München: Freiluftgarten und Bienengarten

(Projektbesuche)
Der Freihamer Freiluftgarten ist immer noch umgeben von Baukränen, doch stehen inzwischen die ersten Häuser in diesem großen Neubaugebiet. Sie gärtnern hauptsächlich gemeinschaftlich, zwei Beete sind noch in kleine Parzellen aufgeteilt und an Einzelpersonen vergeben. Da sie die Erfahrung gemacht haben, dass die, die ein solches Minieinzelbeet haben, sich weniger an den Gemeinschaftsaufgaben und dem Gemeinschaftsgärtnern beteiligen, wollen Sie die Vergabe stärker daran koppeln. Die Gruppe besteht aus ca. 25 Menschen, in der Kerngruppe sind sie zu 8. Es gibt ein (bezahltes) Koordinator*innenteam, das beim Nachbarschaftstreff arbeitet. Die Ernte wird geteilt, wer mehr da ist, nimmt mehr mit.
Jugendliche nutzen den Garten abends als Aufenthaltsort, zu der jetzigen Witterung sitzen sie gerne im Foliengewächshaus. Leider lassen sie ihre Kippen oft liegen, ansonsten gibt es kein Müllproblem. Zu „Coronahochzeiten“ gab es mal Vandalismus durch Jugendliche, die keinen Ort hatten, sich irgendwo zu treffen und ihrem Frust Ausdruck gaben (so sagten meine Gesprächspartnerinnen).
Noch gibt es keine Warteliste, je mehr Menschen nach Freiham ziehen werden, desto mehr werden eventuell auch den Garten nutzen wollen. Erste Kontakte mit neuen Nachbar*innen gingen aber eher in die Richtung: „der Kompost stinkt doch bestimmt, können Sie den nicht woander hin machen?“. Mit der Stadt ist es nach wie vor etwas mühsam, alles muss genehmigt werden. So war es äußerst aufwendig, dass z.B. eine Regenrinne an das Häuschen angebracht werden durfte, da das wohl ein baulicher Eingriff ist und das ist verboten. Sie hoffe, das sobald die Gewährleistung für die Bauten abläuft, die Verwaltungsleute sich entspannen werden. Einen Wassseranschluß haben sie noch nicht, wobei die Leitungen da sind und nur angeschlossen werden müssten, doch das Konzept sieht vor, dass sie Wasser aus dem Brunnen bekommen, der aber nicht funktioniert.
Sie hatten dieses Jahr eine (bezahlte) Fachfrau mit im Garten, die viel Wissen vermitteln konnte. Sie hatten einen hohen Ertrag, haben den Boden weiter verbessert und viel auch für Biodiversität und Insekten getan. Es gibt Schulprojekte und Feste im Garten und gleich drei Forschungsprojekte der TUM laufen hier (citizen scienes).
Sie haben zwei Beete, die für Rollifahrer*innen geeignet sind und jetzt den ersten Interessenten.

Der Bienengarten musste 2x umziehen und befindet sich nun auf einer kommunalen Fläche neben einem Ponyhof und einem Gemüsefeld. Die Parzellen sind recht groß, es sind individuelle Parzellen, die sich aber oft Menschen teilen. Aufbauten gibt es wenig, das wollen sie nicht gerne und dürfen es auch nicht, auch Beerensträucher u.ä, darf nicht gepflanzt werden, sie haben immer nur einen Vertrag für 1 Jahr. Die Fläche ist Bauland, sie wissen nicht, wie lange sie bleiben können, wollen aber auch nicht nachfragen oder nach einem längerfristigen Vertrag nachsuchen, um keine schlafenden Hunde zu wecken. Anfangs haben sie hauptsächlich Schutt von der Fläche geräumt. Bergeweise. Und sehr viel Erde aufgeschüttet und diese verbessert, was sie nach wie vor machen.
Alle, die mitgärtnern, müssen Jahresaufgaben übernehmen, wie kümmern um den Sandkasten, kümmern um die Feuerstelle etc. Die Sprecher*innen werden gewählt und haben vor kurzem gewechselt. Die neuen wollen wieder mehr gemeinschaftliches im Garten, was durch Corona gelitten hat. Erste Erfolge sind zu spühren, doch es gab auch Murren. Es gibt ein paar Konflikte, auch zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen. Sie haben Interesse an Workshops und wollen nächstes Jahr eine Komposttoilette bauen.