Konkret geplant und umgesetzt wurde der Bau eines Unterstands, der nun mit Solarpanelen
bestückt sowohl Strom für die vorhandene Pumpe und weitere Verbraucher erzeugt als auch
Regenwasser vom Dach in einen Wasserspeicher leitet.
Der Bau war einerseits notwendig, um die vorhandenen, im Gelände verstreuten und oft
vernachlässigten Gemüse- und Jungpflanzen nun besser mit Wasser aus einer elektrischen Pumpe,
sowie vor allem dem Regenwasser des neuen Daches zu versorgen. Die Nutzung von aufgefangenem
Regenwasser trägt dazu bei, wichtige Trinkwasservorräte einzusparen – insbesondere angesichts des
Klimawandels und der zunehmenden Trockenperioden ist es besonders wichtig, kleinere
Wasserkreisläufe zu etablieren.
Der Solarstrom ersetzt außerdem nun den Benzin-Generator und damit dessen Co2-Ausstoß, der
vorher gelegentlich für Abendveranstaltungen und Bauaktionen verwendet wurde und dient als Gemeinschafts-Waldgarten
saubere Energiequelle für Beleuchtung, Elektrowerkzeuge und andere Verbraucher. Da
„Lummerland“ ein Modellprojekt für resiliente und nachhaltige Landnutzung darstellt, entsprechen
regenerative Stromerzeugnisse nicht nur den Prinzipen des Waldgartens, sondern sind insbesondere
für den Wissenstransfer im Rahmen von Bildungsveranstaltungen von hoher Relevanz.
Die gewonnene überdachte Aufenthaltsfläche gewährleistet nun obendrein, Bildungsveranstaltungen
im Waldgarten auch bei Regen fortführen zu können, bzw. Technik Regensicher unterstellen zu
können. Der 20m² große Unterstand wurde gemeinschaftlich in einer ersten mehrtägigen Aktion unter
fachlicher Anleitung von Dipl. Forstwirt Philipp Gerhardt aus selbst fossilfrei gefälltem geeigneten
Stangenholz von einer benachbarten Fläche gebaut. Traditionelle Fachwerk- und
Verbindungstechniken wurden im angewandten Kontext gelernt, sodass eine ansehnliche, komplett
aus Holz bestehende Konstruktion entstehen konnte, die das Dach mit den Sonnenkollektoren tragen
kann.
In einer zweiten Bauphase mit mehreren Tageseinsätzen installierten wir die Elektrik unter fachlicher
Anleitung von dem Energieanlagen-Elektroniker Ralf Zirkler: Das Dach des Unterstandes wurde mit
Solarpanelen bestückt und eine zugehörige Elektroinstallation verdrahtet. Die Lieferung der
Elektrokomponenten verzögerte sich wegen der Coronabedingten Lieferengpässe, sodass sich dieser
Abschnitt stark verzögerte, aber dennoch erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Der Strom wird
seither in einem isolierten und gesicherten Akkublock gespeichert und ist somit nun über eine
integrierte 230V Steckdose verfügbar. Er wird zum einen genutzt für eine elektrische Pumpe, die das
Regenwasser in Trockenphasen um Brunnenwasser ergänzt. Zum anderen werden die Anschlüsse
immer wieder für eine Beleuchtung des Waldgartens, sowie für weitere Elektrowerkzeuge genutzt
und bereichern, damit verschiedene Arbeitseinsätze und Veranstaltungen im Waldgarten.
In einer dritten Phase mit Planung und mehreren Tageseinsätzen wurde von Mitgliedern und Freunden
das Regenwassersystem selbstständig geplant und installiert. Das Regenwasser vom Dach des
Unterstands wird seitdem über ein Rinnensystem in einem 2 m² großen Tank gespeichert und
verfügbar gemacht. Auch hier kam es zu Pandemiebedingten Verzögerungen.