Schlagwort: Common Grounds

  • P-Garten zieht auf Friedhof

    (alerts(NL)

    […]St.-Jacobi-Friedhofs in Neukölln. Wenn alles gut läuft, kann er mit dem Urban-Gardening-Projekt „Prinzessinnengärten“ für mindestens 30 Jahre hier bleiben. Ein Traum sei das. Er wäre dann über 70 Jahre alt. „Friedhöfe“, so Shaw, „sind eine Riesenüberraschung!“

    Große Teile der innerstädtischen Friedhöfe liegen infolge klammer Bezirke und Friedhofsverwaltungen brach. Die Eigentümerinnen wandelten aber nur etwa zehn Prozent davon in Bauland und Grünflächen um – was mit dem Rest passieren soll, wisse keiner, so Shaw. „Eine Lösung, von der beide Seiten profitieren, sind Gartenprojekte wie wir.“

    Die Prinzessinnengärten vom Moritzplatz, die auf der Suche nach einer neuen Fläche waren, haben sich mit der evangelischen Friedhofsverwaltung vom Jacobi darauf geeinigt, noch bestehende Gräber, den Friedhof und die Natur zu pflegen – und nutzen im Gegenzug den unbelegten und brachliegenden hinteren Teil des Friedhofs als Gemeinschaftsgarten. Der Modellversuch ist gefördert von dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (Bene).
    „Wir freuen uns sehr über den neuen Standort: Hier gibt es gewachsene Natur, einen Friedhof im Umbruch, und wir haben Perspektive. Wir haben hier 70.000 Quadratmeter – das bietet uns ganz ungeheure Möglichkeiten“, sagt Shaw. Ideen gibt es viele: Umweltbildungsflächen für Kitas und Schulen, ein Workshop für Steinbildhauerei, der alte und verfallene Grabsteine zu Kunst recyceln soll, ein Treffpunkt für „Solawi“ – biovegane solidarische Landwirtschaft, und es gibt bereits Hochbeete, ein Café und einen Gießkannenverleih.

    Dazu sollen bald tatsächlich aus der Friedhofserde Neuköllner Bio-Tomaten wachsen. „Wir haben Bodenproben machen lassen: Anbau in Bio-Qualität müsste gehen – dafür allein haben wir 5.000 Quadratmeter. Das ist schon fast das, was manch kleiner Bio-Hof in Brandenburg hat.“

    Tatsächlich liegen viele Friedhofsflächen brach, wie auch May Buschke von Stattgrün bestätigt. Sie hat im Auftrag für den Evangelischen Friedhofsverband das Projekt vorangetrieben. Nur ein Viertel seiner Flächen könne die Kirche wirtschaftlich betreiben. Ein veränderte Friedhofskultur seit den 1980ern sorge dafür, dass immer mehr Menschen sich für günstigere und weniger pflege-intensive Beisetzungen entschieden. Urnen brauchen weniger Platz als Särge und kosten weniger – in der Folge gebe es zu wenig Geld zur Bewirtschaftung verfallender Friedhöfe.

    „Die Not ist groß, der Verband kann nicht anders, als über Umnutzungen nachzudenken oder Flächen zu verkaufen“, so Buschke. Im evaluierten Friedhofsentwicklungsplan sei vorgesehen, dass etwa ein Viertel der Flächen in Berlin auf lange Sicht umgenutzt werden könnten. Bei einer Gesamtfläche von 1.200 Hektar wäre das immerhin eine Fläche von 300 Hektar. Zum Vergleich: Das Tempelhofer Feld ist 303 Hektar groß.

