Schlagwort: Drogen

  • Berlin: Lucies Garten wird viel von der Nachbarschaft genutzt

    (Besuch)

    Der Gemeinschaftsgarten ist ein „Hanggarten“ mit großem Gefälle. Er liegt an einem der Eingänge in die Hasenheide. Auf der Treppe vor dem Eingang läuft sehr viel Drogenmissbrauch. Da liegen ganz oft Spritzen etc. und Uta hat beobachtet, dass so gegen 5.oo früh viele Menschen auf der Treppe warten. Sie vermutet, dass dann die „Drogenausgabe“ stattfindet. Ab und an ist auch ein Beet in der Nähe des Eingangs durchwühlt, die vermuten, dass da Drogen versteckt werden. Auch im Garten finden sie immer mal wieder was.
    Ab und an übernachten Menschen im Garten, ab und an gibt es unangenehme Hinterlassenschaften, anders als bei der Laskerwiese aber nicht in den Beeten.
    Sie haben neue Wege angelegt und eine Benjeshecke errichtet (vor dem Zaun zu einen Weg und Bauhaus). Der Erfolg: es wird weniger Müll in diesem Teil gefunden.
    Einmal gab es eine Beschwerde wegen Ratten (im Park gibt es jede Menge), die in Paletten vom benachbarten Bauhaus nisten und im Garten gesehen wurden, Bauhaus hat die Paletten inzwischen verräumt (aber nie auf Mails o.ä. reagiert).
    Vandalismus gibt es auch ein wenig, Jugendliche haben den Strandkorb ein bisschen demoliert etc.
    Interessant: neulich wurde der gesamte Knoblauch aus allen Beeten geklaut.
    Ernten darf in dem Garten jede*r, doch gleich alle Pflanzen auszubuddeln, war dann doch neu.

    Der Garten wird zu den Öffnungszeiten viel von der Nachbarschaft genutzt. Mädchen feiern eigenständig Geburststag mit Cola und Keksen, Familien mit Kleinkindern nutzen den kleinen Spielplatz, Menschen aus den nah gelegenen Büros nutzen den Garten für ihre Pause etc. Die Garten-Gruppe sagt allerdings Anfragen nach Kindergeburstagen inzwischen ab, da es zu viele ungesicherte Stellen gibt und die Erfahrung gezeigt hat, dass Kinder den Garten bei solchen Gelegenheiten auch immer ein wenig zerlegt haben (große Steine aus der Kräuterspirale verschleppt etc.)

    Sie haben verschiedene Kompoststationen im Garten, für Grünschnitt und einen für Biomüll, den die Gärtner*innen mitbringen. Sie wollen demnächst mit Martina K. eine Heißrotte anlegen und suchen Geld für das Honorar.

    Wasser: da haben sie aufgestockt. Neben der Wasserlösung mit einem Standrohr, mit der IBS-Tanks gefüllt werden und Wasser über eine Leitung (?) von einem nahen Biergarten (?) haben sie einen der Kompostplätze überdacht und verschiebbare Regenrinnen gebaut. Wenn Starkregen fällt, füllen sich die darunter stehenden Tanks schnelll.
    Sie haben einen Tischler in der Gruppe, der gerne Lösungen baut.
    Oft läuft es auch so im Garten, dass jemand eine Idee hat und was macht (zB ein paar Weinreben anpflanzen) und daraus dann viel mehr wird. Sie haben ein Rankgitter geschneckt bekommen und die „Baugruppe“ hat eine Weinlaube gebaut.

    Ein Tipp für andere: ein älteres Paar aus der Nachbarschaft hat schon oft im Garten gesessen. Nun haben sie angefangen, in einem kleinen, klar abgegrenzten Beet, Unkraut zu zupfen und können sich vorstellen, auch mehr zu machen. Der Weg ins Mitmachen war hier die Überschaubarkeit der Fläche und der Aufgabe. (mehr …)

