(Antrag, Antworten)
– wie groß ist denn die Gartengruppe insgesamt und wie groß ist deren Kern?
Aktuell gehören folgende Gärtner*innen zur Gartengemeinschaft: Isa, Antje, Ingrid, Kay, Laura, Sabine, Marianne, Sebastian, Wolfram, Christin, Frau Müller, Yara, Julia. Also insg.13 Leute. Diese sind regelmässig aktiv. Ansonsten kommen immer mal wieder Leute von Aussen hinzu, vorallem zu Workshops und die Gemeinschaft wächst langsam aber stetig.
– wie hoch ist die Fluktuation?
in den letzten zwei Jahren sind 2 Personen gegangen und Neue sind hinzugekommen. Manche der Gärtner*innen sind mal eine zeitlang weniger aktiv, wenn gerade andere Themen im Leben anstehen, dann wieder mehr.
– wie kann man mitmachen/wo erfahren neu Interessierte vom Garten? Wie werden neue Gärtner*innen in den Garten und die Art eurer Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung eingeführt?
Die Gartenstunden und Workshops sind öffentlich, werden über Schilder am Eingang / am UBZ, über die Webseite und den Umweltkalender und über die grüne Liga beworben. Gärtner*innen können sich nachdem sie 2-3x eine Gartenstunde miterlebt haben entscheiden der Gemeinschaft beizutreten. Dann gibt es ein längeres Onboardinggespräch und sie unterschreiben die TN- Bedingungen, wie sie auf unserer Webseite ganz unten herunterzuladen sind.
https://www.campus-stadt-natur.de/parks-erfahrungsraeume/kienbergpark/kienberggarten/
– wie seid ihr organisiert? Gibt es ein Gartentreffen pro Woche z.B.? Gärtnern die Menschen auch, wenn Anne nicht da ist? Ist alles gemeinschaftlich oder gibt es auch Patenbeete o.ä.?
– Wir sind teils soziokratisch, teils hierarchisch organisiert. Siehe Organigramm im Anhang.
Es gibt hauptsächlich gemeinschaftliche Flächen. Die Gartengemeinschaft setzt hier die Ideen um, die in dem Neudesign entwickelt wurden. Dazu gibt es 4 Experimentierbeete. Hier können Gärtner*innen ihre Ideen der Gemeinschaft vorstellen und diese werden dann konsensiert. Für 2024 gibt es folgende Experimentierbeete: Gärtnern für Blinde ( Sebastian und Wolfram), essbares gebietsheimsches Wildgemüse/ Wildkräuter ( Christin), alte Bauerngartenmethoden ( Frau Müller), Bewässerungsgräbensysteme ( Kay). Yara will noch eine Pilzzucht starten, diese wird in unseren Wildheckenbereich integriert.
Ich koordiniere alle 2 Wochen eine offizielle Gartenstunde,sowie 3 Workshops pro Jahr zu aktuell relevanten Themen ( Fachinputs) . Die Waldgarten AG trifft sich 10 x pro Jahr.
Ich bin auch in der anderen Woche an einem Tag vor Ort um AGs und die Bewirtschaftung zu koordinieren.Alle bringen sich bei der Bewirtschaftung regelmässig mit ein, dann wenn sie gerade Zeit haben. Infos (to dos und was im Garten gemacht wurde) wird über unsere Signalgruppen geteilt.
– wie laufen die Informationsflüsse? Haben einzelne Leute Verantwortung für bestimmte Bereiche übernommen und wenn ja, wie ist das gelungen und wie läuft das?
1 x pro Monat gibt es eine Versammlung, in der wir uns vor Ort abstimmen, alle TN können Anliegen / Themen auf die Agenda setzen. Die Versammlung wird immer von jemand anders moderiert. Die Gartengemeinschaft kommunziert über Signalgruppen, hier werden auch Protokolle der Versammlungen weitergeleitetet.
1 x pro Jahr evaluieren wir das Projekt gemeinsam und finden Lösungen für die Bereiche, in denen es noch Verbesserungsbedarf gibt. Dies funktioniert gut und hat dazu geführt, dass alle an einem Strang ziehen. Auch der Gartenentwurf wurde gemeinsam entwickelt und konsensiert. Dies hilft uns eine gemeinsame Ausrichtung / Zielsetzung zu haben.
Gärtner*innen nehmen mind. an einer AG teil, z.B. Giess AG, water harvesting AG, PR AG, Bauten AG, Onboarding AG etc. Manche AGs funktionieren sehr selbstinitiativ, andere brauchen Unterstützung um mehr in die Eigenverantwortung zu kommen. Hier sind wir stark im Prozess und ich begleite hier noch viel. Aber es hat sich viel getan in den letzten zwei Jahren. Ziel ist es, dass die AGs eigentverantwortlich organisiert sind.
– beteiligen sich die Gärtner*innen an den Kosten?
manche Gärtner*innen bringen mal ein Werkzeug oder Pflanzen etc mit. Alle bringen immer selbstgekochtes / gebackenes Essen mit zu unseren Versammlungen.
– ist die Stelle von Dir, Anne, befristet?
