Schlagwort: Gärtnern und Nachbarschaftsprojekt

  • Elmshorn: Garten entsteht an GU für jungen Männer

    (Antrag, Antworten)

    hiermit beantragen wir eine Förderung für unser Gemeinschaftsgartenprojekt in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete an der Agnes-Karll-Allee in Elmshorn. Die Unterkunft wurde im November 2024 eröffnet und bietet insgesamt 128 Plätze in Containern an. In der Unterkunft wohnen ausschließlich allein reisende, geflüchtete erwachsene Männer ab 18 Jahren. Die Gemeinschaftsunterkunft liegt relativ abgelegen und dennoch gut angebunden neben dem Krankenhaus und im Industriegebiet. Eine direkte (Wohn)Nachbarschaft ist nicht gegeben, nichtsdestotrotz stehen viele Einwohner:innen der Unterkunft ängstlich und sorgenvoll gegenüber. Hier gilt es frühzeitig zu intervenieren und einen Rahmen zu schaffen, um Vorurteile abzubauen und ein „unbeschwertes“ gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen.

    Unser primäres Ziel ist es, geflüchteten Menschen eine sinnvolle Beschäftigung zu ermöglichen, den gemeinschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und einen interkulturellen Austausch zu fördern. Die Schaffung von Gemeinschaftsgartenflächen fördert die Selbstständigkeit, stärkt die Eigenverantwortung und bietet die Möglichkeit der zur Integration wichtigen gesellschaftlichen Teilhabe. Die räumliche, naturnah-gewachsene Lage und unmittelbare Nähe der angedachten Fläche(n) ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang, so dass Geflüchtete ganz unkompliziert (kurze Wege) mit anderen Geflüchteten und anderen Elmshorner:innen in Kontakt treten können. Die Hemmschwelle, sich an einem geschützten, „neutralen“ und attraktiven Gartenort zu begegnen ist wesentlich niedriger, sowohl für die Geflüchteten als auch für die lokale Bevölkerung. Einen Ort gemeinsam wachsen zu lassen, kann die ideale Basis sein, um teilzuhaben am gesellschaftlichen Leben. Ganz „nebenbei“ können dabei Barrieren abgebaut, soziale Werte niedrigschwellig vermittelt werden und alle voneinander lernen.

    Projektbeschreibung

    Unsere Gemeinschaftsunterkunft verfügt über mehrere geeignete Flächen für den Anbau von Gemüse, Kräutern und Blumen (ca. 1.000qm). Durch unser Gartenprojekt möchten wir geflüchteten Menschen die Möglichkeit geben, gemeinsam aktiv zu sein, ihre Zeit sinnvoll zu nutzen und soziale Kontakte zu knüpfen. Zudem planen wir, Anwohner*innen aus Elmshorn einzuladen und zu gewinnen, um selbst in der Gartenarbeit tätig zu werden und mitzuhelfen und wollen gemeinsame Veranstaltungen wie Grillabende organisieren.

    Unsere Ziele

    • Schaffung eines gemeinschaftlichen, nachbarschaftlichen, integrativen und niedrigschwelligen Begegnungsortes für Geflüchtete und Anwohner*innen

    • Förderung der Teilhabe, Selbstwirksamkeit und Integration

    • Gemeinwesen- und Stadtteilarbeit sowie Stärkung des Ehrenamtes (durch z.B. Beetpatenschaften oder Anleitung/Unterstützung beim Aufbau des Gemeinschaftsgartens)

    • Förderung von Nachhaltigkeit durch den ökologischen Anbau von Pflanzen ohne Kunstdünger oder Pestizide

    • Verbesserung der Lebensqualität und Gesundheitsförderung durch eine eigene, sinnvolle und kreative Tätigkeit