  • Berlin: Laskerwiese kämpft mit den Herausforderungen des öffentlichen Raums

    Die Gruppe ist dabei, die Container von den restlichen Spuren des Brandanschlags zu säubern. Es sind 2 Container, wobei der eine ausgebrannt ist und ggf. durch die Feuerwehr der zweite dann aufgebrochen wurde – die Schlösser waren beide aufgebrochen, viel des Inhalts des zweiten Containers lag davor verstreut rum.
    Einiges konnten sie inzwischen wieder nachkaufen, u.a. durch unsere Förderung. Von Peace of Land haben sie einiges an Werkzeugen und Materialien geschenkt bekommen.
    Sie müssen nach wie vor neben dem Garten auch den Park instand halten. Der besteht aus Sitzbereichen, Staudenbeeten, neu angelegten Blühwiesen, Rasen, einem Hügel, einer „Sportstätte“(ob die dazu gehört, weiß ich nicht).
    Wasser bekommen sie zum einen vom Lidl-Dach->Zisterne->Leitung in den Garten mit Pumpe, Brunnen im Garten und für den Park nutzen sie Frischwasser
    Es kommen immer wieder neu Interessierte dazu, andere hören auf, u.a., da doch einiges kurz vorm Reifepunkte geklaut wird. Einige setzen nun eher auf Blumen und wollen damit noch mehr für Insektenvielfalt tun. Als ich da war, flog eine Holzbiene durch den Garten.
    Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten im Garten bauen sie immer mehr wieder da. Obdachlose nisten sich ein. Manche Menschen kacken in die Beete, immer wieder wird Müll einfach liegen gelassen, wobei es Mülleimer gibt. Diese reichen aber nicht und die Gruppe musste selbstgebaute wieder abnehmen, da der Bezirk/die Stadt einheitliche Mülleimer in den Parks möchte. Die Leerung der Mülleimer durch die BSR funktioniert, doch werden Säcke mit Müll derzeit nicht mehr abtransportiert. Bislang war das kein Problem.
    Der Park wird von Drogenmenschen genutzt, offener Drogenkonsum findet oft statt. Und es findet Vandalismus statt, derzeit ist ein Tor zum Garten eingetreten worden (die sind nicht abgeschlossen).
    Der Verein hat Kontakt mit Gangway gehabt, die sind aber nur 2x gekommen. Sie haben Kontakt mit den Schupos aufegommen mit Bitte, den Park/Garten mit in die Kontrollrunden aufzunehmen, sie versuchen, Garten und Park sauber und ordentlich zu halten (um nicht nach der Broken Windows Theroie dazu einzuladen, mehr Müll da zu lassen etc.), hat alles nix geholfen bisher oder nur wenig.
    Die Gruppe hat Verständnis für die Überforderung des Bezirks, in dem es viele Probleme gibt und Lakserwiese ist daran gemessen nur ein kleines Projekt.
    Ihr aktuelles Sorgenkind ist der Teich. Die Folie war kaputt, der Teich ist abgelassen, die Folie entfernt, nun muss er saniert werden.
    Sie haben für dieses Jahr schon recht viel Geld akquiriert. Von uns, FEIN-Mittel, Spenden wegen des Brands, doch reicht das noch nicht. Außerdem ist es richtig schwierig, Handwerker*innen für die Sanierung zu bekommen.
    Alle Gärtner*innen wohnen fussläufig vom Garten oder in kurzer Raddistanz. Meine Hauptgesprächspartnerin ist zum Garten gekommen, als es ihr eine Zeitlang seelisch nicht gut ging und sie Natur und Gemeinschaft brauchte. Sie ist im Vorstand und engagiert sich für Artenvielfalt und Insektenschutz. (mehr …)

