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  • Eixen: Gemeinschaftsgarten „auf dem Land“ entsteht

    (Antrag, Antworten, Tel)

    Tel
    sehr ländlich und dort der einzige Verein, der Angebote für die Nachbarschaft macht, ist der in 2020 gegründete „Wir machen mehr e.V.“

    Sie machen viel vor allen, aber nicht nur, für Kinder, die aus sozial schwachen Familien kommen.

    Sie wollen auf einer privaten Fläche u.a. gärtnern. Es gibt noch keine Gruppe, aber Interessierte. Noch denken sie eher in Richtung „Angebot für Teilnehmer*innen“ und es gibt Leute vom Jobcenter, die da eingesetzt werden sollen – doch war Frau Dauer das Telefonat, das ich nun hatte, interessiert daran, wie eine Gruppe entstehen kann, die das tatsächlich als ihren Garten begreift. Auch den Tipp, Gartenregeln nicht vorzugeben, sondern mit und durch die Gärtner*innen zu entwickeln, fand sie richtig gut. Kann also in Richtung Gemeinschaftsgarten gehen.

    Aus dem Antrag:
    Der gemeinnützige Verein „Wir machen mehr e.V.“ mit Hauptsitz in Eixen OT Bisdorf, wurde am 29.01.2020 gegründet, um Kindern, Jugendlichen und Senioren in unserem ländlichen Raum den Zugang zu sozialen, kulturellen und künstlerischen Angeboten sowie Projekten zu ermöglichen. Ziel ist nicht nur die kulturelle Belebung von Eixen mit seinen neun Ortsteilen mit einer großen Bandbreite von Angeboten, deren Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen bis zu Senioren reichen. Sondern – unter Anderem – Alt und Jung zusammenzubringen, voneinander zu lernen, Spaß zu haben, ein wert- und respektvolles Miteinander zu fördern und hoffentlich den Senioren in unserem Umfeld ein wenig Einsamkeit zu nehmen.
    […]
    So konnten wir über das Bundesprogramm „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ ein Gartenprojekt im April 2021 starten, in welchem die Projektkinder Hochbeete gebaut und verschiedene Kräuterbeete angelegt haben. Vom Samenkorn bis zur Ernte erlebten die Kids den Reiz eines Gartens. Ausüber 7.000 Quadratmetern Wildwuchs sind bisher ca. 1000 Quadratmeter nutzbare Gartenfläche entstanden, welches in diesem Jahr ausgebaut wird.[…] Der alte Bauernhof , auf welchem der „Lebensraum Garten“ seinen Platz gefunden hat, bietet viel Potential, liegt in der Nähe einer Ortsdurchfahrt und ist fußläufig in wenigen Minuten von der nächsten Bushaltestelle zu erreichen. […] In diesem Jahr macht der in 2021 verliehene Förderpreis der „Town & Country Stiftung“ den Bau eines Gewächshauses möglich, welches künftig zur Anzucht eigener Pflanzen dienen wird. […]
    Hochbeete, Pflanztürme, Kräuterschnecken, Spaliere und vieles mehr sorgen für ein harmonisches Gesamtbild und geben Spielraum für Kreativität mit dem Ergebnis von späteren Gaumenfreuden. Die aus dem Anbau entstehende Ernte wird vernascht, in der vereinsinternen Küche zu Marmeladen, Chutneys, Dips und Kräutermischungen verarbeitet, eingeweckt, getrocknet/gedörrt und an die örtliche Tafel mit ihren sieben Ausgabestellen weitergereicht.

    Antworten auf meine Fragen:
    ·        Wem gehört die Fläche, müssen Sie Pacht zahlen, gibt es einen Nutzungsvertrag und ist dieser befristet?

    Die Fläche hat der „Wir machen mehr e.V.“ von Familie Dauer gepachtet. Es ist ein Nutzungsentgelt in Höhe von 250 € im Jahr zu zahlen. Darin enthalten sind die Strom- und Wasserkosten. Der bestehende Nutzungsvertrag ist unbefristet.

    ·        Was war vorher auf der Fläche?

    Weit vor dem Eigentumsübergang (vor 2013) an uns als Besitzer könnten kleine Bereiche des Grundstücks bereits als Garten genutzt worden sein. Dies lässt sich daraus schließen, dass beim Umbrechen der Fläche verschiedene kultivierte Pflanzen und Kräuter wachsen. Jedoch waren Haus und Hof seinerzeit nicht bewirtschaftet. Wir selbst haben die Wiese einige Zeit als Weide für Schafe genutzt.

    ·        Gibt es eine Nachbarschaft, die fußläufig in der Nähe wohnt und den Garten mit nutzt (mit nutzen könnte?)

