Schlagwort: Ballenstedt

  • Neues Gartenprojekt in Sachsen Anhalt

    (ANtrag/ANtworten)

    Der heimatHOF soll in Ballenstedt somit zu einem
    sogenannten „Dritten Ort“ werden – einem Ort für
    Kultur und Begegnungen im ländlichen Raum. Ein
    Ort, der sowohl die Entwicklung neuer konzeptioneller
    Ansätze für die kulturelle und soziale Infrastruktur
    im ländlichen Raum als auch deren Umsetzung
    fördert. Durch Öffnung und Vernetzung bzw. Bündelung
    von kulturellen Angeboten wie auch Angeboten
    der Bildung und Begegnung versteht sich dieser Ort
    als Ankerpunkt für kulturelle Vielfalt, als ein Beitrag
    der Kultur zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts,
    zur Schaffung von gleichwertigen Lebensverhältnissen
    und zur Stärkung von Identität.
    In unserem Möglichkeitdsraum, dem heimatLABOR,
    sind bereits einige Ideen entstanden und einige davon
    sind schon zu zarten Pflänzchen herangewachsen. Wir
    hegen und pflegen sie, arbeiten daran, sie konkreter zu
    machen und Wege zu finden, sie zu verwirklichen. So
    ist die Idee entstanden im Hofgarten, der von der alten
    Stadtmauer umgeben ist, einen Gemeinschaftsgarten
    anzulegen.
    Einen kleinen Garten haben wir bereits im Hofgarten
    hinter der alten Stadtmauer angelegt und für eine
    Grundstruktur gesorgt. Ein kleiner Kräutergarten und
    ein kleines Rosenbeet sind auch schon da. Aus dem
    nahheliegenden Brunnen kommt das Wasser zum
    Gießen. Nun geht es daran Gleichgesinnte, Interessierte,
    Kinder- und Jugendliche zum Mitmachen zu
    gewinnen und verschiedene Angebote umzusetzen.
    Seit zwei Jahren öffnen wir regelmäßig unseren Hof zu
    thematischen Hoftagen. Diese werden von der Bevölkerung
    sehr gut angenommen. In den Frühjahrs-,
    Sommer und Frühherbstmonaten möchten wir in
    regelmäßigen Gartencafés das bereits initiierte „Voneinander
    und Miteinander Lernen“ über das gemeinsame
    Engagement ausweiten und weiter ins Gespräch
    kommen. Zudem wollen wir die Anwohner des nahegelegenen
    Sozialen Wohnungsbaus gewinnen, sich
    im Gemeinschaftsgarten einzubringen oder zu erholen.
    Die Bewohner des, in unmittelbare Nähe befindlichen,
    Alten- und Pflegeheim der Kanzler von Pfauschen
    Stiftung möchten wir einladen im Hofgarten zu
    verweilen. Die Bewohner*innen des Kinder- und Frauenschutzhaus
    – zum Teil mit Migrationshintergrund
    – der Caritas nutzen regelmäßig unsere Angebote auf
    dem Hof. Erste Freundschaften und Integrationsmöglichkeiten
    sind darüber entstanden. Den Grundschüler
    und -schülerinnen der beiden örtlichen Grundschulen
    Friederikegrundschule und Brinckmeiergrundschule
    möchten wir erste außerschulische Bildungsangebote
    im gärtnerischen Bereich anbieten und mit ihnen
    gemeinsam Palettenmöbel, Hochbeete bauen, Stauden
    und Beerenobst pflanzen. Im jährlich stattfindenden
    Ferienangebot für Kinder zwischen 6 und 12
    möchten wir mit den Ferienkindern die sommerliche
    Fruchternte verarbeiten.
    Dafür planen wir, die bereits bestehende Fläche, im
    Hofgarten auszubauen und mit entsprechenden Sitzmöglichkeiten
    und Beeten zu erweitern. Auf dem
    Innenhof der ehemals Vier-Flügel-Anlage wollen wir
    in den Mistbeeten einen Bauerngarten in einer Hochbeetanlage
    errichten und auf der Schweinekoppel eine
    große Blühwiese anlegen. Hier konnten wir bereits einen
    örtlich ansässigen Bauern gewinnen uns die Fläche zu
    flügen und zu bestellen.

    Wer ist „wir“? Wie groß ist die Gruppe, die den Garten gemeinsam plant und umsetzen möchte und wie setzt sich die Gruppe zusammen? Wie viele Nachbar*innen sind in dieser Gruppe?

