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09.05.2016 Alfter-Oedekoven. „Internationaler Garten“ in Oedekoven eröffnet. Asylbewerber und Hobbygärtner bewirtschaften Parzellen gemeinsam.
Synergien nennt der Brockhaus das Zusammenwirken von Kräften, die sich für einen höheren Zweck sinnvoll ergänzen. Kein Wort könnte das Flüchtlingsprojekt „Internationaler Garten“ der Katholischen Frauengemeinschaft Impekoven (kfd) und des Asylkompass Alfter zutreffender beschreiben, das Flüchtlinge und Nachbarn in einer Feierstunde einweihten.
International ist das Gartengrundstück an der Waldstraße wegen der engen Bande, die das Projekt zwischen Alfterern und in Alfterer Flüchtlingsunterkünften beheimateten Asylbewerbern knüpft. Die ersten acht Parzellen hatten die Hobbygärtner bereits vor zwei Wochen bestellt, nun folgten acht weitere. Der besonderen Aufmerksamkeit von Verena Nolden (kfd) und der Unterstützung von Bruno Buß (Asylkompass), der das Grundstück eigens für das Projekt gepachtet hatte, verdankt das Projekt sein Entstehen. […]
Tesfahiwet Zeray ist einer von ihnen. In seiner Heimat Eritrea hat er Agrarwissenschaften studiert, mit dem Schwerpunkt Getreide. „Das bringt mir hier wenig, da wir in den Parzellen kein Getreide anbauen, sondern vorwiegend Salate und Kartoffeln“. Die hatte Buß als Anschubfinanzierung beigesteuert. Künftig entscheiden aber die Flüchtlinge, was sie wie anbauen. „Es gab hier durchaus Situationen, in denen mein Rat schließlich angenommen wird, auch, wenn es manchmal etwas spät ist“, so Buß und nannte den gescheiterten Versuch, Zucchinis anzupflanzen, als Beispiel: „Die sind nicht angegangen“.
Damit sich die Kleinbauern auch in Zukunft ausprobieren können, steuerte die Kleiderstube Oedekoven zur Eröffnung des „Internationalen Gartens“ 300 Euro bei. Die fließen unter anderem in die Saat, wenn auch der größte Wunsch der Bauern bisweilen unerfüllt bleibt. Zeray nennt ihn: „Eine Wasserquelle – damit wir unser Wasser nicht immer bei den Nachbarn holen müssen“. (Adrian Arab)