    Es gibt unmittelbare Nachbarschaft, die gut zu Fuß den Garten erreichen können; auch ist in ca. 200 m Entfernung ist eine Bushaltestelle. Durch die ländliche Lage sind viele Einheimische gern und oft mit dem Fahrrad unterwegs. Das ist eine der Zielgruppen, die wir bereits ansprechen konnten. Einige ältere Leute möchten sich keinen Garten mehr anlegen, weil sie die Verpflichtung nicht mehr eingehen möchten. Jedoch ein bisschen gärtnern nach Lust und Laune spricht trotzdem an.

    Genau gegenüber gibt es ein Gutshaus, welches für den Urlaubsverkehr offen ist. Veranstaltungsmäßig wird regional nicht viel geboten. Jedoch durch die Nähe zur Ostsee sind wir dennoch eine beliebte Urlaubsregion. Wer hier Urlaub macht, sucht Ruhe und Ablenkung vom stressigen Alltag, wird also gern bei entsprechender Ansprache in unseren „Lebensraum Garten“ einkehren.

    ·        Gibt es eine Gruppe von Gärtner*innen aus der weitläufigen Nachbarschaft, die das Projekt als ihren Gemeinschafts(nutz)garten verstehen? Oder gärtnern eher Teilnehmer*innen ihrer tollen Veranstaltungen und punktuell andere Leute?

    In Gesprächen mit Bürgern unserer Gemeinde zeigt sich deutliches Interesse, ohne Verpflichtung ein wenig „umherpuscheln“ zu können. Wie bereits im Antrag erwähnt, gibt es eine Art Säulenprinzip. Das heißt, es finden feste Projekte statt, meist mit Kindern. Diese Projekte müssen jedoch nicht zwangsläufig direkt mir der Gartenarbeit in Verbindung stehen. So ist z.B. eine „Wagenburg“ geplant, welche Kinder in einem Projekt gestalten dürfen. Es wird Bürger*innen geben, die regelmäßig kommen und sich um „ihre“ Beete kümmern und es wird spontane Akteure*innen geben. Jedermann wird Zugang haben.

    ·        Wie viele Leute gärtnern und wie viele sind in der Kerngruppe, wenn es eine geben sollte?

    Noch gibt es keine sogenannte Kerngruppe, da der Verein noch sehr jung ist und das Konzept dieses Gartens erst im vergangenen Jahr entstanden ist. Jedoch haben wir bereits einige Nachfragen, wie das Ganze vonstatten gehen soll und wo man sich „anmelden“ kann… Wir gehen davon aus, dass unabhängig von unseren anderen Projekten anfangs zwischen 15 und 20 Personen frei gärtnern werden. Wir werden nicht erwarten, dass in dieser Region unheimlich viele Menschen auf uns zukommen werden. Der „Lebensraum“ muss wachsen.

    ·        Wie laufen die Informations- und Kommunikationswege? Wer entscheidet?

    Da wir bisher projektbezogen gearbeitet haben, hat der Vorstand entschieden. Jedoch wird es künftig eine „Gartenordnung“ geben; Richtlinien, die einzuhalten sind, um das gemeinsame Gärtnern und das friedliche Miteinander zu fördern. Die Gartenordnung ist in Arbeit und wird auf einer großen Tafel im Eingangsbereich sichtbar gemacht. Inwiefern wir aus versicherungstechnischen Gründen mit Eintragungen in ein „Anwesenheitsbuch“ oder tatsächlich auf kompletter Vertrauensbasis arbeiten, werden wir bis zu Eröffnung im Vorstand beschließen. Eine Infotafel am Eingang wird Aktuelles anzeigen.

    Der urbane „Lebensraum Garten“ wird auf der Homepage des Vereins, in den Schaukästen der Ortsteile der Gemeinde, in der Ortsteilezeitung (OTZ), im Regionalanzeiger, per Flyer, auf der Gemeinde-Homepage sowie im Gemeindezentrum beworben. Hinzu kommt die Unterstützung unseres Bürgermeisters sowie die der befreundeten und vernetzten Vereine. Weiterhin werden die Projektkinder ein großes Schild anfertigen, auf dem auf den Gemeinschaftsgarten hingewiesen wird. Auch liegt uns bereits die Genehmigung des Bürgermeisters vor, an den Bushaltestellen in der Gemeinde Aushänge zu machen.

    ·        Wie viele Gemüsebeete gibt es? Gärtnern alle gemeinschaftlich?

