Schlagwort: Erfurt

  • Erfurt: Stadt erwägt Pachtzahlungen

    Stadt plant für die Nutzung kommunaler/öffentlicher Flächen , dass die „symbolische Nutzungsgebühren“ durch Pachtzahlungen in Höhe von 20% des Bodenwerts ersetze werden sollen.

    Stadt beruft sich auf die Vorgaben der Thüringer Kommunalordnung, wonach die verbilligte Überlassung kommunaler Flächen unzulässig sei, doch seine Ausnahmen möglich, wenn öffentliches Interesse bestehe, so wie bei Integrations- und Bildungsarbeit oder Umweltschutz. So eine „Unterwertüberlassung“ brauche eine spezielle Förderrichtlnie.

    -> Dafür stellen gerade einige Gärten Anträge. Grüne unterstützen.

    https://www.pressreader.com/germany/thuringer-allgemeine-erfurt/20250624/281857239517229

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  • Erfurt: Freier Garten am Herrenberg

    (Projektbesuch)

    Der Freie Garten am Herrenberg befindet sich auf dem Außengelände des Stadtteilzentrums in Erfurt-Herrenberg (Träger: Plattform erfurt). Den Garten gib es seit 2015, die Idee dazu hatte ein Mitarbeiter, der noch heute den Garten koordinert und dafür einen Stellenanteil hat. Der Garten ist zum eingezäunt (das wollte die Stadt unbedingt), auf diesem Teil der Fläche stehen die Beete, der Werkstattschuppen, alle Materialien. Der andere Teil ist eher wild, aber auch hier sind ein paar Beete (eher Blumen und Kräuter). Das Stadtteilzentrum ist umgeben von Plattenbauten. Vorher wurde das Gebäude für einen Jugendclub genutzt, der traurige Berühmtheit als Nazi-Club erlangte und auch heute noch gibt es in diesem Teil Erfurts ein „Nazi-Problem“. Daher waren auch schon der Ministerpräsident, der Innenminister und öfters der OB vor Ort. Das Stadtteilzentrum ist wohl die einzige soziokulturelle Infrastruktur, die es hier gibt. Die Bewohner*innen sind „(obere bis mittlere) Unterschicht“ (Ztat meiner Gesprächspartner*innen). Viele Schichtarbeiter*innen, die hier nur schlafen, viele alleinerziehende Mütter mit ganz wenig Geld. Das Stadtteilzentrum hat in Kooperation mit Essensretter/sharing-Inis wähernd des ersten Lockdowns teilweise die Versorgung mit Lebensmitteln übernommen, da die Menschen – da Kitaessen u.ä. wegfiel, billige Lebensmittel ausverkauft waren – in Nöte gerieten.
    Im Garten sind derzeit 18 Beete, die alle vergeben sind. Eine bunte Truppe, u.a. sind auch Flüchtlinge und Migrant*innen dabei, alte Menschen, junge Menschen. Leute, die „Arbeit statt Strafe“ ableisten, werden im Garten eingesetzt. Die Gärtner*innen sind in erster Linie an ihren kleinen Beeten interessiert. Manche kommen am liebsten zu Zeiten, zu denen wenig andere (am liebsten niemand) anderes da ist. Gemeinsame Planungen oder Bauvorhaben als Gartengruppe gibt es eher nicht, gebaut wird in Workshops von einigen der Gärtner*innen und Menschen aus der Nachbarschaft, die aber nicht unbedingt gärtnern.
    Leute zu bewegen, in den Garten zu kommen und mitzumachen, ist nicht leicht. „Die Leute sind es nicht gewohnt, dass sie gefragt werden/etwas mitgestalten können. Sie haben sich aber auch so eingerichtet“. Die Struktur des Stadtteilzentrums ist: mitmachen, selber machen, sich einbringen, ehrenamtlich was machen. Viele wollen am liebsten aber alles „genau vorgesetzt bekommen“.
    Vandalismusprobleme haben sie so gut wie gar keine. Eher gibt es immer mal wieder Einbruchsversuche, von denen aber der Garten verschont bliebt.
    Im ersten Lockdown hatte das Zentrum 6 Wochen geschlossen und sie konnten auch in den Garten immer nur einen Haushalt lassen. Das hat zu Unmut und Unzufriedenheit geführt, da die Leute mit Pflanzen vor der Tür standen. Aber abgesprungen ist niemand. (mehr …)

  • Erfurt: 6 Ideen für eine essbare Stadt werden umgesetzt

    (alerts)

    Im Ideenwettbewerb „Urban Gardening“ stehen die Ergebnisse fest. Im Dezember hatte das Garten- und Friedhofsamt zu einem Ideenwettbewerb unter dem Thema „Essbare Stadt“ aufgerufen. Aus 14 Beiträgen wurden nun sechs ausgewählt, die umgesetzt werden sollen.

    „Wir sind beeindruckt von der Kreativität und der Vielfalt der Ideen“, sagt Gartenamtsleiter Dr. Sascha Döll. „Die Teilnehmer haben sich ernsthaft und mit viel Liebe zum Detail mit dem Thema ‘Urban Gardening’ beschäftigt.“

    Der Grundgedanke, das Thema „essbare Stadt“, steht bei allen ausgewählten Beiträgen im Vordergrund. Die eingereichten Konzepte reichen von der Wiederbelebung alter Gemüsesorten bis hin zur Erprobung kaukasischer und asiatischer Gewächse.

