Schlagwort: Friedhof

  • Berlin: The garden steht vor Räumung

    (Aus NL Urbane Gärten Berlin)

    The Garden Neukölln ist weiterhin akut bedroht

    Für The Garden Neukölln auf dem Kirchhof Jerusalem V  ist die Zukunft ungewiss, die Situation belastend. Die Friedhofsverwaltung besteht auf Räumung des Geländes für die Ausgleichsmaßnahmen der Autobahn GmbH. Nach aktuellem Stand soll der naturnahe Garten zu einem Trockenrasen umgewandelt werden (NABU, Kommentar, S. 5). Die Gärtner:innen versuchen weiterhin den Garten zu erhalten und hoffen wenigstens auf ein Ersatzgelände auf dem Friedhof. Im Netzwerk Urbane Gärten Berlin unterstützen wir das Gartenprojekt und die Forderung des Gartens, in einen Dialog mit o.g. Beteiligten für den Erhalt des Gartens zu treten – für die fast 200 Gärtner:innen, alle dort lebenden Wesen und uns alle, die wir insbesondere in so hochverdichteten Stadträumen solche sozial-ökologischen Oasen dringend brauchen. 

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  • Dortmund: BunteBeete auf dem Friedhof

    Auf dem “neuen Teil” des Friedhofs (Richtung Berghofen) wird seit einigen Jahren nicht mehr bestattet. Viele Grabstätten werden schon seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt. Mit dem Projekt “BunteBeete” haben wir im März 2023 begonnen einen Gemüsegarten anzulegen, um die Fläche mit neuem Leben zu füllen. Als Ort der Begegnung, des Erlebens und des voneinander Lernens.

    Dabei sind alle Generationen eingeladen:
    Von den Kindern, die hier lernen können, dass Gemüse nicht im Supermarktregal wächst….
    …über junge und weniger junge Erwachsene, die sich an der frischen Luft im Grünen treffen wollen…
    …bis zu den Senior:innen, die vermutlich viel mehr Erfahrung im Gemüseanbau haben als wir und uns beraten können.

    Es sind alle eingeladen, egal ob mit oder ohne Erfahrung.
    Die, die vielleicht keinen eigenen Garten haben, um Gemüse anzubauen
    und die, die einfach lieber in Gemeinschaft arbeiten oder sich austauschen wollen.

    BunteBeete ist ein Gemeindeprojekt: Das heißt zum Beispiel, dass die Kindergruppe Schilder für die Beete gebastelt hat. Die Jugend hat den Unterstand von einem Graffito befreit und neu gestaltet. Eine Kindergartengruppe aus dem Guten Hirten hat mit allen Sinnen entdeckt wie Gemüse wächst. Drei Konfis haben während ihres Gemeindepraktikums voller Stolz Kartoffeln geerntet, die die Jugend bei ihrem gemeinsamen Kochen zubereitet hat. Beim Erntemarkt gab es dann Kartoffelsuppe „aus eigenem Anbau“.

    Bericht: Erster Spatenstich Bunte Beete – Einladung zum Kartoffeln pflanzen am 22.4.23

    Am 18. März haben sich etwa 15 Freiwillige im Alter von 1 bis 61 auf dem Friedhof getroffen und bei herrlichem Wetter umgegraben. Bei strahlendem Sonnenschein und super Stimmung wurden fünf Beete angelegt, in denen Bohnen, Kartoffeln, Kürbis und Zucchini wachsen sollen. Der Friedhof ist sicher ein ungewöhnlicher Ort um Gemüse anzubauen. Nach der Entwidmung 2016 sind die Laufzeiten vieler Grabstädten abgelaufen und zurück bleiben Wiesenflächen, die vereinzelt zum Spazieren gehen genutzt werden. Mit dem Projekt Bunte Beete entsteht dort ein Ort der Begegnung. Bei der gemeinsamen Gartenarbeit konnten sich die fleißigen Gärtner:innen kennenlernen und austauschen – nicht zuletzt bei einem gemeinsamen Picknick.

    Bunte Beete verbindet Umweltbildung mit Begegnung und Teamarbeit. Das merkt man schon bei den verschiedenen Talenten der vier Initiatorinnen: „Ich habe keinen eigenen Garten und finde es toll, dass ich hier, zusammen mit den anderen Gemüse anbauen kann“, freut sich die Inklusionsfachkraft Jasmin Schulz. „Mir ist es wichtig, dass der Friedhof ein Ort bliebt, an dem man in Ruhe spazieren gehen kann und was zu Gucken hat. Deshalb habe ich ein rundes Design für die Beete entworfen um einen Ort zu schaffen, an dem man sich gerne aufhält.“ erklärt die Lehrerin Solveig Schaup. „Meine Kinder sollen wissen, dass Gemüse nicht im Supermarktregal wächst und wie könnten sie das besser verstehen, als wenn sie es selbst pflanzen?“ berichtet die Fotografin und Social Media-Verantwortliche Julie Thimm. Die Lehrerin Hannah Kochanek ergänzt: „Gemeinde bedeutet für mich, Gemeinschaft zu erfahren und die Welt ein Bisschen besser zu machen. Lokale Lebensmittelproduktion ist ein Schritt für die Umwelt einzustehen und die Wertschätzung für unser Essen zu fördern.“

    http://www.hoerde-evangelisch.de/friedhof/ (mehr …)

  • Duisburg: Gartenprojekt auf Friedhof

    (Alerts9

    Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gebag plant ein neues Urban-Gardening-Projekt an ungewöhnlicher Stelle: Am Rande des alten Friedhofs am Sternbuschweg/Ecke Waldstraße in Neudorf sollen Gebag-Mieter künftig Gemüse anbauen können. Die Fläche ist 1200 Quadratmeter groß und wird nicht als letzte Ruhestätte genutzt. Früher befand sich an dieser Stelle eine Baumschule.

