? Wer baut/gestaltet diesen Rastplatz?
Der Rastplatz wird am westlichen Ende der Projektfläche entstehen, wo jetzt schon der leichteste Zugang auf die Fläche besteht und sich auch die Zufahrt zum Naturfreundehaus befindet. Der Zugang ist hier sowohl zu Fuß als auch mit einem Traktor möglich. Wir gehen von einer Fläche von ca. 300 m² dafür aus, sodass dort ein kleiner Trecker mit Anhänger, um eine Sitzgruppe in der Mitte, wenden, bzw. auch Materialien abladen könnte. In der Peripherie des Rastplatzes sollen sowohl Kompostplätze als auch Infotafeln errichtet werden. Bisher gibt es keinen Zaun. Der Rastplatz soll von der sich noch formierenden Interessierten Gruppe gebaut und gestaltet werden, notfalls jedoch von der bisherigen Gruppe der Aktiven unter Mithilfe der zukünftigen Workshop-Teilnehmer*innen.
Müsste die Gartengruppe Pacht zahlen? Übernimmt die Ortsgruppe noch weitere Kosten?
Der Pachtvertrag enthält die Regelung, dass die Pacht über die regelmäßige Pflege der Fläche abgegolten wird. Der Ortsgruppe entstehen lediglich die geringen jährlichen Kosten, die der landwirtschaftlichen Genossenschaft gegenüber entstehen. Da also bezüglich der Fläche selbst kaum Kosten anfallen, wäre keine Pacht durch die Nutzer*innen zu entrichten.