Wuppertal: Obstbaumwiese auf dem Permakulturhof Vorm Eichholz

(ANtrag, Antworten)

Der Platz vor dem Gärtnerhaus mit einer Fläche von ca. 60 m² wird zur Zeit zu einem zentralen Kompostplatz. Hier gibt es Platz für Anwendungsbeispiele der Humus- und Kompost Herstellung und die für den Hof benötigte Masse von Kompost.

So wird es möglich, evtl. ab Spätherbst 2024 Kompostworkshops auf dem Hof anzubieten. Bei allen bisherigen Führungen haben wir festgestellt, wie zentral dieses Thema und das Wissen darüber für die Bewirtschaftung von Garten- und Landschaftsflächen ist und dass auch Menschen mit jahrelanger gärtnerischer Erfahrung Neues hinzulernen (möchten).

Im Moment werden Zimmermanns- und Dachdeckerarbeiten erledigt, um einen überdachten offenen Unterstand als Verlängerung des Gärtnerhauses zu bauen. Es erweitert sich hiermit der Arbeitsbereich für die Gärtner, witterungsunabhängig Pflanzen zu topfen und anzuziehen und die Bokashi-Eimer unterzubringen. Die Finanzierung der Materialkosten ist gesichert, hier auf dem Hof gelagerte alte Tonpfannen werden für die Eindeckung verwendet und gebrauchte Dachfenster als Lichtquellen (eine private Sachspende) eingebaut.

Obstwiese

  1. Zu Beginn unseres Projektes wurden uns halbstämmige Obstbäume in Containern geschenkt und gepflanzt. Nachfolgend haben wir diese mit Rundhölzern aus Fichtenholz angebunden, um sie in der Anwachsphase zu stabilisieren. Diese Rundhölzer sind nun im Erdreich weggefault. Wir haben sie entfernt und dabei festgestellt, dass alle Obstbäume weiterhin keine Stabilität haben. Sie haben sich offensichtlich von der Pflanzung in Containern und dem damit verbundenen unvermeidlichen Drehwuchs nicht erholt und sind mit dem Erdreich bisher nicht ausreichend verwurzelt. Unseres Erachtens müssen sie dauerhaft mit langlebigen Rundhölzern stabilisiert und angebunden werden.
  1. In der Beobachtung und durch entsprechende Recherchen haben wir uns dazu entschlossen, den Bereich der Obstwiese für die Begehung abzusperren und als Wiesenbiotop zu entwickeln. So finden dort insbesondere die Glühwürmchen einen geschützten Lebensraum.

Bisher haben wir die Obstwiese mit kleinen Fichtenholzstecken und Kordel abgesperrt. Diese Absperrung ist nicht so massiv wie eine Gartenzaunanlage und es ist ausreichend, das Wiesenbiotop so vor dem Betreten zu schützen.

Die Kordel zersetzt sich durch die Witterung und die Stecken sind mittlerweile morsch. Gerne würden wir hier die bisherige Abtrennung gegen eine langlebige Lösung ersetzen

  1. Unsere Obstwiese wird seit Beginn des Projektes zweimal im Jahr gesenst. Der Wiesenschnitt wird je nach Wetterlage zu Heu getrocknet oder mit EM für Wiesenschnitt-Bokashi aufgesetzt und später als Mulch verwendet. Für das Sensen und Dengeln wurden bisher private Sensen und weiteres Zubehör eingesetzt. Mittlerweile fragen auch Interessierte bezüglich Sensen- und Dengelkurse an. Gerne würden wir auf dem Hof ausreichend Sensen und Dengelzubehör für Kursteilnehmer (nur in Kleingruppen) zur Verfügung haben.
  • Wer kümmert sich um die Obstbäume? Was wird da geerntet und was passiert mit dieser Ernte?

Wir, Aktive und Mitglieder unseres Vereins, kümmern uns um die Obstbäume. Es gibt verschiedene Sorten von Apfelbäumen, eine Birne und eine Zwetschge. Zweimal im Jahr wird der Obstbaumschnitt (dazu gehören dann auch die alten Obstbäume des Hofes) unter Anleitung von Uwe durchgeführt. Die jungen Obstbäume haben bis jetzt nur einen minimalen Ertrag. In Zukunft soll deren Ernte im Rahmen der jeweiligen Verköstigung der Hofaktiven an den Arbeitssamstagen dargereicht werden. Ein Überschuss wird eingekocht oder zu Apfelsaft, bzw. Apfelessig verarbeitet.

  • Reichen denn Schilder und eine preiswerte „low-tech“ Lösung nicht, um den Bereich zu schützen?

Unser Hofgelände ist offen für die Allgemeinheit und kann jederzeit besucht werden. Da wir nicht ständig vor Ort anwesend sind, kann das Betreten des Wiesenareals durch  Besucher nicht ausgeschlossen werden. Eine niedergetretene Wiesenfläche ist schwierig zu sensen und erfordert sehr viel Geschick und Erfahrung. Mit der Abtrennung wollen wir auch die Aufmerksamkeit und das Verständnis der Besucher für diesen schützenswerten Lebensraum wecken.

  • Wie lang soll die Absperrung sein? Und wieso habt ihr zwei unterschiedliche Holzarten dafür vorgesehen?

Die Absperrung ist ca. 80 m lang. Wir haben nur eine Holzart ausgesucht = Robinie! In dem Fall der 1,80 m langen Holzpflöcke handelt es sich um die Anbindepfähle für die jungen Obstbäume, die kurzen, 1 m langen Zaunpfähle wollen wir für die Abtrennung der Obstwiese verwenden.

  • Wer senst bisher die Wiese?

Zur Zeit gibt es nur zwei Personen (Uwe und Michelle, beide Vereinsmitglieder), die diese Wiese fachgerecht sensen können und hierfür ihre eigene private Ausstattung nutzen. 

  • Wenn ihr Kurse zum Sensen anbieten wollt, könntet ihr dafür ja auch Kursbeiträge nehmen und die Ausstattung damit dann refinanzieren – ist das geplant?

Die „Kurse zum Sensen“ würden für die Vereinsmitglieder und Hofaktiven angeboten (ähnlich wie der Obstbsaumschnitt und/oder Kompost & Co.). Unser Ziel ist es, die Verantwortlichkeiten auf dem Hof auf mehrere Personen zu verteilen. Dabei ist es uns wichtig, den Hofaktiven und Vereinsmitgliedern genügend Sachkenntnisse, Fertigkeiten und Wissen zu vermitteln. Von diesem Personenkreis würden wir keine Kursbeiträge fordern. Aus Sicherheitsgründen würde wir den Kreis der Anzulernenden auch auf maximal 2-3 Personen begrenzen.

Wir haben auch schon Menschen mit ihren Sensenanliegen geholfen. Für „richtige“ Workshops gibt es jedoch zertifizierte
Sensenlehrer, das sind weder Uwe noch Michelle, deshalb bieten wir nur learning by doing für Mitglieder und Aktive an, dafür brauchen wir aber wenigstens eine verstellbare Sense, die dann für jeden Nutzer neu eingestellt werden kann.