(Antrag/ANtworten)
Wie groß ist denn die Gruppe, die auf der neuen Fläche gärtnern möchte und wie viele aus dieser Gruppe haben den neuen Garten mit geplant und sind an der Umsetzung dieser Planungen beteiligt?
Die diesjährige Gartengruppe des Sonnenbeetes besteht aus 13 Menschen, von denen 7 eine Beetpatenschaft übernommen haben. Alle anderen kommen regelmäßig zum Gärtnern in den Gemeinschaftsbeeten, zu Workshops oder zum Austausch und zur Erholung in den Garten. Alle haben Interesse an der neuen Fläche zu gärtnern. Ebenfalls Teil des Gartens ist ein Imkermeister, welcher mit einem Teil seiner Bienenvölker Interesse hat, auf die Fischerinsel umzuziehen.
Wir treffen uns wöchentlich und alle Informationen und Schritte der Planungen werden mit allen Anwesenden besprochen. An der aktiven Auseinandersetzung beteiligt sich bisher etwa die Hälfte, der Rest zieht eher mit. Zusätzlich gibt es einen Telegram Chat, um alle Informationen denen zukommen zu lassen, die zu einem Treffen nicht kommen konnten.
Wie viele Menschen aus der alten Gruppe werden mitziehen? Das ist ja schon ein Stückchen weg vom alten Standort und ein anderer Kiez. Sie schreiben, dass die bisherigen Gartengruppe eingebunden werden soll?
Die Beetpat*innen haben signalisiert, dass sie Interesse am neuen Standort haben. Da es in der Gegend um den Alexanderplatz keine weiteren Gemeinschaftsgärten mit freien Beetpatenschaften gibt, ist der Bedarf da. Die „losen“ Gärtner*innen bekundeten ebenfalls Interesse, hin und wieder mitzugärtnern.
Wie viele Menschen aus der direkten Nachbarschaft des neuen Standorts sind an den Planungen beteiligt? Wie haben Sie diese erreicht? Sind tatsächlich schon Nachbar*innen dabei? Sie schreiben ja, dass die Nachbarschaft erreicht werden kann?
Am neuen Standort gibt es bereits eine Gartengruppe, die aus etwa fünf Personen besteht und sich lose organisiert. Hier fand bereits Kontakt zur Koordinatorin und einzelnen Gärtner*innen statt, um Fragen zu klären, wo weitere Beete aufgestellt werden könnten, wo eine Obstbaumwiese und Naschbeete entstehen sollen und wer für was zuständig sein wird. Im September ist ein Arbeitseinsatz geplant, zu dem beide Gruppen sich kennenlernen und gemeinsam an der Planung gearbeitet werden kann.
Wir gehen davon aus, dass sich weitere Nachbar*innen anschließen werden, sobald wir regelmäßig vor Ort sind und diese uns kennenlernen können. Weitere Aktive sind im Garten sehr gewünscht. Jede*r kann mitmachen und eigene Ideen mitbringen.
Habe ich es richtig verstanden, dass der Garten dann auf der Fischerinsel dauerhaft bleiben kann? Soll dann nach den Baumaßnahmen rund um das Haus der Statistik dort ein neuer Gemeinschaftsgarten aufgebaut werden? Wann in etwa ist mit dem Ende der Baumaßnahmen zu rechnen?
Der Garten kann und soll dauerhaft auf der Fischerinsel bleiben. Für den Standort Fischerinsel, das Kreativhaus und für die Nachbarschaft ist ein Gemeinschaftsgarten und eine Begrünung des Standortes ein Mehrwert, den wir nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft dort erhalten möchten.
Nach den Baumaßnahmen am Haus der Statistik soll dort ein neuer Gemeinschaftsgarten entstehen. Sollten es die örtlichen Gegebenheiten zulassen, wollen wir bereits vorher freiwerdende geeignete Flächen wieder begrünen, ob temporär oder dauerhaft. Das Sonnenbeet stellte in den vergangenen vier Jahren einen deutlichen Mehrwert für das Gesamtprojekt dar. Für Pioniernutzer*innen diente der Garten als Pausenort, er zog Besucher*innen zum Verweilen an und war Plattform für Veranstaltungen, Workshops, Feste und Teambesprechungen. Es ist gewünscht, einen solchen Ort wieder zu schaffen.
