der Stand ist, dass es weiter ungewiss ist. Faktisch ist Ende des Jahres Schluss, da kein neuer Vertrag für das Gelände ausgestellt wird. Aktuell sind wir in der Aushandlung mit der Stadt um ein alternatives Grundstück, die Lage ist aufgrund nur weniger existierender Flächen aber eher schlecht. Eine Alternative könnte noch sein in einem neu entstandenem Garten der Jüdische Kultusgemeinde einzuziehen, dazu stehen Gespräche aber noch aus.
Gegärtnert wird bei uns in diesem Jahr aufgrund der eher erdrückenden Lage leider kaum.
Schlagwort: Dresden Gärtjen
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Dresden: Gärtje-Fläche ungewiss
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Dresden: Gärtje kann weiter machen
Glücklicherweise haben wir nach einer Kampagne mit Social Media, Pressearbeit und Kontakten in die Politik eine Lösung hinbekommen und besitzen seit 2 Wochen wieder einen Pachtvertrag für die nächsten 2 Jahre. (mehr …)
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Dresden: Gärtjen bedroht
(Mail und Artikel)
ARTIKEL:
https://www.saechsische.de/dresden/lokales/dresden-gemeinschaftsgarten-gaertjen-5906477.htmlIm Ostragehege gibt es neben Kleingärten und dem sozialen Projekt „Tafelgarten“ auch das „Gärtjen“. Die Macher bezeichnen diesen als „grünen, offenen und revolutionären Freiraum“. Denn in diesem Gemeinschaftsgarten gibt es zusätzlich politische Bildung.
Die rund 400 Quadratmeter Fläche am Messering wurde 2018 zunächst als alternatives Abgeordnetenbüro einer Landtagsabgeordneten der Linken genutzt. Seit 2020 betreibt der Verein Ostra dort das „Gärtjen“. Einerseits werden gemeinsam Tomaten, Zucchini, Wurzelgemüse, Weintrauben und vieles mehr angebaut und geerntet. Andererseits finden auf dem Gelände immer wieder Vorträge und Diskussionsveranstaltungen statt. Die Titel der Veranstaltungen zeigen klar, dass es im „Gärtjen“ um Politik geht: „Der Ukrainekrieg und kein Ende in Sicht? Suche nach Wegen aus dem Krieg in der Ukraine“, „Familienlandsitze und Judenhass – die Ideologie der Anastasia-Bewegung und ihr wirken in Sachsen“ oder „Einführung in die Faschismustheorie“.Der Verein nennt es einen „Safespace hinter dem Gärtjentor, in dem achtsames und respektvolles Miteinander und Schutz vor Diskriminierung gelebt werden“. Es wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es kein Projekt der Partei Die Linke ist.
Zu wenig Garten oder Hochwasserschutzgründe?
Damit soll es wohl bald vorbei sein. Christopher Colditz, Linke-Stadtrat und im Vorstand des Vereins, erzählt, dass der Pachtvertrag bisher immer problemlos von der Stadt verlängert wurde. Das hat sich nun geändert. „Ich habe nachgefragt und irgendwann gesagt bekommen, dass der Vertrag nicht mehr verlängert werden soll.“ Als Begründung hieß es von der Stadt laut Colditz, dass ein sozialer Träger auf das Gelände wolle.
„Uns wurde gesagt, es sehe nicht wie eine gemeinschaftsgärtnerische Nutzung aus.“ Dabei haben die Mitglieder viel gepflanzt. Es seien fünf bis zehn Personen, die sich regelmäßig im Ehrenamt um die 26 Beete kümmern. Das klappe zeitlich mal besser und mal weniger gut.„Auf erneute Nachfrage hieß es dann von der Stadt, der Vertrag könne aus Hochwasserschutzgründen nicht verlängert werden“, berichtet Colditz. Auf Nachfrage von Sächsische.de äußert sich die Stadt nicht zu dem Thema. Fragen werden nicht beantwortet. „Zu diesem Thema findet demnächst ein Gespräch statt“, heißt es nur. Colditz habe gesagt bekommen, das Gelände müsse bis 2025 beräumt sein. Allerdings läuft der aktuelle Pachtvertrag Ende dieses Jahres aus – möglicherweise ein noch früheres Aus für das Projekt. „Das ist echt eine miserable Kommunikation durch die Verwaltung mit einem rein ehrenamtlichen Träger“, so Colditz.
