Neuwied. ReThink legt Klimagarten an

(Antrag und Antworten)

So wurde bereits
eine Online-Leihplattform für Alltagsgegenstände ins Leben gerufen, sowie Upcycling- und
Nachhaltigkeits-Workshops durchgeführt. Weiterhin organisieren wir regelmäßige Repair Cafés und
dorfweite Hof- und Gartenflohmärkte, und konnten dank einer früheren Förderung der anstiftung
einen florierenden Gemeinschaftsgarten im Ortsteil Heimbach-Weis aufbauen.
Nun wollen wir auf einem neu gepachteten Grundstück im Ortsteil Oberbieber einen Klimagarten
anlegen, mit dem wir die Prinzipien der ökologischen Gartenarbeit vermitteln, auf die
Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch und Natur aufmerksam machen, und Wege für den
Umgang mit selbigen aufzeigen wollen. Der Ort soll auch ein Treff-, Informations- und
Erholungspunkt für die Menschen der Region sein.
Die Arbeit am Klimagarten wurde bereits begonnen, doch ist noch viel Arbeit erforderlich, um aus
dem neuen Grundstück einen naturnahen Arbeits- und Begegnungsort zu machen.
Auf dem 2600m² umfassenden Grundstück (Hochstraße 68, 56566 Neuwied / Oberbieber) wurden
bereits 1000m² zu einer insektenfreundlichen Blühwiese umgewandelt. Auf weiteren 1000m² wird
der Neuwieder Klimagarten entstehen.
Dieser Teil des Grundstücks wurde ordnungsgemäß von ReThink e.V. für eine Mindestlaufzeit von
10 Jahren gepachtet, der Eigentümer erhebt jedoch als Unterstützung für das Projekt keinen
Pachtzins. Die Kellerräume eines angrenzenden Wohnhauses können als Lagerfläche genutzt
werden, ebenso kann von dort Strom und im Bedarfsfall Wasser bezogen werden. Das Regenwasser
vom Hausdach kann für den Garten genutzt werden.
Es hat sich bereits eine Gruppe von über 20 aktiven Helfer*innen gefunden, die mit Fortschreiten
des Projekts sicher noch anwachsen wird.
Anschließen kann sich jede*r Interessierte, um Versicherungsschutz und Haftung zu gewährleisten
wird ein Beitritt zu ReThink e.V. empfohlen.
Es gibt eine vereinsunabhängige Chatgruppe aller Helfer*innen für Planung und Koordination, in der
auch gemeinsam Entscheidungen getroffen werden.
Wir werden in unregelmäßigen Abständen Pressemitteilungen veröffentlichen, um über den
Fortschritt des Projekts zu informieren und die Thematik der Klimawandelanpassung ins öffentliche
Bewusstsein zu rücken. Bereits jetzt wird das Projekt von Stadtverwaltung und Politik mit großem
Interesse wahrgenommen und verfolgt.
Als primäre Maßnahmen müssen als Infrastruktur Wege angelegt und Wasserversorgung
sichergestellt werden. Weiterhin entsteht ein kleiner Platz als Treff- und Diskussionsort.
Parallel werden klima- und insektenfreundliche mehrjährige Stauden und Sträucher, sowie Bäume
als Schattenspender und zur Stabilisierung des Erdbodens gesetzt. Ebenso werden mehrere
(Hoch)beete für den Anbau von Obst und Gemüse angelegt, an deren Pflege sich Anwohner*innen,
örtliche Vereine und die benachbarte Kindertagesstätte beteiligen wollen.
Zur zusätzlichen Förderung der Biodiversität werden mehrere Benjeshecken angelegt.
Während und nach der Anlage des Gartens werden wiederkehrende Workshops abgehalten, in
denen die angewendeten Techniken und Prinzipien erklärt und praktisch demonstriert werden.
Die Erträge des Gartens werden nach der Ernte unter allen Teilnehmer*innen kostenlos aufgeteilt.
Eine Gewinnung von Saatgut für die kommende Saison ist geplant.
Die laufenden Kosten des Projekts werden teils durch die Mitgliedsbeiträge und Spenden an
ReThink e.V. finanziert. Gegebenenfalls werden weitere Fördergeber für zukünftige Teilprojekte
hinzugezogen.

  • Was war vorher auf dem Grundstück?
    • Früher eine Gärtnerei, anschließend lag da Gelände über 20 Jahre brach. Der kleine Wald, der sich derweil gebildet hatte, musste vergangenes Jahr gerodet werden.
  • da Politik und Verwaltung das Projekt mit großem Interesse wahrnehmen, haben Sie dort schon nach Fördermöglichkeiten nachgefragt?
    Das haben wir. Fördermittel seitens der Stadt bestehen nicht, uns wurden jedoch ein paar öffentliche Förderprogramme empfohlen.
    Die meisten davon haben jedoch andere Schwerpunkte, eines würde jedoch konkrete ökologische Einzelprojekte, wie das Anlegen der Benjeshecke, fördern. Sollten wir ein passendes Teilprojekt haben, bei dem Geldmittel erforderlich sind, werden wir darauf zurückkommen.
  • Handelt es sich bei den beantragten Pflanzen und dem Saatgut um Gemüse, Obst und/oder Kräuter?
    Hauptsächlich mehrjährige, klimaresistente Pflanzen: Stauden, (Obst)sträucher, Obstbäume. Für die Beete werden wir auch „normales“ Obst und Gemüse setzen, auch eine Kräuterspirale ist vorgesehen. Im Vordergrund steht anfangs aber eine Auswahl resilienter, mehrjähriger Pflanzen, die einen echten Beitrag zur Biodiversität leisten.
  • Sollen Schilder und Infotafeln selber gebaut werden? Sind die 100 Euro Materialkosten?
    Die Informationen der Schilder, beispielsweise Erklärung des Begriffs „Klimagarten“, zur Wasserspeicherung etc., würden wir gerne wetterfest drucken lassen. Die werden dann auf selbstgebauten Holzschildern montiert. Diese Schilder werden in erster Linie aus Holzresten gebaut, so dass die 100€ für den professionellen Druck vorgesehen sind. 
  • 50 Euro für den Bau von Hochbeeten: haben Sie die anderen Materialien auf anderen Wegen bekommen? Wie viele Hochbeete sollen gebaut werden und wofür wollen sie die 50 Euro einsetzen?
    Wir haben bereits viel Material wie Paletten, Folie und mehr aus verschiedensten Quellen bekommen.
    Die 50€ sind für Schrauben, Winkel und Verstrebungen angesetzt. 
    Zu Beginn werden lediglich 3 Hochbeete gebaut, die übrigen Starter-Beete werden ebenerdig angelegt.  
  • Wie viele Beete für den Anbau essbarer Pflanzen wird es geben?
    Wir starten mit den erwähnten 3 Hochbeeten, hinzu kommen 5-6 ebenerdige Beete.
    Wenn sich mehr Interessierte für die Gartenarbeit und die Pflege der Beete finden, haben wir ausreichend Flächen eingeplant um diese zu erweitern.