    Die Idee ist bei einem Workshop zu „Smart City“ entstanden und deshalb werden auch keine herkömmlichen Hochbeete aufgestellt. Das Areal soll mit Sensoren ausgestattet werden, die Informationen zum Wetter sowie Luft- und Bodenfeuchtigkeit liefern. Auch die Windgeschwindigkeit kann gemessen werden. Gebag-Mieter, die in Neudorf wohnen, konnten sich für bis zu fünf Beete melden. Der Mietpreis liegt bei fünf Euro pro Beet und Monat.

    Für Duisburger Projekt gibt‘s Vorbilder in anderen Städten„In jeder Stadt gibt es Brachflächen und vernachlässigte Orte, die nicht zum Verweilen einladen, aber hervorragend in urbane Gärten umgestaltet werden können und das Umfeld damit aufwerten“, heißt es von Seiten der Gebag zur Motivation. Von anderen Städten habe man sich abgeguckt, solche Orte mit Hilfe von Hochbeeten und bürgerschaftlichem Engagement in innerstädtische Gemüse-Gärten zu verwandeln.

    Es handelt sich hier um ein Pilotprojekt und wenn es gut anläuft, ist geplant, auch weitere Flächen in Duisburg zu nutzen, die sonst brach liegen würden.“

    Auftaktveranstaltung für Ende April geplantKurzzeitig ging bei Friedhofsbesuchern die Angst um, dass für dieses Projekt etwa Gräber eingeebnet werden sollen. „Das war nie geplant“, stellt Gerhild Gössing, Sprecherin der Gebag klar. „Es handelt sich hier um ein Pilotprojekt und wenn es gut anläuft, ist geplant, auch weitere Flächen in Duisburg zu nutzen, die sonst brach liegen würden.“

    In der Pilotphase sei das Ganze nur auf Gebag-Mieter ausgelegt, aber sollten nicht alle Beete vergeben werden, könnten sich auch andere Neudorfer melden. „Viele Mieter haben schon Interesse gezeigt.“

    Voraussichtlich Ende April soll es eine Auftaktveranstaltung mit den Hobbygärtnern geben. Zum Jahresende ist dann die Auswertung des Pilotprojektes geplant.

    https://www.waz.de/staedte/duisburg/article242018542/Duisburger-koennen-kuenftig-an-ungewoehnlicher-Stelle-gaertnern.html (mehr …)

  • Berlin: Heilkräutergarten „Hevrin Xelef“ wichtiger Ort für Frauen

    (Antrag, Antworten)

    Flamingo e.V. (Netzwerk für geflüchtete Frauen* und Kinder)
    hat im Oktober 2019 ein Gartengrundstück mit ca. 500m2 Fläche in Neukölln
    bezogen.
    Innerhalb eines Jahres konnten wir unseren dort aufgebauten
    Heilkräutergarten „Hevrin Xelef“ mit Leben und Kräutern befüllen und
    zusammen mit vielen Frauen* (Migrant*innen, Geflüchtete, Kinder und
    interessierte Unterstützer*innen) bereits zwei Gartenzyklen durchleben.
    Wir haben in Workshops und Aktionstagen aber auch in Kleingruppen
    theoretisches Wissen und praktische Umsetzung im Garten angeboten und
    durchgeführt: Vom Aufbauen, Säen, Bewirtschaften und Ernten bis zur
    Kräuterkunde und Austausch über alternative Heilungsmethoden war der
    Garten fast durchgängig von interessierten Frauen besucht.
    Der Garten hat sich zu einem Ort etabliert, an dem die Frauen zur Ruhe
    kommen, mithelfen und sich untereinander austauschen können.
    Unsere direkten Nachbar*innen auf dem Jacobi-Friedhof sind die
    Prinzessinnengärten mit denen wir uns auf gärtnerischer und persönlicher
    Ebene viel austauschen und uns gegenseitig unterstützen.
    Die Frauen, die zu uns kommen und im Garten arbeiten und sich als Teil der
    Gemeinschaft verstehen, äussern oft eigene Bedarfe an Heilkräutern. Derzeit
    haben wir Thymian, Rosmarin, Salbei, Minze, Fenchel und Kamille. Der
    Bedarf ist immer gross, so dass wir unseren bisherigen Bestand erweitern
    wollen. Um noch in diesem Sommer unseren Heilkräutergarten wieder
    biologisch und nachhaltig zu bewirtschaften, benötigen wir daher weitere
    Samen und Jungpflanzen (wie z.B. Frauenmantel, Zitronenverbene,
    Apotheker-Rosen, Anis, Kümmel u.a.).

    In der Gartengruppe sind wir insgesamt 8 – das ist die feste Gruppe, die sich komplett verantwortlich fühlt. Im größeren Kreis sind wir ab 20 aufwärts. Wenn wir workshops geben, kommen auch immer wieder Externe hinzu. Auch zu Veranstaltungen und Aktionstagen. Dann zählen wir schon 30.

    Aus der Nachbarschaft kommen immer wieder Menschen. Die meisten eher zufällig, wenn sie auf dem Friedhof spazieren und sie setzen sich zu uns und wir reden. Sie finden es super und kommen gerne, die meisten eher um zu reden, statt mitzuhelfen, was aber voll in Ordnung ist.

    Die Heilkräuter gehen auf jeden Fall an die Frauen – wir haben auch immer mehr da aus privatem Anbau. Die Nachfrage ist gross. Wir haben im letzten Winter viele Health Care Pakete an Unterkünfte geschickt mit Heilkräuter Tee. Wir haben alle Beete von euch. Ich weiss es leider nicht aus dem Kopf, aber Anuscheh hat es irgendwo notiert. Ich glaube 30.

