Dortmund: BunteBeete auf dem Friedhof

Auf dem “neuen Teil” des Friedhofs (Richtung Berghofen) wird seit einigen Jahren nicht mehr bestattet. Viele Grabstätten werden schon seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt. Mit dem Projekt “BunteBeete” haben wir im März 2023 begonnen einen Gemüsegarten anzulegen, um die Fläche mit neuem Leben zu füllen. Als Ort der Begegnung, des Erlebens und des voneinander Lernens.

Dabei sind alle Generationen eingeladen:
Von den Kindern, die hier lernen können, dass Gemüse nicht im Supermarktregal wächst….
…über junge und weniger junge Erwachsene, die sich an der frischen Luft im Grünen treffen wollen…
…bis zu den Senior:innen, die vermutlich viel mehr Erfahrung im Gemüseanbau haben als wir und uns beraten können.

Es sind alle eingeladen, egal ob mit oder ohne Erfahrung.
Die, die vielleicht keinen eigenen Garten haben, um Gemüse anzubauen
und die, die einfach lieber in Gemeinschaft arbeiten oder sich austauschen wollen.

BunteBeete ist ein Gemeindeprojekt: Das heißt zum Beispiel, dass die Kindergruppe Schilder für die Beete gebastelt hat. Die Jugend hat den Unterstand von einem Graffito befreit und neu gestaltet. Eine Kindergartengruppe aus dem Guten Hirten hat mit allen Sinnen entdeckt wie Gemüse wächst. Drei Konfis haben während ihres Gemeindepraktikums voller Stolz Kartoffeln geerntet, die die Jugend bei ihrem gemeinsamen Kochen zubereitet hat. Beim Erntemarkt gab es dann Kartoffelsuppe „aus eigenem Anbau“.

Bericht: Erster Spatenstich Bunte Beete – Einladung zum Kartoffeln pflanzen am 22.4.23

Am 18. März haben sich etwa 15 Freiwillige im Alter von 1 bis 61 auf dem Friedhof getroffen und bei herrlichem Wetter umgegraben. Bei strahlendem Sonnenschein und super Stimmung wurden fünf Beete angelegt, in denen Bohnen, Kartoffeln, Kürbis und Zucchini wachsen sollen. Der Friedhof ist sicher ein ungewöhnlicher Ort um Gemüse anzubauen. Nach der Entwidmung 2016 sind die Laufzeiten vieler Grabstädten abgelaufen und zurück bleiben Wiesenflächen, die vereinzelt zum Spazieren gehen genutzt werden. Mit dem Projekt Bunte Beete entsteht dort ein Ort der Begegnung. Bei der gemeinsamen Gartenarbeit konnten sich die fleißigen Gärtner:innen kennenlernen und austauschen – nicht zuletzt bei einem gemeinsamen Picknick.

Bunte Beete verbindet Umweltbildung mit Begegnung und Teamarbeit. Das merkt man schon bei den verschiedenen Talenten der vier Initiatorinnen: „Ich habe keinen eigenen Garten und finde es toll, dass ich hier, zusammen mit den anderen Gemüse anbauen kann“, freut sich die Inklusionsfachkraft Jasmin Schulz. „Mir ist es wichtig, dass der Friedhof ein Ort bliebt, an dem man in Ruhe spazieren gehen kann und was zu Gucken hat. Deshalb habe ich ein rundes Design für die Beete entworfen um einen Ort zu schaffen, an dem man sich gerne aufhält.“ erklärt die Lehrerin Solveig Schaup. „Meine Kinder sollen wissen, dass Gemüse nicht im Supermarktregal wächst und wie könnten sie das besser verstehen, als wenn sie es selbst pflanzen?“ berichtet die Fotografin und Social Media-Verantwortliche Julie Thimm. Die Lehrerin Hannah Kochanek ergänzt: „Gemeinde bedeutet für mich, Gemeinschaft zu erfahren und die Welt ein Bisschen besser zu machen. Lokale Lebensmittelproduktion ist ein Schritt für die Umwelt einzustehen und die Wertschätzung für unser Essen zu fördern.“

http://www.hoerde-evangelisch.de/friedhof/