    Hochbeet zur Wissensvermittlung

    Ein Hochbeet-Standort soll als Kinderprojekt gestaltet werden und der Wissensvermittlung dienen. Ein weiterer soll von einer Nachbarsgemeinschaft als „pflanzlicher“ Grill mit unterschiedlichen Kräutern genutzt werden. Die gewünschten Standorte werden nun von allen beteiligten Ämtern der Stadtverwaltung geprüft. Aufgestellt werden die Hochbeete dann im April. Sie werden den Wettbewerbsgewinnern von der Stadtverwaltung kostenlos zur Verfügung gestellt.

    Das Garten- und Friedhofsamt bedankt sich ausdrücklich bei den Paten der Hochbeete, die in den letzten zwei Jahren an fünf Standorten im Stadtgebiet betreut wurden. Die Hochbeete werden in den kommenden Tagen abgeholt und überarbeitet, heißt es weiter in der Mitteilung aus dem städtischen Garten- und Friedhofsamt.

    https://www.thueringer-allgemeine.de/regionen/erfurt/sechs-ideen-fuer-die-essbare-stadt-werden-in-erfurt-umgesetzt-id228748445.html (mehr …)

  • Erfurt: Wettbewerb für essbare Stadt Hochbeete

    In den vergangenen zwei Jahren hat das Garten- und Friedhofsamt der Landeshauptstadt Erfurt mit dem Projekt „Urban Gardening – Essbare Stadt“ an insgesamt sieben Standorten in Erfurt Hochbeete kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ins Leben gerufen wurde die Aktion aufgrund eines Stadtratsbeschlusses. Im kommenden Jahr sollen die Karten neu gemischt und dem Urban-Gardening-Projekt neuer Schwung verliehen werden.

    „Urban Gardening“ erfreut sich großer Beliebtheit. Immer mehr Menschen entdecken, dass auch in der Stadt auf kleinem Raum blühenden Pflanzen und sogar Obst und Gemüse selbst angebaut werden können. Das Garten- und Friedhofsamt will das Gärtnern in der Stadt weiter unterstützen und ruft zur Beteiligung auf. Gesucht sind kreative Ideen und Konzepte für Hochbeete. Wie soll das Hochbeet gestaltet werden? Was soll gepflanzt werden? Das Thema „Essbare Stadt“ mit dem Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern soll weiterhin im Vordergrund stehen, grundsätzlich sind der Kreativität aber keine Grenzen gesetzt. Gerne darf das Hochbeet unter einem bestimmten Motto stehen. Die Themen Umwelt (Insekten, Vögel), Miteinander, Produktion, Wissensvermittlung, Nachhaltigkeit usw. können und sollen einbezogen werden. Die vom Garten- und Friedhofsamt verwendeten, mit Holz eingefassten Beete sind 1 Meter breit und 1,20 Meter lang.

    Unter den eingereichten Beiträgen werden bis Ende Februar 2020 von einer Fachjury bestehend aus Mitarbeitern des Garten- und Friedhofsamts die besten Konzepte ausgewählt. Bewertet werden Bepflanzung und Gestaltung, die Zusammenstellung der Pflanzen, Kreativität und ökologische Aspekte. Je nach Standort werden den Gewinnern ein bis drei mit Pflanzsubstrat befüllte Hochbeete für das Gartenjahr 2020 zur Verfügung gestellt, um ihr eingereichtes Konzept selbständig umzusetzen. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2020. Die Beiträge können per E-Mail oder Post in Form von Skizzen, Collagen, Beschreibungen etc. auf maximal einer A4-Seite an das Garten- und Friedhofsamt der Landeshauptstadt Erfurt, Heinrichstraße 78, 99092 Erfurt unter dem Kennwort „Urban Gardening – Essbare Stadt 2020“ übermittelt werden.

    https://thib24.de/14997/erfurt-sucht-ideen-zum-thema-urban-gardening-essbare-stadt/ (mehr …)

  • Praxisworkshops als Netzwerkkitt in Erfurt

    (aus Sachbericht)

    Kurzbeschreibung
    Für die Stärkung und Weiterentwicklung von sozialen, urbanen Gartenbauprojekten in Erfurt und zur
    Etablierung eines Wissensnetzwerks unter den Akteuren und Betreibern dieser Gärten, wurde eine
    Workshopreihe mit Gartenbauthemen an verschiedenen Orten in Erfurt angeboten.
     
    Umsetzung
    Umgesetzt  wurden  sechs  Workshops,  welche  über  das  Jahr  verteilt,  an  drei  verschiedenen  Orten
    stattfanden. So wurden nicht nur Termine und Orte unter den verschiedenen Akteuren im Vorhinein
    koordiniert, sondern auch die Wahl der Themen miteinander abgesprochen, um so den Möglichkeiten
    und Interessen der Gartenbauakteure gerecht zu werden.
    […] Ebenfalls im Mai wurde auf dem Gelände Bürgergartens am Wiesenhügel ein Workshop zum Bau eines
    sogenannten Zome organisiert. Dies ist eine Zwiebelförmige Leichtbaukonstruktion welche nur ausBambusrohren  und  mit  Hilfe  von  Kokosfaserseilen  gebaut  wurde.  Die  Gruppe  der  Teilnehmenden setzte  sich  aus  Gartenbauakteuren  anderer  Gärten,  drei  Jugendlichen  Besuchern  des  anliegenden
    Jugendclubs, sowie drei irakisch- und syrischstämmigen Anwohnern der Flüchtlingsunterkunft vor Ort,
    zusammen.  Sehr  interessant  war  an  diesem  Workshop,  dass  vor  allem  zwei  teilnehmende  Iraker
    schnell anleitende Rollen übernahmen, da sie sich mit dem Bambusmaterial und den Bindetechniken
    der  Fasern  bestens  auskannten,  was  zu  einer  eigenen  Gruppendynamik  und  regem
    Informationsaustausch führte.
    […]