    • Förderung von Begegnungen und Austausch zwischen Menschen und Kulturen

    Geplante Maßnahmen

    Als Erstes ist die Beschaffung von Gartengeräten, Werkzeugen, Bewässerungssystemen, torffreier Pflanzerde und samenfestem Saatgut notwendig. Die nächsten Schritte beinhalten das Vorbereiten der Beete und Hochbeete, das Setzen von Jungpflanzen, regelmäßiges Gießen und Unkrautjäten sowie Ernten. Es wird geplant, dass sich Bewohner gemeinsam mit dem Unterkunfts- und dem Quartiersmanagement und unter ihrer Aufsicht regelmäßig mehrere Stunden wöchentlich am Projekt beteiligen und dann auch autark tätig sein können. Es wird erwartet, dass sich ungefähr die Hälfte der Bewohner beteiligen wird, was eine erste Abfrage ergeben hat. Im Sommer sollen Anwohner*innen zu Gartenaktionen und gemeinschaftlichen Veranstaltungen eingeladen werden.

    Verstehe ich es richtig und die Flächen für das Gartenprojekt sind auf „neutralem Grund“? Wo sind die Flächen, wie kommen die interessierten Menschen aus der Unterkunft und aus der weiteren Nachbarschaft dort hin/wie ist der Zugang dazu? Wie können die Menschen aus der weiteren Nachbarschaft an die Gartengeräte kommen?

                  Sowohl auf dem „neutralen Grund“ als auch auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft. Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen paar Bilder oder den Lageplan zuschicken. Neben der Unterkunft befindet sich die „grüne Villa“, die auch von der Stadt angemietet wird, und wo es genügend Fläche zum Anbauen von Gemüse und Pflanzen gibt. Es ist auch ein Teil unseres Konzeptes, dass diese Villa als Begegnungsort für unsere Bewohner und Elmshorner*innen genutzt wird. Die Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist sehr gut. Alle 30 Minuten fährt ein Bus in und von der Stadt, die Bushaltestelle ist 2-3 Minuten Fußweg von der Villa entfernt. Die Stadt ist auch nicht so groß und der Ort ist für viele gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen.

    –             Wie bewerben Sie das Gartenprojekt, so dass es auch für die anderen Elmshorner*innen interessant wird, dabei zu sein? Haben Sie das Projekt in der weiteren Nachbarschaft schon bekannt gemacht? Was neben Grillabenden ist an Veranstaltungen geplant?

                  Das Projekt haben wir noch nicht in der Nachbarschaft bekannt gemacht. Wir werden die Elmshorner*innen auf das Projekt über Social Media (von der Living Quarter (dem Betreiber der UK) und der Stadt Elmshorn) aufmerksam machen, auch durch Aushänge und Flyer. Es besteht auch Möglichkeit, die Presse einzubeziehen, die Stadt Elmshorn kann uns dabei unterstützen. Neben den Grillabenden werden wir auch internationale Kochveranstaltungen anbieten, auch ein Erntedankfest sowohl für unsere Bewohner als auch für die Nachbarschaft.

    –             Wie haben Sie die Projektidee in der Unterkunft vorgestellt, bzw wie sind die Wünsche und Ideen der Geflüchteten mit in die Planung eingeflossen?

                  Wir haben wöchentliche Bewohnerversammlung wo die Projektidee vorgestellt wurde. Das Interesse der Bewohner war groß. Viele bringen auch Erfahrungen in dem Bereich mit.

    –             Wie viele Beete sollen gebaut werden? Sind dazu auch die Menschen aus der weiteren Nachbarschaft eingeladen?

                  Schwierig zu sagen, und es wird sich auch spontan entscheiden. Je nachdem, was die Bewohner möchten, und ob und welche Gruppen sich entwickeln, die gemeinsam an einem Beet arbeiten.. Es ist, unserer Meinung nach, erst später sinnvoll und produktiv, die Nachbarschaft dazu einzuladen. Erstmal möchten wir dass unsere Bewohner sich mit dem Projekt beschäftigen und Routine daraus entwickeln.

    –             Wie viele Menschen werden Ihren Schätzungen nach gleichzeitig gärtnern?

                  Das wird sich auch immer variieren, ich würde sagen beim angenehmen Wetter bis zu 50 Personen.

    –             Könnten die Kompostbehälter auch selber gebaut werden? Was passiert mit dem Kompost?

