(ANtrag/Antworten)
Nach 5 Jahren Gärtnern auf Beton wurde der Lucie-Flechtmann-Platz im Frühling 2018 entsiegelt.
Der Platz ist nun ein „echter“ Stadtgarten, der uns Stadtgärtner*innen langfristg erlaubt im
öff entlichen Raum öko ologisch nachhaltg zu gärtnern und unsere Stadt selbst und zuko untsfähig mit
zu gestalten. Der neu hergestellte Platz bietet bisher (noch) wenig Abwechslung in seiner
Beschaff enheit. Neben großen Gemüsebeeten, den wiederaufgebauten Hochbeeten aus dem
Projeko t „Lerngarten Lucie“, frisch angepfanzten Sträuchern und einigen den Platz umgebenden
Bäumen, mangelt es noch an vielfältgen Struko turen und Lebensräumen. Diese müssen von uns
ehrenamtlichen Gärtner*innen selbst aufgebaut werden. Dies umfasst neben sämtlichen
Gartenelementen wie Beeten, Kompost und Bewässerungsmöglichko eiten auch Sitzgelegenheiten
und Weterschutz.
Es soll daher auf einer sichelförmig angelegten, 30m² Beetläche in der Platzmite ein erhöhtes
Beet entstehen, das durch eine Patchworko mauer eingefasst ist. Die Patchworko mauer aus
verschiedenen recycelten Materialien soll zu großen Teilen als Trocko enmauer angelegt werden und
bietet zahlreichen Lebewesen ein zu Hause. Durch ein solides Fundament und eine Verko lebung der
oberen Mauerschichten ist sie stabil genug, um langfristg im öff entlichen Raum zu bestehen und
eine Sitzgelegenheit für Platzbesucher- und Gärtner*innen zu bilden. Das auf diese Weise
entstandene Hochbeet soll als Magerbeet mit sandigem, nährstoff armen Boden angelegt werden.
Es bildet so einen trocko enen, sonnigen Standort, der sich besonders für Kräuter und andere
spezifsch angepasste Pfanzen eignet. Das Magerbeet als besonderes Miko rohabitat ergänzt den
Gemüsegarten und bereichert das Gärtnern im typischerweise feuchten, norddeutschen Klima.
Projeko tergebnis ist ein langlebiges, multfunko tonales Hochbeet, das zeitgleich als Sitzgelegenheit
und Lebensraum dient. Durch die Errichtung der Trocko enmauer und eine vielseitge Bepfanzung
des Magerbeetes wird Artenvielfalt in der Stadt unmitelbar gefördert und Lebensräume auch in
der Vertko alen eröff net. Der Bau der Trocko enmauer aus recyceltem Material spart Ressourcen und
vermeidet insbesondere bei dem verwendetem Naturstein einen unnötgen Abbau von
Landschaten in anderen Teilen der Welt. Vorgesehen ist die Verwendung von 18m³ Naturstein, die
derzeit noch als Grundstücko seinfassung im Bremer Umland (Weyhe) aufgebaut sind und von uns
umfunko toniert werden ko önnen. Als weiteres Material ko önnen wir Ziegel aus einer stll gelegten
Ziegelei ebenfalls aus Weyhe beziehen, sowie verschiedene Materialreste von Galabau-
unternehmen. Bei der Auswahl der Bepfanzung wird auf öko ologischen Anbau geachtet.
Der Bau des Beetes durch 10-15 Ehrenamtliche ist für Mite Mai geplant. Die Größe des Beetes und
die Anforderung an die Anlage langfristg im öff entlichen Raum zu bestehen, erfordern eine
fachko undige Anleitung des Eigenbaus. Entsprechende Honorare sind bei der senatorischen
Behörde für Bau, Umwelt und Verko ehr (SUBV) Bremen beantragt. Das notwendige Bodenmaterial
(30 ko ubiko meter) ist bei den städtschen Entsorgungsbetrieben KNO als Sachspende angefragt. Bei
der ansti ft ung werden die Finanzierung des Materials für die 40 m lange, 45 cm hohe
Patchworko mauer, sowie Mitel für die Anschaff ung von Jungpfanzen in Höhe von insgesamt 5000
Euro beantragt.