    Die,  durch  die  Organisation  dieser  Workshopreihe,  verstärkte  Kommunikation  und  daraus
    resultierende erste Netzwerktätigkeiten zwischen den verschiedenen urbanen Gartenbauprojekten,
    wurden  positiv  aufgenommen.  Mit  Unterstützung  von  Studenten  der  Fachrichtung  Stadt  und
    Raumplanung der FH Erfurt, konnte zudem ein Netzwerktreffen von urbanen Gartenbau-Akteuren zum
    Tag  der  Nachhaltigkeit  in  Erfurt  organisiert  werden.  Es  stellte  sich  heraus,  dass  der  Aufbau  eines
    Netzwerks  zum  Wissenstransfer  vor  allem  an  die  begrenzten  zeitlichen  Möglichkeiten  der
    Gartenbauakteure gekoppelt ist. Ein langsames natürliches Wachstum solch eines Netzwerks kann also
    vor  allem  über  gemeinsame  Projektarbeit  entstehen.  Wie  zum  Beispiel  durch  das  Ausrichten  von
    gemeinsam organisierten Gartenbauprojekten und darauf zielende Weiterbildungsworkshops. (Wie in
    diesem Projekt gezeigt)  Eine weitere Möglichkeit wäre die Unterstützung von Externen, wie Studenten
    der Hochschulen oder sich nur darauf konzentrierende Vereine und Stiftungen die Wissensplattformen
    und  Ratgeber  entwickeln,  bzw.  die  aufwendigen  Koordinierungsarbeiten  zwischen  den  Vereinen
    übernehmen könnten. (mehr …)

  • Freie Wähler kämpfen für Hochbeete in Erfurt

    (Gu, alerts)

    Erfurt. Von den sechs Hochbeeten in Erfurt, die von der Stadt im April aufgestellt werden sollten, fehlt weiterhin jede Spur. Daniel Stassny, Stadtrat von den Freien Wählern, wirft daher nun der Stadtverwaltung vor, Stadtrats-Beschlüsse zu ignorieren und Verabredungen nicht einzuhalten.

    Mit den Hochbeeten sollte in einem einjährigen Pilotprojekt getestet werden, ob „Urban Gardening“, also das großstädtische Gärtnern, in Erfurt eine Zukunft hat. Die Hochbeete sollten von konkreten Interessengruppen betreut werden.

    Die Anregung ging von den Freien Wählern aus und mündete in einem Stadtrats-Beschluss, der bereits 2017 gefasst worden war. Starten sollte das Garten-Projekt in diesem Jahr. „Wir wollten der Verwaltung Zeit geben, das Projekt vorzubereiten und umzusetzen“, sagt Stassny.

    Die Stadtverwaltung machte auch tatsächlich sechs Standorte ausfindig und fand zugleich Menschen, die sich um die Beete kümmern wollten. Im November informierte sie darüber den Stadtrat. Das Garten- und Friedhofsamt teilte zudem mit, dass die Hochbeete in diesem April aufgestellt werden würden.

    Laut Stassny hat er im April noch einmal nachgefragt und die Bestätigung erhalten, dass sich an den Plänen nichts geändert habe. Doch nun sei es Juni, und die Beete fehlten weiterhin.

    Stassny machte sich die Mühe, alle genannten Standorte mit dem Fahrrad abzufahren. „Ich komme regelmäßig an den Standorten in der Geschwister-Scholl-Straße vorbei“, erzählt er. „Da dort nichts zu sehen war, suchte ich auch die anderen Standorte auf.“ Die Abwesenheit jeglicher Form eines „Urban Gardens“ belegte er mit Fotos.

    Stassny nimmt nun Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) dafür in die Verantwortung, dass bislang nichts geschehen ist. „Zum wiederholten Mal missachtet er einen Stadtratsbeschluss und den selbst ausgegebenen Zeitplan“, sagt Stassny. Als Chef der Verwaltung habe Bausewein den Auftrag des Stadtrates entweder nicht weiter gegeben oder vernachlässigt, die Umsetzung zu kontrollieren. Dabei habe sich Bausewein noch im OB-Wahlkampf für ein grünes und gartenfreundliches Erfurt ausgesprochen.

    https://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/erfurt/startseite/detail/-/specific/Keine-Spur-von-Hochbeeten-an-den-versprochenen-Standorten-242296577 (mehr …)

  • tolle Workshopreihe für Gemeinschaftsgärten in Erfurt startet

    (Gu, aus Antrag und Antworte)

