Schlagwort: BürgerNutzGarten Krefeld

  • BürgerNutzgarten Krefeld schließt

    (Gu aus RSS, 15.2.)
    Vor rund drei Jahren hatte Mildebrath der Stadtverwaltung seine Ideen für das sogenannte Urban Gardening vorgestellt. Im Frühjahr wurde dann eine im Besitz der Stadt befindlichen Brachfläche an der Kölner Straße/Ecke Melanchthonstraße, wie Mildebrath sagt, „in Betrieb genommen“ und mit Pflanzkästen und Beeten begrünt. Die Guerilla-Gärtner installierten auch eine provisorische Sitzbank neben der Haltestelle „Klinikum“ , die von Fahrgästen der SWK gern genutzt wurde. Vonseiten der Stadtverwaltung waren die Aktionen jedoch immer nur geduldet. Zwei Obstbäumchen, die die Gruppe gepflanzt hatte, sorgten im April 2014 für Wirbel, als die Verwaltung die Gärtner anwies, die Bäume wieder zu entfernen. Letztlich blieben die Bäumchen stehen – aber dennoch kam das Gartenprojekt nicht so Recht vom Fleck – die meiste Zeit sah das Grundstück vor allem verwildert aus.

    „Wir hatten gehofft, dass es nach unserem Beispiel von der Eigentümerin und vom Umfeld angenommen werden würde“, sagt Mildebrath. „Mittlerweile müssen meine Kollegen und ich aber erkennen, dass weder die eigenen Kräfte ausreichen, um die Fläche nachhaltig in Ordnung zu halten, noch dass Dritte daran interessiert sind. So hat beispielsweise die Verschmutzung der Fläche seit Ende 2015 einen Grad erreicht, den wir nicht mehr beherrschen.“

    Warum man mit der Idee des Bürgernutzgartens gescheitert sei, habe die Initiative noch nicht abschließend analysiert. „Fakt ist jedoch, dass wir das Projekt beenden müssen. Dazu und zur vollständigen Räumung der von uns eingebrachten Gegenstände hat uns die Stadt als Eigentümerin nun eine Frist bis zum 29. Februar gesetzt.“ Seine Initiative habe um Verlängerung bis zum 19. März gebeten.
    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/buerger-nutzgarten-wird-geraeumt-aid-1.5770211 (mehr …)

  • Ein illegaler Garten – BürgerNutzGarten in Krefeld

    (AB Gartenbesuch in Krefeld, Ostermontag, 21.4.2014, Gespräch mit Bernhard Mildebrath)

    Auf der unwirtlichen, von zwei stark befahrenen Straßen umgebenen Fläche stehen ein paar vereinzelte Hochbeete. An den Rand haben sie Himbeeren gepflanzt. Und zwei Apfelbäumchen, die gleich für veritablen Ärger sorgten. Die Garteninitiative bekam prompt Post von der Stadt mit der Aufforderung, die Apfelbäume wieder auszugraben, andernfalls würde das das Grünflächenamt besorgen.
    Das Ganze macht einen sehr provisorischen Charakter, es handelt sich ja auch um eine besetzte Fläche, sie kündigen ihre Aktionen und Treffen inzwischen auch nicht mehr auf ihrer Website an. Die Gruppe will nicht andere in ihre illegalen Aktivitäten reinziehen, erklärt Bernhard Mildebrath (der Initiator des Gartens) dazu. Zumindest ein Schild oder vielmehr zwei wurden mittlerweile aufgestellt. Auf dem einen steht „Krähensaat“, auf dem anderen „Guerilla Gardening“.
    Das Verhältnis zur Stadt bzw. zum Gartenbauamt ist ambivalent. Einerseits duldet die Stadt die Aktivitäten, signalisiert aber andererseits Handlungsbereitschaft bei Missfallen. Immerhin scheint es Überlegungen seitens der Stadt zu geben, der Initiative mittelfristig eine Fläche für einen Gemeinschaftsgarten zur Verfügung zu stellen. Er soll dann in einem Park angesiedelt werden.
    Der Garten wird von Transition Town unterstützt. Eine kleine Gruppe, ein harter Kern hat sich um die Bewirtschaftung der Fläche inzwischen gebildet, eine Gruppe, die sich zutraut, auch ein größeres Projekt wie das im Stadtpark in Abgriff zu nehmen. Dann, sagt Bernhard Mildebrath, würden sie auch die Gründung einer Körperschaft (Verein) in Angriff nehmen und die Öffentlichkeit informieren.
    Die Fläche ist eigentlich unattraktiv, viel zu laut, viel zu unwirtlich, eine wirkliche Träne würde man ihr vermutlich nicht nachweinen. Bernhard Mildebrath beschreibt die Motivation seines Engagements in zwei Richtungen: Er möchte die Stadt dazu bringen, tätig zu werden, er findet es unerträglich, dass Vorhaben jahrelang nicht umgesetzt werden, es wäre ihm auch recht, auf die Fläche käme ein Parkplatz: Immer noch besser als eine vermüllte Brache. Auf der anderen Seite möchte er Bürger animieren, Dinge selber in die Hand zu nehmen, sich nicht über eine vermüllte Brache zu beschweren, sondern sie aufzuräumen. Davon unabhängig hat er anscheinend auch noch das Interesse, dass urbane Gärten in die städtische Freiraumplanung integriert werden.

    (mehr …)