    Die Zusammenarbeit mit den Prinzessinnengärten sei eine besonders spannende Sache, weil auch noch viele Trauernde auf den Friedhof kämen. Es sei nicht nur eine grüne Umnutzung, wie es schon einige gebe, sondern eben eine richtige Übernahme, sagt Buschke: „Es ist eine Besonderheit, dass der Friedhof für neue Begräbnisse zwar geschlossen ist, aber noch viele Gräber da sind – die auch zum Teil noch bis zu 20 Jahren Gräber bleiben werden.“

    Der Friedhofsverband wolle in Neukölln ausprobieren, ob ein Nachbarschaftsgarten und Umweltbildungsflächen auf Friedhöfen auch von Grab­besucher*innen angenommen würden – auch mit Blick auf andere Standorte: „Es ist wirklich für Gesamtberlin ein großes Thema“, sagt Buschke.

    Im Wesentlichen sei der Rücklauf – die Kooperation begann im Juni vergangenen Jahres – positiv. Zuvor hätten viele Grabbesucher sich eher am Verfall des Jacobi-Friedhofs gestört, ein Problem seien neben Verfall auch in unmittelbarer Nähe zur U8 Drogenabhängige und unangeleinte Hunde gewesen. „Es gibt immer ein bis zwei, die meckern, aber es wird von den meisten als Verbesserung angenommen“, sagt Buschke.

    Auch Kieznachbarn fänden das Projekt toll. Das liege auch daran, dass sich die Prin­zes­sinnengärtner*innen so gut auf Vor-Ort-Bedürfnisse einließen. Obwohl die Probelaufzeit noch bis zum nächsten Jahr gehe, betrachtet Buschke das Modell schon jetzt als geglückt. Nun gelte es herauszufinden, ob das auch an anderen Orten funktio­nieren könne. Gespräche für ähnliche Projekte liefen bereits mit Gartenprojekten in Mitte und Reinickendorf.

    Die Frei- und Grünfläche am Moritzplatz soll trotz des Umzugs der Prinzessinnengärten Ende 2019 erhalten bleiben. Man kümmere sich um die Übergabe an den Nachfolgeverein Common Grounds. Die Prin­zes­sinnengärtner*innen sind froh über den Umzug: „Der Moritzplatz wurde zu eng“, sagt Shaw. Der enorme Bekanntheitsgrad der Prinzessinengärten habe das Gärtnern schwierig gemacht. „Zuletzt war es am Moritzplatz manchmal eher wie in einem touristischen Biergarten als in einem kollektiven Gemeinschaftsprojekt. Wir hatten täglich bis zu 800 Besucher.“

    http://www.taz.de/Friedhoefe-oeffnen-sich-fuer-Gartenprojekte/!5569212/


    P-Garten RSS:
    Die Nomadisch Grün gGmbH, seit 2009 Trägerorganisation des Prinzessinnengartens am Moritzplatz, wird Ende 2019 umziehen. Die Nomadisch Grün wird einen weiteren Prinzessinnengarten aufbauen und hat damit bereits im vergangenen Jahr begonnen. Der Grundstein ist gelegt und mit dem Umzug auf ehemalige Flächen des St. Jacobi Friedhofs in Neukölln werden wir als Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin dort weiterarbeiten.

    Die Gründe für diese Entscheidung sind vielfältig.

    Die Bedeutung von grünen Orten mit gemeinschaftlicher Nutzung in der Stadt ist inzwischen allgemein anerkannt. Aufgrund der Veränderungen in der Bestattungskultur werden in der näheren Zukunft überall in Mitteleuropa innerstädtische Friedhofsflächen frei. Wir verstehen unseren neuen Gartenstandort auch als Experiment um herauszufinden, wie diese Flächen in Zukunft als gemeinschaftliche Orte mit grünem Konzept genutzt werden können. Gerade ehemalige Friedhofsflächen sind historisch gewachsene urbane Grünräume, die meist alten Baumbestand und vielfältige Fauna aufweisen.

    Am Moritzplatz sind die gärtnerischen Möglichkeiten in einigen Punkten eingeschränkt, während sich am neuen Standort diverse neue Möglichkeiten eröffnen. Hier ist der Platz weit weniger begrenzt, das Gärtnern auch direkt im Boden wird möglich und es kann ein Nebeneinander von gärtnerisch genutzten Arealen und der behutsamen Gestaltung naturnaher Flächen zu Umweltbildungsorten.

