(Besuch)
Der GG „Die Wiese“ in Nürnberg befindet sich hinter einem hohen, bunt bemalten Zaun in einem Wohnviertel. Auf dem Tor steht zwar der Name des Projekts, aber nicht, dass es sich um einen Gemeinschaftsgarten handelt. Nett ist, dass es ein selbstgebautes Konstrukt gibt, mit dessen Hilfe man über den Zaun gucken kann, wenn das Tor zu ist.
Dahinter ist eine Fläche mit Bäumen, Erd- und Hochbeeten, begärtnerte Bäckerkisten, einer Komposttoilette, einer Outdoorküche, Bienen, Bauwägen und Schuppen, viel Platz für Veranstaltungen. Es gibt auch einen Maler und eine Band, die angrenzende Räume nutzen, die über das Gelände betreten werden.
Die Gartengruppe hat auch ein Lastenrad.
Recht neu ist ein „Food-Cube“, eine kleine Aquaponic Anlage, die bald mit Fischen besetzt werden wird. Sie haben Strom und Wasser ausm Hahn (nutzen aber zunächst Regenwasser, das an zwei Stellen gesammelt wird). Dank des Stromes können sie auch Foodsharing-Punkt sein.
Im verteiler sind 35 Leute, jeden Tag findet sich jemand der/die gießt.
Sie machen einmal pro Monat ein Fest, haben Flohmärkte, es gibt Yoga.
Sie nutzen die Ernte gemeinsam und kochen auch mit den Foodsaving Produkten (mehr …)
Schlagwort: Aquaponic
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Nürnberg: Foodcube und Foodsharing bei der Wiese
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Im Ruhrgebiet entwickeln die Forschenden der RWTH ein lebendiges Labor mit Fischzucht und Urban Farming.
(Gu, alerts) Mit einer Fischzucht mitten in Dortmund Gemüse anbauen? Das mag zunächst nach einem Luftschloss für die Industriebrachen im Stadtteil Huckarde klingen. Wenn Dr. Axel Timpe die Idee erläutert, dann wird sie allerdings schnell konkret und naheliegend. Der Ansatz des Landschaftsarchitekten vom Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur der RWTH Aachen um Professor Dr. Frank Lohrberg nennt sich Aquaponik. Das nährstoffreiche Wasser aus der Fischzucht wird so gereinigt und der Fischkot direkt als Dünger für die Pflanzen genutzt. Urban Farming lautet das Prinzip, bei dem Felder auch in Städten wachsen – in die Höhe und nicht unbedingt in die Breite. Das Aachener Vorhaben für Dortmund-Huckarde ist eines der drei Hauptteile des Horizon-2020-Projektes „productive Green Infrastructure for post-industrial urban regeneration“ (proGIreg), was so viel heißt wie „produktive grüne Infrastruktur für die Regeneration alter Industriestädte“ und soll naturnahe Stadtentwicklungsmaßnahmen in benachteiligten Stadtteilen auf den Weg bringen. Dortmund ist eine der sogenannten Frontrunner-Städte, die anderen beiden sind Turin (mit den alten Automobilwerken) und Zagreb (mit einem ausgedienten Schlachthof samt Wurstwarenfabrik), in denen ähnliche Projekte gestartet werden. Beteiligt sind sechs Universitäten, neben den drei Frontrunner-Städten sieben weitere Kommunen, die die Projekte nachahmen sollen, acht kleine und mittlere Unternehmen und sieben Nichtregierungsorganisationen (NGO). Der Aachener Lehrstuhl koordiniert das gesamte Vorhaben, die Europäische Union fördert es mit mehr als zehn Millionen Euro. „Es ist ein ungewöhnliches großes Projekt, das dort begonnen wird“, sagt Timpe. Im September ist großer Kick-off im Rahmen einer Konferenz in der Alten Schmiede in Dortmund-Huckarde. Bei Horizon 2020 handelt es sich um das Forschungsrahmenprogramm der EU, zwischen 2014 und 2020 wurden und werden 75 Milliarden Euro in Forschungsprojekte investiert. Unter den bis dato ausgewählten ist das Projekt, das federführend von den Aachener Architekten koordiniert wird. „Das Projekt hat für die Fakultät für Architektur der RWTH Aachen University den allerhöchsten Stellenwert. Dies begründet sich nicht allein aus der enormen Drittmittelsumme, die für die Fakultät tatsächlich herausragend ist, sondern hat auch inhaltliche Gründe: Wichtig ist uns die internationale Zusammenarbeit und der Charakter des Projektes, bei dem durch die Praktiken der angewandten ‚innovation action‘ die Fakultät als Bindeglied zwischen Wissenschaft, den kleinen und mittleren Unternehmen, der Zivilgesellschaft und der Planungspraxis in den Städten fungiert“, erklärt der Dekan der Fakultät, Professor Dr. Alexander Markschies. Zufall ist es gewiss nicht, dass der Aachener Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur ein solches Projekt