  • Bremen: Crack Szene nun wo anders, Ab geht die Lucie

    Verdrängung der Drogenszene und unsere Herausforderungen

    Parallel zu unseren Angeboten im Garten mussten wir uns vor allem mit der Verdrängung der Drogenszene vom Hauptbahnhof und ihren Auswirkungen auf den Lucie-Flechtmann-Platz auseinandersetzen. Die extreme Präsenz von Suchterkrankten auf unserem Platz stellte das ganze Jahr über eine große Herausforderung dar. Seit Herbst 2022 stieg die Präsenz von Suchterkrankten auf unserem Gelände stark an, mit bis zu 40 Personen gleichzeitig und über 150 pro Tag. Diese Situation verhinderte nicht nur unsere Umweltbildungsaktivitäten, sondern brachte auch Sicherheitsprobleme mit sich. Unser Engagement in sämtlichen Beiratssitzungen und der Einsatz an den Runden Tisch dienten dazu, unsere Anliegen zu platzieren, den Menschen, die als „Junkies“ diskreditiert werden, in Kooperation mit anderen Organisationen eine Stimme zu geben und langfristige, ernstgemeinte Lösungen zu finden. Die Berichterstattung in der Presse (größtenteils im Weser-Kurier bzw. Stadtteilbeilage des WK), die die Auswirkungen der verfehlten Bremer Drogenpolitik aufgriffen, dokumentierten unsere Bemühungen (5.6., 27.8., 28.8., 30.8., 3.9., 19.10., 30.11., …). Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse: Es brannte mehrmals auf dem Turm (18.04.). Einen Monat später, nach wir unser erstes Forderungspapier erstellten (11.5.), wurde das Hilfs-Angebot Friedrich-Rauers-Straße im Bremer Koalitionsvertrag beschlossen, parallel zu verstärkten Repressionsmaßnahmen am Hauptbahnhof (26.06.). Wir veröffentlichten ein Positionspapier zur verfehlten Bremer Drogenpolitik (10.07.), während wir uns auf unserem Platz mit Gewaltvorfällen konfrontiert sahen wie einer Großschlägerei mit Messer und Schlagstöcken (11.07.). Die Unterstützung von politischen Vertretern wie der Bundestagsabgeordneten der Grünen aus Bremen, Kirsten Kappert-Gonther (3.9.), half, unsere Anliegen zu vermitteln. Regelmäßiges Aufbrechen des Klos und eine Petition aus der Nachbarschaft (19.10.) zeigten die Dringlichkeit des Problems. Besorgniserregende Ereignisse waren das Abbrennen von (27.11.) sowie das Auftauchen von Nazi-Parolen am Container (30.11.), dem wir mit einer Stellungnahme auf dem Winterbasar (3.12.) und einer kooperativen Kundgebung mit 250 Menschen (4.12.) entschlossen entgegentraten. Schließlich wurden erfreulicherweise Maßnahmen beschlossen, darunter die Bereitstellung eines neuen Containers im Hohentorspark Höhe Justitiapark inkl. verstärkter Hilfsangebote (7.12.) und die Zusage von 10 Millionen Euro für Drogenhilfe in Bremen für die Jahre 2024/25 (13.12.).  

    Diese Zusammenfassung soll verdeutlichen, dass neben unserem Gartenprogramm vor allem die Bewältigung dieser Drogenproblematik und der politischen Arbeit einen erheblichen Teil unserer Arbeit ausmachten.

    https://lucie-bremen.de/rueckblick-auf-das-jahr-2023-fuer-den-gemeinschaftsgarten-ab-geht-die-lucie/ (mehr …)

  • Bremen: Crackszene trifft sich bei Ab geht die Lucie

    (Tel mit Verwaltungsmitarbeiter/Baureferat Stadt Bremen)
    Alkohol- und Drogenkonsum ist schon lange ein Problem bei „Ab geht die Lucie“. Die Lucies wollten die Menschen ins Projekt einbeziehen, was mal besser und mal gar nicht gelang. Menschen durften im Gewächshaus übernachten, das war dann aber nicht mehr nutzbar für die Lucies, das Dixie war auch nicht mehr nutzbar für andere und die Reinigungskosten waren irgendwann zu hoch. Das Gewächshaus wurde wieder abgebaut.
    Es gab mal Straßensozialarbeiter*innen, die Lage verbesserte sich.
    Nun hat sich die Crack-Szene angesiedelt. Als Teil des Problems wurde ein Container identifiziert, der für den Drogenkonsum genutzt wird (Aber auch für Crack?) und der soll nun in die Wallanlagen versetzt werden. Ob die Szene da mit zieht ist fraglich, da es dort dann keine nahen Supermärkte mehr gibt wie bei der Lucie.
    Die Lucies sind überfordert mit der Situation, der Platz verwahrlost, andere Nutzer*innen sind nicht mehr gerne da, die Nachbarschaft (vor allen Dingen wohl Wohnungseigentümer) wollen, dass sich die Situation verbessert. Einige sind schon lange gegen die Lucie, da diese ihren ästhetischen Vorstellungen zuwieder läuft.
    Ein Kindergarten würde gerne auf der Fläche bauen… (mehr …)

