Schlagwort: Dorfgemeinschaftsgarten

  • Langen: Beetschwestern kümmern sich um Dorfgemeinschaftsgarten

    (Antrag, Antworten)

    Im Dorf Langen mit knapp 1500 Einwohnenden gibt es als Begegnungsort seit kurzem die Kreativwerkstatt, die letzte Kneipe jatte schon geschlossen. Dort kann Kneipenbetrieb stattfinden, es gibt eine Küche, in der man zusammen kochen kann und ein kulturelles Programm. Im Außenbereich ist ein Gemeinschaftsgarten abgelegt worden und eine Gruppe von bisher 18 Frauen, die sich Beetschwestern nennt, pflegt den Garten, gärtnert, trifft sich dort und teilt Wissen. Zu Hause ziehen sie die Pflanzen vor. Bishee haben sie Gartengeräte selber mitgebracht, nun gibt es einen Schuppen und die Möglichkeit, Geräte für alle anzuschaffen und zu lagern.

    – auf wie vielen Beeten werden Gemüse, Kräuter, Obst angebaut? Wie groß ist dieser Anteil im Garten? (Auf dem Foto, dass Sie für das kleine Portrait des Gartens eingestellt haben, ist hauptsächlich Rasenfläche zu

    sehen)

    Wir haben zur Zeit drei große Hochbeete und eine Kräuterschnecke, in denen Gemüse, Kräuter und Schnittblumen angebaut werden. Die Obstbäume und -sträucher stehen an der Seite zum Nachbargrundstück.

    Die Proportionen auf dem Foto sind wohl etwas verzerrt und die Jahreszeit war für ein Foto wahrscheinlich nicht die optimalste. Die reine Rasenfläche (rechter Gartenbereich) ist tatsächlich nur ein kleiner Teil des Gartens. Darunter liegt die Zisterne für die Bewässerung des Gartens. An der linken Seite unter den Obstbäumen ist keine reine Rasenfläche, sondern da ist im größeren Bereich eine Wildblumenmischung in die Rasensaat eingearbeitet. Zur passenden Jahreszeit blüht es dort. Nur im Umfeld der Bank ist reine Rasensaat eingebracht worden.

    -wird gemeinschaftlich gegärtnert oder gibt es (auch) individuelle Parzellen oder Patenschaften für bestimmte Bereiche?

    Der komplette Kreativgarten wird gemeinschaftlich bearbeitet. Es gibt keine ‚eignen‘ Beete. Jede Beetschwester arbeitet an der Stelle, die es gerade am dringendsten benötigt.

    -wie ist die Gartengruppe organisiert, wie wird kommuniziert und wie werden Entscheidungen getroffen?

    Wir organisieren uns über eine WhatsApp-Gruppe. In der Regel schreibt eine von uns in die Gruppe, dass mal wieder ein Einsatz fällig ist und teilweise auch, was zu tun ist. Dann wird ein Termin vorgeschlagen und es kommt wer Zeit hat dazu. Ein oder zwei Frauen bringen Kaffee, Kekse oder kalte Getränke für die Pause mit. Das funktioniert erfreulicherweise meistens sogar ohne vorherige Planung.

    Es gibt auch Frauen in unserer Gruppe, die eher für sich alleine dort hingehen und ein Stündchen vor sich hinwerkeln. Das kann ja durchaus meditativ sein.

    Die Planung der Gemüsebeete erfolgt bei unserer „Generalversammlung“ im Winter. In diesem Jahr haben wir uns im Februar in der Kreativwerkstatt getroffen und an einem gemütlichen Abend festgelegt, wer welches Gemüse vorzieht, was wir überhaupt anpflanzen wollen, wer die Komposterde besorgen kann usw. Blumensaat für die Schnittblumen ernten wir von der Vorjahresbepflanzung. Außerdem bringen Mitglieder unserer Gruppe gerne zusätzlich neues Saatgut aus dem eigenen Garten mit.

