(Antrag und Antworten)
Die Bekanntheit unseres Nachbarschaftsprojektes steigt und viele Gärtner*innen nutzen die Hochbeete bereits intensiv, um sich mit frischem Gemüse, Obst und Kräutern zu versorgen, sodass wir in der vergangenen Gartensaison einige Anfragen für Beetpatenschaften nicht erfüllen konnten. Im kommenden Jahr sollen deshalb zwei neue Hochbeete gebaut werden. Für den Bau haben sich Paletten aus lokalen Unternehmen als stabile Konstruktionsgrundlage erwiesen. Diese erhalten wir weiterhin kostenlos. Für die Auskleidung mit Teichfolie sind neben der Folie selbst Tackernadeln sowie Schrauben für die Fixierung der Paletten notwendig.
Außerdem möchten wir im kommenden Jahr zwei weitere Beete renovieren. Beim Bau der Beete 2017 wurde eine Folie verwendet, die wenig witterungs- und UV-beständig scheint, sodass die Folie reißt bzw. sich Stücke daraus lösen. Neben dem Feuchtigkeitsverlust ist vor allem die Anreicherung von Plastikpartikeln in der Erde und damit mitunter auch im Gemüse selbst ein Problem. Für die geplante Renovierung werden wir neben der Teichfolie und Tackernadeln vermutlich auch einige neue Schrauben für die Paletten benötigen.
Im vergangenen Jahr sind weiterhin leider die Auslaufhähne der Wassercontainer (IBC) kaputt bzw. undicht geworden. Eine Reparatur durch im 3-D Druckverfahren hergestellte Ersatzteile durch einen unserer Gärtner war leider nicht dauerhaft. Diese möchten wir gerne durch neue Hähne mit hohem Metallanteil – mit hoffentlich höherer Haltbarkeit – ersetzen.
2) Auch unsere Gemeinschaft braucht Pflege
Mit gemeinsamen Projekten möchten wir nicht nur unseren Hochbeetgarten pflegen, sondern auch uns als Gemeinschaft. Dabei geht es uns zum einen darum, bei der Planung und Durchführung der Projekte, gemeinsam und voneinander zu lernen – zum Beispiel mehr über biologische Gartenführung, Kultivierung von Pflanzen im Hochbeet oder Insekten im Nutzgarten. Gleichzeitig möchten wir Anlässe schaffen, bei denen wir uns gegenseitig besser kennenlernen können und unsere neuen Mitglieder von Anfang an gut einbinden können.
Zwei gemeinsame Bauprojekte haben wir uns deshalb für das kommende Jahr vorgenommen:
a) Da wir im vergangenen Jahr Probleme mit starkem Lausbefall hatten möchten wir der weiteren Verbreitung mit Nisthilfen für Insekten entgegenwirken. Die Nisthilfen für Florfliegen, Marienkäfer, Ohrwürmer und weitere Insekten sollen in einem Workshop gemeinsam gebaut werden. Für den Bau möchten wir Hasendrahtgitter, Schrauben sowie rote Farbe für die Überwinterungsquartiere der Florfliegen erwerben. Das Hasendrahtgitter soll als Abschluss über die gefüllten Rahmen gespannt werden, da wir aufgrund hohen Publikumsverkehrs und tendenziell schlechten Erfahrungen mit offen zugänglichen Dingen eine geringe Haltbarkeit der Nistkästeninhalte befürchten. Stroh bekommen wir von einem örtlichen Bauernhof, die weiteren Füllmaterialien werden von den Gärtner*innen vorab gesammelt, das Holz wird recycelt.