  • Neuköllns Gesundheitsstadtrat schlägte urban gardeing als Maßnahme gegen Drogenhandel und -konsum auf einer Fläche vor

    (alerts)
    Neuköllns Gesundheitsstadtrat schlägt Urban Gardening als Maßnahme gegen Drogenschwerpunkte vor
    Sie ist ein Drogen-Hotspot: die Grünfläche zwischen Buschkrugallee und Ballinstraße, nördlich der Autobahn A113 in Neukölln. Dabei ist die Grünfläche eigentlich eine Ausgleichsfläche für die Autobahn und gehört dem Bund.

    Seit Mitte des Jahres kam es hier aber vermehrt zu Spritzenfunden und Vermüllung, erklärte das Bezirksamt Neukölln auf Nachfrage. Es wurden sogar teilweise ganze Camps mit Zeltkonstruktionen und Matratzen auf der Grünfläche aufgebaut. Im Sommer wurde das Lager zwar vom Ordnungsamt geräumt. Doch nach wie vor ist der Park als Drogen-Hotspot bekannt.

    Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) sagte dazu nun: „Die Berliner Suchthilfe ist gescheitert. Wir sehen jede Woche neue Drogenschwerpunkte im Bezirk und sind nicht in der Lage, aktiv zu reagieren.“

    Nun schlägt die Neuköllner CDU vor, die Grünfläche an der A113 als Urban-Gardening-Fläche umzuwandeln. Liecke erklärte: „Mit kleinen städtischen Gärten wollen wir die soziale Kontrolle über diese Grünfläche zurückgewinnen. Es darf einfach keine Normalität sein, dass Drogen in aller Öffentlichkeit gehandelt und konsumiert werden.“

    Einen entsprechenden Antrag, der der Berliner Morgenpost vorliegt, wird im Oktober in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht. Darin wird das Bezirksamt aufgefordert, die bis dato noch eingezäunte Grünfläche frei zugänglich zu machen, „und dieses Grundstück im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsverfahrens als Urban-Gardening-Fläche für Familien, Anwohnerinnen und Anwohner zur Verfügung zu stellen.“

    Doch Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieser Idee zeichnen sich bereits ab. Denn das Grundstück ist eine Ausgleichsfläche, gehört dem Bund und wird von der Senatsverwaltung für Verkehr verwaltet. Für das Grundstück bedeutet das konkret: wenig Pflege. Ein Mal pro Jahr gebe es laut einem Sprecher des Bezirksamts eine „rudimentäre Rasenpflege“, darüber hinaus werde jedoch „keine Pflege vorgenommen. Insbesondere erfolgt keine Beseitigung von Müll, Konsumutensilien und sonstigen Hinterlassenschaften. Das musste bisher der Bezirk erledigen.“

    Gleichzeitig sind sich Bund und Land uneins über die Nutzung des Grundstücks: Während die Senatsverwaltung für Verkehr die Grünfläche für die Öffentlichkeit zugänglich erhalten möchte, wäre der Bund auch bereit, die Grünanlage einfach zu schließen – ganz so, „wie es mit dem wilden Grünstreifen auf der anderen Seite der Ballinstraße bereits gehandhabt wird“, so der Sprecher des Bezirksamts.

    Land müsste Grundstück vom Bund abkaufen

    Und: Sollte Berlin tatsächlich eine öffentliche Grünanlage aus der Fläche machen, müsste das Land das Grundstück zuerst vom Bund kaufen. Und eine andere Ausgleichsfläche müsste voraussichtlich bereitgestellt werden.

    Schwierigkeiten, um die die CDU Neukölln zwar kennt, die sie aber dennoch nicht von einem entsprechenden Antrag abschrecken. Denn nach Auskunft der Landesdrogenbeauftragten, so erklärte es der Rathaussprecher, gebe es derzeit keine Möglichkeit, einen mobilen Konsumraum hier zu schaffen.

    https://www.morgenpost.de/bezirke/neukoelln/article227437961/Liecke-Die-Berliner-Suchthilfe-ist-gescheitert.html (mehr …)