    Wir haben keine Patenschaften. Es gibt im Team zwei Gärtnerinnen, die jeweils einmal die Woche kommen und für die Grundstruktur sorgen. Wir lernen von ihnen, irgendwann wird es auch ohne sie gehen. Momentan sind wir jeden Tag da und alle kümmern sich um alles.

    Unsere Gartengeräte stehen in unserem Container und teilweise benutzen wir die von den PG mit, die stehen vorne im Schuppen – alles verschlossen. (mehr …)

  • Berlin: im Heilkräutergarten für Frauen sind nun auch Anwohnerinnen dabei

    (Bericht)

    Durch die Aufstockung von weiteren 25 Hochbeeten in unserem
    Heilkräutergarten konnten wir nach einer kleinen Winterpause Ende Februar
    2021 mit einem größeren Sortiment an Heilkräutern mit der Bewirtschaftung
    beginnen. An zwei Aktionstagen bauten wir aus Holzaufsatzrahmen und
    Europaletten die Hochbeete zusammen und befüllten sie mit Erde.

    Für die Bepflanzung benutzten wir sowohl Samen, als auch Jungpflanzen.

    Für die Bewirtschaftung der Heilkräuter fanden Workshops statt, zuerst in
    kleinen Gruppen aufgrund der Coronapandemie und dann auch zum
    Sommer hin öffentlicher und größer.

    Der Garten ist zu einem Ort geworden, an dem offene Treffen und
    Workshops stattfinden und bietet gleichzeitig einen Rückzugsort für Frauen
    an. Hier ist es möglich, zur Ruhe zu kommen, mitzuhelfen und sich
    untereinander austauschen zu können.

    Neben den Frauen aus dem Team und geflüchteten Frauen unserer
    Klientinnen und Freundinnen sind auch einige Nachbar*innen aus der
    unmittelbaren Nachbarschaft auf uns zugekommen.

    Sie sind ebenfalls Teil des Gartens geworden und wir freuen uns auf mehr
    Interessierte und mehr Austausch und Zusammenkommen innerhalb des
    Gartens und des Friedhofs. (mehr …)

  • Heilkräutergarten

    Innerhalb eines Jahres konnten wir unseren dort aufgebauten
    Heilkräutergarten „Hevrin Khalaf“ mit Leben und Kräutern befüllen und
    zusammen mit vielen Frauen* (Migrant*innen, Geflüchtete, Kinder und
    interessierte Unterstützer*innen) einen ganzen Gartenzyklus durchleben.

    Wir haben in Workshops und Aktionstagen aber auch in Kleingruppen
    theoretisches Wissen und praktische Umsetzung im Garten angeboten und
    durchgeführt .

    Vom Aufbauen, Säen, Bewirtschaften und Ernten bis zur Kräuterkunde und
    Austausch über alternative Heilungsmethoden war der Garten fast
    durchgängig von interessierten Frauen besucht.

    Seit November 2020 bieten wir zudem im selbstgestalteten Design
    Kräutertees zum Erwerb an. Für die beteiligten Frauen und auch geflüchteten
    Frauen in Unterkünften stehen die Kräutertees kostenlos zur Verfügung.
    Innerhalb eines laufenden Beratungsprojektes können sie sich vorab bei
    unserer Heilpraktikerin und Ärztin informieren und beraten lassen.

    Der Erlös der Tees soll in ein Projekt für geflüchtete Frauen* und Kinder
    fliessen, viel mehr geht es aber um das Verbreiten der Geschichten von den
    Frauen mit Fluchterfahrung durch beiliegende Flyer und durch das
    Weitererzählen und den solidarisches Aspekt, gemeinsam für einen guten
    Zweck etwas herzustellen und es öffentlich zu machen.

    Im Garten sollen nach einer kleiner Winterpause ab Februar 2021 wieder
    regelmäßig Workshops stattfinden. Er etabliert sich immer mehr zu einem Ort, an dem die Frauen zur Ruhe kommen, mithelfen und sich untereinander
    austauschen können.

    Unsere direkten Nachbarn auf dem Jacobi-Friedhof sind die
    Prinzessinnengärten mit denen wir uns auf gärtnerischer und persönlicher
    Ebene viel austauschen und uns gegenseitig unterstützen.

    Der Bedarf an Heilkräutertees (Thymian, Rosmarin, Salbei, Minze, Fenchel
    und Kamille) ist sehr hoch, so dass wir unseren bisherigen Bestand erweitern
    wollen. Um im kommenden Frühling unsere Kräuter wieder biologisch und
    nachhaltig zu bewirtschaften, benötigen wir daher weiteres Material, um in
    gemeinsamen Aktionstagen, weitere Hochbeete aufzubauen.

