(Antrag/Antworten)
hiermit bewerben uns um eine Förderung für ein innovatives, gemeinschaftliches Agroforst-
Projekt. Auf einem Acker in Alfter bei Bonn schaffen wir – das Klima*Kollektiv – gemeinsam mit
der Solawi Alfter einen Ort für die Teilhabe an solidarischer, regenerativer und
klimaresilienter Landwirtschaft und gehen damit einen Schritt in Richtung lokaler
Ernährungssouveränität. Unser Projekt trägt den Namen Plan B³, als Kürzel für Baum, Beet,
Blume. In einem dynamischen Baum-Feld-System kombinieren wir den Anbau von Nuss- und
Obstbäumen mit dem Anbau von Gemüse und Blumen. So vielgestaltig wie der geplante
Gartenbau, sind auch unsere Motivationen und Ideen, die wir auf der Fläche verwirklichen wollen.
Der Projektkreis Plan B³ setzt sich bisher aus insgesamt 14 Personen zusammen, darunter
Landwirt*innen, Klimaaktivist*innen, Hobby-Gärtner*innen, Pädagog*innen, angehende
Obstbäuer*innen, Solawi-Mitglieder, Studierende und Auszubildende aus Alfter und Bonn.
Gemeinsam wollen wir auf dem 1 ha großen Projekt-Acker einen vielfältigen
Gemeinschaftsgarten schaffen. Der erwartungsgemäß wachsende Projektkreis von Plan B³
wird im kommenden Jahr Umweltbildungsangebote, wie Mitmachaktionen aufbauen. Angeleitet
durch die Solawi Alfter werden permanente Gemüsebeete angelegt, bestellt, gepflegt und
beerntet werden. Damit werden zum einen die Solawi-Mitglieder versorgt. Daneben werden die
Obst- und Nussbäume sowie weitere Gemüse-Gemeinschaftsbeete gemeinschaftlich genutzt
und die Ernte unter allen Beteiligten geteilt werden. Wir wollen einen interkulturellen
Begegnungsort stadtnaher Landwirtschaft schaffen, an dem sich auch unterschiedliche
Generationen begegnen können. Ziel ist es die Teilhabe an Landwirtschaft, Gärtnern und Natur
zu ermöglichen. Alle sind eingeladen, Praxiserfahrungen zu sammeln – vom Pflanzen übers Säen
und Gemüseernten über die Pflege von Obst- und Nussbäumen bis hin zum Mosten und
Genießen von frischem Obst und Gemüse! Wir möchten voneinander lernen und unsere
Begeisterung für die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte, für das Gärtnern und für die
Bedeutung landwirtschaftlicher Nutzflächen als Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere
weitergeben. Groß und Klein können
Neben Blühstreifen aus regionalem Saatgut soll auch der Anbau von Schnittblumen auf der
Fläche Platz finden. Hierbei wählen wir insektenfreundliche Arten und Sorten und orientieren uns
an Leitmotiven des “Slow Flower Movement”. Ziel ist es, von weit her importierte und unter
hohem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln produzierte Blumen durch ein lokales
biologisches Angebot zu ersetzen.
Der Projekt-Acker liegt am Ortsrand von Alfter Oedekoven und damit 5 km vom Bonner HBF /
Uni Bonn und 3 km von Alfter Zentrum / Alanus Hochschule Alfter entfernt. Erreichbar ist die
Fläche in 10 / 20 min mit dem Fahrrad sowie mit dem ÖPNV innerhalb von rund 50 / 10 min
(Bonn / Alfter Zentrum). Der Projekt-Acker wird von der Solawi Alfter durch einen 40-jährigen
Pachtvertrag von einem Landwirt aus Alfter gepachtet.
November 2020: Der zuvor beschriebene Plan B³-Projektkreis ist im November für einen 2-
tägigen Planungsworkshop erstmalig auf dem Projekt-Acker zusammengekommen. Hierbei
haben wir gemeinsam einen Entwurf für die Gestaltung des Projekt-Ackers entworfen (s.
Anhang). In Kleingruppen wurden Wissen, Wünsche und Vorstellungen geteilt, sodass wir uns
Schritt für Schritt dem finalen Entwurf annäherten. Für das Design-Wochenende hatten wir zwei
Agroforst-Experten des Defafs e.V. (Deutscher Fachverand für Agroforstwirtschaft) eingeladen.
Die gemeinsame Arbeitsatmosphäre und der Wissensaustausch zwischen Expert*innen
verschiedener Bereiche, Praktiker*innen und Akademiker*innen war sehr inspirierend. Eine
solche Zusammenarbeit von Personen aus verschiedenen Lern- und Arbeitsumfeldern findet
unserer Meinung nach zu selten statt, obwohl hierin enorme Potenziale liegen. Wir freuen uns
auf zukünftig zum Projekt stoßende Menschen und eine zunehmend diverse Gruppenstruktur
des Projektkreises Plan B³.