Im Moment gibt es nur die Möglichkeit, im kleinen Rahmen in der Ersatzstätte Karla ein wenig zu gärtnern. Diese soll Ende 2024 zurückgebaut werden. In der kommenden Saison wollen wir hier ein paar Kräuterbeete anlegen und Experimentieren. Eine Gärtnerin möchte beispielsweise Vertikalbepflanzungen testen. Hierfür gibt es eine sonnige Wand, die genutzt werden kann. Da der Standort sonst sehr schattig ist, wollen wir Pilzprojekte ins Leben rufen und testen, welche Pilze sich hier gut züchten lassen. Für die Kräuterbeete wird im September in Kooperation mit Bauchfachfrau e.V. ein Bewässerungssystem gebaut. Wenn weitere Ideen eingebracht werden und wir den Platz dafür schaffen können, sollen diese in jedem Fall umgesetzt werden. Der Ort soll außerdem für die Nachbarschaft und Pioniernutzer*innen zur Nutzung zur Verfügung stehen.
Die Ergebnisse der Experimentierphase können später wieder in den Gemeinschaftsgarten am Haus der Statistik integriert werden.
Wir hoffen auf den Erhalt der Ersatzstätte Karla auch über 2024 hinaus, entsprechende Anträge werden durch die Zusammenkunft Berlin gestellt. Sollte sich eine längerfristige Nutzung an diesem Standort ergeben, sind wir selbstverständlich daran interessiert, diesen auch weiter zu bespielen.
Die Bauphase wird voraussichtlich 2030 komplett beendet sein. Der erste Gebäudeteil – der Kopfteil an der Karl-Marx-Allee – soll bereits Anfang 2025 bezugsfertig sein. Nach aktuellem Planungsstand sind im Experimentierhaus X3 mit dem Thema „alternative Wohnprojekte und gesunde Zukunft“ eine für die Hausgemeinschaft begrünbare Dachterrasse und eine öffentliche Grünanlage im Innenhof vorgesehen. Wir beteiligen uns hierbei an Plantischen und haben bereits unser Interesse bekundet. Das Experimentierhaus X3 soll bis 2028 fertig gebaut sein.
Warum gab es einen Trägerwechsel?
Der Sun Seeker e.V. wurde 2019 gegründet, um den Gemeinschaftsgarten Sonnenbeet am Haus der Statistik zu betreiben. Die damalige Gruppe hat Ende letzten Jahres den Garten abgegeben, da der Lebensmittelpunkt der Akteur*innen sich verlagert hat, einige nicht mehr in Berlin wohnen oder anderweitig stark eingebunden sind.
Der Essbar e.V. wurde 2021 am Haus der Statistik gegründet, um verschiedene Aktivitäten rund ums Thema Lebensmittelverschwendung und -wertschätzung zu initiieren. Wir haben seither Beetpatenschaften übernommen, um mit Kräutern und Gemüse aus dem Garten zu kochen und diese für Workshops zu nutzen. Das Gemeinschaftsprojekt „Vom Beet auf den Teller“ ist entstanden. Ihren Verein wollten die Sun Seeker für sich erhalten, um ihn evtl. später wieder aktiv zu nutzen. Herr Dietrich ist seit Gründung im Sonnenbeet aktiv, hat den Garten mit aufgebaut und begleitet. 3 weitere Personen aus der alten Gruppe sind weiterhin dabei, davon 2 vom Essbar e.V. In den letzten beiden Jahren ist eine fruchtbare Zusammenarbeit entstanden, wir konnten viel voneinander lernen und haben uns deshalb entschlossen, die Betreuung des Gartens mit dem Essbar e.V. zu übernehmen.
Wie groß ist die neue Fläche, wie viele Beete wird es dort geben können? Wie groß ist die Fläche, die gärtnerisch genutzt werden wird?
Wir haben derzeit ca. 30 aufgebaute Beete, die umgezogen werden müssen sowie 7 Obstbäume, 2 Beerensträucher und 10-20 weitere kleinere Pflanztöpfe sowie 3 Wassertanks, zahlreiche Sitzmöbel, 2 Komposte und Gartengeräte. Alles findet am neuen Standort Platz. Es gibt eine Terrasse, auf der Hochbbeete gestellt werden können. Außerdem eine freie Fläche im Innenhof und einen Außengarten mit Lehmofen. Die Fläche ist größer als die bisherige, sodass nach und nach mehr entstehen kann. Schätzungsweise können etwa 800m² von uns genutzt werden, die Gesamtfläche ist um ein Vielfaches größer.
Wie ist die Fläche bisher beschaffen?
Das Gelände an sich ist von Bäumen und einem neu angelegten Park umgeben. Die Terrasse ist bisher wenig begrünt, die beiden anderen Flächen wurden in den letzten Jahren nicht bewirtschaftet, es wächst teilweise Wiese, sonst recht nährstoffarme Erde.
Wenn es einen Garten und eine Gartenkoordinatorin gibt: wie wurde bisher dort bewässert?