     
    • Wie viele Frauen gärtnern inzwischen in dem Gartenprojekt?
    ca. 20 Frauen (von der kurdischen Community sind immer ca. 10 Frauen
    da, manchmal auch mehr und viele Kinder, dann noch ca. 10 Frauen aus
    dem Flamingo Kern plus an Projekttagen und Workshops und
    Beratungsangeboten immer so zwischen 2-6 Frauen.
    • Gibt es eine Kerngruppe?
    Ja, die Kerngartengruppe von Flamingo zu denen auch die kurdischen
    Community Frauen zählen, also ca. 15 Kernfrauen
     
    • Wie oft gärtnert ihr zusammen oder kommen Frauen auch „einfach
    so“?
    Die Kerngruppe ist vereinzelt oder in Gruppen mehrmals die Woche im
    Garten. An den Tagen können alle Interessierte auch kommen und
    mitmachen
    • Gärtnern alle Frauen mit oder machen manche auch „nur“ bei
    Workshops oder bei Verarbeitungsaktionen mit?
    Die ca. 20 Frauen Gärtnerei hauptsächlich und darüberhinaus gibt es die
    Frauen und Kinder die explizit bei Workshops mitmachen oder bei
    Aktionstagen kommen Frauen dazu
    • Wie habt ihr das Gärtner, die Beratungen und die Workshops unter
    Einhaltung der Corona-Regularien gestalten können?
    Da hatten wir Glück, weil wir den Frühling und Sommer in kleinen
    Gruppen (je nach Massnahme) mit genug Abstand und in der freien Luft
    arbeiten konnten. Die Workshops konnten auch unter Einhaltung der
    Hygienmassnahmen stattfinden. Und jetzt ist es etwas schwierig weil es
    sehr kalt ist, aber unser Bauwagen hat seit letztem Monat Solarpanele
    und eine Heizung. Donnerstags sind Beratungen dort und auch das geht
    trotz Coronamassnahmen mit Mundschutz und Händewaschen und
    disentfizieren. Im Garten selbst wird gerade nichts grosses gemacht bis
    Januar / Februar.
    • Wie viel Kräuter habt ihr in etwa geerntet und zu Tees und anderen
    Produkten verarbeitet?
    Wir haben nur Tees produziert. Von den Sorten ca. 2kg: Salbei und Minze.
    Von Kamille etwas weniger, da ist was schief gelaufen ;( bei der
    Bewässerung, aber wird im kommenden Jahr dafür richtig laufen. Von
    Thymian und Rosmarin haben wir nur einen Teil bis jetzt geerntet: jeweils
    ca. 1kg.• Wie viel davon verkauft ihr/wollt ihr verkaufen? Wie groß sind die
    bisherigen Einnahmen aus dem Verkauf der Tees?
    Wir haben einen grossen Teil für den Eigenbedarf für die beteiligten
    Frauen und den anderen Teil wollen wir verkaufen, das wird aber eher ein
    kleiner Teil sein. (in diesem Jahr).
    • Wie viele Hochbeete plant ihr (bitte schlüssle die Kosten dafür noch
    auf) und wer wird die wann bauen?
    26 Hochbeete ich schicke dir den Kostenvoranschlag von PG mit. Lisa
    von PG wird sie mit uns zusammen bauen, also als Workshop und
    Aktionstage für alle offen.

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  • GG des Prinzessinnengarten Kollektiv in Neukölln bedroht

    (alerts)

    Umweltamt fordert Rückbau der Prinzessinnengärten

    Vor rund einem Jahr zog das Gartenprojekt vom Kreuzberger Moritzplatz nach Neukölln. Nun sieht es sich in seiner Existenz bedroht.

    Es sollte ein Modellprojekt für die neue Nutzung ehemaliger Friedhofsflächen werden – und droht nun, zu scheitern. Vor rund einem Jahr zog das Team der Prinzessinnengärten vom Kreuzberger Moritzplatz auf den Friedhof St. Jacobi II in der Neuköllner Hermannstraße. Damit wurden die Gemeinschaftsgärtner Teil eines Konfliktes, der seit einiger Zeit zwischen dem Evangelischen Friedhofsverband Stadtmitte, der Eigentümerin der Friedhofsfläche, und dem Neuköllner Umweltamt schwelt.

    Ende Februar verhängte das Umweltamt eine Rückbauanordnung für den Gemeinschaftsgarten. Die Begründung: Die Prinzessinnengärten würden gegen das geltende Naturschutzrecht und einen Landschaftsplan, der 1993 für den Friedhof erstellt wurde, verstoßen. Anfang der Woche widersprach der Friedhofsverband der Anordnung in allen Punkten.

    Der zuständige Neuköllner Umweltstadtrat Bernward Eberenz (CDU) fordert in der Anordnung, die dem Tagesspiegel vorliegt, unter anderem den Rückbau eines Unterstandes für Gartengeräte, einer Komposttoilette, zweier Bauwägen und des Gemüsebeetes. Angemahnt werden die „Bauten“ mit insgesamt 30 000 Euro Zwangsgeld.

      „Es ist schon relativ absurd, dass wir von einem Amt für Umweltschutz in die Ecke der ’Speerspitze der Bebauung’ gestellt werden – das ist nicht, was wir tun und auch nicht, was wir vorhaben“, sagt Robert Shaw, Geschäftsführer der Nomadisch Grün gGmbH, der Trägerin des Gemeinschaftsgartenprojektes. Das Gartenkollektiv sehe es als seine Aufgabe, die Transformation der ehemaligen Friedhofsfläche zu begleiten, auch im Sinne der Biodiversität. Gefördert wird das Projekt aus Geldern des Berliner Programms für Nachhaltige Entwicklung (BENE) des Berliner Senats. „Wenn wir nicht hier wären und niemand was machen würde, und das ist die realistische Option, dann bleibt auf Dauer von den Wiesen nicht viel übrig“, sagt Shaw.