    Mit dem „Freien Garten am Herrenberg“ auf dem Gelände des Stadtteilzentrum am Herrenberg im
    Südosten Erfurts konnte ein wichtiger Ort der Begegnung und für die  Beteiligung und Gestaltung am
    eigenen Stadtteil geschaffen werden. Seit dem bildete sich eine kleine interkulturelle Gemeinschaft
    welche den Garten inmitten des Hochhausquartiers auf vielfältige Art und Weise nutzt. Durch eine
    erste Reihe von qualifizierenden Workshops konnte im Jahr 2017 ein wichtiger Schritt zur Eigenstän-
    digkeit dieses sozialen Gartenprojekts unternommen werden. Um auf den Erfolgen des letzten Jahres
    aufzubauen, möchten wir auch 2018 wieder eine Workshopreihe anbieten, welche diesmal aber auch
    andere Gartenprojekte in Erfurt mit einbezieht um ein nachhaltiges Informationsnetzwerk im Bereich
    sozialer Gartenbauprojekte zu erschaffen.   
     
     
    Ziele/Zielgruppen
     
    Um den Aufbau eines Netzwerks in die Wege zu leiten und Akteure verschiedener Gartenprojekte
    zusammen zu bringen ist eine Workshopreihe geplant. Diese Thementage sollen zum einen der Wei-
    terbildung dienen und zum anderen Anlass sein sich gegenseitig kennen zu lernen, auszutauschen
    und weitere Bildungsbedarfe zu ermitteln. Um die Zielgruppe aus ehrenamtlichen Gartennutzern und
    Gartenorganisatoren gleichermaßen anzusprechen, wird bereits die Organisation, sowie die Wahl der
    entsprechenden Experten zur Ausrichtung der Workshops, verschiedene Erfurter Gartenbauakteure
    einbinden. In zwei Abschlussveranstaltungen, von denen jeweils eine im Norden und eine im Südos-
    ten Erfurts stattfinden wird, soll sich zum Ende des Jahres getroffen werden um zu ermitteln, welche
    Veränderungen diese Thementage mit sich gebracht haben, ob ein entsprechender Austausch statt-
    fand und möglicherweise, weitergehende Kooperationen denkbar sind.  
     
     
    Umsetzung
     
    Das Projekt wird von April bis Dezember durchgeführt. Bereits im März wurde unter den Nutzern und
    ehrenamtlichen des freien Garten am Herrenberg und zwei weiterer Gartenprojekte in Erfurt, ermit-
    telt in welchen Bereichen Qualifizierungen als erforderlich betrachtet werden und welche Bildungs-
    themen auch für die örtliche Anwohnerschaft besonders interessant scheinen. Bis Mitte April sollen
    weiter Kooperationspartner und entsprechende Referenten ausfindig gemacht werden. Vier der ins-
    gesamt sechs Workshops werden auf dem Gelände des freien Garten am Herrenberg stattfinden und
    zwei bei Kooperationspartnern. Die Workshops werden ein bis zweimal im Monat und von Mai bis
    November  stattfinden.  Sie  sollen  niedrigschwellig,  mehrsprachig  sowie  leicht  zugänglich  sein  und
    ebenso beworben werden. Die Bewerbung wird dabei über die bestehenden Kanäle des freien Gar-
    ten am Herrenberg durch Newsletter, soziale Netzwerke, sowie direkt in anderen Gemeinschaftsgär-
    ten und ähnlich gearteten Projekten zum Beispiel zu Nachhaltigkeitsthemen, geschehen.

    Bisher haben wir eine bestätigte Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Wiesenhügel e.V. welche den „Interkulturellen Bürgergarten“ an einer Flüchtlingsunterkunft im Färberwaidweg betreiben ( Ortsteilbürgermeister Matthias Plhak ist der Ansprechpartner) sowie der „Lagune“ in Erfurt (Frank Mittelstädt als Ansprechpartner / http://www.lagune-erfurt.de/) in welchen wir auch bereits Workshops planen und die ebenfalls an den bei uns stattfindenden WS Interesse geäußert haben. Auf Grund terminlicher Präferenzen der anderen Gärten und unserer eigen Ehrenamtlichen planen wir bereits im Mai einen Workshop im Freien Garten am Herrenberg und im interkulturellen Garten am Färberwaidweg. Außerdem suchen wir den Kontakt mit einem Gartenprojekt am Drosselberg (Verein zur Förderung der ökologischen Bildung e.V.), sowie dem Interkulturellen Garten Erfurt, (Metallstraße 9, Ansprechpartnerin Karin Kowoll). Gerne gebe ich ihnen auch bei Bedarf die Kontakte unserer Kooperationspartner.

    Der erste im Mai geplante Workshop mit dem Thema „Boden“ wird noch im Freien Garten am Herrenberg stattfinden, dabei erhoffen wir uns auch Unterstützung von der Fachhochschule zu bekommen. Der nächste folgt direkt darauf am Wiesenhügel bei welchem ein sogenannter Zome aus reinen Naturmaterialien gebaut werden soll und diese sehr preiswerte, optisch ansprechend aber auch sehr stabile Konstruktionsmethode vorgestellt wird.

    Im April haben wir nur Planungsarbeiten vorgenommen und die Kontakte aufgebaut beziehungsweise Termine mit den Kooperationspartnern ausgemacht und die Workshopthemen besprochen. Die Flyer für Mai schicke ich ihnen anbei.