    -wie offen ist die Beetschwestern-Gruppe? Wie kann man mitmachen und wo erfahren potentiell Interessierte von dem Garten und Mitmachmöglichkeiten? Auf der Website der Kreativwerkstatt habe ich den Garten nicht gefunden.

    Unsere Gruppe ist allen Interessierten gegenüber aufgeschlossen. Jede*r kann mitmachen. Wir sind ein kleines Dorf von knapp 1.500 Einwohnern, in dem in der Regel jede*r weiß, was passiert und wer Ansprechpartner*in ist. Wir verteilen in der Gemeinde alle zwei Wochen ein sog.

    „Gemeindeblatt“ und haben eine DorfApp. Darüber wurde im letzten Jahr für Interessierte ein Beitrag mit Ansprechpartnern veröffentlicht.

    Außerdem gab es beim Jahresrückblick der Gemeinde jedes Mal einen Beitrag über die Arbeit und ein Bild von der Gruppe mit dem Hinweis, dass Interessenten sich gerne melden mögen.

    Vor der Versammlung im Winter werden wir wieder alle Interessierten aufrufen, zu der Versammlung oder später im Laufe des Gartenjahres dazuzukommen.

    -wird die ganze Ernte in der Kreativwerkstatt-Küche weiterverarbeitet oder nehmen die Gärtner*innen auch was mit nach Hause?

    Bislang wurden eher einzelne Komponenten in der Küche verwendet – z. B.

    Kräuter oder Tomaten, Gurken, Zucchinis, Kohlrabi oder Chilis. Die Fläche der Gemüsebeete reicht nicht aus, um alle benötigten Zutaten (z.

    B. Kartoffeln) in ausreichender Fläche anzubauen. Die fehlenden Lebensmittel werden gerne z. B. von heimischen landwirtschaftlichen Betrieben aus den Verkaufshäuschen geholt. Zu anderen Zeiten hat man zu viel von einer Sorte fertig – z. B. Salat, Tomaten, Gurken – da nehmen die Gärtnerinnen etwas mit oder es wird von Besuchern des Gartens gesnackt.

    -würden die Beetschwestern einen Komposter auch selber bauen? (Das ist ja der Fokus der anstiftung) Aus welchem Material ist der bei uns beantragte Komposter?

    Wenn der Aufbau kein besonderes handwerkliches Geschick erfordert und es für uns leistbar ist, würden wir sicherlich auch einen Komposter selber bauen. 

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  • Reinstorf: GG im Dorf nimmt Fahrt auf

    Antrag, Antworten

    der Träger will mit dem Garten als „alltagspraktisches Projekt“ zu „einem gemeinschaftsgetragenen Dorfleben, in dem Subsistenz und Commoning praktisch erprobt werden“ beitragen.
    Fläche war bis vor kurzem noch überwuchert, haben sie von der Kirchengemeide kostenlos bekommen.
    Ideen: Brot backen, Kräuterspirale und viels mehr.
    Gruppe besteht aus jungen und alten Dorfbewohner*innen, sie treffen sich 2x/Monat, es gab schon einige Aktionstage. Hochbeete und Bänke wurden gebaut, sie machen das Projekt auch in etablierten Vereinen bekannt wie Feuerwehr und Landfrauen

    Sie wollen mit dem Garten einen zentral gelegenen, alten Pfarrgarten weder beleben und auch Geflüchtete einbeziehen. Ein Lern- und Begegnungsort mitten in der Gemeinde.