    „Ich glaube, dass sich ein Stück weit auf beiden Seiten die Gemüter hochgeschaukelt haben und eine konstruktive Ebene verlassen wurde“, sagt Tillmann Wagner, Geschäftsführer des Friedhofsverbandes. Er wirft dem Umweltamt vor, den Rahmen der Verhältnismäßigkeit verlassen zu haben. Er sieht die Rückbauanordnung als Teil eines Konfliktes um die Nachnutzung nicht mehr benötigter Friedhofsflächen, der seit rund fünf Jahren zwischen dem Bezirksamt und dem Friedhofsverband schwelt. Als privater Träger erhält der Verband, anders als kommunale Friedhöfe, keine Senatspauschale für die Pflege der Grünflächen. Gleichzeitig benötigt der Verband immer weniger Flächen für Gräber, da Erdbestattungen kaum noch stattfinden.
    „Der Neue St. Jacobi-Friedhof war leider ein Problemstandort, vor allem, was Drogen und Kriminalität anging“, sagt Tillmann Wagner. Ältere Damen, die sich um die wenigen verbliebenen Gräber kümmern, hätten sich kaum noch alleine auf den Friedhof getraut. „Deshalb fanden wir die Idee einer alternativen Nutzung des Friedhofs gut, die ein bisschen Leben auf den Friedhof holt – aber eben kontrolliert.“ Und wenn Menschen stundenlang gärtnerten, dann müsse man eben auch mal auf die Toilette. Die von den Prinzessinnengärten vorgeschlagene Komposttoilette, die nun vom Umweltamt bemängelt wird, hielt der Friedhofsverband für eine „charmante Lösung“.

    Friedhofsverband bezweifelt, dass das Bundesnaturschutzgesetz anwendbar ist
    In seinem Widerspruch gegen die Rückbauanordnung, der dem Tagesspiegel vorliegt, zweifelt der Friedhofsverband unter anderem an, dass das Bundesnaturschutzgesetz für eine Friedhofsfläche überhaupt anwendbar sei – und selbst wenn, würden die bemängelten Einrichtungen nicht gegen dieses verstoßen. Außerdem handele es sich gar nicht um bauliche Anlagen, da weder Bauwägen noch Komposttoiletten fest mit dem Boden verbunden seien. Der Unterstand für Gartengeräte sei notwendig für den Betrieb des Friedhofes. „Wir haben auf all unseren aktiven Friedhöfen in den vergangenen Jahren kleine Hallen für Maschinen, Garagen oder Carports gebaut, saniert oder wieder hergerichtet. Das gehört zur Infrastruktur eines Friedhofs“, sagt Wagner.

    Umweltstadtrat Eberenz sagt: „Der Friedhof wurde jahrzehntelang ohne einen solchen Unterstand betrieben.“
    Ist der Landschaftsplan von 1993 noch gültig?Zentral ist vor allem die Frage, ob der Landschaftsplan von 1993, auf den sich Eberenz beruft, weiter gültig ist. Der Friedhofsverband zweifelt dies an. Einerseits sei nie versucht worden, den Landschaftsplan tatsächlich umzusetzen. So befindet sich auf einer Fläche, auf der laut Plan ein Spielplatz errichtet werden sollte, bereits seit August 1995 eine Wagenburg. An deren Bauwägen stört Eberenz sich nicht – und verweist auf deren Gewohnheitsrecht.

    Allerdings gibt es bereits andere Pläne für den Friedhof: 2017 beschloss die Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung (BVV) das sogenannte „Integrierte Friedhofskonzept“. Parallel wurde ein Bebauungsplanverfahren für die Fläche eingeleitet, das den bisherigen Landschaftsplan ablösen soll. Auf dem Friedhof sollen künftig eine Schule und Wohnungen entstehen. Ein Großteil der Fläche soll als Grünfläche weiter genutzt werden.

    Vorsitzender des Umweltausschusses spricht von „Schikane“
    Bernd Szczepanski, Vorsitzender des Umweltausschusses und der Grünen-Fraktion in der Neuköllner BVV, spricht von „Schikane“ von Seiten des Umweltstadtrates. „Das übergeordnete Ziel des bisherigen Landschaftsplanes ist es, eine grüne Erholungsfläche zur Verfügung zu stellen. Dem steht ein Kohlbeet nicht entgegen“, sagt Szczepanski. Unverhältnismäßig seien auch die regelmäßigen Kontrollgänge des Umweltamtes auf der Friedhofsfläche.

    „Wir fühlen uns wie das best-gemonitorte Projekt Berlins“, sagt auch Prinzessinengärtner Robert Shaw. Im Zwei-Wochen-Takt würde das Amt unangekündigte Begehungen durchführen und anschließend Mängellisten an den Friedhofsverband schicken. Eberenz begründete dies damit, dass es auf anderen Friedhöfen im Bezirk keine „vergleichbaren Vorgänge“ gebe.

    Für das Gartenprojekt geht es laut Shaw mittlerweile um die Existenz. Sollte die Rückbauanordnung nicht zurückgenommen werden, will das Kollektiv vor Gericht ziehen. „Was bleibt uns denn anderes übrig?“, sagt Shaw. „Wir können nicht einfach 90 Prozent dessen, was wir aufgebaut haben, wieder abbauen. Selbst ohne Corona hätten wir noch nicht mal das Geld, den Abbau zu finanzieren.“ Er frage sich langsam, was eigentlich die Motivation hinter den Aktionen sei. Dabei verweist er auch auf das Gartenprojekt des Bildungslabors „Schlesische 27“, das nach einem ähnlichen Konflikt mit dem Umweltamt Anfang 2019 den benachbarten St. Thomas-Friedhof räumen musste.

    Um gegen die Rückbauanordnung zu protestieren, will das Kollektiv am Freitag eine Unterschriftenaktion starten. Den Link zu der Petition finden Sie hier.

    Auch für den Geschäftsführer des Friedhofsverbandes, Tillmann Wagner, geht es mittlerweile um den Erhalt der öffentlichen Nutzung. Für ihn ist es ein Widerspruch, dass der Bezirk einerseits das Fehlen öffentlicher Grünflächen im Norden Neuköllns bemängele und gleichzeitig durch sein Gebaren den Erhalt einer solchen gefährde.
    stellen.“ Das sei nach Einschätzung des Friedhofsverbandes gelungen.