    Bisher gibt es einen Kartoffelacker, eine erdige Beetfläche von 25 x 10 Metern, 6 Hochbeete, 2 Kräuterbeete, mehrere Blumenbeete und eine Bieneninsel. (im rechten Bereich der Anlage angesiedelt)

    Künftig kann jeder, der Gärtnern möchte, in den Garten kommen. In der Zeit zwischen 22 und 7 Uhr wird die Anlage geschlossen. Ob sich die Leute dort treffen, um gemeinsam zu schaffen oder ob jemand einfach nur seine Ruhe haben möchte, sei ihm selbst überlassen. Zu überlegen wäre, ob zwischenzeitliche „Einsätze“ gemacht werden, um die Menschen zu mehr Miteinander zu animieren.
    ·        Gibt es ein Schild mit Infos zum Gemeinschaftsgarten?

    Das Schild für den Gemeinschaftsgarten wird von unseren Projektkindern aus Holz mit Holzbrennerei angefertigt. Momentan ist „Winterpause“, zum Sammeln neuer Ideen, Raum für Antragstellungen und Abrechnungen, so dass die Projektkinder Zum 1. März 22 starten können.

    Das Schild mit der Gartenordnung wird ebenfalls zeitnah erstellt und gut sichtbar angebracht.      

    ·        Wie wurde und wird auf den Garten aufmerksam gemacht, wie erfährt man davon?

    Der urbane „Lebensraum Garten“ wird auf der Homepage des Vereins, in den Schaukästen der Ortsteile der Gemeinde, in der Ortsteilezeitung (OTZ), im Regionalanzeiger, per Flyer, auf der Gemeinde-Homepage sowie im Gemeindezentrum beworben. Hinzu kommt die Unterstützung unseres Bürgermeisters sowie die der befreundeten und vernetzten Vereine. Weiterhin werden die Projektkinder ein großes Schild anfertigen, auf dem auf den Gemeinschaftsgarten hingewiesen wird. Auch liegt uns bereits die Genehmigung des Bürgermeisters vor, an den Bushaltestellen in der Gemeinde Aushänge zu machen.

    ·        Wer hat entschieden, dass die Ernte verkocht (von wem?) und dann an die Tafel verteilt wird? Wollen die Gärtner*innen die Ernte nicht selber (miteinander) nutzen?

    Bisher sind im Rahmen der Kinderprojekte die Projekte so angelegt gewesen, dass die Ernte unter Anleitung mit den Kindern verkocht oder anderweitig verarbeitet wird. Vermutlich missverstanden wurde, dass auch die Ergebnisse an die örtliche Tafel abgegeben wurden. Dem ist nicht so. Lediglich das Obst und Gemüse, welches nicht verarbeitet werden konnte, wurde abgegeben. Alles andere wurde von den kleinen Machern und Macherinnen selbst verspeist oder mit nach Hause genommen.

    Im Rahmen der Projekte mit Kindern wird ein Teil auch weiterhin so laufen. Dies wird jedoch getrennt sein vom Geschehen des freien Gärtnerns. Letztendlich entscheidet die entstehende Gärtnergemeinschaft.

    Inwiefern die fleißigen Gärtner*innen sich teilweise in die Projekte einbringen möchten, obliegt ihnen selbst. In den Belangen der Anlage der Beete, der Ernte etc.werden Ideen gesammelt und demokratisch entschieden. Wenn jemand sich ein Beet anlegt, um sein Gemüse selbst zu verspeisen oder zu verarbeiten, soll dies von Herzen gern geschehen. Jedoch wird explizit darauf hingewiesen, dass die Verschwendung von Lebensmitteln/in diesem Fall der Ernte, vermieden werden muss. In diesem Fall wird die Anregung die Abgabe an die örtliche Tafel sein.

    Was machen die Menschen, die vom Jobcenter aus bei Ihnen beschäftigt sind, was der Bufti?

    Die Mitarbeiter des Vereins kümmern sich um die Anlagen auf dem gesamten Gelände, führen Reparaturarbeiten durch, übernehmen quasi Hausmeistertätigkeiten., gießen, wenn nötig, bauen Hochbeete, unsere Bundesfreiwilligen (BuFDis) machen Projektarbeiten mit den Kindern und greifen dort unter die Arme, wo es gerade gebraucht wird. Sie sind zuständig für die Pflege und Wartung der Geräte, sind Ansprechpartner für die Gärtner*innen und übernehmen das Öffnen und Schließen der Pforte morgens und abends…

    Die gesamte Anlage ist tagsüber frei zugänglich. Neben einer Bundesfreiwilligen (58 Jahre) und drei Förderstellen (2 Männer 62 und 63 sowie 1 Frau 65 Jahre) des Jobcenters unseres Landkreises sind sechs Ehrenamtliche tätig, welche die generelle Pflege des Areals übernehmen, Reparaturarbeiten anleiten und durchführen sowie bei den nebenbei laufenden Projekten mitwirken.

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