(Antrag, Antworten)
Flamingo e.V. (Netzwerk für geflüchtete Frauen* und Kinder)
hat im Oktober 2019 ein Gartengrundstück mit ca. 500m2 Fläche in Neukölln
bezogen.
Innerhalb eines Jahres konnten wir unseren dort aufgebauten
Heilkräutergarten „Hevrin Xelef“ mit Leben und Kräutern befüllen und
zusammen mit vielen Frauen* (Migrant*innen, Geflüchtete, Kinder und
interessierte Unterstützer*innen) bereits zwei Gartenzyklen durchleben.
Wir haben in Workshops und Aktionstagen aber auch in Kleingruppen
theoretisches Wissen und praktische Umsetzung im Garten angeboten und
durchgeführt: Vom Aufbauen, Säen, Bewirtschaften und Ernten bis zur
Kräuterkunde und Austausch über alternative Heilungsmethoden war der
Garten fast durchgängig von interessierten Frauen besucht.
Der Garten hat sich zu einem Ort etabliert, an dem die Frauen zur Ruhe
kommen, mithelfen und sich untereinander austauschen können.
Unsere direkten Nachbar*innen auf dem Jacobi-Friedhof sind die
Prinzessinnengärten mit denen wir uns auf gärtnerischer und persönlicher
Ebene viel austauschen und uns gegenseitig unterstützen.
Die Frauen, die zu uns kommen und im Garten arbeiten und sich als Teil der
Gemeinschaft verstehen, äussern oft eigene Bedarfe an Heilkräutern. Derzeit
haben wir Thymian, Rosmarin, Salbei, Minze, Fenchel und Kamille. Der
Bedarf ist immer gross, so dass wir unseren bisherigen Bestand erweitern
wollen. Um noch in diesem Sommer unseren Heilkräutergarten wieder
biologisch und nachhaltig zu bewirtschaften, benötigen wir daher weitere
Samen und Jungpflanzen (wie z.B. Frauenmantel, Zitronenverbene,
Apotheker-Rosen, Anis, Kümmel u.a.).
In der Gartengruppe sind wir insgesamt 8 – das ist die feste Gruppe, die sich komplett verantwortlich fühlt. Im größeren Kreis sind wir ab 20 aufwärts. Wenn wir workshops geben, kommen auch immer wieder Externe hinzu. Auch zu Veranstaltungen und Aktionstagen. Dann zählen wir schon 30.
Aus der Nachbarschaft kommen immer wieder Menschen. Die meisten eher zufällig, wenn sie auf dem Friedhof spazieren und sie setzen sich zu uns und wir reden. Sie finden es super und kommen gerne, die meisten eher um zu reden, statt mitzuhelfen, was aber voll in Ordnung ist.
Die Heilkräuter gehen auf jeden Fall an die Frauen – wir haben auch immer mehr da aus privatem Anbau. Die Nachfrage ist gross. Wir haben im letzten Winter viele Health Care Pakete an Unterkünfte geschickt mit Heilkräuter Tee. Wir haben alle Beete von euch. Ich weiss es leider nicht aus dem Kopf, aber Anuscheh hat es irgendwo notiert. Ich glaube 30.
Wir haben keine Patenschaften. Es gibt im Team zwei Gärtnerinnen, die jeweils einmal die Woche kommen und für die Grundstruktur sorgen. Wir lernen von ihnen, irgendwann wird es auch ohne sie gehen. Momentan sind wir jeden Tag da und alle kümmern sich um alles.
Unsere Gartengeräte stehen in unserem Container und teilweise benutzen wir die von den PG mit, die stehen vorne im Schuppen – alles verschlossen.