Freiburg: Wandelgarten will Boden und Wasserversorgung verbessern

(Antrag, Antworten)

Aktivitäten für die wir eine Förderung beantragen:

A) Aktivitäten zur Senkung des Wasserbedarfs aus dem Dorfbach (dessen Wasserstand in
vergangenen Sommern bereits in Notbereiche geraten ist und unsere einzige Wasserquelle ist)

1. Mehr Regenwasser speichern unter Verwendung von zwei IBC-Containern.

2. Den älteren Menschen das Gießen erleichtern durch Schlauchanschluss an den IBC-
Container.

3. Dachfläche, Regenrinne und Abfluss des Geräteschuppens erweitern, um mehr
Regenwasser speichern zu können.

B) Aktivitäten zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit

1. Kompost-Kur: Da die (Aushub-)Erde, die wir 2020 von der Stadt Freiburg erhalten haben
besonders viele Steine und so gut wie keinen Humus hatte, ist die Wasserhaltefähigkeit
der Erde sehr gering. Damit die Beete das Wasser besser speichern können, haben wir
ihnen Anfang 2021 (angeregt durch Marie von „Wurzelwerk“, www.wurzelwerk.net) 10 –
15 cm Kompost gegönnt.

2. Bewirtschaftete Fläche verbessern durch Anlage von 7 „Kompostbeeten“ nach Marie
von „Wurzelwerk“.

C) Aktivitäten zur Förderung der Artenvielfalt

1. Mehr (Beeren-)Sträucher pflanzen, die das gesamte Gartensystem unterstützen:
Wasserhaushalt, Pilze (Mykorrhiza) im Boden, Nahrung für Menschen und Tiere (Vögel) –
angeregt durch Dr. Noemi Stadler Kaulich (Dynamischer Agroforst) und Dr. Markus Strauß.

2. Weiterer Anbau von alten oder wenig bekannten samenfesten Kultur- und
 Wildpflanzen

3. Anlage eines Bereiches für die Jungpflanzenanzucht unter der rechten
Dacherweiterung des Gartenhäuschens

D) Aktivitäten zur Förderung der Bildungsarbeit und von Veranstaltungen

1. Erneuerung der Eingangstafel

2. Anlage einer kleinen Komposttoilette und eines einfachen Pissoirs unter der linken
Dacherweiterung des Gartenhäuschens

  • Wie habt ihr bisher Regenwasser geerntet, woher kommt das restliche Wasser?

Bisher haben wir das Regenwasser über das Dach unserer Gerätehütte (6 qm) in einer üblichen grünen Wassertonne (300 l) geerntet. Das reicht aber nicht weit, zumal die Dachrinne viel zu schmal ist und das Abflussloch zu klein ist. (Außerdem habe ich Bedenken, dass das Regenwasser durch die Dachpappe verseucht wird).
Darüber hinaus haben wir Zugang zum Dorfbach, einem kleinen, flachen Bach, der etwa 40 m bis 75 m von den Beeten entfernt ist. Von dort ist es uns nicht erlaubt das Wasser mit einer Pumpe zu entnehmen. Wir dürfen es mit Gießkannen holen, die aber besonders im Sommer, wenn der Wasserstand sehr niedrig ist, nur schwer zu füllen sind. Und gerade dann sind auch viele Mitgärtner:innen verreist. Das Wasser des Dorfbaches ist recht kalt – was ja der Frische zugute kommt – für die Pflanzen aber zu kalt sein kann. Deshalb haben wir auch das Wasser zum Aufwärmen vorab in die Wassertonne befördert.

  • Wer wird die Arbeiten zur Erweiterung der Dachflächen machen?

Fünf Mitgärtner:innen (darunter eine praktisch begabte Architektin) und ein Gärtner aus dem Garten, wo ich die letzten Terra Preta Kurse veranstaltet habe. Wir hatten auch einen Beratungstermin mit einem Fachmann.

Ja, das können wir gerne machen. Eine Beschreibung, wie Kompostbeete angelegt werden, findest du hier.
[Übrigens leitet der Link unter dem Webinar „Kompost – Das Gold des Gärtners“ bei mir nicht zur Präsentation].

  • Die Kosten für den Kompost habt ihr schon bezahlt?

Ja, ich hatte unser Vorhaben vorab mit dir telefonisch besprochen. Du fandest unser Vorhaben gut und wolltest dich dafür einsetzen, dass die Kosten für den Kompost von der anstiftung übernommen werden. Die Mittel, die wir dafür derzeit verwendet haben, sind Eigenmittel für unser Projekt „Füttert die Regenwürmer!“, für das wir eine 80%ige Förderung über die Deutsche Postcode Lotterie erhalten haben. Ich hatte – statt den Antrag fertig zu stellen – u.a. die Vorstellung des WandelGartens beim ersten „Gärten im Gespräch“ am 8.4.2021 vorbereitet.

  • Wie lange habt ihr die Fläche sicher?

Wir haben sie solange sicher, wie dort keine Garage gebaut werden muss. Sie müsste gebaut werden, falls viele Haushalte, die derzeit autofrei leben, sich entscheiden würden ein eigenes Auto haben zu wollen und jeweils ca. 25.000 € (der Preis ist noch vom Jahr 2000 – die Baukosten dürften inzwischen deutlich höher liegen) für den Bau der Garage aufbringen würden. Unser Stadtteil ist mit ca. 30 Carsharing-Fahrzeugen recht gut versorgt. Außerdem gibt es eine gute Straßenbahnanbindung und drei Busslinien. Der Verein für autofreies Wohnen e.V. kümmert sich darum, dass die Fläche als Gemeinschaftsgarten, Erholungs- und Kulturraum erhalten bleibt. Er mietet Garagen an für Menschen, die aus irgendeinem Grund doch ein eigenes Auto brauchen (rechtlich dürfen die Menschen nicht einfach selbst eine Garage anmieten).

  • Sind die Kosten für die Komposttoilette und die Eingangstafeln die Kosten für das Material zum Bau?

Ja. Nur Materialkosten, soweit möglich auch gebraucht.