    Einen Häcksler benötigen wir das ganze Jahr über immer wieder. Zum einen haben wir immer wieder viel Schnittgut über das zu grob für die Kompostierung ist, zum anderen benötigen wir auch steht’s Mulchmasse die wir aus den groben Ästen gewinnen und/ oder Holzspäne für die Pilzzucht . Bisher haben wir ein bis zweimal im Jahr einen Häcksler ausborgen können (was unsere Bedürfnisse jedoch bei weitem nicht deckt) doch war dies immer mit erhöhtem Aufwand verbunden. Die Stadtwerke konnten uns bisher zudem nicht weiterhelfen. Da die meisten Gartenprojekte in Erfurt vor ähnlichen Problemen stehen, was den Bedarf an speziellen Maschinen angeht und Leihgebühren in den meisten Fällen nicht im Verhältnis zum Nutzen (oder Anschaffungspreis) der Maschinen stehen, ist uns die Idee gekommen eine Art Bibliothek für solche Geräte aufzubauen um die Nutzung auch anderen Gärten zu ermöglichen. Dies wird bereits in anderen Projekten zum Beispiel mit Soundanlagen, Lichtmaschinen oder Plattenspielern umgesetzt und gut genutzt.

    Die Gärten in denen die Workshops stattfinden verfügen alle über Stromanschlüsse, benötigte Werkzeuge und Geräte werden von uns organisiert (eben auch durch Kooperation mit den anderen Gärten). Im Antrag sind eben die Werkzeuge oder Maschinen beschrieben welche uns bisher immer wieder vor organisatorische Probleme stellten, wie beispielsweise ein Häcksler.

    Im Imkerworkshop soll vor allem aufgezeigt werden welche vielfältigen Möglichkeiten es gibt in Gemeinschaftsgärten Bienen zu halten und verschiedene Systeme vorstellen. Ganz praktisch soll ein sogenannter Loghive (von Zeidlern-Waldimkern genutzt) gebaut werden. Dies ist ein ausgehöhlter Baumstamm der zu einer sehr naturnahen und stressarmen Haltung der Bienen dient. Im vergangenen Jahr haben wir bereits in einem Workshop eine moderne Bienenbeute gebaut und sie in einem naheliegenden Garten, mit einem Volk besiedelt. So können wir in diesem Workshop den richtigen Umgang mit diesen Tieren ebenfalls ganz praktisch vorführen und den Aufbau eines Volkes direkt aufzeigen. Spannend fanden bisher alle Akteure anderer Gärten das Thema, doch schrecken viele noch vor dem nicht bekannten Aufwand oder aus fehlendem Wissen um das Thema zurück. 

    Der Freie Garten am Herrenberg ist direkt an das Stadteilzentrum am Herrenberg angeschlossen und hat somit Zugang zu einer Küche. Bereits im Jahr 2016 konnten dort zwei praktische Workshops zu diesem Thema abgehalten werden, welche sehr gut besucht waren. Aus diesen Erfahrungen heraus und aus dem Bedarf an bestimmten Einweckgläsern, welche den Anforderungen an einen Fermentationsprozess standhalten (Druck, Wiederverschließbarkeit, usw.) halten wir den vorherigen Kauf solcher Gläser für sehr wichtig. Die Werkzeuge, wie beispielsweise Bretter, Schäler, Messer etc. für bis zu zwanzig Teilnehmer haben wir. Der Dampfgarer ist ein ständig benötigtes Gerät, wir brauchen ihn zum Desinfizieren von Gläsern für Fermentationsprozesse wie die Sauerkrautherstellung oder Weinherstellung,  ebenso ist er unabdingbar für die Pilzzucht zur Desinfektion der Brutgläser und der Anzuchtmasse (Holzspäne, Stroh,Kaffe) usw. außerdem dient er zum Einwecken von Obst oder Gemüse und wird benötigt den selbstgepressten Fruchtsaft haltbar zu machen. Es würde sich also um eines der meistgenutzten Geräte in unserem Gartenprojekt handeln und viel Aufwand sparen.


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  • In Erfurt entsteht ein neues Gartenprojekt: Freier Garten am Herrenberg

    (Gu aus Antrag und Antworten)

