Karlsruhe: Sozialunternehmen Urbane Gärten Karlsruhe

Zwei Frauen haben das „Sozialunternehmen Urbane Gärten Karlsruhe“ als gGmbH gegründet. Meine Gesprächspartnerin Carmen hat vorher als Künstlerin und Medienpädagogin gearbeitet. Sie wollen mit ihrer gemeinnützigen Firma zur Transformation (von Grünflächen) beitragen und bringen Ökologie, Soziales und Kunst zusammen. Sie bewerben sich auf Ausschreibungen, stellen Anträge bei Stiftungen und bekommen Aufträge (z.B. von der Kommune). Ihr Ziel: die essbare Stadt. Sie wollen sich noch mehr als Partner für Stadtentwicklung und Stadtplanung etablieren. Angetreten sind sie mit der Haltung, dass die Firma ein Ausprobieren sein kann, wenn es nix wird, dann machen sie was anderes. Gelernt haben sie, dass bei Auftraggebern wichtig ist, zunächst einen kurzen Planungshorizont aufzurufen, so beim Spielfeld M2 der Höpner Stiftung. Die dahinter stehende Brauerei lebt von den Gewinnen ihrer Immobilien. Auf einer Fläche wurde ein Brauhaus (?) abgerissen und die Stiftung suchte nach Nachnutzungen – zunächst für 1 Jahr wurde die Fläche für einen Gemeinschaftsgarten zur Verfügung gestellt, dann für ein weiteres und inzwischen sind es 5 Jahre. Da es sich um ein Sahnestück handelt, ist der Garten dort nicht wirklich sicher. Neulich brauchte ein Startup, an das Räumlichkeiten an der Fläche vermietet sind, mehr Lagerfläche und ein Teil des Gartens (auf dem schon Bäume gepflanzt waren), musste umziehen. Carmen, Lena und ein Gärtner haben das dann ruckzuck gemacht und alle Bäume haben überlebt. Die ehrenamtliche Gruppe wäre zu einer so schnellen Reaktion nach Einschätzung von Carmen nicht in der Lage gewesen. 
Die Obstbäume im Spielfeld-Garten werfen inzwischen so viel ab, dass sie sich fragen, was sie mit dem ganzen Obst machen sollen.
Anfangs haben sie Wohnungsbaugesellschaften angeschrieben und auch Aufträge erhalten. Gelernt haben sie dabei, dass je mehr Personalressourcen von Firmen für die Umgestaltung (in Form von Strategieworkshops etc.) gebraucht werden, desdo eher ziehen sich diese zurück. Die Firmen wollen eher Praxisprojekte, die sie in Auftrag geben können. Bei einer anderen Wohnungsbaufirma wurden sie eingeladen, mit zu machen, doch die haben schon mit Acker e.V. kooperiert. Für sie war interessant zu erleben, wie Acker arbeitet.
Mit der Ansprechpartnerin für Urban Gardening der Stadt haben sie ab und an zu tun, sie finden aber, dass die Stadt – die wohl schon seit 10 Jahren eine solche Stelle hat – damit zu wenig Wirkung in Richtung essbare Stadt entfaltet. Die Grünen sind die stärkste Partei und „essbare Stadt“ steht im Koalitionsvertrag.
Karlsruhe hat wohl einen Zuschlag für den Aufbau eines Urbanen Waldgartens bekommen (Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz), es ist auch schon ein Permakultudesigern dafür eingestellt worden. 
Eine wichtige Finanzierung haben sie jünst über die DM-Werner-Stiftung bekommen: 3 Jahre mit Personalstellen, so easy, dass sie es erst nicht geglaubt haben.
Sie sind Träger von ein paar Gemeinschaftsgärten, haben andere begleitet und machen auch Gartenaktionen mit und für Schulen. Andrea Baier hatte sie mal in der Werkstatt für alles mögliche besucht und wohl zu Repair und Werkstatt beraten.