> – wie wird die Struktur des Beetes angelegt? Wie kann man dann „dort oben“ gärtnern? Plant ihr da Wege etc.? Wie kommt man „da hoch?“ mit Schubkarre z.B. und auch mit ggf. körperlichen Einschränkungen?
Das erhöhte Beet kann nicht barrierefrei betreten werden. Mit körperlichen Einschränkungen kann also nur am Beetrand, nicht in der Beetmitte gegärtnert werden. Mit der Schubkarre kommt man allerdings hoch, indem einfach ein Brett als Rampe schräg an die Mauer gestellt wird. Ohne körperliche Einschränkungen kann in dem Beet herumgelaufen und gegärtnert werden – was jetzt nicht täglich und für die breite Öffentlichkeit angedacht ist, sondern nur für das offene Sonntagsgärtnern. Dafür werden Backsteine und Platten im Beet verlegt, auf die getreten werden kann.
> – wie wird dieses Beet dann bearbeitet, bzw. wer macht das? Macht ihr alles gemeinschaftlich oder gibt es bei euch Patenschaften oder auch direkte Zuordnungen von Beeten (habe ich leider schon wieder vergessen)
Wir haben uns dafür entschieden, Beetpatenschaften nur noch auf direkte Anfrage zu vergeben, da die Verlässlichkeit der Beetpat*innen in den letzten Jahren gegen Ende des Sommers immer stark abgenommen hat. Wir planen daher, alles gemeinschaftlich zu begärtnern. Das hat 2018 gut geklappt und ein ganz anderes Gruppengefühl erzeugt. Alle, die an Sonntagen dazukommen, werden eingebunden. Wir haben für 2019 fünf Palettenhochbeete (je 1qm) für Anfragen nach Beetpatenschaften „reserviert“.
> – Wie wird die Ernte geteilt und was passiert dann damit?
Seit der Entsiegelung haben wir immer während des Sonntaggärtnerns gemeinsam geerntet und die Ernte dann unter allen Anwesenden, die mitgegärtnert haben, aufgeteilt. Odt haben wir noch vor Ort zusammen gegessen. Da wir ja im öffentlichen Raum gärtnern ist aber immer ungewiss, wie die Ernte aussieht. Letztes Jahr gab es ein Kürbisgate und alle unsere 30 prächtigen Kürbisse wurden innerhalb einer Nacht weggeerntet… Dienstags und Donnerstags abends sind Gießtermine, nach denen gelegentlich auch geerntet wurde (zB Salate, die bei der Hitze ja sehr geschossen sind und nicht lange stehen gelassen werden konnten).
> Wie viele Gemüsebeete gibt es dann noch?
Es gibt dann noch 23 Gemüsebeete von ca 1mx8m in unserem „Hauptgemüsebeet“ an der Grünenstraße. Außerdem gibt es links und rechts des Hauptgemüsebeetes noch Flächen von ca 25qm (an der Häschenstraße) und ca 50qm (an der Heinrich Bierbaumstraße) die je nach Fruchtfolge auch mit Gründünung oder Gemüse bepflanzt werden. Hier sollen in Zukunft aber auch Getreide und evtl Färberpflanzen wachsen. Dazu kommen noch ca 20 Palettenhochbeete.
> . wie lange wird der Bau dauern und wer wird die Anleitung machen?
Der Bau soll maximal 3 Tage dauern. Angedacht ist das Wochenende vom 10.-12.Mai. Die Anleitung würde voraussichtlich das befreundetes Galabauunternehmen „baumrausch“ übernehmen.
> -kannst du die Materialkosten ein bisschen auffächern? (Wenn das nicht
> zu mühsam ist)
Die Materialkosten setzen sich aus dem recycelten Naturstein, Klinker und Backstein und Betonplatten zusammen (ca 2500 Euro), sowie der Anlieferung (500 Euro). Der exakte Preis der Recyclematerialien kann noch leicht variieren, da wir ja keinen Neukauf tätigen und die Preise telefonisch eingeholt haben. Dazu kommen dann noch Zementmörtel (ca 85
Euro) und Mineralgemisch (300 Euro) für das Fundament und die Verklebung.
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