Schlagwort: biologische Vielfalt

  • BUND legt GG in Untermaßfeld (Thüringen) an

    (Antrag, Antworten)

    Der 3300 qm große Garten am Dorfrand von Untermaßfeld war verwildert. Seit vielen Jahren war er in Vergessenheit geraten und ohne Nutzung. Engagierte Bürger des Dorfes und BUND-Mitglieder haben die Initiative ergriffen und das gemeindeeigene Grundstück in den letzten zwei Jahren aus dem „Dornröschenschlaf“ geholt. Von Altlasten befreit, beräumt, entbuscht und begonnen zu einem Gemeinschaftsgarten zu gestalten.

    Sechs Gärtnerinnen und Gärtner legten in diesem Frühjahr erste Beete an. Zum Tag der offenen Gärten im Juni hatte der BUND, ebenfalls erstmalig, zu einem Gartenfest eingeladen, welches viel Zuspruch fand und im nächsten Jahr wiederholt werden soll. In dem naturnahen Garten finden bereits erste Umweltbildungsangebote für Kinder und Erwachsene statt.
    Viele Reparaturarbeiten am Bestand wurden bereits gemeinsam ausgeführt. Möglichkeiten zur Regenwassergewinnung geschaffen, alte Dachziegel und Rinnen gereinigt …, viele Arbeitseinsätze mit vielen fleißigen Helfern haben stattgefunden.

    Dringend benötigt werden noch einige Gartengeräte (Schubkarre, Sense, …) sowie ein Rasenmäher. Wir verfügen nur über eine private Motorsense, mit der solch ein großes Grundstück sich nur schlecht bearbeiten lässt. Da wir eine blühende Wiese haben möchten, steht das Gras, abgesehen von Laufwegen, sehr hoch. Ein leistungsstarker Rasenmäher ist daher dringend notwendig.
    Das defekte Gartentor (Eingangsbereich) will die Gemeinschaftsgruppe bis zum Frühjahr reparieren, schleifen, streichen und mit einer Holzlattung versehen.
    Für die Durchführung von Umweltbildungsveranstaltungen im Garten, wie Naturerlebnistage für Kinder oder Kräuterseminare ist die Anschaffung von 3 Biertischgarnituren geplant.

    – wie groß ist die Kerngruppe, die den Garten plant und entwickelt? Sind das die sechs Personen? Kommen diese aus dem Dorf/der Nachbarschaft? Wie groß ist die Gesamtgruppe, wie viele Menschen gärtnern bzw. bauen Gemüse/Kräuter an? Sollen auch Gruppen den Garten nutzen können?

    Die Gruppe, welche vor Ort bereits gärtnert seit diesem Frühjahr, besteht aus 6 Personen: Sabrina Marr u. Marcel Knapp/ Untermaßfeld, unsere Iraner, Mona Mehrnia u. Amin Nikbin sowie Lars u. Agnes Kretzer/ Meiningen. Zu unserem öffentlichen Gartenfest im Juni gelang es uns, 2 weitere Gärtnerinnen zu gewinnen. Rosa Kenner/ Untermaßfeld u. Conny Korup/ Obermaßfeld wollen im Herbst Gemüsebeete und ein Staudenbeet für Insekten für das nächste Jahr vorbereiten. Die aktive „Gärtnergruppe“ besteht somit aus 8 Personen.
    Bei Arbeitseinsätzen, mehrere fanden in der Vergangenheit bereits statt, haben stets weitere aktive BUND-Mitglieder mitgeholfen (10 bis 20 Personen). Die Gemeindearbeiter unterstützten uns z.B. bei der Entsorgung von Abfällen und Müll. Die Gemeinde hat im Frühjahr auch die Elektrik des alten „DDR-Bungalows“ und der Werkstatt erneuern lassen. Bei Bedarf stellen uns die Gemeindearbeiter eine ausgediente Gulaschkanone mit Brunnenwasser zur Verfügung, da das Grundstück über keinen Wasseranschluss verfügt. Mehrere Regentonnen haben wir für die Bewässerung der Beete selbst aufgestellt. Bei Problemen vor Ort sind die Gemeindearbeiter sowie der Gemeinderat ein guter Ansprechpartner.