    Möglich, besser sind jedoch verzinkte Kompostelemente. Holz verrottet zu schnell.

    –             Soll alles gemeinschaftlich begärtnert werden oder soll es auch individuelle Beete geben? Wer entscheidet, was wo angebaut wird? Was passiert mit der Ernte?

                  Sowohl gemeinschaftlich als auch individuell. Das wird sich spontan entwickeln, wie bereits erwähnt. Das Quartiers- und das Unterkunftsmanagement wird entscheiden, wo und was  angepflanzt werden kann. Das betrifft das Gelände von und neben der Villa. Was neben den Wohncontainern gepflanzt wird, können die Bewohner selbst entscheiden. Die Ernte wird für den Eigenbedarf und für Veranstaltungen genutzt.

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  • Köln: Schmitzundkunz hat 4 Gärten aufgebaut

    Projektbesuch

    Die Nachbarschaftsini Schmitzundkunz hat in Sülz auf einer großen Dreiecksfläche den Sulzer Triangel aufgebaut. Sie haben dafür viele quadratische Hochbeete gebaut, die indentisch aussehen und den Menschen zur Verfügung gestellt. Wer noch mitgärtnern möchte, kann mit einem selbtsgekauften Hochbeete von Toom, was genau so aussieht, dabei sein.
    Die Fläche ist von einem kleinen Wall umgeben, hat aber keinen Zaun. In der Mitte ist ein denkmalgeschützetes (Trafo?) Häuschen. Alle, die mitgärtnern wollen, werden Vereinsmitglied und zahlen zusätzlich 3 Euro pro Monat für das Gartenprojekt.
    Die Beete sind alle vergeben oder sehr schnell wieder, es gibt nicht so viel Fluktuation. Die Leute kommen aus der Nachbarschaft.
    Es gibt Regeln, die Schmitzundkunz vorgibt und ein Vereinsmitglied gibt gärterisches Wissen weiter. Er ist Fachberater im Kleingartenverein und hat in jedem Gartenprojekt von Schitzundkunz eine Parzelle. Dabei sein und mitbekommen, was läuft, so wird sein Wissen auch besser angenommen.
    Von Vereinsseite aus gibt es wenige weitere Strukturen oder Treffen, nur so viel wie notwendig.
    Der Mann mit dem Gartenwissen ist über die Pfanzentauschbörse auf den Verein aufmerksam geworden, die alle 2 Wochen im Hauptquartier stattfindet.
    Die Fläche neben dem innerstädtisch gelegenene Hauptquartier mit Tauschladen, wandelbare Fläche und Räume für ganz viele nachbarschaftliche Aktivitäten, Werkzeugverleih, Fahrradreparatur etc., ist inzwischen auch Gemeinschaftsgarten. Die Fläche gehört einer Privatperson, die kein Interesse hat, die an die Stadt zu veräußern. Sie war sehr vermült und Zuflucht für Obdachose und Drogis. Sie haben die Fläche aufgeräumt, Wege angelegt, Beete aufgestellt. Auch hier gärtnert die Nachbarschaft.
    Der Garten auf dem Uni-Gelände ist von Anfang an Zwischennutzung, dann gibt es noch ein Gartenprojekt mit/für Geflüchtete.
    Sehr wichtig für den Verein ist der Gründer und Vorstandsvorsitzende. Er ist die Spinne im Netz. Alle, die kommen, werden willkommen geheißen, gewertschätzt, können sich einbringen, mitmachen.

    Mit den anderen Gärten in Köln sind sie nicht vernetzt, haben daran auch kein Interesse.