    Mit der Nutzung der neuen Fläche auf ehemaligen Teilstücken des St Jacobi Friedhofs tragen wir dazu bei, einen historischen Grünraum in Berlin für die Öffentlichkeit zu erhalten und ihn zum Naturerfahrungsraum weiterzugestalten. Hier soll behutsam gegärtnert werden, Umweltbildungsmöglichkeiten etabliert werden und der gewachsene Naturcharakter des Ortes erhalten werden. Dadurch zielen wir ebenfalls auf eine gelebte Form der Verstetigung des Urban Gardenings, um diese Praxis dauerhaft in Berlin zu verankern.

    Wir starten noch diesen Monat in die neue Saison und würden uns freuen euch am neuen Standort begrüßen zu können, seid dabei!

    Am 23.3. / 12:00 feiern wir die Saisoneröffnung

    Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin, Hermannstraße 99, 12051 Berlin

    Ab April gibt es regelmäßige Gartenarbeitstage zum kennenlernen, teilhaben und mitentscheiden: Montags, Mittwochs und Freitags. Ab Ende Februar Workshops, Seminare und Bauwochen

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  • spannende Veranstaltungen im Prinzessinnengarten

    (Gu, NL)

    ExperimentDays.18

    Die Experimentdays zum Thema „Kiez, Boden, Gemeingut“ finden in diesem Jahr  in Kooperation mit Common Grounds in der Laube im Prinzessinnengarten statt. 

    Am 6.9. spricht Lieven De Cauter über das „Gemeingut Stadt“ und Geert De Pauw über „Community Land Trusts

    Für den 8.9. organisieren wir eine öffentliche Wunschproduktion 99 Jahre Prinzessinnengarten als Gemeingut

    In der Wunschproduktion sind allen Interessierten eingeladen, Wünsche, Ideen und Konzepte zu formulieren, um den Prinzessinnengarten am Moritzplatz dauerhaft als Gemeingut zu erhalten.

    Bilder: Konzert von Suns & Daughters in Unterstützung der Wunschproduktion

    Selbstbauwochen in der Laube

    Seit 2015 ist im Prinzessinnengarten die Laube entstanden. Mit Unterstützung von über 100 Freiwilligen, Studierenden und Auszubildenden ist der experimentelle Holzbau vollständig im Selbstbau errichtet worden. Als ein Gemeingut wird die Laube von unterschiedlichsten Gruppen und Intiativen für Workshops, Diskussionsveranstaltungen, Filmvorführungen, kulturelle und Bildungsveranstaltungen genutzt und steht allen Interessierten für nicht-kommerzielle Nutzungen offen. 

    Vom 10. bis zum 28. September wollen wir die letzte Bauphase abschließen und ein zusätzliches Dach, eine Kinoleinwand und ein Regenwasserauffangsystem bauen und die Laube begrünen. Wir freuen uns über jede Unterstützung. Schickt uns bei Interesse einfach eine Mail an: contact@dielaube.org

    Stadthonigfest

    Am 15. September findet das 7. Stadthonigfest in der Laube im Prinzessinnengarten statt. Es wird Honigverkostungen geben, Ihr könnt an Führungen zur wesensgemäßen Bienenhaltung, zu Bienenweiden, zu Streuobstwiesen und zur Wunschproduktion 99 Jahre Prinzessinnengarten teilnehmen und wir zeigen den Kinofilm Das Wunder von Mals.


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  • Marco Clausen wechselt zu Common Grounds

    (Gu, RSS)

    Ab dem 1. März wechselt Marco Clausen zu Common Grounds. Mit dem Verein arbeiten wir seit der Kampagne zum Erhalt des Prinzessinnengartens (2012/13) daran, den Garten am Moritzplatz als grünen und kulturellen Freiraum zu sichern. In diesem Jahr wird Common Grounds eine Zukunftswerkstatt durchführen #prinzessinnengarten99jahre, in der wir zusammen mit ExpertInnen, Initiativen, NachbarInnen und dem Bezirk Visionen für eine langfristige Erhalt des Prinzessinnengartens am Moritzplatz als Gemeingut entwickeln wollen.


