Chemnitz: Gartennetzwerk und Gartenvielfalt

Gemeinschaftsgarten Knappteichgarten: eine Parzelle in einem Kleingarten mit gut ausgebauter Laube (in der das Manifest hängt, was Grundlage für die Netzwerkarbeit ist), Obst und Gemüse, Lager mit Kontiki uvm. Sie machen Workshops für die VHS, Angebote für Schulen und andere Gruppen. Ihr Hauptprojekt ist aber nicht der Garten, sondern der Knappteich. Diesen Teich pflegen und hegen sie ehrenamtlich. Sie kümmern sich auch um die Sauberkeit der Wege um den Teich, haben an einer Stelle ein weiteres Gartenprojekt „essbare Stadt“ angelegt. Dort erneten manche gezielt, aber an sich nicht viele. Vandalismus gibt es weder dort noch im Knappteichgarten. Bei der „essbaren Stadt“ gibt es Filmabende.
Das Viertel in dem Garten und Teich sind, ist ein ehemaliges Neubaugebiet, in dem die meisten Bewohner*innen wohl noch immer wohnen. Entsprechend überaltert ist es. Von den Nachbar*innen sind keine im Garten dabei, viele haben einen Kleingarten in dem Areal. Ab und an kommt jemand zu einer Veranstaltung. Von dem mit Bokashi geimpften Kompost wollen die Nachbar*innen gerne was. Vor dem Knappteichgarten gibt es einen Fairteiler. An sich als Foodsharing-Schrank (alte Telefonzelle) gedacht, finden dort auch Bücher, Küchenutensilien und anderes neue Besitzer*innen. Die Zelle wird sehr gut genutzt. 
In den Teich bringen sie selbstgemachte „Dangos“ ein, Gesteinsmehl“bälle“ (so groß wie Tennisbälle), die Transportmedium für EM sind. Diese halten den Teich sauber. Die EMs bekommen sie von einer Firma „Sachsen EM“, ein Forschungsinstitut (ggf. Fraunhofer) begleitet das informell.
Die Knappteichgartengruppe mit ihrem Träger ist auch aktiver Part des Gartennetzwerks Chemnitz.

Der Ideengarten ist ein Projekt des Nachhall e.V., der auch Träger eines Saatgutgartens ist. Der Träger hat EU-Mittel bekommen: https://www.europa-fördert-sachsen.de/de/projekte/49060 und konnte so Stellen schaffen. Die Mitarbeiter*innen sind mal im Ideengarten (GG) und mal im Saatgutgarten (eher Beschäftiungs/Bildungsprojekt). Der Ideengarten ist Außenstelle des Naturkundemuseums, das dort einen Lehmofen betreibt, den die Gärtner*inne auch mit benutzen können. Sie nehmen an 1m² Lein teil, haben ein Färberpflanzenbeet und eine Art kleines, essbares Amphietheater, in dessen Mitte eine Feuerstelle ist. Es gibt sehr viele, sehr hohe und sehr gut tragende Obstbäume im Garten, sie kommen gar nicht mit der Ernte hinterher. Die Ansprechpartnerin ist aktiv bei Foodsharing und im Ernährungsrat Dresden. Von Foodsharing aus gibt es Kooperationen mit Kleingärten. Sie machen da Aufrufe und wer es nicht schafft, selber alles zu ernte, kann sich an sie wenden und dann erntet eine Foodsharinggruppe und bringt die Ernte in einen Verteilpunkt. Sie machen viele Angebote für Schulklassen, auch Nachbar*innen sind dabei. Es gibt aber auch noch viel Platz für Beete. Nebenan wird ein Haus saniert, das zu einem Wohnprojekt wird, die zukünftigen Bewohner*innen wollen gerne gärtnern. Bisher gießen sie mit Trinkwasser, genug Dachflächen drum herum gibt es. Sie wollen sich kundig machen, wie sie diese nutzen können.

Die Gartenutopie ist auf einer Fläche, die hauptsächlich zwei Privatpersonen gehört. Ein Stück mittendrin gehört einem Investor. Dieser will nicht verkaufen, sondern am liebsten quer durch den Garten eine Auffahrt/Einfahrt zu einem geplanten Parkhaus bauen. Die Gemeinschaftsgarten-Besitzer hoffen, dass es einen Flächentausch geben kann und die Stadt dabei helfen wird. Die Hauptflächenbesitzer wollen das gemeinschaftliche Gärtern fördern. Auch in diesem Garten gibt es viel Obst. Es gibt individuelle und gemeinschaftliche Beete, einiges an selbstgebauter Infrastruktur (Häuschen, Überdachungen, Kompostplatz und das Dach eines großen Hauses, was an den Garten grenzt, wird für die Regenwasserernte genutzt. Sie haben zudem eine Zisterne gebaut. Und es gibt Obstbaumgilden -> Obstbaäume und Gemüse drunter. Seitdem sie ein Schid am Garten haben, dass man mitmachen kann, kommen wieder neue Interessierte dazu. 

Der Interkulturelle Garten Bunte Erde ist in einem wunderschönen Viertel von Chemnitz, dem Kassberg. Ein Viertel mit sehr viel Jugendstilhäusern. Hier wohnen Menschen mit ein bisschen mehr Geld als im Sonnenberg (wo Ideengarten und Gartenutopie sind). Der Garten ist im Hinterhof, ein Schild haben sie extra nicht – angefeindet oder angegriffen wurden sie bislang nicht.
Sie haben viele Beete, die an einzelne Gärtner*innen oder Familien vergeben werden. Die Beete sind um eine Rasenfläche angeordnet, auf der auch ein Pavillion – berankt mit Wein – steht. Sie haben eine Pumpe, ein recht ordentliches Gerätehaus und in der Laube ist sogar eine Küche. Sie machen Feste, kochen zusammen.

Der Stadtteilgarten Kompost hat noch eine Fläche dazu bekommen, den sie Bürgergarten Pleisenbach nennen. Auf diese Fläche kommt man zuerst, recht ordentlich gestaltet, mit überdachter Sitzmöglichkeit in der Mitte ein ein paar Hochbeeten. Im hinteren Teil hat ein Imker seine Beuten. Der GG Kompost ist direkt daneben und wilder. Und dahinter ist dann noch ein dritter Teil, der so richtig wild aussieht. Die Gruppe kommt aus den angrenzenden Häusern, der Träger hat auch noch einen Umsonstladen, die Betreiber*innen sind im Garten mit dabei. Der Garten gehört mit zu der linken Infrastruktur im Stadtteil, das benachbarte Wohnprojekt wird immer wieder von Rechten angefeindet, die unteren Fenster sind mit Metallplatten gesichert. Im Garten gibt es aber wohl keine Vorfälle.