     

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  • Beetinchen will sich noch mehr öffnen

    (aus Bericht)
    Berlin

    […]
    Aufgrund mangelnder personeller Ressourcen konnte der Garten nicht für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Einbrüche und Diebstähle bestärkten die Auffassung, dass es für eine Öff­nung verantwortliche Unterpächter*innen und/oder Personal vor Ort brauche. Lediglich bei zwei Veranstaltungen wurde der Garten als Begegnungsort für die Nachbarschaft präsen­tiert. So fand im September das alljährliche Viertelkino im Garten statt, eine für alle Besu­cher*innen kostenlose Filmvorführung. Besonders schön war jedoch eine gemeinsam mit der GESOBAU AG organisierte und von Chansonmusiker*innen begleitete Lesung. Durch die­se Veranstaltungen sowie die Erfahrung der neuen zuständigen Koordinatorin konnten neue Ideen für den Garten auf dem neuen Gelände entwickelt werden. Zum einen zeigten sich neue Veranstaltungsideen und auch ein klareres Bild über die Interessen der Anwohner*in­nen. Zum anderen konnte durch die Erfahrung im Zusammenwirken mit den Unterpächter*innen herausgearbeitet werden, was notwendig ist, um den Garten stärker für die Öffentlichkeit zu beleben. So werden aktuell über das neue Teilhabechancengesetz Mit­arbeiter*innen für den Betrieb des Gartens gesucht. Zudem wurden nach dem Austausch mit anderen Gemeinschaftsgärten die künftig auszustellenden Verträge geändert und die Unter­pächter*innen werden künftig mehr gemeinschaftliche Arbeit im Garten leisten müssen. Dies waren bisher 5 Stunden/Jahr, deren Umsetzung jedoch nicht kontrolliert wurde; künftig werden es 12 Stunden/Jahr sein und die Ableistung dieser Stunden wird durch Mitarbeiten­de des Betreibers kontrolliert und unterstützt. Dazu gehören z.B. die Pflege künftig bestehender Gemeinschaftsflächen oder die Unterstützung bei Veranstaltungen.

    Zur Überraschung des Betreibers und der Unterpächter*innen musste der Garten bereits am 07.10.2018 schließen, da die Baumaßnahmen begannen. Der neue Garten wird leider frühes­tens am 30.04.2019 an den Betreiber übergeben. Aus diesen Grund werden im Vorfeld Ver­anstaltungen (Sommerfest, Aufführung der Komischen Oper) vorbereitet und erste Anzuch­ten in den Räumlichkeiten des Betreibers vorgenommen. Zudem werden weiterhin weitere Förderungen beantragt, um Honorare für Workshops und Aufwandsentschädigungen für Eh­renamtliche zu akquirieren. Auch die GESOBAU AG möchte den Garten im Rahmen ehren­amtlichen Engagements Mitarbeitender sowie einer geringen Förderung über die GESOBAU Stiftung die Durchführung von Veranstaltungen im Garten unterstützen.


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  • neues Projekt mit Flüchtlingen in Berlin: die GÄRTNEREI

    (Gu, weitergeleitete Mail, 16.7.)
    „Wie gesagt, heißt das Projekt die Gärtnerei. Es geht es um ein experimenteller Gartenbetrieb und Nachbarschaftsprojekt auf dem Brachgelände Jerusalem-Friedhof in Berlin-Neukölln. Dieser Raum wird zusammen mit jungen Flüchtlingen entwickelt und sollte für junge Flüchtlinge, aber auch für Jugendliche und junge Erwachsene, die aus anderen Gründen ihre Potenziale nicht entfalten können,
    einen Experimentierraum mit „Aussicht“ – Perspektiven für die gemeinsame Zukunft in der internationalen Stadt eröffnen.

    Das Projekt hat erst vor ein paar Wochen gerade angefangen. Wir befindet uns also in der Startphase. Es finden jedoch schon Deutschunterrichte, Garten- und Bauwerkstätte statt. Im Garten haben wir eine Fläche von 1.600 m² beackert, was aber leider von weit noch nicht komplett angebaut ist. In zwei Wochen organisieren wir ein kleines Eröffnungsfest. Damit wollen wir ein Zeichen setzen und würde uns freuen, wenn bis dahin das Feld eine „Präsenz“ gewonnen hat.“

    das Sommerfest ist dieses Wochenende, das Projekt befindet sich in der Nachbarschaft vom Allmende-Kontor auf dem Gelände eines Friedhofs (Teilstück)

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