    • Die Nutzung der Fläche ist grundsätzlich nicht befristet und verlängert sich nach dem 28.2.26 jeweils um ein Jahr bei einer jährlichen Kündigungsfrist von 3 Monaten. Die Kirche nutzt (abgesehen von der gemeinsamen Nutzung) den vorderen Teil des Gartens (freie Fläche) für gelegentliche Kirchen-Veranstaltungen (Seniorencafé, Konfirmand*innen-Tage). 
    • In der Kerngruppe sind 6 Erwachsene und ca. 7 Kinder. Erreicht wurden bisher durch Veranstaltungen ca. 200 Menschen und Öffentlichkeitsarbeit ca. 2000 Menschen. 
    • In der Offenen Werkstatt der angrenzenden Projektscheune, die über einen Zahlencode auch der Gemeinschaftsgartengruppe zugänglich ist. (Zugang zu den Gartengeräten)
    • Bisher kommt das Wasser aus dem Außenwasserhahn des Pfarrhauses (Trinkwasser, daher nicht im größeren Rahmen zum Gießen vorgesehen). 
    • Bisher gibt es fünf Hochbeete, wovon eines bepflanzt ist. Sie sollten im Frühsommer mit mehrjährigem Gemüse bepflanzt werden, jedoch ist die Person, die den Hut dafür trägt, im Mai schwer erkrankt, sodass sie Hände und Füße derzeit nicht bewegen kann und noch in der Reha ist. Wir überlegen, ob wir die Hochbeete nun interessierten Gruppen zur Verfügung stellen, sodass sie gemeinschaftlich und gleichzeitig mit klarer Zuständigkeit bewirtschaftet werden. Der Ertrag des Gartens wird sich in Zukunft auch aus den gepflanzten Beerensträuchern (Felsenbirne, Berberitze, schwarze und rote Johannisbeere, Blaubeere, Himbeeren, Honigbeere, rote Stachelbeere) speisen, zusätzlich zu den alten und neuen Obstbäumen (Pflaume, Kirsche, Apfel, Birne) und Kornelkirschen. 
    • Wir haben eine Förderung durch die Landwirtschaftskammer („Transparenz schaffen“), die sich auf Honorare bezieht, so konnten wir einige Ehrenamtspauschalen auszahlen und Workshopleitende honorieren. Ein finanzieller Überschuss wurde bislang nur während der Saatgutbörse erziehlt, wovon wir die Kosten für Kaffee und Tee sowie einige neue Beerensträucher bezahlen konnten. Der realtiv große Betrag von ca. 6000 Euro in der Jahresbilanz bezieht sicht auf ein Privatdarlehen von 3000 Euro, das schon zurückbezahlt ist, aber eben bei Einnahmen und Ausgaben auftaucht. Es wurde benötigt, um die Honorare auszahlen zu können, da die Förderung erst rückwirkend gezahlt wurde und der Verein nicht über auszeichend Mittel zum Vorstrecken verfügt. Lassen Sie uns gerne wissen, wenn Sie mit „Überschuss“ die eigentliche Gartenernte meinten! Die wurde bisher z.B. in Form von Brombeermarmelade einvernehmlich aufgeteilt.
    • Wir beteiligen die Gartennutzenden zunächst einmal durch die Offenlegung unserer Finanzen, erklären den Eigenanteil unserer bisherigen Förderung und dass dieser derzeit nur durch Spenden und Mitgliedsbeiträge gedeckt wird. Nach dem Solidaritätsprinzip können alle selbst entscheiden, Geld zu spenden oder Mitglied bei Gut leben Ostheide zu werden. Vor allem bringen die Gartenleute und Gruppen sich über das Mitbringen eigener Geräte und Werkzeuge für die Einsätze ein, sie haben Hochbeete und Jungpflanzen gespendet, und arbeiten natürlich ehrenamtlich an der Erhaltung, Gestaltung und Pflege des Gartens. Wir machen eine Mitgliedschaft im Trägerverein Gut leben Ostheide bewusst nicht zur Voraussetzung, um den Zugang möglichst niedrigschwellig zu halten. Die Kirche als Mitnutzende des Gemeinschaftsgartens wird ebenfalls nicht finanziell an den Eigenmitteln beteiligt, weil sie ja schon den Garten unentgeltlich zur Nutzung zur Verfügung stellt.

