(Mail und Artikel)
ARTIKEL:
https://www.saechsische.de/dresden/lokales/dresden-gemeinschaftsgarten-gaertjen-5906477.html
Im Ostragehege gibt es neben Kleingärten und dem sozialen Projekt „Tafelgarten“ auch das „Gärtjen“. Die Macher bezeichnen diesen als „grünen, offenen und revolutionären Freiraum“. Denn in diesem Gemeinschaftsgarten gibt es zusätzlich politische Bildung.
Die rund 400 Quadratmeter Fläche am Messering wurde 2018 zunächst als alternatives Abgeordnetenbüro einer Landtagsabgeordneten der Linken genutzt. Seit 2020 betreibt der Verein Ostra dort das „Gärtjen“. Einerseits werden gemeinsam Tomaten, Zucchini, Wurzelgemüse, Weintrauben und vieles mehr angebaut und geerntet. Andererseits finden auf dem Gelände immer wieder Vorträge und Diskussionsveranstaltungen statt. Die Titel der Veranstaltungen zeigen klar, dass es im „Gärtjen“ um Politik geht: „Der Ukrainekrieg und kein Ende in Sicht? Suche nach Wegen aus dem Krieg in der Ukraine“, „Familienlandsitze und Judenhass – die Ideologie der Anastasia-Bewegung und ihr wirken in Sachsen“ oder „Einführung in die Faschismustheorie“.
Der Verein nennt es einen „Safespace hinter dem Gärtjentor, in dem achtsames und respektvolles Miteinander und Schutz vor Diskriminierung gelebt werden“. Es wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es kein Projekt der Partei Die Linke ist.
Zu wenig Garten oder Hochwasserschutzgründe?
Damit soll es wohl bald vorbei sein. Christopher Colditz, Linke-Stadtrat und im Vorstand des Vereins, erzählt, dass der Pachtvertrag bisher immer problemlos von der Stadt verlängert wurde. Das hat sich nun geändert. „Ich habe nachgefragt und irgendwann gesagt bekommen, dass der Vertrag nicht mehr verlängert werden soll.“ Als Begründung hieß es von der Stadt laut Colditz, dass ein sozialer Träger auf das Gelände wolle.
„Uns wurde gesagt, es sehe nicht wie eine gemeinschaftsgärtnerische Nutzung aus.“ Dabei haben die Mitglieder viel gepflanzt. Es seien fünf bis zehn Personen, die sich regelmäßig im Ehrenamt um die 26 Beete kümmern. Das klappe zeitlich mal besser und mal weniger gut.
„Auf erneute Nachfrage hieß es dann von der Stadt, der Vertrag könne aus Hochwasserschutzgründen nicht verlängert werden“, berichtet Colditz. Auf Nachfrage von Sächsische.de äußert sich die Stadt nicht zu dem Thema. Fragen werden nicht beantwortet. „Zu diesem Thema findet demnächst ein Gespräch statt“, heißt es nur. Colditz habe gesagt bekommen, das Gelände müsse bis 2025 beräumt sein. Allerdings läuft der aktuelle Pachtvertrag Ende dieses Jahres aus – möglicherweise ein noch früheres Aus für das Projekt. „Das ist echt eine miserable Kommunikation durch die Verwaltung mit einem rein ehrenamtlichen Träger“, so Colditz.
Der Verein stehe damit ohne öffentlichen Raum da, um das Konzept mit dem Gemeinschaftsgarten und die Veranstaltungen zur politischen Bildung umzusetzen. „Wir wollen am liebsten auf dem Gelände bleiben“, so Colditz.
Wenn das tatsächlich aus Gründes des Hochwasserschutzes nicht gehen sollte, solle die Stadt aber einen alternativen Standort bereitstellen. Zumal an dem Konzept, aus Sicht des Vereins, wesentliche Demokratie-Projekte hängen. Für die Veranstaltungen gab es im vergangenen Jahr rund 3.500 Euro Fördergeld von der Stadt, weil diese als unterstützungswürdig im Rahmen des „Lokalen Handlungsprogramms für ein vielfältiges und weltoffenes Dresden“ eingestuft wurden.
wie ihr vielleicht erfahren habt, ist die Existenz des gärtjens bedroht (Sächsische berichtet). Die Stadtverwaltung Dresden möchte uns den Pachtvertrag nicht verlängern. Erst hieß es, ein sozialer Träger möchte auf das Grundstück, dann war die Rede vom Hochwasserschutz und dass alle Aufbauten bis 2025 wegmüssen (unser gelbes Häuschen, das Kompostklo, der Geräteschuppen, der Pizzaofen,…). Für uns keine klare Kommunikation und kein fairer Umgang mit einem ehrenamtlichen Projekt.
Unser Pachtvertrag läuft allerdings schon zum 31. Dezember 2023 aus. Nach aktuellem Stand stehen wir für unser Bildungs- und Gemeinschaftsgartenprojekt ohne eine Fläche da. Eine Alternative wurde uns bisher nicht angeboten. Wenn wir dort nicht bleiben können oder eine adäquate Fläche erhalten, bedeutet dies das Ende des gärtjens.
Jetzt kommst Du ins Spiel. Wir möchten in den nächsten Wochen noch mal Aufmerksamkeit für das gärtjen schaffen. Mit einer kleinen Social Media Kampagnen möchten wir Zitate von Besucher*innen, Referent*innen und Freund*innen posten und so Druck auf das zuständige Amt und die Bürgermeisterin erzeugen.