    Die Gesamtfläche, welche als Gemeinschaftsgarten genutzt werden soll ist ca. 750m2 groß. Davon sind ca. 300m2 eingezäunt. Perspektivisch solle der Zaun aber entweder um die Gesamtfläche erweitert werden, oder (das wäre auch die präferierte Variante) komplett abgebaut werden. Der zäun hat einen separaten Eingang. Alle Menschen, die im Garten tätig werden wollen, bekommen einen Schlüssel um auf den Garten sowie die notwendigen Geräte, welche in einem durch Ehrenamtliche selbst gebauten Schuppen mit Zahlenschloss, zugreifen zu können.
    Im Rahmen von Workshops und gemeinsam mit Ehrenamtlichen sind bereits 11x Hochbeete 6x Erdbeete entstanden. Darüber hinaus verfügt die Fläche über einen “Gesellschaftsplatz” mit Grillfläche und einen Kompost, welche ebenfalls gemeinsam mit Ehrenamtlichen gebaut und hergerichtet wurde.
    Im und rum um den Garten sind bereits 15 Personen ehrenamtlich aktiv. Der Garten wurde dabei von Anfang an gemeinsam mit Ihnen aufgebaut und stetig erweitert/weiterentwickelt. Die Gruppe als solches ist noch keine feste und einheitliche Gruppe. Langfristiges Ziel ist es, eine sich selbsttragende und selbstverwaltende Struktur zu schaffen. Die kommenden Workshops sind ein Baustein um dies zu erreichen. Die Kommunikation läuft durch persönliche Absprachen. So werden auch Entscheidungen zum weiteren Ausbau und zur Weiterentwicklung des Gartens getroffen.
    Der “freie Garten am Herrenberg” wird durch den monatlichen Newsletter, Web und Web 2.0 sowie durch persönliche Gespräche beworben und dokumentiert. Wir stehen in engem Kontakt mit den ansässigen Flüchtlingsunterkünften und haben durch verschiedene Veranstaltungen und Projekte direkten Kontakt zu Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund. Ca. 70% der im Garten Tätigen haben einen Migrations- oder Fluchthintergrund.
    Wir haben schon verschiedene Kontakte zu anderen Gemeinschaftsgärten geknüpft und soll diese Jahr durch direkte Kooperation und gemeinsame Projekte auch ausgebaut werden.
    Die Sachkosten werden für den Aufbau und Ausbau des Gartens benötigt. Im Rahmen der Workshops sollen dabei die bereits im Garten Aktiven, aber auch alle Interessierten, qualifiziert werden und die Gemeinschaft gestärkt werden, um so langfristig eine sich selbstverwaltende Struktur zu etablieren. Die Sachkosten sind somit zum Großteil für die Workshops, sollen aber auch für den allgemeinen Ausbau des Gartens gemeinsam mit den Ehrenamtlichen verwendet werden.
    Workshops werden dabei z.B. die Themen Holzverarbeitung (Hochbeete, Gartenmöbel), Anlagetechniken (Bewässerungstechniken, Permakulturverfahren), Anbautechniken (Bodenaufbereitung, Symbiosen), Verarbeitungstechniken (Haltbarmachungsverfahren, Fermentation) und ökologische Bildung (Kräuterkunde, Biologie “nützlicher” Insekten) beinhalten.
    Im Garten ist ein Grundstock an Gartengeräten vorhanden. Es ist daher an dieser Stelle schwer vorauszusagen, welche Gartengeräte und wieviele (und ob) gekauft werden müssen. Dies hängt davon ab, ob Gartengeräte kaputt gehen und wieviele Menschen evtl. zusätzlich im Garten tätig werden wollen. Die Gartengeräte sollen somit je nach Bedarf angeschafft werden.
    Wir haben Kontakte zu verschiedenen Ämtern und Betrieben. Wir konnten auch durch Spenden diverse Materialien wie Erde und Paletten bereits akquirieren. Jedoch haben auch die Akquise von Materialien durch Spenden ein Limit, sodass wir nun auf Förderungen von weiteren notwendigen Materialien angewiesen sind.

    Ein    Hauptziel    des    Projekts    ist    der    Aufbau    einer    nachhaltigen    sich    selbstverwaltenden    Organisations-
    struktur    für    die    Bewirtschaftung    und    Bespielung    des    „Freien    Garten    am    Herrenberg“.
    http://www.deine-plattform.info
                    
        

    Dabei    soll    unter    Anleitung/Begleitung    eine    eigenständige    Organisationsstruktur    für    die    Bewirtschaftung    und    Bespielung    des    „Freien    Garten    am    
    Herrenberg“    aufgebaut    werden,    die    ab    2018    selbstständig    tätig    wird.    
        
    In     der     ersten     Phase     sollen     bereits     bestehenden     Akteure,     Kooperationspartner     und     Ehrenamtliche    
    zusammengebracht    und    weitere    wichtige    Kooperationspartner    in    diesem    Bereich    ausfindig    gemacht    
    werden.     Darüber     hinaus     wird     der     Aufbau     der     Organisationsstruktur     „AG     Garten“     niedrigschwellig    
    (mehrsprachig,    leicht    zugänglich)    beworben.    Die    Bewerbung    wird    dabei    über    die    bestehenden    Kanäle        
    des    STZ    (Newsletter,    bestehende    Netzwerke,    lokalen    Geschäften    wie    z.B.    Kaufland    und    Melchendor-
    fer     Markt)     sowie     direkt     in     z.B.     Flüchtlingsunterkünften     und     Altenheimen,     geschehen.     Parallel     dazu    
    wird    die    Gartenfläche,    unter    Beteiligung    der    bereits    im    Garten    ehrenamtlich    tätigen    Menschen,    für    
    das    Jahr    2017    vorbereitet    (Sicherung    der    Grundstruktur).    
        
    In    der    zweiten    Phase    werden    die    Teilnehmer/innen    unter    Anleitung/Begleitung    einer    Fachkraft    ler-
    nen,     wie     man     einen     Garten     bewirtschaftet     und     bespielt,     bzw.     wie     eine     solche     Bewirtschaf-
    tung/Bespielung     aussehen     kann.     Im     Rahmen     von     verschiedenen     Workshops     werden     die     Teilneh-
    mer/innen    der    AG    Garten    sowie    alle    Interessierten    die    Möglichkeit    der    Weiterbildung    zu    Gartenbau-    
    und    Anbauthemen    erhalten.    Durch    verschiedene    Veranstaltungen    werden    Schnittpunkte    zum    Garten    
    geschaffen    sowie    der    Garten    und    die    AG    Garten    beworben.    Darüber    hinaus    werden    durch    die    Veran-
    staltungen    verschiedene    Kulturen    beleuchtet    und    über    diese    aufgeklärt,    um    so    Toleranz    zu    schaffen    
    und    die    soziale    Struktur    der    Gruppe    so    wie    aller    Interessierten    zu    stärken.    Zum    Ende    (Abschluss)    des    
    Jahres    wird    der    Garten    winterfest    gemacht.    
        