14.-20. Dezember 2020: Gemeinschaftliche Mitmachaktionen unter dem Titel: „Dieses Jahr
Weihnachten Bäume pflanzen, anstatt zu fällen!“ (Pflanzung von 300 Haselnusssträuchern, 9
Pfirsichbäumen, 60 Walnussbäumen, 250 Blumenzwiebeln). Corona-angepasst finden die
Pflanzungen in festen Kleingruppen über eine Woche hinweg verteilt statt. Um viele neue
Menschen zu erreichen und eine Gruppe an Helfer*innen aufzubauen, haben wir hierfür aktiv
lokale Werbung gemacht, z.B. über die Bonner Projekte “Bonn im Wandel”, das Netzwerk der
“Neuen Stadtgärtnerei” sowie über die Universität Bonn und die Solawi Alfter. Wir möchten die
Teilnehmenden für das Projekt begeistern und ermuntern, ihre Ideen einzubringen.
Januar: Im Januar möchten wir im Rahmen von weiteren Mitmachaktionen permanente
Gemüsebeete anlegen und eine Infotafel (inkl. Kontaktdaten) am Projekt-Acker aufstellen. Über
die Einrichtung einer Plan B³-Projekt-Website möchten wir eine breitere Öffentlichkeit erreichen,
beispielsweise für die Ankündigung von Mitmachaktionen und Umweltbildungs-Terminen für die
kommende Saison.
Februar: Pflanzung von 60 Esskastanienbäumen im Rahmen von Mitmachaktionen.
- Wie machen Sie Plan B³ bekannt (auf der Seite vom Klima Kollektiv habe ich es z.B. noch nicht entdeckt), wie können dann weitere Interessierte mitmachen?
Für die die kommende Woche anstehende Pflanzaktion haben wir über unser persönliches Umfeld geworben (Bekannten- und Freundeskreis, Gruppen in denen wir aktiv sind). Dadurch, dass die Mitglieder von Plan B³ alle in Bonn und Alfter wohnen und zum Teil seit vielen Jahren in der Klima- und Umweltschutzbewegung aktiv sind, konnten wir hierfür auf zahlreiche Kanäle zurückgreifen. Um zukünftig eine breitere und noch diversere Öffentlichkeit zu erreichen, richten wir im Januar eine eigene Plan B³ Website ein und möchten die Gruppe und das Projekt aktiv bewerben. Auf dem Projekt-Acker wollen wir am Wegrand eine Infotafel mit Projektbeschreibung und Einladung, uns zu kontaktieren und uns und das Projekt bei einer der Mitmach-Aktionen oder der monatlich geplanten Gruppen-Treffen kennenzulernen. Geplant ist für kommendes Frühjahr auch die Gründung eines eigenen vom Klima*Kollektiv losgelösten gemeinnützigen Vereins. Timo, der Ihnen genannte Ansprechpartner vom Klima*Kollektiv ist zwar einer der Mitinitiatoren der Gruppe Plan B³, eine eigenständige Rechtsform und ein eigenständiger Internetauftritt scheint aber langfristig sinnvoll. Gerne hätten wir den Antrag schon ausgehend von einer eigenen Rechtsform gestellt, da Plan B³ sich aber erst Anfang November aus verschiedenen bereits aktiven Gruppen frisch gegründet hat, war uns das in der Kürze der Zeit leider nicht möglich. Wir hoffen, dass Sie hierfür Verständnis haben. Über die Rückläufe für unserer „Mobilisierung“ für die Pflanzaktionen und auch in Gesprächen mit Dozent*innen, haben wir bereits gemerkt, dass das Projekt auf verschiedenen Ebenen auf großes Interesse stößt. Das stimmt uns mit großer Zuversicht, mit guten Kapazitäten ins kommende Jahr zu starten. Gleichzeitig wäre ein Start-Förderung für uns zum aktuellen Zeitpunkt enorm wertvoll, da gerade jetzt zu Anfang viele Investitionen getätigt werden müssen.
- Wie grenzen sich SoLaWi-Gemüsebeete und Gemeinschaftsgarten(beete) voneinander ab? Wie viele SolaWi-Beete und wie viele Gemeinschaftsgartenbeete soll es geben?
Auf der Fläche sind insgesamt 16 Gemüsebeet-Blöcke geplant (s. Karte). Davon sollen 3 volle Gemüsebeete, nach Bedarf auch mehr, der gemeinschaftlichen, freien Nutzung zur Verfügung stehen.
- Sind die Obst- und Nussbäume auch für die SoLaWi oder gehören die „nur“ zum Gemeinschaftsgarten?
Die Obst- und Nussbäume gehören dem Gemeinschaftsgarten und sollen gemeinschaftlich von Plan B³ gepflegt und beerntet werden. Die Ernte soll zwischen allen Beteiligten geteilt werden. Auch eine gemeinsame Weiterverarbeitung (z.B. Nussmus) im Rahmen von Workshops und Aufteilung der Nussprodukte wäre denkbar. Da auch Menschen aus der Solawi Alfter in Plan B³ aktiv sind, muss noch abschließend geklärt werden, welche Anteile letzendlich auch der Solawi für die Weitergabe an die Mitglieder zur Verfügung gestellt werden.