koordiniert – und selbst in Dortmund im Sinne eines Living Labs (also lebendigen Labors) mit den Menschen vor Ort und der Idee von Fischzucht und Gemüseanbau aktiv wird – und gemeinsame Strategien zur Umsetzung entwickelt. Denn im Rahmen des Projektes „CoProGrün“ (Co-produzierte Grünzüge als nachhaltige kommunale Infrastruktur) haben die Aachener Architektinnen und Architekten sowie ihre Forschungspartner bereits – in diesem Fall gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF – in Dortmund und den Nachbarstädten Waltrop, Castrop-Rauxel und Lünen gewirkt – ebenfalls zum Thema Urban Farming/Urban Gardening. „Wir können also auf unseren Beziehungen vor Ort aufbauen“, sagt Timpe. Der Aquaponik-Ansatz, der nun mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort verfolgt werden soll, kann nicht nur auf den vorhandenen Beziehungen aufbauen. Erste Entwürfe für mögliche Versuchsanlagen für die Fischzucht liegen vor. „Es soll keine klinisch-reine Laborlandschaft werden. Der Ansatz ist bewusst Low-Tec, damit die Anlage von Vereinen beziehungsweise den Menschen vor Ort betrieben werden kann und so auch ein Beschäftigungspotenzial geschaffen wird“, erläutert Timpe. Weitere Bausteine des Dortmunder Projektes sind Maßnahmen zur Förderung der Insektenvielfalt und der Ausbau der ehemaligen Mülldeponie Deusenberg als Sportanlage mit Solarfeldern. Begleitet wird die Arbeit in den Städten, die bis Sommer 2023 angesetzt ist, von Lehr- und Lernmodulen auf edX, einer Plattform für Massive Open Online Courses, also digitale Lehrveranstaltungen. Der freie Zugang zum Wissen, das im Rahmen des Projektes generiert wird, ist elementarer Bestandteil des Horizon-2020-Projektes. Entsprechende Module zum Thema „Nature-based solutions“ sind in der Vorbereitung. Weitere Informationen: http://www.la.rwth-aachen.de/Lehrstuhl/Lehrstuhl_start.htm
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Geld für den Westgarten
(Gu, RSS)
Der Westgarten geht in die zweite Saison!
Er ist Teil der Initiative „Kurze Wege für den Klimaschutz“ und in diesem Moment reift in seinen Beeten schmackhaftes Gemüse heran.Am 27. Januar 2018 veranstalten wir von 11:00 – 13:00 Uhr im Gewächshaus im Union Gewerbehof den Westgarten-Winterworkshop: Wie betreibt man eine Aquaponikanlage?
Weitere Infos zu dieser Veranstaltung:
Westgarten-Winterworkshop -
Mitgärtner hat Grundstück für Stadtgarten in Chemnitz gekauft
(Gu aus alerts, 28.4.)
„Das Gartenprojekt an der Ecke Hainstraße/Peterstraße hat sich in den vergangenen Monaten weiterentwickelt. Ein alter Bauwagen steht nun auf dem Gelände. Dort wollen die 15 Hobbygärtner Schippen, Hacken und Gießkannen lagern. Vier Beete sind bereits angelegt. Außerdem grenzt seit zwei Wochen ein grüner Zaun den Gemeinschaftsgarten von der Straße ab. „Viele Nachbarn haben uns angesprochen, als wir den Zaun aufgestellt haben“, sagt Sascha Wagner vom Verein Stadthalten. Manche seien verärgert gewesen, weil sie auf der Wiese mit ihren Hunden spazieren gegangen sind. Andere haben sich einfach erkundigt, was auf der Fläche passieren soll. Und eine russische Familie hat sogar angeboten, tatkräftig mitzuarbeiten.
Auf solche Reaktionen haben es die Stadtgärtner abgesehen. „Wir wollen, dass möglichst viele Menschen mitgärtnern“, sagt Sascha Wagner. Er hat das Projekt der Gartenutopisten vor zwei Jahren aufgebaut. Zunächst wurde ein Areal hinter einem Abrisshaus an der Gießerstraße dafür genutzt. Die Hobbygärtner haben dort alte Badewannen aufgestellt und darin Rotkohl, Kresse und Paprika geerntet. Allerdings war die Fläche von Häusern und Bäumen umgeben, sodass nur wenig Sonne auf das Gelände fiel. Ein Mitglied der Gärtnergruppe entschloss sich daraufhin, das Grundstück gegenüber zu kaufen und dort einen Gemeinschaftsgarten entstehen zu lassen.[…]
Mehr Aufmerksamkeit hat das Gartenprojekt zuletzt auch durch die geplante Aquaponic-Anlage auf der gegenüberliegenden Straßenseite bekommen. In dem leerstehenden Haus Peterstraße 28 soll die Aufzucht von Fischen mit dem Anbau von Gemüse verbunden werden.
Das erste Gartenfest soll am 27. Mai zeitgleich mit der Eröffnung der Aquaponic-Anlage an der Ecke Peterstraße/Hainstraße auf dem Sonnenberg stattfinden.
http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Neuer-Stadtgarten-waechst-und-gedeiht-artikel9180700.php (mehr …)