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  • Ziegenhagen: Dorfgemeinschaftsgarten hat neue Koordinatorinnen

    (Antrag, Antworten)

    2024 hatte der Garten/die Gruppe es nicht geschafft, die abgelaufene Gemeinnützigkeit zu verlängern, dann ging die Hauptkkordinatorin woanders hin. Nun haben sich zwei Frauen aus der Gartengruppe gefunden, die den Garten koordinieren und Anträge stellen.

    Der Garten ist naturnah mit Blühflächen, Insektenhotels und Schutzecken für Kleintiere und Insekten angelegt.

    Wir organisieren die Anzucht der Jungpflanzen selbst. Hierfür kooperieren wir soweit möglich mit der Gärtnerei einer regionalen Solidarischen Landwirtschaft. Von einigen Pflanzen haben wir selbst Saatgut gewonnen und möchten das noch ausbauen.

    Das Jahr 2024 war für den Gemeinschaftsgarten ein Jahr mit Veränderungen.

    Jutta und Karin, zwei engagierte Gründungsmitgliederinnen, haben sich aus privaten Gründen zurückgezogen. Sie sind in Ihrem beruflichen Umfeld zu sehr beschäftigt bzw. mit ihrem Privatgarten komplett ausgelastet.

    Das geplante Kochen mit den Kindern und das Kohlessen mit den Landfrauen hat aus Mangel an Interesse seitens der Kinder und Landfrauen in 2024 leider nicht stattgefunden. Aber die Kürbisse zum Schnitzen zu Halloween haben die Kinder gerne und mit Freude genommen.

    Es fand ein Flohmarkt beim Dorfgemeinschaftshaus unter Beteiligung einiger Gärtnerinnen statt. Wir konnten zwei neue Mitgärtner*innen gewinnen und arbeiten daran, weitere Dorfbewohner*Innen zu begeistern.

    Wir sind derzeit 11 Menschen, von denen drei aber aus Altersgründen nicht mehr bei allem mitmachen können. Trotzdem übernehmen sie noch Aufgaben wie das Führen der Barkasse, das tägliche Gießen der Anzucht im Gewächshaus oder Arbeiten im Sitzen. Dafür sind wir sehr dankbar.   

    Es gab einige Anfragen nach „privaten“ Beeten, die wir jedoch abgelehnt haben, da wir uns explizit als Gemeinschaftsgarten verstehen.

    Wir treffen uns weiterhin am Mittwoch (wer kann) und am Samstag (alle) im Garten und besprechen die anfallenden Arbeiten. Samstags gibt es ab und zu Kaffee und Kuchen nach der Gartenarbeit, und es kommen manchmal interessierte Gäste aus dem Dorf einfach so vorbei. 

    Ab und zu kommt jemand von der Kerngruppe unter der Woche dazu, ein paar Stunden spontan im Garten zu arbeiten.

    Wir haben uns Gärtner*innen verschiedene Themen zugewiesen, auf die jede*r besonders achten wird, damit die anderen eine Ansprechperson haben:

    ·        Saatgutbeschaffung

    ·        Anzucht

    ·        Kompost

    ·        Gewächshaus gießen

    ·        Hütte ordnen

    ·        Rasen mähen

    ·        Gründüngungsbeete


    Wenn jemand in Urlaub geht oder krank ist, vereinbaren wir Vertretungen.

    Saatgut für 2025 haben wir aus privaten Mitteln vorfinanziert. Demnächst müssen wir eventuell noch Gartengeräte nachkaufen, da mit den zwei Gärtnerinnen demnächst auch Geräte den Garten verlassen werden.

      

    Auch diesen Sommer soll weiterhin die Ernte über unserem Eigenbedarf den Dorfbewohner*innen gegen eine Spende an der Straße angeboten werden.

