(Antrag, Antworten)
Im Leitbild unserer Gemeinde wird die Anlage eines essbaren
Waldgartens beschrieben. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, diese Vision wahr zu machen.
In unserem Waldgarten, einem öffentlichen Gemeinschaftsgarten auf 2200 Quadratmetern,
wollen wir Erfahrungen sammeln und teilen. Wir investieren in Bildung und vermitteln Wissen
aus den Fachgebieten Permakultur, Klimaschutz und Naturschutz.
Generell wollen wir Menschen aus allen Altersgruppen erreichen. Unser Hauptaugenmerk
liegt aber auf Bildung für nachhaltige Entwicklung der jüngeren Generation, die möglichst früh
aktiv in die Gestaltung einer lebenswürdigen Zukunft mit einbezogen werden sollte. Wir laden
Kindergärten und Schulen ein, regelmäßig in unserem Waldgarten zu entdecken, zu forschen
und zu naschen. In wöchentlichen Abständen veröffentlichen wir in der regionalen Presse
Artikel über die Vereinsarbeit.
In verschiedenen Arbeitsgruppen, z.B. „Bäume und Sträucher“ oder „Hütten- und Frühbeet
Bau“, werden Projekte entworfen, geplant, kalkuliert, dem Plenum der Gründungsmitglieder vorgestellt und gemeinsam diskutiert, gegebenenfalls adaptiert, Material besorgt und die
praktische Umsetzung durchgeführt oder für Gemeinschaftsaktionen vorbereitet.
Wir arbeiten in Arbeitsgruppen zeitgleich an unterschiedlichen Medien, so z.B. Artikel im
Amtlichen Mitteilungsblatt der Gemeinde und in regionale Zeitungen, an unserer Facebook-
Seite und an unserer Website. Ganz besonders wichtig ist es uns, Kinder und Jugendliche und
auch junge Erwachsene anzuregen, ihre Umwelt selbst mitzugestalten und ihnen zu
vermitteln, warum jeder von uns einen Teil seiner Zeit mit dem Anbau von Gemüse und Obst
verbringen sollte. Diese Bildungsarbeit soll zum einen in Form von z.B. Workshops,
Ferienfreizeiten oder Kindergeburtstagen stattfinden, zum anderen setzen wir aber auch ganz
gezielt dort an, wo der Waldgarten zum grünen Lernstandort werden kann. Wir wünschen
uns, dass wir in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften der hiesigen Schule Schüler angeregt
können, selbst zu Gärtnern und zu Forschen. In diesem Jahr hatten wir bereits Besuch von
einer Schulklasse, einem Kindergarten, haben ein Ferienfreizeitprogramm organisiert und
durchgeführt, sowie laufend interessierten Besuchern den Waldgarten vorgestellt. So sind
über das Jahr einige neue aktive Mitglieder in unseren Verein eingetreten.
Wir wollen erforschen, wie sich alternative Landnutzungkonzepte so gestalten lassen, dass
eine größtmögliche Diversität bei gleichzeitiger Ertragsmaximierung für den Menschen
entsteht. Ein Teil der Lebensmittelproduktion, der Gemüseanbau, findet auf einer kleinen
intensiv bewirtschafteten Fläche statt, der andere Teil ist ein bunter locker aufgebauter
Baumbestand mit überwiegend Ertragssorten und Pflanzungen als Obstbaum-
Lebensgemeinschaften. Die Ernte wird geteilt.
- Wem gehört die Fläche, was war da vorher, gibt es einen langfristigen Vertrag und müssen Sie Pacht zahlen, wenn ja, wie hoch ist diese?
Die Fläche gehört Privatpersonen, die sie an den Verein verpachtet haben. Die Vertragsdauer beträgt 9 Jahre mit Option der Verlängerung. Der Pachtpreis beträgt 70 €/a.
Vorher wurde die Fläche von einem Landwirt bewirtschaftet, der mehrere Jahre Grünland angelegt hatte.