Für die Bewässerung gibt es bisher drei Außenwasseranschlüsse und Gießkannen/Gartenschlauch. Wir haben bereits mehrere Möglichkeiten erspäht, Regenwasser aufzufangen. Hierfür ist allerdings noch eine bauliche Klärung notwendig. Wir möchten größtenteils mit automatischen Bewässerungssystemen arbeiten, um möglichst wassersparsam zu wässern und um mehr Kapazitäten für die Beetpflege frei zu haben.
Beteiligt sich das Kreativhaus an den Kosten für den Gemeinschaftsgarten?
Ja. Das Kreativhaus hat finanzielle Mittel für die Gestaltung des Außenbereiches. Die Wasserkosten werden übernommen sowie einige Materialkosten wie Erde und Sand. Für die Infrastruktur, die das Haus betrifft, also Wege, Sitzgelegenheiten, Sonnensegel, Beleuchtung, Bewässerung, Bereitstellung der Räumlichkeiten etc., übernimmt so weit als möglich das Haus die Kosten. Wir kümmern uns um Finanzierung der Beete, Begrünung und Bepflanzung sowie die Organisation von Projekten und Workshops.
Wer finanziert den eigentlichen Umzug und wie wird dieser von statten gehen? Oder sind das die im Finanzplan angegebenen 800 Euro?
Das sind die im Finanzplan angegebenen 800€. Wir wollen hiervon einen LKW inklusive Fahrer mieten, um die Beete zu transportieren. Wir rechnen hierbei mit etwa jeweils drei Fahrten an zwei bis drei Tagen.
Können Sie sich die für die Bauaktionen benötigten Werkzeuge nicht ausleihen? Wozu wird denn eine Handkreissäge gebraucht? Was passiert nach den Reparaturen an den Beeten mit den Werkzeugen?
Einige Werkzeuge können wir im Haus der Materialisierung oder aus privatem Bestand leihen. Eine Handkreissäge benötigen wir zum Reparieren und Bauen der Hochbeete. Eine Handkreissäge steht uns derzeit nicht zum Verleih zur Verfügung, wurde aber bisher bereits immer wieder mal benötigt. Wir rechnen damit, dass wir auf der Fischerinsel diesen Herbst und nächstes Frühjahr regelmäßig Bauaktionen durchführen werden. Die Miete einer Handkreissäge im Baumarkt kostet 100€ pro Woche. Daher erscheint uns die Anschaffung einer Säge für sinnvoll und preiswerter. Die Säge verbleibt im Bestand des Gartens und steht uns sowie dem Team des Kreativhauses dauerhaft zur Nutzung zur Verfügung.
Handelt es sich um essbare Pflanzen und Sträucher, die Sie bei uns beantragen?
Es handelt sich um essbare Pflanzen und Sträucher. Wir möchten z.B. die jetzige Einfriedung des Objektes, an geeigneten Standorten mit Beerensträuchern aufwerten, wir planen ein großes Naschbeet im Bereich des Kinderspielplatztes im Objekt, zu dem wollen wir Fassaden mit Wein beranken.
Gibt es eine Pilz-AG?
In diesem Jahr ist das Pilz Kunst Labor, bestehend aus der im Haus der Materialisierung ansässigen Mitkunstzentrale und der TU Berlin, erstmalig bei uns im Garten aktiv. In vier Beeten wurde die Anzucht verschiedener Gemüsepflanzen in Töpfen aus Pilzmycel erprobt. Das Pilz Lab erforscht außerdem, wie Pilze zur Bauwende beitragen können, indem diese mit Materialresten verbunden werden, damit neue Materialien entstehen.
Außerdem sind wir im Austausch mit Menschen, die bereits Erfahrung in der Aufzucht von Speisepilzen haben, um uns wertvolles Wissen anzueignen. Die Sun Seeker haben sich bereits mit dem Thema Pilzzucht befasst und auch erfolgreich Pilze gezüchtet, sodass wir auch hier auf Erfahrungen der hier beteiligten Personen zurückgreifen können. Basierend auf diesem Wissensschatz wollen wir Speisepilze züchten und haben bereits entsprechende Ecken in der Ersatzstätte Karla dafür vorgesehen.
Haben Sie im Bezirk schon nach Finanzierungsmöglichkeiten Ausschau gehalten?
Wir sind mit dem für Gemeinschaftsgärten zuständigen Senatsmitarbeiter in Kontakt, ob ein Zuschuss in Form einer Zuwendung möglich ist und warten hier noch auf Rückmeldung.
Zudem möchten wir die Möglichkeit nutzen, für das Jahr 2024 FEIN-Mittel beim Bezirk Mitte zu beantragen, insofern diese wieder von der Senatsverwaltung zur Verfügung gestellt werden. Die Antragsfrist war hierbei im vergangenen Jahr Mitte Dezember.
Über die Postcode Lotterie haben wir außerdem Personalmittel beantragt, um eine Stelle für die Koordination der Gartenthemen des Essbar e.V. zu schaffen.