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Jena. Mit dem nahenden Frühling beginnt auch die Gartensaison. Wer keinen eigenen Garten besitzt, sich aber dennoch nach der erdenden Arbeit im Freien sehnt und schon immer mal Radieschen aus dem eigenen Beet zupfen wollte, für den wäre der interkulturelle Garten in Lobeda-West eine Lösung. Interessierte können sich hier ein Beet zulegen oder sich am Gemeinschaftsbeet beteiligen.
„Wir haben den Wunsch, dass sich noch mehr Menschen an der Arbeit im interkulturellen Garten beteiligen“, sagt Katja Reindl. Sie ist Sozialarbeiterin beim Jenaer Verein „JuMäX“, der im Bereich Kinder- und Jugendarbeit tätig ist.
Abenteuerspielplatz ist wieder täglich geöffnet
Seit Sommer 2016 liegt die Verantwortung über das 6000 Quadratmeter große Gelände nahe dem Tafelhaus in Lobeda-West, auf dem sich der Abenteuerspielplatz und der interkulturelle Garten befinden, nicht mehr beim Bund Deutscher Pfadfinder, sondern beim Jenaer Trägerverein „JuMäX“. Katja Reindl, Niels Rogoll und Marcus Hannuscheck teilen sich hier zwei Stellen als Sozialpädagogen.
Seit 1. März 2017 ist der Abenteuerspielplatz auch wieder täglich bis 18 Uhr auf und samstags von 10 bis 17 Uhr. „Zu uns kommen meist Kinder aus Lobeda, die hier ihre Nachmittage nach der Schule verbringen“, sagt Katja Reindl. In den Ferien aber würde der Abenteuerspielplatz auch von Kindern und Jugendlichen aus der gesamten Stadt besucht.
Vor etwa drei Jahren kamen die Sozialarbeiter auf die Idee, einen interkulturellen Garten anzulegen, der nicht nur von Kindern und Jugendlichen, sondern von allen Interessierten genutzt werden kann. In direkter Nachbarschaft zum Abenteuerspielplatz gab es ein ungenutztes Gelände der Kommunalen Immobilien: „Das war damals eine Brache, und wir entschlossen uns, dort den Garten anzulegen“, sagt Niels Rogoll.
Flüchtlinge, die in der nahegelegenen Gemeinschaftsunterkunft lebten, halfen ehrenamtlich beim Gestalten des Gartens, aber auch viele andere Freiwillige beteiligten sich an einem großen Arbeitseinsatz, um das 1000-Quadratmeter-Gelände nutzbar zu machen.
„Natürlich geht es auch um den Integrationsgedanken, aber die Idee des Interkulturellen Gartens bezieht sich nicht nur auf geflüchtete Menschen“, sagt Katja Reindl. Lobeda sei an sich ein multikultureller Stadtteil, „der Garten, soll einen Ort bieten, an dem Menschen verschiedener Generationen, Kulturen und Nationalitäten in Kontakt kommen können. Hier kann man sein Wohnumfeld selbst mitgestalten – gemeinsam mit anderen“.
Mitmachen könne jeder und zwar kostenfrei. „Dennoch erwarten wir natürlich ein gewisses Engagement und Interesse am Gärtnern“, sagt Katja Reindl. Seit einiger Zeit gibt es auch ein Gartentor, das den Garten von der Werner-Seelenbinder-Straße aus zugänglich macht. „Es besteht die Möglichkeit, dass wir gegen eine Kaution den Schlüssel für den Garten an unsere Garten-Gemeinschaftsmitglieder herausgeben. So kann auch gegärtnert werden, wenn wir von JuMäX nicht auf dem Gelände sind.“
Am Samstag, 4. März 2017, wollen die drei JuMäX-Mitarbeiter den Garten für Interessierte öffnen und das Konzept näher erläutern. Zwischen 15 und 17 Uhr kann man einfach in der Werner-Seelenbinder-Straße 26 vorbeischauen und sich darüber informieren, wie der interkulturelle Garten funktioniert.
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