Berlin-Schöneberg: GG auf Parkdeck

(Mail)
Seit einiger Zeit arbeiten wir für ein Wohnungsunternehmen (Gewobag) in Berlin mit der Errichtung eines Gemeinschaftsgartens auf einem Parkdeck.

Der Bauantrag ist genehmigt, die Baukosten sind von der Gewobag übernommen – im Winter ist Baubeginn.

Nun planen wir bereits den Betrieb und haben hierfür eine Ausschreibung vorbereitet, auf welche sich Gartenprojekte bewerben können.

Geplant ist eine zweijährige Aufbauzeit einer Gemeinschaft aus Nachbar:innen, die in dieser Zeit eigene Strukturen entwickeln und sich in einem Verein gründen sollen.

Dies soll von einem Gartenbetreiber begleitet und moderiert werden.
Der Garten soll offen für alle im Kiez sein und sie suchen einen Träger für eine zweijährige Begleitung, an deren Ende dann ein Verein gegründet sein soll und die Gruppe stabil und eigenständig.

Aus der Skizze:
In Berlin Schöneberg auf dem Trümmergrundstück Kirchbachstraße
1-2 plante die Neue Heimat den Neubau eines Parkhauses mit
Wohnungen. Das seit 1975 geplante viergeschossige, heute
denkmalgeschützes Parkhaus, welches die erforderlichen
Autostellplätze für das gesamte Gebiet aufnehmen sollte, war
von Anfang an mit zwei Wohngeschossen konzipiert. Auf dem
obersten Parkdeck war eine begrünte Pergola geplant, wurde aber
nie gebaut, da das Parkdeck nie seine Nutzung aufgenommen
hat. 2023 soll nun ein ca. 1000 m² großes urban farming Projekt
für die Mieter:innen des Kiezes auf dieser Fläche entstehen.
Die Fläche wird aufgeteilt in eine begrünte Zone zum Innenhof
und einen Funktionsteil, der einen Riegel zu den Wohngeschossen
bildet. Mit dem durchgängigen, überdachten Regal und der an
die historischen Pläne angelehnten, begrünten Pergola wird der
direkte Blickkontakt vom Parkdeck zu den Wohnungen verhindert.
Der Riegel verteilt die benötigten Medien auf der Gartenfläche
und bietet Raum für vielfältige Nutzungen. Aus dem Riegel
heraus entwickeln sich die Raumkuben für Küche, Büro, WCs
und Gewächshaus. Der Raum zwischen dem Riegel und den
Ackerflächen wird von unterschiedlich gruppierten Hochbeeten,
aufgelockert durch Sitzmöglichkeiten, bespielt.
Um einen hohen Identifikationgrad für die späteren Nutzer:innen
zu gewährleiten, Konflikte zu vermeiden und ein Projekt zu
schaffen, welches optimal auf den Bedarf vor Ort angepasst ist, wird
ein Partoziationsverfahren während der Bauarbeiten laufen. Es
werden die direkten Anwohner des Hauses, die weiteren Gewobag
Mieter:innen des Kiezes und Kitas, Schulen und kommerziellen
Gruppen angesprochen. Der Prozess wird von Beginn an durch
den späteren Gartenbetreiber begleitet, welcher sowohl für den
Planungs- und Organisationsprozess, als auch für die Anfänge
der Gartenarbeit zuständig ist. Um den Zeit- und Kostenplan
einzuhalten wird ein klarer Rahmen vorgegeben, welcher dann
von den Partizipierenden mit den unterschiedlichen Bausteinen
ausgefüllt wird. So können die späteren Gartennutzer:innen
über Form, Materialität und Gruppierung der Hochbeete
entscheiden und in Workshops einige Möbel selber bauen.
Für einen möglichst nachhaltigen Gartenbetreib wurde sich
für eine Brunnenbewässerung und eine Muldenentwässerung
entschieden, weche mit Solarstrom betrieben wird. So wird keine
Einleitung von Regenwasser in die Kanalisation nötig und für die
Gartenbewässerung wird kein Trinkwasser verschwendet. Der
restliche Strom der PV-Anlage kann für die Wohnungen oder das
Parkhaus verwendet werden