(Antrag, Antworten)
Wie viele Menschen sind denn jetzt schon an der Planung beteiligt und wollen dann gärtnern?
Beteiligt an einem ersten Schnupper-WorkshopEnde Oktober waren 6 Personen. 3 davon haben schon ernsthaftes Interesse bekundet dabei zu sein. Keiner davon gehört zu den sozial benachteiligten Menschen, die sind eher aus der Selbstzahler*innen-Fraktion.
Sind die sozial benachteiligten Menschen an der Planung beteiligt und kommen sie aus der Nachbarschaft?
Habt ihr schon eine Liste mit Interessent*innen?
Da bislang noch keine Gelder für das Projekt zur Verfügung stehen , gehen wir erst in die Akquise, wenn die Finanzierung gesichert ist. Da wir aber Kooperationen u.a. mit den Geflüchteten-Unterkünften haben, werden wir zum Beispiel dort aktiv werben. Auch ist die Ansprache in Einwohnermeldeämtern, Gemeindezentren und Wohnprojekten in der Nähe in Planung.
Der Garten soll/wird dann mit den Menschen, die gärtnern wollen, zusammen aufgebaut und weiterentwickelt? Also nicht nur vom Verein?
Ja, richtig, der Garten wird dann mit den Menschen zusammen aufgebaut, aber der Verein bietet eben zusätzlich dazu noch die 6 Workshops auf dem Acker.
Und können die Gärtner*innen das ganze Jahr über auf die Fläche? Oder denkt ihr an eine Saison von April bis Oktober (das hattest du gestern im Gespräch gesagt)
Die Saison des Offenen Gartens geht von April bis Oktober. Die Workshop-Saison könnte im Feb. und März mit Planungen und vorbereitenden Arbeiten auf dem Acker starten, die eigentliche Garten-Saison startet ja gewöhnlich im April und geht so bis Ende Oktober/ November, aber natürlich stehen die Flächen den Nutzer*innen auch danach offen. Sie können in jedem Fall das ganzen Jahr auf die Fläche.
1. Wie groß ist die Gruppe? Und wo kommen die Leute her?
Wir rechnen im ersten Jahr mit einer aktiven Gruppe von 25–35 Personen (ca. 15–20 Haushalte), die gemeinsam planen, bauen und gärtnern.
Spadenland ist – wie du sagst – dünn besiedelt, deshalb setzen wir bewusst auf ein sozialräumlich erweitertes Einzugsgebiet:
· Familien und Einzelpersonen aus Rothenburgsort, Neuallermöhe und Billstedt,
· Menschen aus den Wohnprojekten in Ochsenwerder,
· sowie Menschen, die uns bereits über den „Offenen Garten“ am Samstag kennen.
Diese Mischung ist für uns wichtig: lokal verankert, aber sozial geöffnet.
Gerade für die sozial geförderten Parzellen sind Billstedt und Rothenburgsort zentrale Zielquartiere – dort haben Familien häufig gar keinen Zugang zu Natur- und Gartenflächen. Unser Hof ist gut angebunden (Bus 124, Bus 120 und 222 fußläufig).Fahrzeiten aus Rothenburgsort und Billstedt liegen bei 20–30 Minuten, was für ein Bildungsprojekt gut machbar ist.
2. Wie binden wir die Menschen ein, die sozial gefördert werden?
Die sozial geförderten Lernparzellen sind für Menschen gedacht, die sonst kaum Zugang zu solchen Projekten hätten – z. B. kleine Einkommen, Alleinerziehende, Senior*innen oder Menschen aus Geflüchteten-Unterkünften.
Die Auswahl erfolgt transparent und sozial begründet, aber ohne hohe Barrieren über:
- offene Ausschreibung über lokale Einrichtungen sowie direkte Ansprache über Schulen, Elternlots*innen, Ehrenamtliche
- Kennenlerngespräche vor Ort und auf Augenhöhe
- gemeinsame Planungstage und Bauaktionen – kein „Zuteilen“, sondern Mitgestalten
- Gemeinsamer Lern- und Gartenalltag, keine Trennung zwischen „gefördert“ und „normal“ – alle sind vollwertige Teil des Gartens. Wir wollen echte, vielfältige Community – keine Parallelgruppen.
Alle Teilnehmenden werden ab Februar/ März in einem gemeinsamen Planungsprozess beteiligt – mit Karten, Geländeplan, Bedarfsrunde und gemeinsamer Priorisierung.
3. Warum nicht über gestaffelte Vereinsbeiträge lösen?
Gestaffelte Beiträge haben wir – sie reichen aber nicht aus. Für viele Familien aus Rothenburgsort/ Billstedt sind selbst 100–150 € pro Jahr nicht leistbar.
Damit Teilhabe wirklich möglich ist, braucht es:
- 0 € für alle sozial geförderten Parzellen,
- kostenfreies Material (über euch),
- pädagogische Begleitung (über andere Förderer)
= Zugang ohne Hürden.