    Auch die Ernte des außerhalb des Dorfes liegenden Bio-Kartoffelackers (Projekt der AG Nachhaltiges Ziegenhagen) wird vor dem Tor des Gemeinschaftsgartens an die Dorfbewohner verkauft. Dadurch bekommt der Gemeinschaftsgarten noch mehr Aufmerksamkeit im Dorf.

    Wie viele (Gemüse)Beete gibt es und wie groß sind diese?
    Es gibt 4 Quadranten A, B, C, D mit jeweils 10 bzw. 11 Gemüsebeeten, also insgesamt 42 Beete und eine Kräuterspirale in der Mitte. Die Beete sind alle ca. 75 cm breit und die unteren Beete sind ca. 8-10 m lang, die oberen (B und C) etwas kürzer. Unsere Wege sind ca. 40cm breit. Auf dem Quadranten C bauen wir in diesem Jahr vor allem Gründüngung und Wildblumen an.

    Wie macht ihr auf den Garten und die Mitmachmöglichkeiten aufmerksam, wie bekannt ist der Garten in Ziegenhagen?
    Ein Wort zum Dorf selbst. Ziegenhagen hat ca. 600 Einwohner und ist ein „Sackgassendorf“, kein Durchgangsverkehr. Es gibt keine Geschäfte zum Einkaufen und nur wenige selbständige  Betriebe.

    Diese außergewöhnliche Lage macht es interessant für engagierte Menschen, die einen besonderen Ort zum Leben suchen. Daher gibt es auch Interesse an einem Gemeinschaftsgarten, was eher ungewöhnlich ist für einen Ort mit überwiegend Einfamilienhäusern, welche fast alle über einen privaten Garten verfügen.

    In Ziegenhagen kennt praktisch jede und jeder den Gemeinschaftsgarten, denn er liegt sehr präsent mitten im Ort an der Straße, und ist direkt auf dem Holzschild über dem Eingang erkennbar.

    Es gibt ein Kästchen mit einer Info-Postkarte am Eingangstor, die zum Mitmachen einlädt. Viele Menschen im Ort äußern immer wieder, sie würden ja gerne kommen, wenn sie nur Zeit hätten.  

    –       Mit welchen Gruppen kooperiert ihr/können auch Gruppen den Garten nutzen?
    Über die AG nachhaltiges Ziegenhagen sind wir immer im Gespräch mit Anderen, werben Menschen zum Mitmachen. Weiter gibt es auch Signal Dorfgruppen, in denen wir im Kontakt mit anderen Dorfbewohnen suchen.
    Der Kontakt mit den Landfrauen wurde wiederholt angeknüpft, war jedoch bislang nicht so fruchtbar. Wir haben Kontakte zum Landwirt, der die Kartoffeln für das Dorf anbaut.
    Wir kooperieren mit der Gärtnerei einer regionalen Solidarischen Landwirtschaft. Wir wollen Kontakt aufnehmen zu der Saatgut-SoLawi für SoLawis, von denen eine direkt in Witzenhausen entstehen soll.
    Es gab schon Geburtstagsfeiern im Garten und wir sind offen für Gruppen, die den Raum nutzen möchten. Den Kontakt zum Kindertreff und zu den Landfrauen werden wir halten und einen neuen Versuch starten.  

    –       Wie groß ist die Kerngruppe, sind das die 11 Menschen? Sind auch Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte im Garten dabei?

    Die Kerngruppe sind momentan 11 Menschen, ja. Wir haben in Ziegenhagen nur eine sehr begrenzte Anzahl von Menschen mit Migrationsgeschichte. „Unser Syrer“ hat selbst einen großen Permakulturgarten vor dem Haus seiner WG. Von der ukrainischen Familie kam noch kein Interesse, möglicherweise lieg das am Alter (Jugendliche) und an der Gesundheit (Senioren) oder der Sprache. Die meisten von uns sind jedoch innerdeutsche bzw. europäische Migranten, ein sehr aktives Paar aus den Niederlanden, zwei aus Berlin, eine aus dem Rhein-Main-Gebiet, zwei  vom Niederrhein, etc.   