Der Verein stehe damit ohne öffentlichen Raum da, um das Konzept mit dem Gemeinschaftsgarten und die Veranstaltungen zur politischen Bildung umzusetzen. „Wir wollen am liebsten auf dem Gelände bleiben“, so Colditz.Wenn das tatsächlich aus Gründes des Hochwasserschutzes nicht gehen sollte, solle die Stadt aber einen alternativen Standort bereitstellen. Zumal an dem Konzept, aus Sicht des Vereins, wesentliche Demokratie-Projekte hängen. Für die Veranstaltungen gab es im vergangenen Jahr rund 3.500 Euro Fördergeld von der Stadt, weil diese als unterstützungswürdig im Rahmen des „Lokalen Handlungsprogramms für ein vielfältiges und weltoffenes Dresden“ eingestuft wurden.
MAIL
wie ihr vielleicht erfahren habt, ist die Existenz des gärtjens bedroht (Sächsische berichtet). Die Stadtverwaltung Dresden möchte uns den Pachtvertrag nicht verlängern. Erst hieß es, ein sozialer Träger möchte auf das Grundstück, dann war die Rede vom Hochwasserschutz und dass alle Aufbauten bis 2025 wegmüssen (unser gelbes Häuschen, das Kompostklo, der Geräteschuppen, der Pizzaofen,…). Für uns keine klare Kommunikation und kein fairer Umgang mit einem ehrenamtlichen Projekt.
Unser Pachtvertrag läuft allerdings schon zum 31. Dezember 2023 aus. Nach aktuellem Stand stehen wir für unser Bildungs- und Gemeinschaftsgartenprojekt ohne eine Fläche da. Eine Alternative wurde uns bisher nicht angeboten. Wenn wir dort nicht bleiben können oder eine adäquate Fläche erhalten, bedeutet dies das Ende des gärtjens.
Jetzt kommst Du ins Spiel. Wir möchten in den nächsten Wochen noch mal Aufmerksamkeit für das gärtjen schaffen. Mit einer kleinen Social Media Kampagnen möchten wir Zitate von Besucher*innen, Referent*innen und Freund*innen posten und so Druck auf das zuständige Amt und die Bürgermeisterin erzeugen.
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Dresden: Gärtjen
(Antrag, Antworten)
- Wem gehört die Fläche, ist der Nutzungsvertrag befristet und müsst ihr Pacht zahlen?
Die Fläche gehört der Landeshauptstadt Dresden und wir sind Pächterin über unseren Verein Ostra e.V., wir bezahlen 360€ im Jahr Pacht, also einen symbolischen Euro pro qm – wir haben in etwa 360qm, laut Pachtvertrag. Der Vertrag war bisher immer auf 2 Jahre befristet. Wir wollen für die nächste »Dekade« eine längere Laufzeit anfragen, auch weil es die Überlegung gibt, das Gärtjen barriereärmer zu machen und hierfür gegebenenfalls noch Baumaßnahmen nötig wären, für die wir eine Förderung anstreben würden.
- Wie groß ist die Gartengruppe, wie ist der Garten organisiert (alles gemeinschaftlich?), wie laufen Entscheidungen und Informationsflüsse?