    Wir sind 29 Vereinsmitglieder mit 34 Kindern im Alter von 1 bis 17 Jahren. Unsere Grundstruktur ist ein Verein. Das ist jedoch für uns nur eine Organisationsform. Wir wollen den Zugang niederschwellig halten, deshalb ist es bei uns nicht erforderlich Vereinsmitglied zu werden oder zu sein. Deshalb kommen noch hinzu 12 treue Nichtvereinsmitglieder zum Teil aus dem nahegelegenen Frauenhaus. Auch hier sind 4 Kinder mit dabei. 8 ehemalige Gartenpächter, die nun zu alt und zu gebrechlich sind und für die weitere Verantwortungsübernahme eines Gartens Unterstützung brauchen, sich jedoch immer noch gerne einbringen, kommen aus dem nahegelegenen sozialen Wohnungsbau dazu. Zusammen wollen wir den Gemeinschaftsgarten anlegen.

    Wie haben die Menschen von dem Vorhaben einen Gemeinschaftsgarten aufzubauen, erfahren? (Auf der Website des Vereins habe ich z.B. dazu nichts gefunden) Wie kann man mitmachen?

    Dann müssen wir hier besser unsere Website aufstellen. Unter Labor/Projekte findet man es eigentlich gleich in der zweiten Reihe: http://heimatbewegen.de/gemeinschaftsgarten/. Wir haben jedoch mehrere Kanäle, über die wir kommunizieren, um möglichst intergenerativ unsere Zielgruppen zu erreichen. Wir haben zusätzlich zu unserer Vereinswebsite, eine Website, die mit leichter Sprache den Zugang zur Bevölkerung über das Gut Ziegenberg herstellt. www.gutziegenberg.de. Dort unter ERLEBEN & BEGEGNEN finden Sie die Einladung an die BV zum Gemeinschaftsgarten. Wenn wir entsprechend die Gelder den Beginn der Umsetzung eingeworben haben, würden wir hier entsprechend die Werbung ausbauen. Zudem bedienen wir Instagram und Facebook, den monatlichen Stadtboten der Stadt Ballenstedt, das Vereinsportal der Mitteldeutschen Zeitung, wir sprechen die Menschen direkt an oder beispielsweise für die Bewerbung des Ferienangebots gehen wir direkt über Aushänge in den Kinderbetreuungseinrichtungen. Vereinzelt werden klassische Werbeflyer produziert und verteilt. Das wichtigste jedoch ist das direkte Gespräch mit den Menschen, dass suchen wir so oft es geht insbesondere bei unseren monatlichen Hoftagen. Wir haben durch unser Engagement auf breiter Ebene einen sehr großen Mailverteiler und nutzen diesen für regelmäßige Newsletter und Einladungen.

    Wie groß ist die Fläche, auf der der Gemeinschaftsgarten entsteht? Wem gehört diese? Dem Verein?

    Die Fläche ist ca. 1 Hektar groß. Ich hänge Ihnen gerne einen Übersichtsplan dran, damit Sie einen Eindruck vom Gelände bekommen. Auf dem Übersichtplan habe ich auch die Gartenbereiche versucht etwas einzuzeichnen, um Ihnen bei der folgenden Beantwortung der Fragen etwas Orientierung zu bieten. Wir haben das Grundstück und die entsprechenden Gebäude mit einem 20jähirgen Pachtvertrag gepachtet. Der Pachvertrag sieht zudem ein Vorkaufsrecht nach den 20 Jahren vor.

    Die anstiftung fördert Gemeinschaftsnutzgärten, also den gemeinsamen Anbau von Gemüse und Kräutern. Wie viele Beete soll es geben und wer entscheidet das?

    Im Hof sollen auf den ehemaligen Mistbeeten 16 kleine Hochbeete in einer 4×4 Formation gebaut werden. Die Pflanzpackete in der Kalkulation bestehen aus Kräutern.
    etc. Im Garten soll der schon angelegte Kräutergarten, um eine Kräuterschnecke erweitert werden und noch einige Obstbäume und -sträucher.

    Wie ist das geplante Konzept des Gartens? Soll alles gemeinschaftlich von der Gruppe bewirtschaftet werden? Wird es individuelle Parzellen/Beete geben oder ist ein Mischsystem geplant?

    Es ist eine Mischung. Es gibt Teile der Fläche, die sind durch einzelne Gartenfreunde in direkter Verantwortung. Hier wird eigenverantwortlich für den persönlichen Bedarf und nach individueller Lust und Laune Gemüse, Blumen und Obst angebaut. Dann gibt es eine Fläche, die gemeinschaftlich genutzt wird. Hier haben wir jedoch zwei verantwortliche Personen Herrn Söchtling und Herrn Jeske, die regelmäßige die Arbeiten im Auge haben und diese dann in der Gruppe verteilen bzw. die Verantwortung für das regelmäßige Gießen übernehmen. Dann gibt es Freiflächen im Garten, die im Moment nicht bewirtschaftet werden. Diese würden wir gerne für die Gründung einer Versorgungsgemeinschaft nutzen. Das ist jedoch Zukunftsmusik und im Moment noch nicht in der Planung. Im Innenhof der Anlage haben wir zwei große ehemalige Mistbeete. Hier sollen 16 kleine Hochbeete 4×4 aus Paletten gebaut werden.