- Wo ist die Fläche, wie ist diese in die Nachbarschaft eingebettet und wie gut ist sie erreichbar?
Die Fläche befindet sich in der Gewann „Kirchhofpfad links“ in der Gemarkung der Gemeinde Edingen-Neckarhausen. Das Grundstück liegt am Westrand der Bebauung des Ortsteils Neckarhausen. Gegenüber ist die Fläche der Freizeitgärtner (Pachtgärten), auf einer Seite ist eine Naturwiese, auf der anderen Seite ein Garten. Von der Haltestelle Gewerbegebiet Edingen-Neckarhausen der RNV Linie 5 braucht man etwa 10 Minuten zu Fuß. Von den Bushaltestellen „Neckarhausen Schloss“ und „Neckarhausen Süd“ ist der Garten in 5 min zu Fuß erreichbar.
- Gibt es ein Schild an der Fläche, das auf den Gemeinschaftsgarten und Mitmachmöglichkeiten hinweist?
An beiden Schmalseiten, an denen Gehwege vorbeiführen, haben wir je ein Plakat angebracht und einen Schaukasten, aus dem man sich Flyer nehmen kann. Über den Flyer kann man sich über Mitmachmöglichkeiten informieren.
- Wie groß ist die Gruppe inzwischen und wie kann man mitmachen? Geht das auch ohne Vereinsmitgliedschaft? Wie viele Leute können mitmachen?
Uns ist jeder willkommen, der einfach mitmachen möchte. Aber wir sind natürlich froh, wenn jemand Vereinsmitglied wird. Der Verein hat inzwischen 33 Mitglieder. In der Praxis sind es etwa 12 Mitglieder, die regelmäßig gärtnern.
- Wie oft trifft sich die Gruppe zum Gärtnern, gibt es da gemeinsame Tage oder kann man auch „einfach so“ kommen und tätig werden?
Zur Zeit (Winter, Corona) treffen wir uns nur in kleinen Gruppen oder online zum Planen. Im vergangenen Sommer haben wir uns regelmäßig jeden Samstagmorgen getroffen. Es gibt kleine Gruppen, die sich um einzelne Abschnitte (Obstbaumlebensgemeinschaften) kümmern und sich selbständig auch an anderen Tagen verabreden oder einfach so kommen.
- Gibt es Bereiche, die für die pädagogische Arbeit genutzt werden und Bereiche, die von der Gartengruppe bewirtschaftet werden?
Wir benutzen alles für pädagogische Arbeit, wenn es sich ergibt. Aber wir haben auch ein Kinderbeet angelegt, in dem wir mit Kindern arbeiten. In der Mitte des Gartens ist eine größere Wiesenfläche, auf der wir uns versammeln können bei öffentlichen Aktionen.
- Wer macht die pädagogische Arbeit und macht ihr das alles ehrenamtlich?
Wir machen alles ehrenamtlich. Unter unseren Mitgliedern sind eine Erzieherin, eine Lehrerin, ein Baumfachwart mit pädagogischer Ausbildung und eine Kräuterexpertin, die das pädagogische Know-How mitbringen.
- Was passiert mit der Ernte?
Wer etwas anbaut, verbraucht es selbst oder gibt es weiter. Bislang hatten wir noch nicht so viel Ernte. Überschuss, den wir in den kommenden Jahren hoffentlich erwirtschaften, werden wir verschenken, im Sinne von Allmende.
- Wie laufen Information und Kommunikation in der wachsenden Gruppe, bekommen neu Interessierte auch Zugriff zu den Dateien?
Wir speichern Dokumente in einer Dropbox, zu der Mitglieder Zugang haben. Es gibt in unregelmäßigen Abständen einen Rundbrief an Mitglieder und Interessenten. Wenn regelmäßige Arbeiten anstehen, wie z.B. Gießen bei Trockenheit, arbeiten wir auch mit Doodle. Viel Information gibt es über die Webseite und über regelmäßige Artikel im Amtsblatt von Edingen-Neckarhausen.