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  • Glogauer 13: neue Gruppe

    (Gu, Mail)

    Der Garten an der Glogauer13 gibt es noch und die Gruppe ist recht aktiv. Anfang letztes Jahr hat die ursprüngliche Gruppe aufgehört wegen persönliche umständen aber auch wegen sehr viel Vandalismus. Zwei Frauen von der erste Gruppe haben aber weiter gemacht und mit viel elan neue mitglieder gesucht und gefunden. Leicht war es letztes Jahr auch nicht. Viel Vandalismus und die hatten mehr privat-beete letztes Jahr die dann doch nicht gepflegt wurden und brach lagen. Dieses Jahr wird deshalb mehr gemeinschaftlich gegärtnert und am 29. Juli feiern sie Sommerfest: https://glogauer13.wordpress.com/

    Vandalismus bleibt ein Problem, wurde aber jetzt besser weil das grosse Tor endlich geschlossen wurde. Letztes Jahr hat sich common ground auch dafür eingesetzt das Mietkosten und alle andere Betriebskosten ausser wasser gestichen wurden aus dem Vertrag um die ökonomische Belastungen der Gruppe abzumildern. Der Bezirk war immer positiv zum Projekt und sind auf unsere Forderungen eingegangen.


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  • Common Grounds und Himmelbeet legen GG in Berlin Gropiusstadt an

    (Gu aus alerts, 25.8. und 16.9.

    Gemeinschaftsgarten für Großsiedlung geplant

    Gropiusstadt. Die Wohnungsgesellschaft degewo will grünes Leben nach Gropiusstadt holen. Urban Gardening nennt sich das Projekt, bei dem Bewohner selbst Hand anlegen dürfen und gemeinsam vor der Haustür gärtnern.

    Tomaten, Radieschen, Salate: All das soll im Innenhof der Wohnhäuser am Käthe-Dorsch-Ring in einem Gemeinschaftsgarten sprießen. Um das Gärtnern auch in einer Großsiedlung am Stadtrand populär zu machen, hat sich die Wohnungsbaugesellschaft degewo extra mit den Experten des Vereins Common Grounds und der gemeinnützigen Gesellschaft „himmelbeet“ zu einem Pilotprojekt zusammengetan.

    Zum Projekt wird es am Sonnabend, 5. September, um 14 Uhr ein Workshop mit den Bewohnern geben. Schon im Frühjahr 2016 soll so ein 500 Quadratmeter großer Gemeinschaftsgarten entstehen. Die Bewohner der angrenzenden Häuser sind eingeladen, den Garten in ihrem Innenhof zu planen und später auch anzulegen. Die Einwohner sollen die Früchte ihrer Arbeit auch selbst ernten können.“

    „Degewo finanziert die Gartenbauarbeiten und fachliche Betreuung und stellt das Gartenland kostenfrei zur Verfügung.

    Der Verein Common Grounds hat u. a. ein Toolkit entwickelt, das bei der Gründung und Weiterentwicklung urbaner Gärten helfen soll. Himmelbeet übernimmt Gartenbau-Aufträge und unterstützt ebenfalls bei Konzeption, Planung und Aufbau sozialer urbaner Gärten.
    Die Begleitung des Gemeinschaftsgartens in der Gropiusstadt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie dem Umweltbundesamt im Rahmen des von Common Grounds e.V. initiierten Projekts „LebensMittelPunkt – Integration von Gemeinschaftsgärten in Lebens- und Wohnräume“ gefördert.

    Quelle: http://www.berliner-woche.de/gropiusstadt/kultur/gemeinschaftsgarten-fuer-grosssiedlung-geplant-d83298.html
    Weitere Infos: http://www.haufe.de/immobilien/wohnungswirtschaft/degewo-foerdert-gemeinschaftsgarten-in-der-berliner-gropiusstadt_260_319912.html
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