Gerade für Menschen aus engen Stadtquartieren sind diese Gemeinschaftsflächen sehr wertvoll. Und das ist genau der Grund, warum wir euch als Förderpartner anfragen – um echte soziale Teilhabe zu ermöglichen.
4. Welche Beiträge zahlen die Selbstzahler – und warum?
Da wir ein saisonbegleitendes Bildungs- und Gemeinschaftsprogramm anbieten (Workshops, Permakultur-Coaching, soziale Permakultur, Lernmaterialien), liegen unsere regulären Beiträge bei:
- 950 € pro Saison (regulär)
- ca. 450–550 € (solidarisch reduziert)
- 0 € (12 sozial gefördert)
Die Selbstzahlenden tragen bewusst solidarisch dazu bei, dass wir 12 kostenfreie Lernparzellen ermöglichen können. Dieses Modell ist Teil unseres Community-Gedankens.
5. Wie groß sind die Parzellen? Und wie viel Gemeinschaftsfläche gibt es?
- 30 Lernparzellen à 25–35 m², ca. 1.000 m²
- ca. 1000 m² Gemeinschaftsfläche für Kompost, Wege, Wassermanagement und Workshopfläche
Die Parzellen sind nicht „Mietflächen“, sondern Lern- und Übungsräume in einem gemeinschaftlichen Gartenkonzept. Die Fläche ist bewusst so gestaltet, dass die Gemeinschaftsorte und Lernräume ausreichend Platz haben.
ERSTE FRAGE/ANTWORTRUNDE
Wir bauen nicht nur Beete, sondern ein gemeinschaftliches Lernprojekt für 60–100 Menschen – mit sozialen Zugängen, Workshops und gemeinschaftlichen Bauaktionen.
Wir wollen ein gemeinschaftliches Gartenprojekt aufbauen, das individuelle Lernparzellen und gemeinsame Gartenstrukturen miteinander verbindet. Die Förderung der anstiftung würde es uns ermöglichen, dieses Gemeinschaftsprojekt sinnvoll und zugänglich zu gestalten.
Der Förderantrag an die anstiftung bezieht sich ausschließlich auf den Gemeinschaftsgarten: auf die gemeinsame Planung der Fläche, den Aufbau von Wegeführung, Kompost, Wassermanagement, auf gemeinsame Pflanzaktionen und Workshops und die Entwicklung einer selbstorganisierten Gartengemeinschaft.
Innerhalb dieser gemeinschaftlich organisierten Fläche soll es Lernparzellen geben, die von Teilnehmenden individuell bepflanzt werden. Diese Parzellen sind nicht als klassische Mietäcker gedacht, sondern als Lernräume innerhalb des gemeinschaftlichen Gartens, damit die Teilnehmenden direkt erleben können, wie Boden, Pflanzen, Wasser und Klima zusammenwirken.
Aus diesen Lernparzellen soll ganz gezielt eine gemeinschaftliche Permakultur-Gartenstruktur entstehen: gemeinschaftliche Infrastruktur, gemeinsame Bauaktionen, kollektive Entscheidungsprozesse und gemeinsame Pflegephasen.Eine solche Kombination — gemeinschaftlicher Garten + individuelle Beete — findet sich in vielen klassischen Gemeinschaftsgärten.
Für Menschen, die sich sonst nicht beteiligen könnten (z. B. Alleinerziehende, kleine Einkommen, Senior*innen, Menschen mit wenig Zugang zu Natur-Projekten), wollen wir 12 sozial geförderte Lernparzellen einrichten. Diese Teilnehmenden zahlen keine Gebühr und erhalten Materialien und Unterstützung kostenfrei, also genau im Sinne der anstiftung, die soziale Zugänge fördert.
Wenn wir von einem „Gartennetzwerk“ sprechen, meinen wir die soziale Gemeinschaft, die durch gemeinsames Arbeiten entsteht: gemeinsame Planungstage, Bauaktionen, Workshops, Austausch und gegenseitige Unterstützung. Die Gruppe organisiert sich nach und nach zunehmend selbst. Das ist ein wesentlicher Bestandteil der sozialen Permakultur und ein Kernelement des Projekts – nicht ein externer Zusammenschluss oder eine zusätzliche Organisationsebene.
Zur Kostenfrage: Das gesamte Gartenprojekt befindet sich im Aufbau. Für die sozial geförderten Parzellen fallen keine Gebühren an. Die Förderung dient dazu, diese Teilhabe zu ermöglichen. Menschen, die später eine selbstzahlende Lernparzelle übernehmen möchten, können dies tun – sie sind aber nicht Bestandteil des aktuellen Förderantrags.
Das Projekt ist somit kein Mietackerbetrieb, sondern ein gemeinschaftliches Bildungs- und Beteiligungsprojekt, das soziale Teilhabe, ökologische Praxis und gemeinschaftliches Lernen verbindet.