Die Gärtjen-Crew lässt sich in zwei Bereiche aufteilen, das ist einerseits die inhaltliche Gruppe, die sorgt sich um das Jahresprogramm, fragt Refs an, betreut die Veranstaltungen und die andere Gruppe sind unsere Gärtner*innen. Dort wird hauptsächlich gegärtnert und rumgewerkelt. Insgesamt sind wir irgendwas zwischen 9 und 12 Leute. Immer von zeitlichen Ressourcen und auch der Lust der einzelnen abhängig, wie das im Ehrenamt halt so ist. Allerdings gibts keine ganz klare Abgrenzung zwischen den Gruppen, es gibt Überschneidungen. Wir haben zwei Leute, die zum Beispiel nur rumgärtnern und Leute, die nur Veranstaltungen Planen und dann gibts noch ein paar wie mich, die in beiden Gruppen unterwegs sind. Das Gärtjen ist gemeinschaftlich organisiert. Die Veranstaltungen planen wir in einer dafür eigenen Runde, an der alle teilnehmen können. Das beginnt mit einer ersten Runde im letzten Quartal des Jahres und streckt sich dann bis Anfang März. Dort können alle ihre Ideen einbringen. In der Regel organisieren dann die Leute, die die Dinge mitgebracht haben, auch Referent*innen / die Veranstaltung und werden von anderen unterstütz, wenn sie Hilfe benötigen. Die Gärtner*innencrew hatte im letzten Monat jeden Mittwoch ein offenes gärtnern angeboten, hinzukommen natürlich noch weitere Termine entsprechend der persönlichen Zeitresourcen. Ich würde schätzen, im letzten Jahr war in der Saison im Schnitt 50% der Woche jemand da.
Die Aktiven sind ziemlich frei in ihren entscheidungen, was sie tun. Das klappt von Haus aus gut, dass alle jeweils mit denen sprechen, die es betrifft. Also es braucht nicht für jede einzelne Sache einen Plenumsbeschluss oder dergleichen, wir schwimmen alle auf einer guten Wellenlänge.
Fürs Gärtjen und unseren Verein gibt es regelmäßig am letzten Sonntag im Monat eine Runde, bei der wir uns treffen, socialisen und einfach besprechen, was eben so anfällt. Weil wir gemerkt haben, dass wir uns im letzten Jahr durch Veränderungen der persönlichen Lebenssituationen nicht mehr alle so häufig im Gärtjen begegnet sind, haben wir Anfang des Jahres mit Hilfe einer DSEE-Förderung eine kleine Klausur gemacht, unter anderem dieses Treffen ist ein Resultat. Das heißt nicht, dass niemand mehr im letzten Jahr da war, sondern dass sich die Anwesenheit eben auf unterschiedliche Tage verteilte.
Ansonsten haben wir zwei Telegram-Chatgruppen (eine für die Gärtner*innen und eine Gesamtgruppe) in der wir uns gegenseitig informieren.
- Wie kann man mitmachen, wo bewerbt ihr den Garten wie?
Mitmachen kann man so, wie man Lust hat. Wer Veranstaltungen machen will, kann sich da einbringen. Wer gärtnern will, ist herzlich eingeladen. Wer im Gärtjen eine Veranstaltung als Externer anbieten möchte, kann das auch, sofern es zu uns und unserer Grundhaltung passt.
Wir sind bei der Engagementbörse des Freistaat Sachsen eingetragen und wollen dieses Jahr unsere Vernetzung noch bei den bereits existierenden Gemeinschaftsgartennetzwerken in Dresden verstärken. Ansonsten informieren wir regelmäßig über unsere Social-Media-Kanäle FB, Insta, Telegram, Mastodon und unseren Newsletter. Wenn ich etwas mehr Zeit habe, wollte ich uns auch noch bei der Ehrenamtsbörse der Landeshauptstadt eintragen.
Ansonsten versuchen wir durch Kooperationen auf uns aufmerksam zu machen und neues Publikum ins Gärtjen zu holen. In diesem Jahr zum Beispiel mit der ersten Friedrichstädter Saatgutbörse in Kooperation mit der Johannishöhe, dem riesa efau und der Saatgutbörse der Städtischen Bibliothek.
Wir haben hier aber auch noch Luft nach oben.
- Wie viele Beete habt ihr? Auf eurem Insta-Account sieht es so aus, als ob es fast nur Beete gibt? Was an Infrastruktur (neben der geben Hütte) habt ihr noch?
