(aus RSS, 2.7.)
essbaren Siedlung Hattersheim: Der Garten mit 23 kleinen Parzellen und drei Hochbeeten liegt inmitten mehrerer aus den 1950er Jahren stammender Wohnblocks, die der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft Hawobau gehören. Die Siedlung wurde in den 2000er Jahren im Rahmen des Förderprogramms ‚Soziale Stadt‘ modernisiert. Die Umgestaltung der großzügigen Freifläche zwischen den Gebäuden bildete gewissermaßen den Abschluss dieses Projekts – aus dem ungenutzten Raum zwischen den Gebäuden sollte eine Begegnungsstätte für die Bewohner werden. Heute sorgen ein Kinderspielplatz und der Siedlungsgarten dafür, dass man vor allem im Sommer häufig Gelegenheit zum zwanglosen Kontakt mit den Nachbarn hat. […] Das Projekt hat viel zur Identifikation der Mieter mit ihrem Wohnumfeld beigetragen. Wo Hilfe nötig war, etwa beim Umgraben der rund 500 Quadratmeter umspannenden Beete oder beim Einzäunen als Schutz vor den gefräßigen Kaninchen, hat die Hawobau mit professionellem Gerät geholfen. Auch Wasser wird gestellt. Ansonsten konnten sich die Mieter frei entfalten. Einzige Vorgabe: der Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden ist untersagt – schließlich bildet die essbare Stadt Andernach mit ihrem Konzept der Selbstversorgung mit frischem Obst und Gemüse das Vorbild für die essbare Siedlung Hattersheim.
Inzwischen erlebt die Gartengemeinschaft bereits ihre dritte Saison.
Für die städtische Wohnungsgesellschaft ist der soziale Zusammenhalt unter den Mietern so wertvoll, dass sie die Fläche gerne zur Verfügung gestellt hat und für die Einrichtung weiterer wohnungsnaher Gärten offen ist. Auch anfängliche Befürchtungen von Anwohnern, dass die Ruhe durch das Projekt gestört werden könnte, haben sich in Wohlgefallen aufgelöst. Und sollte es doch einmal Klärungsbedarf geben, vermitteln die Sprachlotsen oder die Mitarbeiter des Stadtteilbüros, deren Arbeit nach dem Auslaufen des Förderprogramms von der Stadt Hattersheim und der Hawobau weiter finanziert wird. Auch für Hattersheim ist die essbare Siedlung ein Glücksfall. So war das Projekt ein wichtiger Baustein für die Teilnahme am bundesweiten Städtewettbewerb Entente Florale, bei dem die Stadt mit ihrem Gesamtkonzept 2014 den zweiten Platz belegte und der Siedlungsgarten mit einem Sonderpreis „als vorbildliches interkulturelles Beteiligungsprojekt“ ausgezeichnet wurde (mehr …)
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