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/streit-um-gartenprojekt-auf-ehemaligem-friedhof-umweltamt-fordert-rueckbau-der-prinzessinnengaerten/25768124.html

    Artikel in ND: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1135953.prinzessinnengaerten-cdu-stadtrat-stoert-friedhofsruhe.html
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  • Himmelbeet auf dem Friedhof und auf der Suche nach einer Alternativfläche für den GG

    (Mail)
    das Friedhofsprojekt („ElisaBeet“, da wir auf dem St-Elisabeth Friedhof gärtnern werden) ist „nur“ ein weiteres Projekt vom himmelbeet. Wir werden nach und nach die Infos auf dieser Seite hochladen: https://himmelbeet.de/projekt/friedhof-st-elisabeth-ii 

    Die nächste Schritten sind: online Zukunftswerkstatt mit der Nachbarschaft und Genehmigung vom Naturschutz Amt einhohlen für die Ackerfläche. Falls du noch mehr Fragen hast, schreibe mir gerne. Und falls du merkst, dass sich in  euren Netzwerken falsche Gerüchte verbreiten, sag uns gerne Bescheid.

    Für den Gemeinschaftsgarten an der Ruheplatzstrasse suchen wir weiterhin eine Ersatzfläche. Die einzige Perspektive bisher, ist die Fläche am Mettmannplatz (Grenze Wedding-Moabit). Wie schon öfter in den letzten 4 Jahren sind wir jetzt wieder in einer Phase, in der wir auf eine Rückmeldung/konkretisierung von Versprechen vom Bezirk warten. Sie werden in der aktuellen Lage wohl viele (gute) Gründe haben, auf sich warten zu lassen. Ein bisschen hoffen wir auch, dass in der Corona-Situation der Baubeginn vom uns vertreibenden Projekt sich auch verschiebt. Wenn nicht, müssen wir im Oktober 2020 von der Fläche.


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  • Himmelbeet: Fläche auf Friedhof

    (Mail)

    Ja, wir haben eine ziemlich große Fläche auf einem Friedhof übernommen. Zu genauen Zahlen kann dir vlt Romain auch noch mal was schreiben. Da der Friedhof jedoch weiterhin auch in Teilen als Friedhof genutzt wird, sind für uns viele Nutzungsformen (auch wenn in Theorie möglich) nicht vorgesehen. Wir schließen daher aus dort ein Café zu betreiben und auch unser PächterInnen-Gemeinschaft-Konzept wollen wir dort nicht wiederholen. Es soll ein Produktionsgarten nach SoLaWi-Prinzip werden, bei dem primär soziale Einrichtungen aus der Nachbarschaft mitwirken. Wir haben dafür eine 1,5-jährige Förderung des gleichen Programms, welches auch Prinzessinnengarten in Neukölln unterstützt hat (mehr …)

  • Berlin: GGs auf Friedhofsflächen

    urban Gardening auf alten GräbernEs gibt deutlich mehr Urnen- als Erdbestattungen. Das bedeutet, auf den Friedhöfen wird Platz frei. In Berlin sollen brachliegende Friedhofsflächen deshalb verstärkt für Erholungs- und Bauprojekte genutzt werden.

    Grund sei die sich verändernde Bestattungskultur, sagte der Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofsverbandes Berlin Stadtmitte (EVFBS), Pfarrer Klaus-Ekkehard Gahlbeck, dem Evangelischen Pressedienst. Die Zahl der Urnenbeisetzungen steige kontinuierlich, sagte Gahlbeck: „Früher war das Verhältnis zwischen Erdbeisetzungen und Urnenbeisetzungen etwa bei 80 zu 20. Heute ist es genau umgekehrt.“

    Der Friedhofsverband verwaltet in der Berliner Innenstadt 46 Friedhöfe und entwickelt Nachnutzungsmöglichkeiten für brachliegende Flächen. Das Spektrum reicht von Urban Gardening Projekten – also dem gemeinschaftlichen Gärtnern in der Großstadt – über eine Gedenkstätte für das bundesweit einzige kirchliche Zwangsarbeiterlager im Zweiten Weltkrieg bis hin zum Bau von Flüchtlingsheimen sowie sozialen Wohnungsbau. Die Projektfülle innerhalb eines Friedhofsverbandes ist Gahlbeck zufolge bundesweit einzigartig.

    Schulen, Kitas und Wohnheime

    In Berlin müsse für Nachnutzungen von ehemaligen Grabfeldern eine Ruhefrist von mindestens 20 Jahren als Pietätsfrist eingehalten werden, erklärte der Pfarrer. Danach gebe es eine weitere zehnjährige Pietätsfrist, die nur vom Berliner Senat aufgehoben werden könne.

    Der Friedhofsverband will im Zentrum Berlins brachliegende Friedhofsflächen zu zwei Dritteln für „grüne Projekte“ nutzen. So gibt es ein Urban Gardening Projekt im Stadtbezirk Neukölln. In Berlin-Kreuzberg ist ein Friedhofspark geplant, zu dem zahlreiche denkmalgeschützte Wandgräber von historischen Persönlichkeiten zählen. Ziel sei es, hochwertige Grünflächen zu schaffen und die Biodiversität zu erhöhen.