Spannend, wo du es sagst… auf dem Insta-Account sieht es tatsächlich so aus, als würde das Gärtjen fast nur aus Beet bestehen. Wir haben 3,5 Beetflächen. Einmal die vor der Hütte, die auf dem letzten Instapost zu sehen ist (circa 7x6m). Gegenüber davon ist noch ein langezogenes Beet, das könnten so 9 oder 10 x 2 Meter sein. Noch mal ein Beet von 7 x 6 Meter befindet sich am Ende des Grundstücks. Wir haben ansonsten noch ein kleines Kräuterbeet, das sind vielleicht 1,5×1,5 Meter. Im letzten Jahr hat sich jemand ein einem Staudenbeet versucht, aber das ist durch die extreme Trockenheit leider nicht so geglückt, das waren so um die 2,5 x 4 Meter. Theoretisch steht noch mehr Beetfläche zur Verfügung.
Neben der gelben Hütte haben wir noch eine Außenküche und einen selbst gebauten Pizzaofen. Wir haben einen kleinen Geräteschuppen und ein Trennkompostklo und einen kleinen Sandkasten, falls Eltern zu den Veranstaltungen kommen. Wir haben auch eine aufblasbare Kinoleinwand von ungefähr 3×4 Metern.
- Was passiert mit der Ernte, macht ihr Veranstaltungen, nutzen andere Gruppen den Garten?
Die Ernte wird gegessen 🙂 einen Teil nehmen die Leute mit, die aktiv im Gärtjen sind. Wir bieten bei den Veranstaltungen auch immer an, dass sich Teilnehmenden etwas mitnehmen können, das wird immer dankend angenommen. Dieses Jahr wollen wir vier kleine »Gärtjen-Dinner« veranstalten. Dort wollen sich unsere Kochbegeisterten an Gerichten versuchen, die sie mit Zutaten aus dem Gärtjen kochen. Dabei soll immer ein Gemüse im Mittelpunkt stehen. Die Dinner sind als kleines Dankeschön für die Aktiven gedacht und wir wollen dazu immer noch Leute einladen, mit denen wir uns gerne vernetzen wollen.
Veranstaltungen machen wir. Wir bewegen uns da in einem breiten Spektrum von Antifaschismus, Ökologie, Queer, Feminismus, Kapitalismuskritik. Wir kommen zum Großteil alle aus der Ecke „politische Bildner*innen“, daher auch die affinität zu vielen Themen. Wir machen auch Workshops mit praktischem nutzen. Beispielsweise eine Kräuterwanderung, die wir auch dieses Jahr wieder machen. Wir haben schon selbst Brot gebacken, selbst Seife gemacht,… dieses Jahr wird zum Beispiel noch fermentiert, um gleich mal zu schauen, wie wir die eigene Ernte länger haltbar machen können. Dieses Jahr sind 14 Veranstaltungen geplant.
Andere Gruppen nutzen auch das Gärtjen, so haben wir im letzten Jahr verschiedene Gruppen im Gärtjen gehabt. Eine kleine Auswahl der letzten Jahre: Politische Gruppen, die ihre Plena abgehalten haben und die Filmvorführungen gemacht haben; die mobile Jugendarbeit war da und hat mir ihren Kids einen Tag im Gärtjen gemacht und den Abend bei Knüppelkuchen ausklingen lassen; ein Jugendhilfeverein hat war mit seiner Jugendweihgruppe für einen Tag im Gärtjen; wir hatten schon eine Einschulung und eine kleine Hochzeitsgesellschaft bei uns, die Gewerkschaft ver.di ist mit ihrer Straßenbahner-Gruppe für einen Teamtag vorbeigekommen,…
- Woher kommt das Wasser?
Wasser und Strom kommen von der direkt anliegenden Kleingartensparte. Wir selbst sind aber nicht Teil der Sparte und unterliegen auch nicht dem Bundeskleingartengesetz.