Ich bin freiberuflich für das Projekt Kienberggarten tätig. Es ist auf Dauer angelegt, ist aber abhängig von der Förderung vom Senat und muss jedes Jahr neu beantragt werden.
– ist der Garten an der Stelle „gesetzt“ und unbefristet?
nach der IGA hat GrünBerlin hier die Zusage vom Senat bekommen diesen Bereich als Gemeinschaftsgarten und zum Gemüseanbau nutzen zu dürfen. Dies ist solange möglich, bis hier auf Senatsebene andere Entscheidungen getroffen werden. Dafür gibt es aber keine Anhaltspunkte.
– was passiert mit der Ernte?
die Ernte wird unter Gärtner*innen aufgeteilt
– bitte beschreibt genauer, wie der Wegebau aussehen soll, wozu werden dabei Betonplatten gebraucht? Könnt ihr die gebraucht bekommen?
Die Wege sollen barrierefrei und versiegelt sein, so dass auf der Wegfläche Wasser aufgefangen und in die Beete geleitet wird ( sie sind auf einem leichten Gefälle). Beton ist in dem Fall ok, da es witterungsfest ist und auch langlebig und leicht zu verlegen und billiger als andere Optionen. Gärtner*innen aus der Gemeinschaft ist es möglich damit Wege selber anzulegen. Andere Methoden, z.B. verdichteter Kies bräuchte Spezialmaschinen, was mit der aktuellen Haftplficht nicht möglich ist. Dann müssten wir eine Firma beauftragen.
Die Wege haben bestimmte Masse und von daher ist es schwierig hier genügend passende Platten gebraucht zu finden. Auch haben wir keine Möglichkeit der Abholung, es steht kein Auto zur Verfügung und kein Budget für Transporter. Der Plan ist, dass die Platten, für die wir die Fördergelder bei der Anstiftung nun beantragt haben, dazu dienen, kleine Wegbereiche im Garten anzulegen , hierzu bekommen wir Anleitung von Phillip Gerhardt ( der Spezialist für keyline design:https://baumfeldwirtschaft.de) in einem Workshop Anfang Dezember. Damit experimentieren wir, bis das System gut funktioniert.. Sobald wir mit dem System zufrieden sind, würden wir gerne versuchen über Aktion Mensch die Wege komplett finanziert zu bekommen, so dass wir den ganzen Garten so anlegen können. Hierzu bräuchten wir noch sehr viel mehr Platten.
Die Gartengemeinschaft des Kienberggartens befindet sich seit Herbst 2020 in einem partizipativen
Gestaltungsprozess und nutzt hierzu Permakulturgestaltungswerkzeuge. Im Anhang ist der Entwurf,
wie er von der Gartengemeinschaft konsentiert wurde.
Es soll ein Garten entstehen, in dem in und mit der Wildnis gegärtnert wird und lebendige
Landschaften gestaltet werden, in denen folgende Ziele im Vordergrund stehen:
massiver Bodenaufbau mit dem Ziel mehr Wasser, Nährstoffe und CO2 im Boden zu
speichern
Ressourcen vor Ort nutzen und sinnvoll einsetzen: water harvesting, Kompost- und
Mulchsysteme, Kompetenzen in der Gartengemeinschaft
die Natur für uns arbeiten lassen: Nützlinge anlocken, stickstofffixierende Pflanzen
einsetzen, Pflanzengemeinschaften bilden, Bodenleben fördern, Sukzession nutzen
Fokus auf Artenerhalt und Artenvielfalt: Es werden bewusst mehrjährige gebietsheimische
Wildpflanzen genutzt, um den Ertrag an Wildgemüse, Wildobst und Wildkräutern zu
steigern und hier Forschung zu betreiben, wie diese Pflanzen für den Menschen besser
genutzt werden können und wie eine ressourcenschonendere Ernährung aussehen könnte. Im
Kulturgemüsebereich werden bewusst alte Sorten und sortenreines Saatgut eingesetzt um die
Vielfalt zu schützen.
Natur als Erfahrungsraum: Kinderlernort und Kinderentdeckerwald, eine Oase in der Stadt
soll entstehen, in der wilde Natur erfahrbar gemacht wird. Lebensraum für Tiere wird
bewusst mitgedacht.
Der Entwurf wird nach und nach von der Gemeinschaft umgesetzt. Im Herbst/Winter 2023 soll
noch folgendes ausgeführt werden:
1. Vorabexperimente zu water harvesting Methoden: Schwammbeet, begehbare Swales,
Wegebau: Barrierefreie Wege, um Regenwasser in Beete zu leiten
2. Intensiver Bodenaufbau Waldgartenbereiche
3. Mandalabeet, inklusive Schwammbeet anlegen und durch überrankten Wildschutzzaun vor
Verbiss schützen (die Waldgartenbereiche sind weiterhin für Wild frei zugänglich, nur der
Kulturgemüsebereich wird geschützt)
4. Rhizomsperren zum Schutz vor Wurzelunkräutern wie Quecke und Schilf: im
Gemüsebereich durch Beinwellstreifen und im Magerwiesenbereich durch Rhizomsperre