b) Des Weiteren ist die Blütenvielfalt in unserem Garten vor allem im Herbst relativ niedrig. Zum einen werden die Beete aufgrund des begrenzten Platzes vorrangig für den Anbau von Gemüse genutzt, dessen Blütezeit früh im Jahr stattfindet. Nur vereinzelt wachsen Malven, Boretsch und Phazelia. Zum anderen sind wir angehalten die Grünfläche, auf dem die Hochbeete gebaut wurden, regelmäßig zu mähen, sodass nur direkt um unsere Beete
etwas Lein, Scharfgarbe und Lichtnelken wachsen. Im Frühjahr möchten wir deshalb mobile, kleine Beete in Kisten bauen, die unabhängig von den vergebenen Beetpatenschaften im Garten verteilt werden. Sie dienen als Lebensgrundlage für weitere Insekten. Für den Bau müssen kleine Schrauben, Tackernadeln und Teichfolie erworben werden. Die Samen würden wir gerne bei der Firma Dreschflegel einkaufen, da das Saatgut samenfest ist und Öko-Richtlinien einhält. Um eine lange Blütezeit im Garten zu erreichen und verschiedene Insektenarten zu bedienen sollen Sommerastern (Blütezeit VII-X), Cosmea (Blütezeit ab VI), Löwenmäulchen (Blütezeit VII – X), Winden (Blütezeit VII – X) und Tagetes (Blütezeit VI – X) gesät werden. Eigene Samen von Borretsch, Akelei und Sonnenblumen kommen hinzu.
- Wir sind in diesem Jahr 24 Gärtner*innen (inkl. 3 Kinder). Die enge Kerngruppe, die bei jedem Treffen anwesend ist, regelmäßige Aufgaben übernimmt und selbstständig kleinere Projekte anstößt sind circa 7 Personen.
- Mitmachen kann jede*r, die/der sich an uns wendet (via E-Mail, Ansprechen im Garten, über das Transitionbüro). Dazu gibt es Infos auf unserer Homepage, im Newsletter von Transition, bei Infotreffen im Herbst und Frühjahr speziell zu den Gartenprojekten und wir haben auch ein Schild im Garten, das Passant*innen über das nächste Gartentreffen direkt informiert und einläd. Bester Einstiegszeitpunkt ist im Frühjahr, wenn die Beetpatenschaften neu organisiert werden oder im Herbst, wenn wir planen, ob bzw. wie viele Beete neu gebaut werden müssen. Unter dem Jahr haben wir – solange ich es organisiere – keine Anfragen bekommen.
Die Entscheidungsprozesse werden in monatlichen Treffen kanalisiert. Hier können sich alle Anwesenden mit Ideen einbringen und es wird anschließend abgestimmt, was umgesetzt wird. Im kommenden Jahr möchten wir hier allerdings etwas modifizieren und in der Gruppe zu Beginn des Gartenjahres „Jahresziele“ festlegen, um allgemeine Perspektiven für die Gartenentwicklung / unser Projekt zu entwickeln. Die Informationen der Treffen werden in einem Protokoll zusammengefasst, das im Nachgang an alle Gärtner*innen per Mail oder Chatgruppe gesendet wird. Die Chatgruppe wird auch für kurzfristige Anliegen (z.B. Übernahme von Gießen eines Beetes, unaufschiebbare Reparaturen, gemütliche Treffen) genutzt.
Für die Öffentlichkeit haben wir im vergangenen Jahr auch zunehmend unsere Homepage nutzt (im Garten hängt ein Schild mit dem Link hierauf), um Interessierte zu informieren (https://www.transition-regensburg.de/gruppen/gardening/transition-pat-garten/). - Die angedachten Bau- und Reparaturarbeiten sollen für alle interessierten Gärtner*innen offen sein. Beim Beetbau und – renovierung hat sich eine Gruppengröße von circa 5 Leuten als Maximum im Frühjahr gezeigt (unter akutellen Kontaktbeschränkungen auch eine gute Zahl). Nachdem sich bei einer Umfrage bereits mehr Leute dafür interessiert haben, würden wir hier an mehreren Tagen mit unterschiedlichen Gruppen arbeiten, sodass jede*r daran beteiligt werden kann und an möglichst viele Personen das Wissen weitergegeben werden kann.
- Das gedruckte 3-D Ersatzteil war tatsächlich einfach herzustellen, da online dafür Modelle downloadbar sind. Allerdings war das Plastik-Material nicht beständig genug (vermutlich UV) sowie die Rillen des Gewindes mit dem verfügbaren Drucker wohl nicht sauber genug druckbar.




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