    Der Garten wird auch von Gruppen genutzt. Die BUNDjugend hat hier zu Naturerlebnistagen eingeladen. Nächste Woche führen wir dort ein dreitägiges Sommercamp für 20 Jungen und Mädchen durch. Die Kinder übernachten in Zelten und genießen den naturnahen Garten und die schöne Landschaft beim gemeinsamen Spielen und Entdecken. (Das Camp organisiere ich und bin daher nächste Woche auch schlecht erreichbar.)
    Mit Schülern haben wir schon Beerensträucher gepflanzt und im Herbst findet noch ein Wilder Samstag für Kinder statt. Erwachsene haben die Möglichkeit, an einem Baumschnittseminar im November teilzunehmen.

    -Wie groß ist der Anteil der Gemüse- und Kräuterbeete, Beerensträuchern und Obstgehölzen und was plant die Gruppe noch in diese Richtung? Wer entscheidet, ob und wo noch weitere Gemüse/Kräuterbeete angelegt werden?

    Die Gesamtfläche des Grundstücks beträgt 3300 qm. Ca. die Hälfte der Fläche ist ein bewaldeter Hang und schafft für die „grüne Oase“ ein gutes Kleinklima. Z.Z. sind etwa 100 qm mit Gemüsebeeten genutzt. Ein Großteil der Wiese wird nur 2x im Jahr gemäht, artenreich und blüht.

    -Werden die Gemüsebeete gemeinschaftlich bewirtschaftet oder gibt es individuelle Beete/Patenschaften? -Wie werden Entscheidungen getroffen, wie laufen die Kommunikations- und Informationswege?

    Die Gärtnergruppe entscheidet gemeinsam und hilft sich gegenseitig.


    Wie wollen und können Sie weitere Gärtner*innen gewinnen? Was ist hier geplant, was läuft dazu bereits? Gibt es z.B. ein Schild an der Fläche, die den Gemeinschaftsgarten und die Mitmachmöglichkeiten vorstellt?

    Im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen wie z.B. dem Baumschnittseminar oder dem Gartenfest wollen wir für die Gewinnung weiterer Mitstreiter nutzen. Im monatlich erscheinenden „Dorfboten“ von Untermaßfeld berichteten wir schon mehrfach über das Gartenprojekt.
    Ein Schild haben wir noch nicht, zuerst müssen wir einmal den Eingangsbereich reparieren.

    -Wo sind die Geräte untergebracht, wie schützen Sie diese vor Diebstahl und wie haben die Gärtner*innen da Zugang zu? In einem abgeschlossenen Nebengebäude/ Schuppen lagern die Werkzeuge. Die Gruppenmitglieder haben einen Schlüssel.

    -Auf den Fotos auf der Website habe ich Bierbankgarnituren im Garten gesehen. Geht es darum, diese aufzustocken? Haben Sie geguckt, ob Sie diese Garnituren auch gebraucht bekommen oder über nebenan.de oder Ebay-Kleinanzeigen, Annoncen in der lokalen Zeitung ggf. sogar geschenkt bekommen?  Wir haben zu Veranstaltungen die Bierbänke geliehen, von der Ffw des Dorfes. Wir verfügen nur über 3 Garnituren, die oft nicht ausreichen bei Gruppenveranstaltungen

    -welche Unterstützung aus der Kommune haben Sie? Siehe oben.

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  • Förderzusage für „Urbane Waldgärten“

    (alerts)

    Seit zehn Jahren fördert das Bundesprogramm Biologische Vielfalt Projekte mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern und vielen weiteren Akteuren vor Ort, die gemeinsam neue Lösungen für mehr biologische Vielfalt in Deutschland entwickeln wollen.

    Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Biologische Vielfalt ist die Grundlage des Lebens, von der Ernährung über die Gesundheit bis hin zu den Lösungen für den Klimaschutz. Daher fördert der Bund seit mehr als zehn Jahren gesellschaftliches Engagement für die Natur mit einem eigenen Bundesprogramm. Die beiden neuen Projekte aus dem Programm zeigen, wie wichtig gesellschaftliches Engagement für den Schutz biologischer Vielfalt und unserer Lebensgrundlagen ist.“ […]
     „Beide Projekte haben über den Zuwachs der biologischen Vielfalt hinaus zahlreiche weitere damit verbundene positive Effekte im Blick, etwa für unsere Lebensqualität und unser Naturerleben. Im Projekt Urbane Waldgärten werden beispielsweise die ökologischen, klimatischen und sozialen Effekte der Modellflächen in Berlin und Kassel untersucht und zugleich ansprechende Formen der Umweltbildung für verschiedene Alters- und Zielgruppen erarbeitet, die bundesweit übertragbar sein sollen. Denn die biologische Vielfalt kann nur geschützt und erhalten werden, wenn wir das Bewusstsein für ihren unermesslichen Wert breit in der Gesellschaft verankern und stärken.“

    Die neuen Projekte auf einen Blick:

    Im Projekt „Urbane Waldgärten: Mehrjährig, mehrschichtig, multifunktional“ wird das Thema Urban Gardening neu gedacht. Waldgärten sind mehrschichtig aufgebaute, naturnahe Gärten und bestehen hauptsächlich aus mehrjährigen Pflanzen. Dabei handelt es sich vor allem um Gehölze mit essbaren Bestandteilen, wie Obst, Nüsse und Beeren, aber auch um mehrjährige Arten in der Gemüse-, Kräuter- und Wurzelschicht. Im Verbundvorhaben der Universität Potsdam gemeinsam mit dem Bezirksverband Berlin-Süden der Kleingärtner <abbr title=“eingetragener Verein“>e. V.</abbr>, dem Freilandlabor Britz <abbr title=“eingetragener Verein“>e. V.</abbr> und dem Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel werden drei Waldgärten als praktische Modellvorhaben entstehen. Neben dem nachhaltigen Anbau sollen im Projekt vor allem Umweltbildung, soziales Miteinander und eine naturnahe und langfristige Form des urbanen Gärtnerns erprobt werden. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt in Höhe von rund 4,85 Millionen Euro. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Landes Berlin (SenUVK) beteiligt sich an der finanziellen Förderung.

    Mit „BiodiversitätsChecks in Kirchengemeinden“ setzen sich das Erzbistum Köln (EBK), die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) und die Evangelische-Lutherische Landeskirche Hannover (HkD) in einem Verbundprojekt dafür ein, Kirchenorte auch zu Orten der biologischen Vielfalt zu machen. Nach gründlichen Biodiversitäts-Checks werden biodiversitätsfördernde Maßnahmen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern vor Ort entwickelt und durchgeführt. Mit über fünf Millionen Gemeindemitgliedern im Projektgebiet hat das Projekt großes Potenzial für vielfaches ehrenamtliches Engagement. Mögliche Maßnahmen sind der Schutz für Gebäudebrüter die Umgestaltung von Freiflächen zu struktur- und artenreichen (Kleinst-)Biotopen, die Beratung zu ökologischen Kriterien bei der Verpachtung, die naturschutzgerechte Bewirtschaftung von Gemeindeflächen sowie eine ökologische Aufwertung von Friedhöfen. Für das bis 2026 dauernde Projekt stellt das Bundesumweltministerium rund 3,58 Millionen Euro bereit.

    https://www.soll-galabau.de/aktuelle-news/ansicht-aktuelles/datum/2021/05/22/welttag-der-biologischen-vielfalt-bmu-und-bfn-foerdern-zwei-neue-projekte.html (mehr …)