    –       Wie hoch sind die Spendeneinnahmen im Schnitt? Welche anderen Finanzierungsquellen habt ihr? Macht ihr z.B. Veranstaltungen mit Spendenbox für den Garten? Habt ihr lokale Unternehmen nach Unterstützungsmöglichkeiten gefragt? Könnte eure Mitgliedsbeitrag für den Trägerverein nicht doch auch für die Ausgaben des Gartens genutzt werden? Oder wäre es möglich, dass die Gärtner*innen sich doch auch an den Kosten beteiligen?

    Wir haben uns bisher v.a. auf die Anstiftung und auf die Einnahmen aus dem an der Straße angebotenen Gemüse verlassen. An Spenden kamen in den letzten beiden Jahren im Schnitt ca. 220€ zusammen. Wir haben bisher keine Veranstaltungen gemacht. Im Moment sieht sich die Gartengruppe dazu nicht in der Lage. Das kann sich aber wieder ändern.

    In Ziegenhagen gibt es einen Verlag und mehrere Landwirte sowie Ferienunterkünfte. Den Verlag haben wir angefragt, aber bislang nichts bekommen. Jede/jeder Gärtner*in hat schon immer einen persönlichen Beitrag eingebracht im Form von Pflanzenspenden, Geräten, Geschirr, Besteck, Handtüchern und allem, was im Garten gebraucht wird.
    Den Verein Nachhaltiges Ziegenhagen können wir mal fragen, ob wir unsere Beiträge auch für den Garten ausgeben dürfen. In diesem Jahr sammeln wir tatsächlich schon 30€ pro Gärtner*in ein, um unsere Kosten zu decken.

    –       Seid ihr auf nebenan.de aktiv, darüber bekommen manche Gärten auch einiges an Materialien

    nebenan.de ist eine gute Idee. Für unser Dorf und ein paar umliegenden Dörfer gibt es das erst seit knapp zwei Jahren und die Seite ist noch nicht sehr belebt.
    Wir haben in den letzten Jahren Materialien und Dienstleistung „auf Zuruf“ oder vom Verpächter bekommen, z.B. die Reparatur der Dachrinne, Schilderstöcke oder Holzhackschnitzel für die Wege. Wir werden uns abstimmen, ob wir auf nebenan.de aktiver werden können.

    –       Was passiert mit der Ernte (die ihr nicht spendet)?

    Die Ernte ist primär für den Eigenverbrauch. Verstärken wollen wir die Vorratshaltung für den Winter. Dazu sind wir auf der Suche nach besseren Lagermöglichkeiten.

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  • Kirrweiler: Hühnerhaltung im Garten

    (Antworten)
    ANtragstelung für Bau eines Hühnermobil sund eines Unterstand bei Regen und als Lagermöglichkeit für Gartengeräte

    –          Wie groß ist die Gruppe und wie setzt sich diese zusammen?

    In unserer Garten- und Hühnergruppe sind ca. 15 – 20 Personen aktiv. Seit der letzten Aktion haben sich noch weitere Interessenten gefunden. Wir sind hälftig Familien (mit kleineren und schon großen Kindern) und Einzelpersonen, die über das gemeinsame Wirken im Garten Anschluss suchen. Eine kleine Gemeinschaft, die ihre unterschiedlichen Fähigkeiten gut ergänzen kann. Wir haben verschieden Berufsgruppen und Alter, es ist ganz spannend zu sehen, wer alles schon was weiß und einbringen kann.

    –          Wie viele Beete gibt es und wie groß sind diese? Wird alles gemeinschaftlich bewirtschaftet? Was passiert mit der Ernte?