    Ein Drittel der Friedhofsbrachen in der Berliner Innenstadt soll als Bauland oder für Infrastrukturprojekte zur Verfügung gestellt werden, sagte Gahlbeck. Dazu zähle der Bau von öffentlichen Schulen, Kitas und Spielplätzen. In Kreuzberg und Neukölln sollen im kommenden Jahr zwei Flüchtlingswohnheime für insgesamt rund 350 Bewohner entstehen.

    https://www.evangelisch.de/inhalte/162811/22-11-2019/urban-gardening-auf-alten-graebern (mehr …)

  • Prinzessinnengarten Kollektiv auf dem Friedhof

    (Projektbesuch)

    Das Prinzessinnengarten Kollektiv (Gruppe rund um Robert) ist auf den St. Jacobi Friedhof in Neukölln gezogen. Der Eingang ist an der Hermannstraße und auf dem Bürgersteig begrüßt einen bei den offenen Gartentagen gleich ein Kiosk-Schild des Gartenprojekts. Ein paar Meter hinter dem Friehofseingang und gut sichtbar auch schon von der Straße aus, ist in einem alten Häuschen (Pförtnerhaus?) der Kiosk entstanden, an dem man Getränke und derzeit noch ein recht eingeschränktes Snackangebot erwerben kann. Hinter dem Kiosk sind Tische und Bänke, die bei meinem Besuch voll gefüllt waren mit Interessierten und Mitmacher*innen. Hier wird besprochen was Stand der Dinge ist und was zu tun ist, was sich entwickelt hat und was noch nicht geht, Aufgaben werden verteilt. Es gibt ein Kompostklo und ein Lager. Und ca 80 m (?) den Hauptweg entlang kommen dann die Hochbeete. Diese stehen ordentlich in Reih und Glied und bestehen aus Aufsetztrahmen. Als Beschilderung, was in den Beeten wächst, dienen alte Schallplatten. Es gibt auch schon ein Erdbeet und es wurde eine Blumenwiese eingesäät.
    Lisa erzählt, dass es noch recht mühsam ist, weiterzukommen, da die Friedhofsverwaltung alles abbremst und erstmal wenig zusagt. Viel geht doch noch nicht. Sie hofft, dass sich das ändert, wenn offiziell verkündet wurde, dass der Friedhof als Friedhof aufgegeben wird.
    Durch die Hochbeete sind auch schon Gräber „verschwunden“.
    Das Team hat sich für die Aufteilung vorne Kiosk, dann laufen und dann Hochbeete entschieden, damit die Leute, die gärtnern wollen, das dann auch machen werden und nicht wieder eine Biergartenatmosphäre entsteht, wie auf dem Moritzplatz. Dort ist das Gärtnern ein wenig in den Hintergrund getreten.

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  • P-Garten zieht auf Friedhof

    (alerts(NL)

    […]St.-Jacobi-Friedhofs in Neukölln. Wenn alles gut läuft, kann er mit dem Urban-Gardening-Projekt „Prinzessinnengärten“ für mindestens 30 Jahre hier bleiben. Ein Traum sei das. Er wäre dann über 70 Jahre alt. „Friedhöfe“, so Shaw, „sind eine Riesenüberraschung!“

    Große Teile der innerstädtischen Friedhöfe liegen infolge klammer Bezirke und Friedhofsverwaltungen brach. Die Eigentümerinnen wandelten aber nur etwa zehn Prozent davon in Bauland und Grünflächen um – was mit dem Rest passieren soll, wisse keiner, so Shaw. „Eine Lösung, von der beide Seiten profitieren, sind Gartenprojekte wie wir.“

    Die Prinzessinnengärten vom Moritzplatz, die auf der Suche nach einer neuen Fläche waren, haben sich mit der evangelischen Friedhofsverwaltung vom Jacobi darauf geeinigt, noch bestehende Gräber, den Friedhof und die Natur zu pflegen – und nutzen im Gegenzug den unbelegten und brachliegenden hinteren Teil des Friedhofs als Gemeinschaftsgarten. Der Modellversuch ist gefördert von dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (Bene).
    „Wir freuen uns sehr über den neuen Standort: Hier gibt es gewachsene Natur, einen Friedhof im Umbruch, und wir haben Perspektive. Wir haben hier 70.000 Quadratmeter – das bietet uns ganz ungeheure Möglichkeiten“, sagt Shaw. Ideen gibt es viele: Umweltbildungsflächen für Kitas und Schulen, ein Workshop für Steinbildhauerei, der alte und verfallene Grabsteine zu Kunst recyceln soll, ein Treffpunkt für „Solawi“ – biovegane solidarische Landwirtschaft, und es gibt bereits Hochbeete, ein Café und einen Gießkannenverleih.

    Dazu sollen bald tatsächlich aus der Friedhofserde Neuköllner Bio-Tomaten wachsen. „Wir haben Bodenproben machen lassen: Anbau in Bio-Qualität müsste gehen – dafür allein haben wir 5.000 Quadratmeter. Das ist schon fast das, was manch kleiner Bio-Hof in Brandenburg hat.“

    Tatsächlich liegen viele Friedhofsflächen brach, wie auch May Buschke von Stattgrün bestätigt. Sie hat im Auftrag für den Evangelischen Friedhofsverband das Projekt vorangetrieben. Nur ein Viertel seiner Flächen könne die Kirche wirtschaftlich betreiben. Ein veränderte Friedhofskultur seit den 1980ern sorge dafür, dass immer mehr Menschen sich für günstigere und weniger pflege-intensive Beisetzungen entschieden. Urnen brauchen weniger Platz als Särge und kosten weniger – in der Folge gebe es zu wenig Geld zur Bewirtschaftung verfallender Friedhöfe.

    „Die Not ist groß, der Verband kann nicht anders, als über Umnutzungen nachzudenken oder Flächen zu verkaufen“, so Buschke. Im evaluierten Friedhofsentwicklungsplan sei vorgesehen, dass etwa ein Viertel der Flächen in Berlin auf lange Sicht umgenutzt werden könnten. Bei einer Gesamtfläche von 1.200 Hektar wäre das immerhin eine Fläche von 300 Hektar. Zum Vergleich: Das Tempelhofer Feld ist 303 Hektar groß.