    In    der    dritten    Phase    wird    gemeinsam    mit    den    Teilnehmer/innen    der    AG    Garten    auf    das    Jahr    zurück-
    geblickt    und    evaluiert.    An    dieser    Stelle    wird    die    AG    Garten    in    die    Selbstständigkeit    für    das    Jahr    2018    
    geführt.   


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  • schöner Artikel über den IG Erfurt

    (GU, alerts)

    Thüringens schönste Flecken: Mit der Straßenbahn ins „Paradies“

    Der Interkulturelle Garten in Erfurt hilft Menschen aus Nah und Fern, Wurzeln zu schlagen

    Der Hahn kräht, ein Pferd wiehert, aus Richtung Grillplatz kitzelt der Geruch von Holzkohle die Nase, die Windharfe klingt, die Hängematte wiegt sich leicht im Wind. „Paradies“ kam Nachbarn wie Gästen über die Lippen, sobald sie das Gelände in der Metallstraße 8 erforscht hatten. „Wenn alle das hier als ihr Paradies empfinden, dann soll es so sein, dann heißt es auch so“, sagt Karin Kowol und lächelt, wenn sie daran denkt, wie der Interkulturelle Garten in Erfurt zu diesem Namen kam, der irgendwie auch Programm ist. Zum Beispiel für den Jungen aus Syrien, der fast jeden Tag kommt. „Mein süßes Mädchen“, flüstert er und drückt ein schwarz-graues Kaninchen ganz fest an sich, vergräbt das Gesicht in dem weichen Fell. Sein erster Weg führt ihn immer zum Kaninchenstall, in dem es zwei der munteren Gesellen gibt. Er holt sie heraus und bringt sie zum Freiluftkäfig, schmust mit ihnen, versorgt sie. Dann geht es auf zum Nachbarn. Der hält auf dem unmittelbar ans „Paradies“ grenzenden Grundstück Pferde, Ziegen und andere Tiere, fachsimpelt mit dem Jungen, lässt ihn auch bei kleineren Handwerksarbeiten helfen. „Mitunter bietet er auch für unsere Gäste Führungen über sein Gelände und zu den Ziegen“, freut sich Karin Kowol, die Vorsitzende ist von „Ökonomie durch Ökologie – Verein zur Förderung einer Nachhaltigen Stadtentwicklung (ÖdÖ)“. Dieser Verein hat den Interkulturellen Garten bereits 2007 ins Leben gerufen, seinerzeit noch zwischen Hauptfriedhof und Tennisanlage im Erfurter Stadtteil Bindersleben. Wurzeln schlagen, Boden unter den Füßen gewinnen – eine ganz handfeste Möglichkeit dazu sollte der Garten sein für Migranten und Asylbewerber, die oft alles zurücklassen müssen: Familie, Freunde, Hab und Gut.

    Am neuen Standort im Stadtteil Ilversgehofen ist das aktuell wie kaum jemals zuvor. Der kleine Syrer und seine Familie gehören zu den 20 regelmäßigen Besuchern ebenso wie eine weitere Familie aus Syrien, Menschen aus Peru, von den Philippinen, aus ­Eritrea. In Bindersleben hatte der Verein das Gelände von der Stadt gepachtet; der Garten wurde als soziales Projekt gefördert. „Die Haushaltslage jedoch wurde von Jahr zu Jahr unsicherer, so dass wir uns nach einer neuen Fläche umgeschaut haben“, erzählt Karin Kowol.