    Wir haben in diesem Frühjahr 8 Beete angelegt, alle gemeinsam mit zum Teil unterschiedlichen Methoden bewirtschaftet werden. Da am Anfang nicht klar war, ob wir Wasser haben würden, waren wir vorsichtig mit der Bepflanzung. Dafür waren wir sehr zufrieden mit der Ernte, die wir unter allen aufgeteilt haben.

    –          Wem gehört die Fläche, müssen Sie Pacht bezahlen und ist die Nutzung befristet?

    Das Gelände hat die Bürgerstiftung Kirrweiler vor einigen Jahren erworben und stellt sie nun der Gruppe kostenfrei zur Verfügung. Dafür sollte das Gelände einigermaßen gepflegt werden.

    –          Gibt es einen Zaun?

    Da wir uns im FFH-Gebiet befinden, ist die Einfassung mit einem festen Zaun nicht erlaubt.

    –          Was an Infrastruktur gibt es schon im Garten?

    Gar nichts. Es ist/war eine völlig verwilderte, brachliegende Freifläche. Im Jahr zuvor hatte die Bürgerstiftung Kirrweiler Ziegen und Schafe zur Mahd gemietet. Auf dem Nachbargrundstück und Teilen der Fläche sind diese auch in diesem Jahr „tätig“, um den Brombeerbewuchs einzudämmen.

    –          Woher kommt das Wasser?

    Mittlerweile haben wir einen kleinen Brunnen, der wenig Wasser fördert. Die Entnahmemenge ist gedeckelt. Zum Gießen hat es im Sommer nicht an allen Tagen gereicht.

    –          Wie wird der Garten und Mitmachmöglichkeiten beworben? Wie erfahren potentiell Interessierte vom Gartenprojekt?

    Das Gelände ist für jeden frei zugänglich und so kommt es zu vielen schönen Begegnungen mit Spaziergänger:innen, die uns und die Entwicklung im Garten beobachten.

    Am 20.08. gab es einen Aktionstag in Kirrweiler, bei dem sich unser Zukunftsdorfgarten auch präsentiert hat. Wir hatten Experten zu Humusaufbau, Klima gärtnern und Samenfesten Saaten eingeladen. Seitdem gibt es weitere Anfragen.

    –          Wie werden die bisherigen Ausgaben finanziert, da der Bau ja schon begonnen hat?

    Die Bürgerstiftung Kirrweiler hat uns das Geld vorgestreckt. Leider liegen die Kosten jetzt schon höher als geplant.

    Wir möchten der Stiftung das Geld gern vollumfänglich zurückzahlen, damit sie weitere, soziale Projekte im Dorf unterstützen kann.

    –          Was für Materialien sind für die „Vorrichtung für Wasserversorgung“ notwendig?

    Wir hatten angedacht, Regenwasser vom Dach des Hühnermobils ins Innere zu leiten, um es für die Hühnerpflege zu nutzen. Das haben wir so jetzt nicht umgesetzt. In diesem Sommer ist kein Wasser vom Dach geflossen, für den Herbst wollen wir noch eine Regentonne (außen) anbringen.


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  • Gemeinschaftsdorfgarten Pödelwitz – kritische Reflexion

    (aus Sachbericht)