    Wie werden Entscheidungen getroffen und wie laufen die Informationen?

    In den persönlichen Bereichen treffen die Menschen eigenverantwortlich die Entscheidungen. Im gemeinschaftlichen Bereich (also auf dem kompletten Hofgelände und dem gemeinschaftlichen Teil des Gartens) werden von allen Ideen generiert. Gemeinsam mit den Projektleitern Söchtling und Jeske wird dann die Machbarkeit besprochen. Hier müssen Fragen zur baulichen Umsetzung, zur Finanzierung, zum vorhandenen/notwendigen Gerät/Material, zur notwendigen Kommunikation mit der Gruppe (wie informieren wir die Gruppe, muss der Verpächter in die Entscheidung einbezogen werden etc.) etc. besprochen werden. Ist das alles vorbesprochen wird das Ganze noch einmal kurz mit allen Vorstandsmitgliedern besprochen und beschlossen. Die Vorstandssitzung findet einmal monatlich am ersten Montag im Monat statt.

    Wer wird wann die Hochbeete bauen? Wie viele Hochbeete soll es geben? Für wen sind diese dann?

    Die oben genannte Gruppe plus die Kinder und Jugendlichen der Ferienbetreuung im Juli/August bzw. sollten wir hier noch nicht fertig werden, nutzen wir die darauf folgenden Wochenenden und den Hoftag im September und Oktober. Die Beete sind insbesondere für die Küche. Wenn wir Hoftage vorbereiten, kochen und backen wir gemeinsam in der großen Küche. Zudem stehen darüber hinaus diese Hochbeete der Gemeinschaft zur Verfügung. Wir nutzen den Hof jetzt seit zwei Jahren, wir haben bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Jeder geht verantwortungs- und sparsam mit den Werkzeugen und Materialien um. Zudem ist es möglich die Überproduktion mit den Harzer Tafeln zu teilen, die bei uns auf dem Hof einmal monatlich Ihre Essensausgabe an Bedürftige durchführen. Auch diesen Menschen ermöglichen wir dadurch Teilhabe und können sie als Mitmacher gewinnen.

    Wo werden die Gartenwerkzeuge untergebracht und wie kommen die Gemeinschaftsgärtner*innen da jederzeit ran?

    Der Gemeinschaftsgarten und auch die Beete im Hof sind jederzeit durch den Garten zugänglich. In der Stattmauer an der hinteren Grundstücksgrenze ist eine kleine grüne Gartentür unter der ausladenden Krone einer Kastanie versteckt. Diese ist täglich geöffnet und macht so den Garten und den Hof jederzeit zugänglich. Das Gartenwerkzeug des „täglichen Bedarfs“ wird in einem großen Bauwagen gelagert, der im Garten steht. Der ist durch ein Zahlenschloss gesichert. Die großen Geräte sind im Haupthaus untergebracht und verschlossen. Wir werden im September unsere Herberge in Betrieb nehmen, so dass auf dem Hof täglich ein Ansprechpartner zu finden ist. Im Moment ist das nur partiell gegeben.

    Wer wird welche Art von Möbeln bauen? Wann soll das stattfinden? Bitte beschreiben Sie, wie Sie die Planungen „coronagerecht“ durchführen wollen.

    Wir wollten das schon an einem April-Hoftag bauen, der nun der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist. Auch unser Paletten-Sponsor, ein großes Unternehmen aus der Region, ist durch die Pandemie abgesprungen. Es würde sich ein September oder Oktober Hoftag anbieten. Wir haben entsprechend große Lagermöglich, um die Möbel über den Winter zu lagern und noch zu streichen. Einmal im Monat laden wir die Bevölkerung ein, sich an verschiedenen thematischen Hoftagen zu beteiligen. Wie wir die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie die Hoftage im September und Oktober sowie die Ferienangebote für Kinder- und Jugendliche auf dem Hof organisatorisch ausgestalten, hängt insgesamt von den Empfehlungen und Auflagen von Bund und Ländern ab. Trotzdem haben wir uns einige Maßnahmen überlegt, die uns trotz der Corona-Pandemie eine Interaktion ermöglichen: Um das in Coronazeiten etwas zu steuern und zu schauen, dass die Gruppen nicht zu groß werden, würden wir gezielt die Menschen und Kinder ansprechen. Wir haben einen recht großen E-Mailverteiler. Unsere Nähbegeisterten haben schon bunte Mundschutztücher genäht. Wir sind im Freien und können dadurch Abstand gewähren. Natürlich werden wir uns, entsprechend der Auflagen von Bund und Land verhalten und den Empfehlungen folgen. Je nachdem, wie die Lage ist, würden wir entsprechend agieren und den Materialeinkauf bzw. die Pflanzpackete zeitlich steuern.


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