    Diese fand der Verein bei den Malzwerken, man wurde sich schnell einig, denn beide Seiten profitieren. Das „Paradies“ kostet keine Pacht, dafür halten die Nutzer das Umfeld sauber, zum Beispiel den daran entlang führenden Fußweg. Ursprünglich war das Gelände eine Abstandsfläche der Malzwerke, ein Puffer zwischen deren Gerüchen und Geräuschen und dem Wohngebiet. Die Brache wurde schnell zur wilden Müllkippe, was ging, wurde flugs über den Zaun geworfen – das „Paradies“ hat dem ein Ende gemacht. Das brachte sogar Lob von den Nachbarn aus dem Rotlichtmilieu, die zunächst um ihr „Gewerbe“ in der Metallstraße gefürchtet hatten. Wie andere Anwohner nutzen auch sie die Öffnungszeiten des Interkulturellen Gartens, um aus der Nähe zu gucken, was dort passiert. Denn das „Paradies“ ist nicht Auserwählten vorbehalten: Zweimal pro Woche steht das Tor weit offen für alle, zudem werden mehrmals im Jahr Feste gefeiert oder Veranstaltungen angeboten. Dann kann jeder mit jedem ins Gespräch kommen und fachsimpeln, in die Hochbeete schauen, Selbst-Angebautes probieren, Einkaufsbeutel als Pflanzgefäße kennenlernen oder sich über die Anbauweisen informieren. „Wir nutzen traditionelle Methoden ohne künstliche Stoffe, wie Roggen als Gründünger oder die wechselnde Bepflanzung der Beete mit anspruchsvollen und weniger anspruchsvollen Pflanzen“, erklärt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Renate Lützkendorf. Das gefällt auch dem Europäischen Laternenträger: Diese Zikadenart steht auf der Roten Liste Thüringens als vom Aussterben bedroht und hat im „Paradies“ eine Heimat gefunden. Die Fleckenbiene gehört ebenfalls zu den Insekten, die dort zu Hause, anderenorts aber selten anzutreffen sind. „Wir lassen viele Futterpflanzen stehen, um Insekten Raum zu bieten“, freut sich Renate Lützkendorf, dass auch diese Facette der Arbeit belohnt wird. Mit dem Einbruch der kalten Jahreszeit wechselt das „Paradies“ den Standort: Der Garten in der Metallstraße schließt die Pforten für die Öffentlichkeit, der „Interkulturelle Imbiss“ öffnet die Tore in den Räumen der Offenen Arbeit in der Allerheiligenstraße. Was im Garten angebaut wurde, kommt auf den Tisch, zubereitet nach Rezepten von Vereinsmitgliedern und Gästen, „garniert“ mit Kulturprogrammen aus aller Welt. Im Sommer geschieht das im Garten, es wird gegrillt oder über dem offenen Feuer gekocht. Es gibt im Interkulturellen Garten weder Strom noch fließendes Wasser, aber ein ausgeklügeltes Regenwassersammelsystem, bei dem das ausladende Dach der riesigen Lagerhalle und Wassertonnen die Hauptrollen spielen. „Wenn alle Tonnen gefüllt sind, können wir vier regenlose Wochen problemlos überbrücken“, sagt Renate Lützkendorf. Und wenn der Regen fällt, bietet die Lagerhalle Unterschlupf samt Sitzecke. Zu deutschlandweiter Berühmtheit haben es „Paradies“ und Metallstraße auch schon gebracht: 2013 gehörten sie zu den 10 Siegern beim Wettbewerb „Die schönste Straße Deutschlands“, ausgelobt vom Aktionsbündnis „Netzwerk Nachbarschaft“ und einer Baumarktkette. Das brachte zum einen den „Janosch-Oscar“ – ein Straßenschild, kreiert vom Kinderbuch-Autor Janosch – und 5000 Euro. Holz für die Hochbeete, eine große Leiter und einen Veranstaltungsabend hat der Verein davon finanziert: „Aber wir haben noch nicht alles ausgegeben“, sagt Karin Kowol. Damit die Tore des „Paradieses“ weiter offen bleiben, tragen die Mitglieder ihr Scherflein in Form des Vereinsbeitrages bei, es gibt immer wieder Geld- und Sachspenden und vor allem finanzielle Förderungen aus Programmen von Bund und Land. „Wir feiern allerdings keine Baumarkt-Orgien“, sagt die Vereinsvorsitzende und weist mit einem Schmunzeln darauf hin, dass viel gearbeitet, viel selbst gemacht und viel Ausrangiertes nutzbringend verwendet werde, was ja auch Sinn des Interkulturellen Gartens sei. Geld allerdings werden die „Gärtner“ bald doch mehr brauchen und haben es auch schon beantragt: Im „Paradies“ geht es kaum mehr ohne Dolmetscher. Denn gemeinsam mit anderen kümmern sich die Vereinsmitglieder und Gartengäste um die Flüchtlinge, die in der Gemeinschaftsunterkunft im Viertel leben. Dazu gehörte eine Tour durch den Stadtteil zu allen Anlaufstellen, die für Asylbewerber wichtig sind. Sie endete im Interkulturellen Garten mit Kaffee, ­Kuchen und einem neuen Mitglied: einer Dolmetscherin aus Syrien.

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  • Stadt Erfurt will Flächen für Gärten mit Flüchtlingen zur Verfügung stellen

    (Gu, Tel und Mail, 30.4.)
    „es gibt jetzt von den verschiedensten Akteuren das Bestreben, für die erwarteten weiteren Flüchtlinge, die nach Erfurt kommen, in Erfurt weitere interkulturelle Gärten entstehen zu lassen. Dabei sind Initiativen, die Stadtverwaltung, der Stadtrat, die kommunale Wohnungsbaugesellschaft etc.. Im Gespräch sind derzeit wohl 20 neue Unterkünfte, die nächste Woche stadtintern bekanntgegeben werden und es gibt auch mehrere geeignete Flächen, sowie evtl. potentielle Betreiber der Unterkünfte, die auch einen derartigen Garten mitbetreuen könnten. Ein weiterer Garten ist schon in der Konkretisierung.

    Ich habe dem Stadtentwicklungsamt den Vorschlag gemacht, Daten und Akteure zusammenzufassen (u.a. Ortsteilbürgermeister, Flüchtlingsrat, Ausländerbeirat) und einen 1-2 tägigen Workshop zu gestalten, bei dem es um inhaltlichen und fachlichen Input, um Vernetzung der Akteure und um die Ausarbeitung verschiedener Möglichkeiten   geht. Wichtig finde ich tatsächlich den Austausch, die Klärung vieler Fragen im Netzwerk und das Ganze in konkrete und machbare Projekte zu kanalisieren.

    -> Gu hält Vortrag und macht Workshop (Anfang Juni)


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