- Wie wird der Gemeinschaftsgartenteil organisiert? Wer entscheidet, was dort angebaut wird, sollen diese Beete gemeinschaftlich gepflegt werden, wie werden Aufgaben verteilt und wie soll die Ernte verteilt werden? Wie laufen Kommunikation und Entscheidungen?
Das ist z.T. noch nicht abschließend geklärt und wird von der Gemeinschaft an zukünftigen Mitgärtner*innen entschieden werden. Gemeinsam mit der Solidarischen Landwirtschaft Alfter könnte vorgezogenes Gemüse und Saatgut bezogen werden, Anbau und Ernte in den Gemeinschaftsbeeten können kooperativ mit der Solawi Alfter, sollen aber ohne großen Extra-Aufwand für die Solawi erfolgen. Angedacht sind zum jetzigen Zeitpunkt regelmäßige gemeinschaftliche Plan B³-Gartentage. Daneben erfolgt die Kommunikation des Plan B³ – Projektkreises derzeit über Telegram für eine direkte Kommunikation, Trello für Organisation und Strukturierung. Wichtige Entscheidungen werden möglichst per Konsens und vor allem während gemeinsamer Treffen getroffen – online oder Vorort auf dem Projekt-Acker.
- Wo sind die Gartengeräte untergebracht und wie haben alle, die gärtnern wolle, Zugang dazu?
Bisher werden Gerätschaften der Solawi Alfter, die in Alfter Oedekoven lagern, oder eigens mitgebrachtes Werkzeug (z.B. auch Handschuhe) verwendet. Plan B³- Projekteigene Werkzeuge sollen noch angeschafft werden. Es gibt nun einen neuen Bauwagen, der im kommenden Jahr auf dem Feld als Werkzeugschuppen dienen soll. Dieser muss den Winter über dafür noch hergerichtet werden.
- Wie ist die Wasserversorgung organisiert und wie werden die Kosten dafür auf SoLaWi und Gemeinschaftsgarten verteilt?
Der Projekt-Acker verfügt über einen Wasserhydranten. Das Bewässerungssystem soll für alle Beetblöcke in einem installiert werden (Wassersprenkler & Tröpfchenbewässerung) und während der Saison mit der Solawi abgestimmt organisiert werden – sodass mal Menschen von Plan B³ den Wasserhahn öffnen/schließen mal die Solawi-Gärtner*Innen. Die Kosten für das Bewässerungssystem und die Wasserkosten werden entsprechend der von der Solawi/ Plan B³ begärtnerten Flächen anteilig berechnet (bei 3 von 16 Blöcken Gemeinschaftsbeetfläche –> rund 17 % von Plan B³ getragen, der Rest von der Solawi Alfter).
- Wer würde die Schnittblumen ernten und werden diese dann verkauft?
Die Blumen sollen zunächst versuchsweise auf kleiner Fläche angebaut werden – in der kommenden Saison auf der Fläche eines halben Beetblocks. Die Blumen sollen in erster Linie dem Projektkreis dienen und je nachdem als Deko für Feste gespendet werden. Daneben ist angedacht, Pflücktagen und Bumenbinde-Workshops gegen Spende anzubieten. Die Idee auf dem Feld auch Schnittblumen anzubauen, stammt von einer in Plan B³ aktiven ehemaligen Klimaaktivistin und Mutter, die gebürtig aus den Niederlanden stammt, wo das Slow FLower Movement schon verbreiteter ist. Wir wollen durch den lokalen nachhaltigen Anbau im kleinen Stil Alternativen zu konventionellen Schnittblumen aufzeigen, die meist unter ökolgisch und sozial unzureichenden Standards angebaut und z.T. von weit her importiert werden (chemi. synthetische Pestitzide uund Düngemittel, schlechte Entlohnung). Daneben möchten wir die Insektenvielfalt auf unserem Feld erhöhen und das Projekt durch eine ästhetische Komponente bereichern.
- Habt ihr auch Flächen für Feste, zum Verweilen, zum Verarbeiten, für Workshops etc. geplant?
Hierfür ist insbesondere das Innere des „Walnussbaum-Kreises“ im Zentrum der Fläche vorgesehen (auf Zeichnung besser zu erkennen). Hier sollen zukünftig jahreszeitliche Feste, Workshops und Treffen stattfinden.
Zu Anbau und Ernte mit der Solawi: Gemeinschaftliche Arbeiten von Plan B³ könnten also gleichzeitig mit Pflanz-/ Erntetagen der Solawi stattfinden, aber auch völlig unabhängig (vermutl. teils teils) je nachdem wie die Plan B³-Gartengruppe sich organisieren möchte zukünftig.
Wer alleine, spontan gärtnern möchte kann dies natürlich auch unabhängig von solchen Tagen tun.
(mehr …)