    Die Zusammenarbeit mit den Prinzessinnengärten sei eine besonders spannende Sache, weil auch noch viele Trauernde auf den Friedhof kämen. Es sei nicht nur eine grüne Umnutzung, wie es schon einige gebe, sondern eben eine richtige Übernahme, sagt Buschke: „Es ist eine Besonderheit, dass der Friedhof für neue Begräbnisse zwar geschlossen ist, aber noch viele Gräber da sind – die auch zum Teil noch bis zu 20 Jahren Gräber bleiben werden.“

    Der Friedhofsverband wolle in Neukölln ausprobieren, ob ein Nachbarschaftsgarten und Umweltbildungsflächen auf Friedhöfen auch von Grab­besucher*innen angenommen würden – auch mit Blick auf andere Standorte: „Es ist wirklich für Gesamtberlin ein großes Thema“, sagt Buschke.

    Im Wesentlichen sei der Rücklauf – die Kooperation begann im Juni vergangenen Jahres – positiv. Zuvor hätten viele Grabbesucher sich eher am Verfall des Jacobi-Friedhofs gestört, ein Problem seien neben Verfall auch in unmittelbarer Nähe zur U8 Drogenabhängige und unangeleinte Hunde gewesen. „Es gibt immer ein bis zwei, die meckern, aber es wird von den meisten als Verbesserung angenommen“, sagt Buschke.

    Auch Kieznachbarn fänden das Projekt toll. Das liege auch daran, dass sich die Prin­zes­sinnengärtner*innen so gut auf Vor-Ort-Bedürfnisse einließen. Obwohl die Probelaufzeit noch bis zum nächsten Jahr gehe, betrachtet Buschke das Modell schon jetzt als geglückt. Nun gelte es herauszufinden, ob das auch an anderen Orten funktio­nieren könne. Gespräche für ähnliche Projekte liefen bereits mit Gartenprojekten in Mitte und Reinickendorf.

    Die Frei- und Grünfläche am Moritzplatz soll trotz des Umzugs der Prinzessinnengärten Ende 2019 erhalten bleiben. Man kümmere sich um die Übergabe an den Nachfolgeverein Common Grounds. Die Prin­zes­sinnengärtner*innen sind froh über den Umzug: „Der Moritzplatz wurde zu eng“, sagt Shaw. Der enorme Bekanntheitsgrad der Prinzessinengärten habe das Gärtnern schwierig gemacht. „Zuletzt war es am Moritzplatz manchmal eher wie in einem touristischen Biergarten als in einem kollektiven Gemeinschaftsprojekt. Wir hatten täglich bis zu 800 Besucher.“

    http://www.taz.de/Friedhoefe-oeffnen-sich-fuer-Gartenprojekte/!5569212/


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    Die Nomadisch Grün gGmbH, seit 2009 Trägerorganisation des Prinzessinnengartens am Moritzplatz, wird Ende 2019 umziehen. Die Nomadisch Grün wird einen weiteren Prinzessinnengarten aufbauen und hat damit bereits im vergangenen Jahr begonnen. Der Grundstein ist gelegt und mit dem Umzug auf ehemalige Flächen des St. Jacobi Friedhofs in Neukölln werden wir als Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin dort weiterarbeiten.

    Die Gründe für diese Entscheidung sind vielfältig.

    Die Bedeutung von grünen Orten mit gemeinschaftlicher Nutzung in der Stadt ist inzwischen allgemein anerkannt. Aufgrund der Veränderungen in der Bestattungskultur werden in der näheren Zukunft überall in Mitteleuropa innerstädtische Friedhofsflächen frei. Wir verstehen unseren neuen Gartenstandort auch als Experiment um herauszufinden, wie diese Flächen in Zukunft als gemeinschaftliche Orte mit grünem Konzept genutzt werden können. Gerade ehemalige Friedhofsflächen sind historisch gewachsene urbane Grünräume, die meist alten Baumbestand und vielfältige Fauna aufweisen.

    Am Moritzplatz sind die gärtnerischen Möglichkeiten in einigen Punkten eingeschränkt, während sich am neuen Standort diverse neue Möglichkeiten eröffnen. Hier ist der Platz weit weniger begrenzt, das Gärtnern auch direkt im Boden wird möglich und es kann ein Nebeneinander von gärtnerisch genutzten Arealen und der behutsamen Gestaltung naturnaher Flächen zu Umweltbildungsorten.

    Mit der Nutzung der neuen Fläche auf ehemaligen Teilstücken des St Jacobi Friedhofs tragen wir dazu bei, einen historischen Grünraum in Berlin für die Öffentlichkeit zu erhalten und ihn zum Naturerfahrungsraum weiterzugestalten. Hier soll behutsam gegärtnert werden, Umweltbildungsmöglichkeiten etabliert werden und der gewachsene Naturcharakter des Ortes erhalten werden. Dadurch zielen wir ebenfalls auf eine gelebte Form der Verstetigung des Urban Gardenings, um diese Praxis dauerhaft in Berlin zu verankern.

    Wir starten noch diesen Monat in die neue Saison und würden uns freuen euch am neuen Standort begrüßen zu können, seid dabei!

    Am 23.3. / 12:00 feiern wir die Saisoneröffnung

    Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin, Hermannstraße 99, 12051 Berlin

    Ab April gibt es regelmäßige Gartenarbeitstage zum kennenlernen, teilhaben und mitentscheiden: Montags, Mittwochs und Freitags. Ab Ende Februar Workshops, Seminare und Bauwochen

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