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  • Bad Hersfeld: GG für Menschen mit Beinträchtigungen in Kleingarten

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    Bad Hersfeld – Ein Ziel haben, einen Ort, zu dem man gehen, Menschen, mit denen man reden kann – für viele Menschen mit Behinderungen, die keiner geregelten Arbeit nachgehen können, ist das keine Selbstverständlichkeit. Einen solchen Ort bietet der Verein „mittendrin“ in Bad Hersfeld an – normalerweise.

    In Zeiten von Corona waren Treffen in geschlossenen Räumen oder gemeinsame Ausflüge kaum möglich. So entstand die Idee für das Gartenprojekt.

    Korinna Ziehn suchte und fand einen Kleingarten in der Anlage am „Strandbad“, der gepachtet werden konnte. Im Frühsommer 2020 ging es los – zunächst mit Überlegungen, was mit dem Garten geschehen solle. Es wurden Blumen gepflanzt, Gemüse angebaut, das Gartenhaus leuchtend blau gestrichen. Drei Mal pro Woche treffen sich Corinna Ziehn und ihre Kollegen mit den Teilnehmern des Projekts. „Es ist immer was zu tun“, sagt Stefanie Papendieck, die auch zuhause einen Gemüsegarten und deshalb eine ganze Menge Erfahrung mit dem Gärtnern hat.

    Die Teilnahme an dem Projekt ist freiwillig und auch das Maß des Arbeitseinsatzes. Wer bei schönem Wetter einfach nur mal Kaffee trinken und sich unterhalten möchte ist ebenso willkommen, wie diejenigen, die vor Ideen und Tatendrang förmlich übersprudeln. Sarah Petzner, zum Beispiel, sieht immer wieder Dinge, die dringend getan werden müssen.

    Ihr neuestes Projekt: Gemeinsam mit Christoph Kriefall will sie einen Unterschlupf für Igel bauen, in dem die stacheligen Gesellen gut überwintern können. Begeistert erzählt sie von der Riesenzucchini, die sie geerntet hat, und von dem Kürbis, und zeigt auf ein hübsch gestaltetes Beet mit Heidekraut und Kies, das sie gemeinsam mit anderen angelegt hat.

    Natürlich gibt es Arbeiten, die regelmäßig erledigt werden müssen, betont Daniela Rölke. Rasenmähen, zum Beispiel, oder Hecke schneiden. Das sehen auch die Regeln des Kleingartenvereins so vor. Es sei jedoch kein Problem, dafür jemanden zu fnden, freut sich Claudia Hoh. Grundsätzlich ist es den Verantwortlichen von „mittendrin“ wichtig, dass das Gartenprojekt ein niedrigschwelliges Angebot ist, dass die Beschäftigung im Garten Spaß macht und entspannt und nicht in Arbeit ausarten soll.

    Wichtig ist ihnen auch, dass die Teilnehmer miteinander ins Gespräch kommen, dass neue Freundschaften und private Verabredungen entstehen. Sarah Petzner und Christoph Kriefall überlegen etwa, im nächsten Frühjahr im benachbarten Tennisclub mit dem Tennisspielen anzufangen.

    Kriefall empfindet die Gartenarbeit für sich persönlich als Entlastung. Das Projekt habe ihm geholfen, gut durch die schwierige Coronazeit zu kommen, sagt er. Es ermögliche ihm Teilhabe am sozialen Leben in Verbindung mit sinnvoller Tätigkeit. In fröhlicher Runde selber aktiv zu werden, das macht ihm Freude.

    Ihren Garten bewirtschaften die Teilnehmer des Projekts übrigens so weit wie möglich ohne Chemie. Dass dann Salat und Kohlköpfe zu inem nicht unerheblichen Teil den Schnecken zum Opfer fallen, nehmen sie in Kauf. (Christine Zacharias) (mehr …)