    Kritische Reflexion
    • Unser Wunsch den Garten als Dorfgarten zu entwickeln, um vor allem mit den noch
    anwesenden Dorfbewöhner*innen gemeinsam zu gärtnern und zusammenzukommen, war
    uns so nicht von Erfolg beschieden. Wir haben gemerkt, dass es für die
    Dorfbewohner*innen nicht sonderlich relevant ist zusammen zu gärtnern, besitzen sie
    ohnehin eigene Gärten oder sind zu sehr in ihre eigenen Vorhaben eingespannt. Gleichzeitig
    ist über die Anwesenheit von Aktivisti*innen ein großes Unterstützungspotential entstanden,
    dass sich u.a. dadurch  zeigt, das gemeinsam das Netzwerk: Alle Dörfer bleiben Halle /
    Leipzig Anfang des Jahres 2019 gegründet wurde und wir darin gemeinsam aktiv sind im
    Widerstand und für den Aufbau eines zukunftsfähigen Modelldorfes. Die
    Dorfbewohner*innen sind sehr dankbar über den Zuwachs an Menschen und äußern
    konstant, wie sehr für sie über den Gemeinschafts- und Projektgarten neue Perspektiven
    entstanden sind und in Zeiten des direkten Widerstands dadurch einen Aufwind erlebt haben.
    Die so relevante Pressearbeit zum Dorf geschah und geschieht meist über die Kombination
    von alteingesessenen Dorfbewohner*innen und Mitgliedern von AAA. So konnte in
    Lokalzeitung, Regionalzeitung, dem MDR, den Tagesthemen, dem ZDF und vielen weiteren
    Medien die Botschaft vermittelt werden, welche Zerstörung an diesem Ort und anderen
    Orten geschieht, Menschen sich dagegen auflehnen und an konkreten Alternativen
    zusammenwirken. Mit der gesamten Klimagerechtigkeitsbewegung konnte im Januar 2021
    der Erfolg gefeiert werden: der Braunkohlekonzern Mibrag hat offiziell bekannt gegeben:
    Pödelwitz bleibt.
    • Im Aufbau des Gemeinschaftsgartens lag stark der Fokus auf der infrastrukturellen Ebene
    und hat dort so einige Kraft gelassen. Der Aufbau einer Commonsgemeinschaft ist dabei zu
    kurz gekommen. So haben wir erst über einen langen Weg gelernt und bemerkt, wie relevant
    es ist, sich auch gemeinsam zu organisieren, Fähigkeiten zu gelingender Moderation und
    Konfliktbearbeitung anzueignen oder effektive Entscheidungsprozesse zu entwickeln.
    Bemerkbar waren auch grundsätzliche Effekte unserer Sozialisierung, sodass blinde Flecken
    in der Verteilung der Reproduktionsarbeit, emotionaler Fürsorge etc. sichtbar wurden.
    • Wir sind gefühlt von einem Bedarf zum nächsten Bedarf und Gestaltungs- bzw.
    Bauvorhaben übergegangen. Dabei sind in den konkreten Situation Ideen und Lösungen
    entstanden. Hilfreich wäre hier sicherlich gewesen, sich zunächst Zeit zu nehmen, um etwa
    gemeinsam ein Permakulturdesign zu entwickeln und in dieses dann die Elemente und ihre
    Verbindungen einzufügen. Einige Tätigkeiten haben wir so doppelt gemacht wie den Aufbau
    und Wiederneuaufbau an anderer Stelle und auch die Unsicherheit, ob nicht noch günstigere
    Kopplungen von Funktionen und Elementen möglich gewesen wäre. Gleichzeitig haben in
    den Situationen auch Umsetzungen gedrängt, wie z.B. der Bau einer Komposttoilette, sodass
    ein wirklich gutes System erst wohl in Zukunft entstehen wird mit dem Abbau und
    Neuaufbau.
    • Unser Ansatz in Bauvorhaben möglichst auf Recyceln und Upcycling statt auf Konsum zu
    setzen, hat gezeigt, wie viel Energie und Mehraufwand dies auch bedeutet. So z.B. bei der
    Dämmung des Rundhauses mit „Rest“schaftswolle vom Schäfer aus der Umgebung. Allein
    das Waschen und Präparieren der Wolle hat sicherlich viermal so lange gedauert, wie der
    Rest des Baus. Gleichzeitig braucht ein solches Vorhaben immer auch ausreichend
    (überdachten) Lagerraum, der bei uns nur begrenzt gegeben ist. So bleibt ein beständiges
    Thema die Auseinandersetzung um die Ästhetik des Gartens. (mehr …)